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Stadt Weimar - Allgemeine Informationen

 
Stadtverwaltung

Landrätin: Peter Kleine
Verwaltungssitz: Weimar
Dienststelle: Stadtverwaltung Weimar

Schwanseestr. 17
99423 Weimar

Tel.: 03643 / 76 20
Fax: 03643 / 90 23 92
Letzte Gebietsreform: 01.07.1994
Kfz-Kennzeichen: WE

 
Wappen

In Gold, mit roten Herzen bestreut, ein schwarzer Löwe mit roter Zunge (Wappen seit 14. Jh.).

Die Stadt Weimar führt, wie sich aus den seit 1262 bezeugten und vom Jahre 1387 ab erhalte-nen Siegeln ergibt, bereits seit dem 13. Jh. das Wappen der einstigen Landes- und Stadtherren, der Grafen von Orlamünde, als eigenes Wappen: einen steigenden Löwen in einem mit Herzen übersäten Feld. Der Löwe im Wappen der Grafen von Orlamünde erschien jedoch zuerst auf glattem Feld, bis im 14. Jh. eine Linie der Grafen aus nicht mehr bekannten Gründen die Herzen in das Feld aufnahm. Ursprünglich war die Farbe des Löwen als Wappenzeichen bis zum Übergang der Besitzungen der Grafen von Orlamünde an das Haus Wettin im 14. Jh. Blau und wurde dann Schwarz. 1975 erhielt es seine endgültige heutige Form.

Stadt-/Ortsteile: Buchenwald, Ettersbergsiedlung, Scheindorf, Tiefurt, Weimar; Gelmeroda, Niedergrunstedt, Possendorf, Taubach; Legefeld, Tröbsdorf, Gaberndorf.

(Wappenbeschreibung Weimar, Stadtverwaltung Weimar, 1994)

 
Wissenswertes zur Stadt Weimar


Karte:

Satellitenbildkarte
(PDF-Datei)


Karte:

Übersichtskarte
(JPG-Datei)

Eine Urkunde über den Ort "Wimares" aus dem Jahr 975 wird als Ersterwähnung von Weimar angesehen. Neuere Forschungen lassen jedoch vermuten, dass die 899 ausgestellte Urkunde auf "Vvigmara" die älteste Erwähnung Weimars ist. Der mittelalterliche Siedlungskern lag nördlich der heutigen Altstadt im Jakobsviertel. Da abseits von wichtigen Handelswegen gelegen, konnte sich die Stadt (Weimar wird 1254 urkundlich als Stadt bezeichnet und erhält 1410 das Stadtrecht verliehen) kaum entwickeln. Dies änderte sich erst 1547, als die bisherigen Kurfürsten als Herzöge von Wittenberg nach Weimar übersiedelten und die Stadt zur Residenz des Herzogtums Sachsen-Weimar kürten.



1552Der 80jährige Lucas Cranach verbringt sein letztes Lebensjahr in Weimar.
1590Die städtischen Freiheiten und Gewohnheiten werden als Stadtstatuten formuliert.
1613Die "Thüringer Sintflut" verwüstet das Land.
1617Die "Fruchtbringende Gesellschaft", die wichtigste deutsche Sprachgesellschaft des 17. Jh. wird im Weimarer Schloss gegründet.
1653Der Weimarer Zwiebelmarkt (als Viehe- und Zippelmarkt) wird erstmals in einer herzoglichen Verordnung erwähnt.
1696Eröffnung des Gasthofes "Elephant".
1708Johann Sebastian Bach kommt nach Weimar, wo er bis 1717 als Hoforganist und Konzertmeister der Hofkapelle wirkt.
1759die Regentschaft der Herzogin Anna Amalia beginnt. Mit ihr setzt der kulturelle Aufschwung ein; sie holt 1772 Christoph Martin Wieland als Erzieher des Erbprinzen Carl August nach Weimar.
1775Carl August übernimmt die Regierung. Unter seiner Förderung wird Weimar ein kulturelles und literarisches Zentrum von europäischem Rang. Johann Wolfgang Goethe kommt auf Einladung Carl Augusts nach Weimar.
1776Johann Gottfried Herder wird als Generalsuperintendant nach Weimar berufen.
1791Das Hoftheater wird gegründet; es wird bis 1817 von Goethe geleitet. Friedrich Justin Bertuch gründet das "Landes-Industrie-Comptoir", das sich zu einem bedeutenden Verlag entwickelt.
1799Friedrich Schiller übersiedelt von Jena nach Weimar.
1810Einführung der neuen Stadtordnung.
1813Johann Daniel Falk begründet das erste Waisenhaus.
1815Auf dem Wiener Kongress wird das Weimarer Herzogtum zum Großherzogtum erhoben. Carl August gibt 1816 als erster deutscher Fürst seinem Land eine Verfassung.
1842Franz Liszt wird zum Hofkapellmeister ernannt. Er übersiedelt 1848 nach Weimar, wo er bis 1861 wirkt und sich ab 1869 in den Sommermonaten wieder aufhält.
1846/47Weimar erhält Eisenbahnanschluss nach Halle und Erfurt.
1857Das Goethe-und-Schiller-Denkmal von Ernst Rietschel wird enthüllt.
1860Die Herzogliche Kunstschule (1910 zur Kunsthochschule erhoben), aus der sich später die Hochschule für Architektur und Bauwesen entwickelt, wird eröffnet.
1872Die Weimarer Orchesterschule wird gegründet, aus der sich die Herzogliche Musikschule, seit 1930 Hochschule für Musik, entwickelt.
1885Das Goethe-Nationalmuseum, das Goethe-Archiv (seit 1889 Goethe-und-Schiller-Archiv) und die Goethe Gesellschaft werden gegründet.
1898Gründung einer Waggon-Fabrik, weitere Industriebetriebe folgen.
1918Die Novemberrevolution zwingt den letzten Großherzog zur Abdankung.
1919Im Deutschen Nationaltheater tagt die verfassungsgebende Nationalversammlung, die mit der Annahme der Weimarer Verfassung die erste deutsche Demokratie, die "Weimarer Republik", begründet. Das "Staatliche Bauhaus" wird von Walter Gropius begründet. In ihm wirken Künstler wie Lyonel Feininger, Wassili Kandinsky, Paul Klee u. a. Es muss 1925 seine Tätigkeit in Weimar beenden.
1920Weimar wird Hauptstadt des neu gegründeten Landes Thüringen.
1925Entdeckung des altsteinzeitlichen Urmenschen von Ehringsdorf.
1937Die Nationalsozialisten errichten das Konzentrationslager Buchenwald auf dem Ettersberg bei Weimar. Nach Kriegsende wird an gleicher Stelle ein sowjetisches Internierungslager errichtet.
1948Das durch Bomben im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigte Deutsche Nationaltheater wird mit Goethes "Faust" wiedereröffnet.
1949Goethejahr (200. Geburtstag). Wiedereröffnung des im Krieg teilweise zerstörten Goethehauses, Goethe-Gedenkrede Thomas Manns im Deutschen Nationalmuseum.
1953Bildung der Nationalen Forschungs- und Gedenkstätten der klassischen deutschen Literatur.
1955Schillerjahr (150. Todestag). Schiller-Gedenkrede Thomas Manns im Deutschen Nationaltheater
1958Die Mahn- und Gedenkstätte Buchenwald wird eingeweiht.
1975Jubiläumsfeiern "1000 Jahre Weimar".
1988Eröffnung des neu erbauten Schillermuseums mit Wiedereröffnung des neu gestalteten Schillerhauses.
1989Die friedliche Revolution führt zu demokratischen und gesellschaftlichen Veränderungen.
1999Weimar ist "Kulturstadt Europas"




Die politische Wende 1989 hat neue wirtschaftliche Entwicklungen eingeleitet. Sie war durch struktuelle Anpassungsprozesse der ehemaligen Betriebe des Landmaschinenbaus, der Mikroelektronik, des Uhren- und Leuchtenbaus geprägt. Die wirtschaftlichen Schwerpunkte in Weimar richteten sich auf den Erhalt überlebensfähiger Betriebe und die Neuansiedlung von Unternehmen aus Handel, Handwerk und Industrie. Unternehmen, wie Jenapharm, Coca-Cola, Glatt & Stahl, haben sich in den Industrie- und Gewerbegebieten angesiedelt.

Die Rettung der wertvollen Altbausubstanz weiter Teile der Stadt, an der bis auf wenige Ausnahmen über Jahrzehnte nichts getan wurde, erweist sich als großes Problem. Erste Beispiele für das Vorankommen der Stadtsanierung sind bereits vorzeigbar. Als die Wahlheimat Goethes im Jahre 1999 den 250. Geburtstag des Dichters feierte, wurde Weimar nicht nur als "Kulturstadt Europas" anerkannt, sondern die Stadt präsentierte sich auch mit einem neuen Gesicht.

All die Traditionen der bildenden Kunst, der Musik, der Literatur, der Architektur und der Philosophie werden in Weimar bewahrt und lebendig gehalten: in den zahlreichen Museen, den bedeutenden Kunstsammlungen, den beiden Hochschulen, in internationalen Gesellschaften und Vereinen, die hier ihren Sitz haben.

 
Sehenswürdigkeiten

Die Stadt Weimar galt als die Metropole deutschen Geisteslebens. Auf engstem Raum kann man den Spuren derer folgen, die den Namen Weimar zum Mythos werden ließen. Zum historischen Stadtkern gehören die Stadtkirche St. Peter und Paul (Herderkirche), die Goethe-Traukirche mit dem Jakobskirchhof (Begräbnisstelle Weimarer Persönlichkeiten), der Goetheplatz, der Theaterplatz mit dem Deutschen Nationaltheater und dem Goethe-und-Schiller-Denkmal, das Schillerhaus und das Goethewohnhaus, das Wittumspalais mit dem Wielandmuseum.

Sehenswert sind weiterhin der Marktplatz mit Rathaus und dem Lucas-Cranach-Haus, das Stadtschloss, das Fürstenhaus (Musikhochschule mit dem Reiterstandbild des Herzogs Carl August davor) am Platz der Demokratie, das Schloss und Park Belvedere (mit der Weimarer Sammlung historischer Kutschen), das Grüne Schloss (Zentralbibliothek der deutschen Klassik mit drei Etagen hohem Bibliothekssaal), das Rote Schloss (ehem. Freie Zeichenschule) und das Gelbe Schloss, das Hotel "Elephant", das Haus der Frau von Stein, Goethes Gartenhaus, das Wohnhaus Liszts, der Van-de-Velde-Bau der Hochschule für Architektur und Bauwesen, die Russisch-orthodoxe Kirche, das Museum für Ur- und Frühgeschichte Thüringens, das Kirms-Krachow-Haus mit Herder-Museum, das Stadtmuseum im Bertuch-Haus, die Goethe-und-Schiller-Gruft sowie die Albert-Schweitzer-Gedenkstätte.

Die jährlichen Gedenkfeiern anlässlich der Geburtstage bzw. Todestage von Goethe und Schiller sind kulturelle Höhepunkte an Veranstaltungen. Alljährlich im Juli finden internationale Musikseminare der Musikhochschule Franz Liszt statt mit Konzerten, Solisten- und Liederabenden. In der Stadtkirche St. Peter und Paul ist Sonntagabend die "Stunde der Orgelmusik". Im Gedenken an Bachs Weimarer Zeit werden die Bachwerke mit den alljährlichen Bach-Tagen besonders gepflegt. Das Weimarer Kunstfest (Juni/Juli) bietet viele Veranstaltungen zur bildenden und darstellenden Kunst, zu Musik, mit Vorträgen zur Literatur, Dichterlesungen und internationalen Gastspielen. Am zweiten Wochenende im Oktober feiert Weimar alljährlich seinen Zwiebelmarkt zwischen Frauenplan, Schillerstraße, Theaterplatz, Markt und Schloss. Schon Goethe sprach vom "berühmten Marktfest".

 
Ausflugs- und Wanderziele

  • Nationale Mahn- und Gedenkstätte Buchenwald auf dem Ettersberg
  • Ilmtal-Kutschfahrten
  • Wasserburg Kapellendorf
  • Burgenland Drei Gleichen
  • Stausee Hohenfelden
  • Thüringer Städte Arnstadt, Jena, Erfurt, Eisenach mit der Wartburg
  • Dornburger Schlösser
  • Schloss und Park Tiefurt