Naturschutzgebiete (Stand: 03/2018)

Die kreisfreie Stadt Weimar hat Anteil an drei Naturschutzgebieten (NSG), wovon die NSG 50 und 323 mit einem kleinen Teil auch im Landkreis Weimarer Land liegen.

NummerNameGröße (ha)
49 Rautenschlag 19
50 Prinzenschneise 1) 88
323 Südhang Ettersberg 1) 408
1) liegt in zwei oder mehr Landkreisen


Die NSG 49, 50 und 323 befinden sich im Naturraum 3.5 (Ettersberg).

Das NSG 49 "Rautenschlag" liegt am Nordhang des Muschelkalksattels des Großen Ettersbergs, der sich als auffälliger Höhenzug über das allgemeine Niveau des flachwelligen Innerthüringer Beckens und des Ilmtals heraushebt. Das Gebiet schließt eine standörtliche Abfolge naturnaher Waldgesellschaften und relativ junger Ausbildungsformen von Erdfällen ein. Bekannt ist das Gebiet auch als Fundort einiger weit verbreiteter und häufiger Pilzarten, z. B. Eichen-Wirrling. Das NSG, in unmittelbarer Nähe des Jagdschlosses Ettersburg gelegen, ist ein Teil der ehemaligen äußeren Parkanlagen und seit dem Jahre 2000 Teil einer Naturwaldparzelle "Raufenschlag". Im Nordosten des Gebiets befindet sich eine zur Wasserversorgung (Ettersburg) gefasste Quelle ("Brauns Quelle") mit Brunnenhäuschen.

Das NSG 50 "Prinzenschneise" ist Teil eines Waldkomplexes auf dem Großen Ettersberg etwa 2 km nördlich von Weimar. Es umfasst naturnahe Waldgesellschaften (u. a. Hainsimsen-Buchenwald, Labkraut-Eichen-Hainbuchenwalde) mit artenreicher Mollusken- und Schmetterlings- sowie bemerkenswerter Bodenarthropodenfauna. Für die Winter-Linde und die Stiel-Eiche stellt das NSG ein wichtiges Genreservat dar. Im östlichen und nördlichen Teil (und östlich angrenzend) befinden sich Reste eines Hügelgräberfeldes. Während der markierte Wanderweg, die "Prinzenschneide", die südliche Begrenzung des NSG darstellt, liegt die nördliche Grenze auf der Trasse der ehemaligen Buchenwaldbahn. Das Gebiet beherbergt ein Totalreservat.

Einen wesentlichen Teil des Südhanges vom Muschelkalkrücken des Ettersberges nimmt das NSG 323 "Südhang Ettersberg" im Naturraum 3.5 (Ettersberg) ein . Er ist durch diverse Kleinformen untergliedert. Den größten Flächenanteil des NSG nehmen Kalkmagerrasen, in einer für Thüringen bemerkenswerten Ausdehnung, im Komplex mit bewaldeten Erosionstälern, Gebüschen und ausgedehnten Streuobstwiesen als Lebensraum störungsempfindlicher Tierarten ein. Zum Biospektrum zählen ebenso Teiche und temporäre Kleinstgewässer.
 
Landschaftsschutzgebiete (Stand: 03/2018)

Das Territorium der Stadt Weimar hat im südlichen Abschnitt Anteil am LSG "Ilmtal von Oettern bis Kranichfeld". Das LSG "Ilmtal von Oettern bis Kranichfeld" hat den Charakter eines Fremdenverkehrsgebietes ("Mittleres Ilmtal"). In diesem Gebiet sollen unter Beachtung seiner besonders hohen ökologischen Bedeutung landschaftsgerecht eingebundene Erholungsformen für die Entwicklung und Erweiterung des Fremdenverkehrs und der Naherholung angestrebt werden.

NummerNameGröße (ha)
23Ilmtal von Oettern bis Kranichfeld19.213



Karte:

Schutzgebiete
(JPG-Datei)

 
Geschützte Landschaftsbestandteile,
Flächennaturdenkmale und Naturdenkmale *

In der kreisfreien Stadt Weimar gab es zum 15.12.2004 insgesamt 18 geschützte Landschaftsbestandteile, Flächennaturdenkmale und Naturdenkmale.

* Von den Naturdenkmalen wurden erfasst: flächige Naturdenkmale sowie Naturdenkmale geologischer und hydrologischer Art. Im Landkreis Weimarer Land wurden auch geschützte Gehölze erfasst.
 
Natura-2000-Gebiete

Das europäische ökologische Schutzgebietsnetz Natura 2000 umfasst Fauna-Flora-Habitat-Gebiete (FFH-Gebiete einschließlich FFH-Objekte) und Europäische Vogelschutzgebiete.

Die FFH-Gebiete bilden ein europaweites Netz besonderer Schutzgebiete, das der Erhaltung schutzwürdiger Lebensräume sowie ausgewählter Tier- und Pflanzenarten dient. Die Europäischen Vogelschutzgebiete werden für bestimmte Brutvogelarten und für Rast- und Überwinterungsplätze von Zugvögeln ausgewiesen.

Rechtliche Grundlage

Thüringen hat seine Meldung von FFH-Gebieten an die EU-Kommission abgeschlossen. Neben den 212 FFH-Gebieten wurden auch 47 punktförmige FFH-Objekte für den Fledermausschutz gemeldet. Hierbei handelt es sich insbesondere um Fledermausquartiere in Gebäuden und Stollen. Diese sind im Sinne der FFH-Richtlinie FFH-Gebiete und wurden z. T. zu Objektgruppen zusammengefasst. Außerdem gibt es in Thüringen 44 Vogelschutzgebiete.

Die kreisfreie Stadt Weimar hat Anteil an folgenden FFH-Gebieten:
 
FFH-Gebiete (Stand: 05/2004)

Nummer Name Größe (ha)
... ... ...

 
Europäische Vogelschutzgebiete (Stand: 04/2007)

Nummer Name Größe Landkreis/
kreisfreie Stadt
Kurzcharakteristik
17Ackerhügelland nördlich Weimar mit Ettersberg18.703 haWeimar, Erfurt, Sömmerda, Weimarer LandDas Laubmischwaldgebiet Ettersberg bildet im Zusammenhang mit locker bebuschten Halbtrockenrasen, dem abwechslungsreichen Ackerhügelland, Feldgehölzen sowie Fließ- und Standgewässern ein bedeutendes Refugium für Vogelarten wie dem Rotmilan.
32Ilmtal zwischen Bad Berka und Weimar mit Buchfarter Wald1.921 haWeimar, Weimarer LandDer Komplex verschiedenartiger Laubmischwälder, Kalkfelsbiotope und einem naturnahen Fließgewässerabschnitt mit Auwaldresten und Feuchtbiotopen bildet ein bedeutendes Refugium für bedrohte Vogelarten, insbesondere für Uhu und Eisvogel.


Karte:

Gebiete des Natura-2000-Netzes
(PDF-Datei)