Naturschutz

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Naturschutzgebiete (Stand: 9/2009)

Der Wartburgkreis hat Anteil an 46 Naturschutzgebieten (NSG). Davon liegen 41 NSG vollständig im Kreisgebiet, das NSG 29 teilweise in der kreisfreien Stadt Eisenach, das NSG 33 teilweise im Landkreis Gotha und die NSG 137, 237 und 353 teilweise im Landkreis Schmalkalden-Meiningen.


NummerName Größe (ha)
23 Großenbehringer Holz 117,9
24 Klosterholz und Nordmannssteine 117,8
25 Lienig 22,5
27 Probsteizella 25,8
28 Mertelstal - Heldrastein 261,2
29 Wartburg - Hohe Sonne 1) 586,1
30 Dolinenhänge 65,4
31 Ebertsberge 35,0
32 Ruine Scharfenberg 10,3
33 Vordere Schwarzbachwiese 1) 8,7
64 Ebenauer Köpfe 47,1
89 Auewäldchen 27,9
90 Arzberg 114,0
91 Kalktuffniedermoor 5,3
92 Sachsenburg 51,1
93 Ibengarten 56,1
94 Bernshäuser Kutte 13,9
98 Hohe Klinge - Dorngehege 101,4
137 Forstloch - Riedwiesen 1) 166,1
143 Wacholderheide bei Waldfisch 33,2
144 Alte Warth 86,7
145 Wiesenthaler Schweiz 38,0
208 Werraaue Treffurt 67,6
210 Wilhelmsglücksbrunn 79,5
214 Alte Werra 228,1
216 Werraaue bei Berka und Untersuhl 231,6
218 Dankmarshäuser Rhäden 123,8
221 Rohrlache zwischen Dippach und Dankmarshausen 59,1
222 Schergesbachaue 34,1
224 Werraaue mit Altarmen bei Unterrohn 89,0
225 Karrenwiesen 43,0
227 Öchsenberg 264,2
228 Ulster 226,7
229 Buchenberg 32,7
230 Standorfsberg 27,8
231 Rasdorfer Berg 260,4
232 Baier 63,0
233 Teufelsberg - Pietzelstein 199,6
234 Rößberg 307,0
235 Tannenberg - Seelesberg 263,2
236 Roßberg - Kohlbach - Hochrain 663,0
237 Horbel - Hoflar - Birkenberg 1) 562,3
238 Kuhkopf 36,8
239 Sommertal 252,7
352 Muschelkalksteilhänge am Emberg 18,0
353 Horn mit Kahlköpfchen 1) 174,1
1) liegt in zwei oder mehr Landkreisen

Im Naturraum 3.2 (Hainich - Dün - Hainleite) liegt das NSG 23 "Großenbehringer Holz", das zum südlichsten Teil des fast geschlossenen Waldgebiets des Hainichs gehört. Das Gelände fällt vom höchsten Punkt am Nordrand, dem Rittergasser Berg, nach Süden ein. Das NSG umfasst naturraumtypische Buchen- und Waldlabkraut-Eichen-Hainbuchenwälder mit ihrem Arteninventar. Das Gebiet beherbergt ein Totalreservat zur Gewährleistung der natürlichen Entwicklung.

Die NSG 24, 25, 27 und 28 sowie 64 und 208 befinden sich im Naturraum 3.3 (Werrabergland - Hörselberge).

Das NSG24 "Klosterholz und Nordmannssteine" weist folgende Merkmale auf: am Beginn des Prallhangs (Klosterholz) einen nordwestexponierten Steilhang, durch einen markanten Erosionsgraben sowie Dellen und Riedel untergliedert; eine aufgeschüttete Halde zwischen Klosterholz und Werra; im Zentrum des Prallhangs (Nordmannssteine) eine fast senkrechte, west- bis südwestexponierte Felswand, untergliedert durch Runsen, Felsleisten, -überhänge und -kanzeln; am Ende des Prallhangs wieder einen Steilhang (verändert durch einen Steinbruch); anschließend einen Gleithang, an dem terrassenförmig Absetzteiche für Ablaugen der ehemaligen Sodawerke Buchenau sowie Halden aus Steinbruchabraum angelegt wurden. Das NSG dient der Erhaltung eines typischen Standorts- und Vegetationsmosaiks auf Muschelkalk, insbesondere mit Wald- und Fels- sowie bemerkenswerten Sekundärbiotopen und reichem Arteninventar. Für Eibe und Gewöhnlichen Wacholder stellt das Gebiet ein Genreservoir dar. Seit 1994 wird im Steinbruch der Abbau von Kalkstein fortgesetzt.

Das NSG 25 "Lienig", ein Waldgebiet, liegt 3 km nordöstlich von Creuzburg an einem nordexponierten Steilhang des Werratals in unmittelbarer Nachbarschaft der NSG "Klosterholz und Nordmannssteine" (Nr. 24) und "Ebenauer Köpfe" (Nr. 64). Es nimmt einen 1,2 km langen Abschnitt des Prallhanges der Werra ein, der mäßig steil aus der Aue aufsteigt und in die Hochfläche übergeht. Das NSG repräsentiert charakteristische Oberflächen- und Gewässerformen des Naturraums sowie einen baumartenreichen, naturraumtypischen Laubwaldbestand (Buchen- und Edellaubmischwälder) und beherbergt relativ seltene, karstmorphologische Bildungen. Besonders auffällig sind im Mai üppige Bestände mit Gewöhnlicher Goldnessel, Geflecktem Aronstab und Gelbem Windröschen.

Das NSG 27 "Probsteizella" umfasst einen Abschnitt des sehr steilen Prallhangs der Werra, dessen Neigung von oben nach unten zunimmt und der im untersten Teil mauerartig mit zahlreichen Felsbildungen ausgebildet ist. Außerdem nimmt es den unteren Bereich eines sehr steilen Nebentälchens ein, das ein Lehrbeispiel für rezente Tiefenerosion im Muschelkalk ist. Das NSG umfasst markante geomorphologische Bildungen mit ihrer Vegetation und bemerkenswertem Arteninventar. Für Mehlbeere und Elsbeere sowie für die endemische Kleinart Spitzlappige Mehlbeere, deren Holotypus aus dem NSG stammt, stellt das Gebiet ein Genreservoir dar. Das NSG beinhaltet ein Totalreservat.

Das Bergland mit dem Heldrastein ("König des Werratals"), den Mertelsköpfen, dem Eschen- und dem Kreuzberg stellt einen Muschelkalkblock dar, der von allen Seiten durch Täler angeschnitten wird. Eines davon ist das Mertelstal, die zentrale Nord-Süd-Achse im südlichen Teil des NSG 28 "Mertelstal - Heldrastein". Das Gebiet umfasst naturnahe Buchenwälder (u. a. Waldgersten-, Blaugras-Steilhang- und Waldmeister-Buchenwald) in Kontakt mit markanten Muschelkalk-Felswänden als Lebensraum seltener Tiere und Pflanzen. An das mooskundlich überregional bekannte NSG grenzt, als Teil des "Grünen Bandes", auf hessischer Seite das NSG "Dreiherrenstein-Eschenberg-Kreutzerberg" an.

In das NSG 64 "Ebenauer Köpfe" ist der Werraprallhang nördlich Creuzburg einbezogen, der von Runsen und Felskanzeln untergliedert wird. Die Südwest-Grenze wird von einem Erosionstal, dem Meßtalsgraben, gebildet. Das Gebiet weist einen wertvollen Komplex von Trockenbiotopen (u. a. Berglauch-Wimperperlgras-Flur, Fiederzwenken-Graslilien-Halbtrockenrasen und Blutstorchschnabel-Hirschwurz-Saum) als Lebensraum für seltene Pflanzen und Tiere, insbesondere Orchideen, Fledermäuse und Insekten auf. Das NSG stellt ein wichtiges Vernetzungselement im Biotopverbund des Werratals dar.

Das NSG 208 "Werraaue bei Treffurt" stellt einen Ausschnitt der Werraaue dar, die sich bei Treffurt auf eine Breite von über einem Kilometer weitet. Die Werra ist auf einer Strecke von 1 km in ganzer Breite mitsamt des linken Ufers und einer weiteren kleinen Wasserfläche in das NSG einbezogen. Das Kleinrelief wird modifiziert durch unregelmäßige flache Halden und Wälle, Kiesgruben sowie zwei ehemalige Bahndämme. Das Gebiet beherbergt außerdem größere Röhricht- und Riedflächen als Lebensraum insbesondere für Vogel- und Amphibienarten. Im NSG befindet sich die Brücke (das "Blaue Wunder"), ein ehemaliges Teilstück der Grenzsperranlagen. Als eine der "Perlen" des "Grünen Bandes" ist das Gebiet ein wichtiger Trittstein in einem Biotopverbund entlang der Werra. Der geschützte Auenbereich setzt sich auf hessischer Seite im NSG "Frankenloch bei Heldra" fort.

Das NSG 29 "Wartburg - Hohe Sonne" stellt einen repräsentativen Ausschnitt aus dem Nordwestlichen Thüringer Wald (Naturraum 1.3.1) mit einem vielgestaltigen Formen- und Standortmosaik dar. Neben naturnahen Wäldern (insbesondere Hainsimsen-Buchenwald, Hainsimsen-Traubeneichen-Mischwald und Waldmeister-Buchenwald), Geotopen, darunter Drachenschlucht (seit 1977 ND), Elfengrotte (seit 1966 ND) und Eliashöhlen, und einigen Teichen (Knöpfelsteiche), ist auch eine bemerkenswerte Artenausstattung vorhanden. Das NSG beinhaltet zwei Totalreservate.

Im Naturraum 2.7 (Bad Salzunger Buntsandsteinland) befinden sich die NSG 30, 218 und 222.

Das vollständig mit Wald bestandene NSG 30 "Dolinenhänge" repräsentiert charakteristische Oberflächenformen des Naturraums. Es umfasst außerdem zahlreiche rezente und fossile Erdfälle sowie das typische Standorts- und Waldvegetationsmosaik, wobei forstlich geprägter Hainsimsen-Buchenwald sowie Fichten- und Kiefernforst in unterschiedlicher Mischung oder als Reinbestände vorherrschen. Ein Totalreservat gewährleistet die natürliche Entwicklung.

Von einem größeren Feuchtgebiet, dessen Zentrum auf hessischer Seite liegt und dort im NSG "Rhäden bei Obersuhl und Bosserode" geschützt ist, nimmt das thüringische NSG 218 "Dankmarshäuser Rhäden" den südlichen Rand ein. Bei dem, in einer flachen Senke gelegenen, Gebiet handelt es sich um einen wechselnd breiten, 2,5 km langen Streifen entlang der ehemaligen Grenze, weshalb das NSG Bedeutung im Biotopverbund "Grünes Band" besitzt. Das Gebiet dient der Erhaltung und Entwicklung von Feuchtlebensräumen (u. a. nährstoffreiche Stillgewässer mit Verlandungsbereichen, Feuchtwiesen und Auewälder) für seltene Tier- und Pflanzenarten, insbesondere für Wiesenbrüter und Wasservögel.

Das NSG 222 "Schergesbachaue" wird nordöstlich von Kieselbach auf einer Strecke von etwa 1,3 km von der Bundesstraße 84 begrenzt und beinhaltet einen kurzen Abschnitt des Talbodens eines kleinen Fließgewässers am Südwest-Rand des Bad Salzunger Buntsandsteinlands kurz vor dem Übergang in die Werraaue. Der Wahlteich sowie der an der Südwestgrenze des NSG gelegene Teich unterliegen der fischereilichen Nutzung; der dazwischen befindliche Teich ist zu etwa 70 % verlandet. Das Gebiet dient der Erhaltung und Entwicklung einer strukturreichen Bachauenlandschaft mit Feuchtbiotopen als bedeutendes Rückzugsgebiet einer artenreichen Vogelwelt (u. a. Bekassine, Wiesenpieper und Braunkehlchen).

Die NSG 31 und 32 befinden sich im Naturraum 2.3 (Waltershäuser Vorberge).

Das von Äckern, Gartenanlagen und Gewerbebebauung umgebene NSG 31 "Ebertsberge" repräsentiert charakteristische Oberflächenformen des Naturraums. Es ist durch zwei geologisch-geomorphologisch bedeutsame Bergkegel, den Großen und den Kleinen Ebertsberg, mit naturnahen Buchenwald-Gesellschaften (u. a. Orchideen-, Waldgersten- und Hainsimsen-Buchenwald), Wärme liebenden Säumen und Blaugras-Rasen sowie wertvollen Moos- und Molluskenvorkommen (43 Landschneckenarten) charakterisiert. Im NSG befinden sich am Krebsbach die Grenzsteine zwischen dem Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach und dem Herzogtum Sachsen-Gotha.

Das NSG 32 "Ruine Scharfenberg" dient dem Schutz eines isolierten Bergkegels (Zechsteinriff) mit naturnahen Kalk-Buchenwäldern (u. a. Blaugras-Steilhang-, Orchideen- und Waldgersten-Buchenwald), die in verschiedenen standortbedingten Abwandlungen über 80 % der Fläche bedecken. Auf dem Berggipfel befinden sich die Ruine und Reste der Wallanlagen einer spätmittelalterlichen Höhenburg, der Scharfenburg.

Das im Naturraum 1.3.2 (Mittlerer Thüringer Wald) gelegene NSG 33 "Vordere Schwarzbachwiese" liegt auf einem schmalen Seitenkamm , der sich in nordöstlicher Richtung erstreckt und als Wasserscheide das Erbstromtal von der Wintersteiner Mulde (Emsetal) trennt. Im Gebiet wird der nährstoffarme Flügel des Gebirgswiesenkomplexes mit den für den mittleren Teil des Thüringer Waldes charakteristischen Ausbildungen erfasst. Vegetationskundlich handelt es sich dabei um Kreuzblümchen-Borstgras-Rasen sowie um Bärwurz-Rotschwingel-Wiese. Bemerkenswert ist das Vorkommen von Arnika, Feuer-Lilie, Breitblättrigem Knabenkraut und Trollblume. Neben mehreren Fichten-Gruppen ist im NSG auch ein kleines Zitterpappel-Gehölz vorhanden.

Die NSG 89 bis 94 sowie 145, 227 und 229 bis 239 sowie 352 und 353 befinden sich im Naturraum 4.1 (Vorderrhön).

Das "Auewäldchen" (NSG 89; Pflegezone des Biosphärenreservats "Rhön") ist ein allseits von Dauergrünland und Ackerflächen umgebener Restwald auf einem westnordwestlich exponierten Hang am Fuße des Hotzelberges. Das NSG ist charakterisiert durch artenreiche Stieleichen-Hainbuchenwälder mit ausgeprägtem Frühjahrsgeophyten-Aspekt (u. a. Scharbockskraut, Bär-Lauch und Märzenbecher) und günstigen Fledermaus- und Vogelhabitaten. Im Gebiet befindet sich im Südwestteil des Restwaldes ein prähistorisches Gräberfeld.

Der "Arzberg" (NSG 90; Kern- und Pflegezone des Biosphärenreservats "Rhön") ist ein kegelförmiger Restberg einer ehemals zusammenhängenden Basaltdecke und dient der Erhaltung geophytenreicher Laubmischwälder sowie der Basaltblockhalden mit Kryptogamengesellschaften, ebenso wie der Sicherung der natürlichen Entwicklung in der Kernzone. Im Frühjahr fallen besonders die Blütenteppiche des Zweiblättrigen Blausterns ("Berg der blauen Blume") auf, außerdem blühen hier Märzenbecher und Hohler Lerchensporn. Am westlichen Unterhang befindet sich ein kleines Hangquellmoor, im äußersten Nordosten eine nasse Hochstaudenflur und am Nordabhang (an der "Eisenkaute") ein kleines Brauneisenerz-Vorkommen, sowie am West-, Südwest- und Ostrand drei kleine, aufgelassene Muschelkalk-Steinbrüche. Auf dem Arzberggipfel befindet sich neben einem Ringwall mit einer gut ausgeprägten Toranlage auch ein trigonometrischer Punkt sowie eine Fernsehhilfsstation, die gegenwärtig als Sendeturm in der Kernzone weiter betrieben wird.

Das NSG 91 "Kalktuffniedermoor" (Pflegezone des Biosphärenreservats "Rhön") umfasst einen der am besten entwickelten Hangquellmoor-Halbtrockenrasen-Komplexe Thüringens mit Kalktuffablagerungen und wertvollem Arteninventar. Während die Quellstellen aus Moosen aufgebaute Gesellschaften wie die Starknervmoos- und die Schwarzkopfmoos-Gesellschaft (in Thüringen nur hier) tragen, ist die Kalkflachmoor-Vegetation von artenreichen Pfeifengras-Feuchtwiesen umgeben.

Sachsen- und Röderburg gehören zu den Basaltdecken-Restbergen, die den Charakter der kuppigen Vorderrhön bestimmen. Das NSG 92 "Sachsenburg" (Kern- und Pflegezone des Biosphärenreservats "Rhön") umfasst naturnahe Laubwaldgesellschaften (v. a. Waldgersten-Buchenwald) sowie artenreiche Bergwiesen und sichert die natürliche Entwicklung in der Kernzone. An den Hängen sind Blockmeere aus Basalt entwickelt. Zwei Quellbäche entwässern in den nach Nordosten abfließenden Schwarzen Born. In einer sanft geneigten Quellsenke zwischen Altem Schloss und Zellerkopf befinden sich die Bornwiesen, bei denen es sich um Waldstorchschnabel-Goldhafer-Wiesen mit Übergängen zur Trollblumen-Schlangenknöterich-Feuchtwiese handelt und an deren Ostrand kleinere, mit Gehölzen bewachsene Lesesteinriegel aus Basaltblöcken existieren. Auf dem Plateau befindet sich die gut erhaltene Ringwallanlage der Röderburg.

Der "Ibengarten" (NSG 93) gilt als ein sehr wichtiges Genreservoir der Eibe. Diese Art kommt auf etwa 12 ha mit 368 meist älteren Exemplaren vor, wobei Schätzungen für die stärksten Exemplare von einem Alter von 330 bis 380 Jahren ausgehen. Von den wenigen, auf totes Eibenholz spezialisierten Pilzen besitzt der Ständerpilz Stigmatolemma taxi seinen einzigen thüringischen Fundort im Gebiet. Die Pflegezone des Biosphärenreservats "Rhön" dient auch dem Schutz des Eiben-Buchenwaldes und nimmt die steil zum Feldatal abfallenden, westexponierten Muschelkalkhänge des Neubergs und einen schmalen, lang gezogenen Plateaurest ein. Der "Ibengarten" gehörte seit dem 12. Jahrhundert zum Kloster Zella.

Die "Kutten" der Rhön sind kleine Seen, die ihre Entstehung spezifischen geologischen Vorgängen verdanken. Das NSG 94 "Bernshäuser Kutte" (Pflegezone des Biosphärenreservats "Rhön") dient der Erhaltung eines Erdfalltrichters mit dem tiefsten (45 m) Einbruchsee Südthüringens und bewaldeter Steilhänge (Hainsimsen-Buchenwald in verschiedenen Ausbildungen). In das Gebiet sind außerdem zwei Teiche einbezogen, die unterhalb des Überlaufs der Kutte in Richtung Bernshausen angelegt wurden und beide als Fischaufzuchtgewässer genutzt werden.

Das NSG 145 "Wiesenthaler Schweiz" (Pflegezone des Biosphärenreservats "Rhön") beinhaltet fast ausschließlich trocknere Standorte über Muschelkalk und liegt am Fuße des Muschelkalk-Steilhangs vom Rückenschloß, einem nördlichen Ausläufer der Muschelkalkplatte um den Hohen Asch. Das Gebiet ist gekennzeichnet durch eine strukturreiche, extensive Weidelandschaft mit Halbtrockenrasen (Enzian-Schillergras-Rasen), Wacholdergebüschen, Hangquellmooren und herausragendem Arteninventar. Frisch- und Feuchtwiesen, Hochstaudenfluren, Großseggen-Riede, Feldgehölze und Kiefern-Pionierwälder vervollständigen das reichhaltige Vegetationsinventar. Das NSG partizipiert am Naturschutzgroßprojekt "Thüringer Rhönhutungen".

Der Öchsen südlich Vacha ist der nördlichste Basaltkegelberg der Vorderrhön und überragt seine Umgebung um etwa 250 m. In das NSG 227 "Öchsenberg" (Pflegezone des Biosphärenreservats "Rhön") wurden Gipfel, dessen Form durch jahrzehntelangen Basaltabbau modifiziert worden ist, sowie Ober- und Mittelhang einbezogen. Das Gebiet umfasst naturnahe Laubwälder (u. a. Waldgersten-, Orchideen-Buchenwald, Eschen-Ahorn-Schlucht- und -Schatthangwald) und angrenzende Triften mit artenreicher Flora und Fauna. In den Offenlandbereichen existieren Lesesteinhaufen und -wälle. An der gefassten und verrohrten Paulinenquelle sind Reste einer keltischen Besiedlung einschließlich ihrer Wallanlage zu finden und als Bodendenkmal geschützt.

Das hufeisenförmige NSG 229 "Buchenberg" (Pflegezone des Biosphärenreservats "Rhön") nimmt mit seinem zentralen Teil die flache Kuppe des Buchenbergs ein, der nach Norden und Osten an einer scharfen Oberhangkante sehr steil, nach Westen aber wesentlich flacher abfällt. Im Gebiet befinden sich eine steilhängige Delle, ein aufgelassener Muschelkalk-Steinbruch und Anlagen der ehemaligen Grenzsicherung (z. B. ein Kfz-Sperrgraben). Im NSG fehlen sowohl Fließ- als auch Standgewässer. Das Gebiet ist charakterisiert durch strukturreiche Laubmischwälder (u. a. Waldgersten-Buchenwald, Waldlabkraut-Eichen-Hainbuchenwald) und ihre Säume, ebenso durch Kalk-Halbtrockenrasen sowie Lebensräume gefährdeter Pflanzen- und Tierarten. Das Gebiet besitzt Bedeutung im Biotopverbund entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze ("Grünes Band") und mit dem angrenzenden hessischen NSG "Buchenberg, Grisselborner Wäldchen und Taftgrund bei Soisdorf".

Das weitgehend mit Wald bestandene NSG 230 "Standorfsberg" (Pflegezone des Biosphärenreservats "Rhön") ist gekennzeichnet durch naturnahe Laubmischwälder (z. B. Waldgersten-Buchenwald) und ihre Säume sowie durch die Artenvielfalt strukturreicher Offenlandbiotope. Im Gebiet sind Anlagen der ehemaligen Grenzsicherung (Kfz-Sperrgraben) und Lesesteinwälle, aber keine Gewässer vorhanden. Das NSG besitzt Bedeutung im Biotopverbund entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze ("Grünes Band").

Das NSG 231 "Rasdorfer Berg" (Pflegezone des Biosphärenreservats "Rhön") umfasst einen Komplex von Hochflächenresten mit kleineren Basaltvorkommen westlich von Geisa entlang der Landesgrenze zu Hessen und wird durch mehrere kurze, steilhängige Tälchen zerfurcht. Am Ausgang des Kleinen Tals zum Borscher Grund gibt es zwei Quellen. Das NSG beherbergt einen strukturreichen Biotopkomplex aus artenreichen Halbtrockenrasen, Gebüschen und lichten Kiefern-Beständen als Lebensraum für gefährdete Pflanzen und Tiere. Das Gebiet liegt unmittelbar am Grenzmuseum "Point Alpha" und besitzt Bedeutung im Biotopverbund entlang des "Grünen Bandes" an der ehemaligen innerdeutschen Grenze.

Der Baier - eine der markantesten Basaltkuppen der Vorderrhön - hat die Gestalt eines ovalen Kegelberges, der die Umgebung um mehr als 400 m überragt. Zum NSG 232 "Baier" (Pflegezone des Biosphärenreservats "Rhön") gehören der flach gewölbte Gipfel sowie der Ober- und Mittelhang des Berges. Das Gebiet ist gekennzeichnet durch naturnahe Laubwälder (u. a. Muschelkalk Blaugras-Steilhang-Buchenwald, Eschen-Ahorn-Schlucht- und -Schatthangwald und Edellaubholz-Blockschuttwald) und kryptogamenreiche Basaltblockhalden sowie durch Eiszeitrelikte (z. B. der in Thüringen extrem seltene Laufkäfer Pterostichus negligens) in der Fauna. Der Gipfel ist von zwei Ringwällen aus Basaltblöcken umgeben, die zu einer keltischen Befestigungsanlage aus der La Tène-Zeit gehören und als Bodendenkmal geschützt sind.

Das NSG 233 "Teufelsberg - Pietzelstein" (Pflegezone des Biosphärenreservats "Rhön") ist gekennzeichnet durch einen strukturreichen Komplex naturnaher Buchenwälder (v. a. Waldmeister- und Orchideen-Buchenwald) und Grünlandflächen mit geomorphologisch bedeutsamen Bildungen. Das Gelände besteht aus mäßig gewelltem Hügelland mit Quellmulden von kleinen, ostwärts gerichteten Bächen. So entspringen im Bereich der Wüstung Meritz Geis- und Mittelbach sowie Nebenbäche der Geisa. Am unteren Nordosthang des Pietzelsteins sind mehrere kleine Quellmoore entwickelt. Das Gebiet besitzt Bedeutung im Biotopverbund entlang des "Grünen Bandes" an der ehemaligen Grenze.

Der "Rößberg" (NSG 234; Pflegezone des Biosphärenreservats "Rhön") besitzt eine flache Kuppe und seine meist steilen Hänge sind von zahlreichen Kerb- und Muldentälchen zerschnitten. Am Ostabfall erhebt sich ein kleiner Nebengipfel und am Westabfall ein sehr steilhängiger, markant herausragender Kegelberg, die Kühlkuppe. Das NSG umfasst einen strukturreichen Landschaftsausschnitt mit naturnahen Buchenwäldern, Grünlandflächen und Quellbiotopen als Lebensraum für gefährdete Pflanzen und Tiere, wobei ein isoliertes Vorkommen der endemischen Bythinella compressa in einem Quellbach nahe der Kühlkuppe bemerkenswert ist. Als Kleinformen sind einige Ackerterrassen, eine Bachkerbe beim Jakobshof sowie Reste der Grenzsicherungsanlagen entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze zu nennen. Das Schutzgebiet besitzt Bedeutung im Biotopverbund entlang des "Grünen Bandes".

Die weite Quellmulde des Apfelbachs um Walkes/Ketten wird auf drei Seiten von hohen Bergen flankiert; die südliche und östliche Flanke gehören großenteils zur Pflegezone des BR. Zur Bergkette gehören Seelesberg, Schaafsberg, Tannenküppel und der Berg südlich vom Mausküppel sowie Nüsterberg. Im Tälchen zwischen Nüster- und Tannenberg befindet sich unterhalb einer Karstquelle ein beträchtliches Kalktufflager. Das Kleinrelief wird durch Sicherungsanlagen der ehemaligen innerdeutschen Grenze modifiziert. Das NSG 235 "Tannenberg - Seelesberg" (Pflegezone des Biosphärenreservats "Rhön") ist charakterisiert durch naturnahe Buchenwälder, mit ihnen eng verzahnte Grünlandflächen, Quellbiotope und Lebensräume gefährdeter Pflanzen und Tiere. Das Gebiet besitzt Bedeutung im Verbund von Offenlandbiotopen entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze ("Grünes Band").

Das NSG 236 "Roßberg - Kohlbach - Hochrain" setzt sich aus der Kernzone "Roßberg" (217,7 ha), zur Gewährleistung der natürlichen Entwicklung, und der Pflegezone "Kohlbach - Hochrain" (450,2 ha) des Biosphärenreservats "Rhön" zusammen und ist Teil des welligen und stark reliefierten Kuppenlandes der Vorderrhön. An mehreren Stellen, wie z. B. "Heidekahl", "Bärenloch" und "Weißer Stein" existieren imposante Basaltblockhalden. Das NSG umfasst einen großflächigen Komplex naturnaher Wälder und montaner Grünlandbiotope. Die Offenlandbereiche weisen zahlreiche Lesesteinwälle und Terrassen auf. Das Gebiet besitzt Bedeutung im Biotopverbund am "Grünen Band" entlang der ehemaligen Grenze und mit dem anschließenden hessischen NSG "Kohlbachtal bei Knottenhof-Tanner Hute".

Das NSG 237 "Horbel - Hoflar - Birkenberg" (Pflegezone des Biosphärenreservats "Rhön") dient dem Schutz des Komplexes wertvoller naturnaher Wald- und Offenland-Biotope und des artenreichen Lebensraums insbesondere von Pflanzen, Vögeln und Wirbellosen. Zur Pflegezone gehören Ost- und Südrand eines größeren Hochflächenkomplex der Vorderrhön mit Zentrum um den Dadenberg. Am Nordosthang des Horbel, am großen Hoflar und Südhang des Birkenberges blieben montane Waldgersten-Buchenwälder (Zahnwurz-Buchenwald) erhalten. Während besonders um den Horbel aber Fichten-Forsten überwiegen, sind südwestlich des Horbel, auf der "Klinser Aue", großflächig artenreiche Bergwiesen mit Trollblume und Breitblättrigem Knabenkraut entwickelt. Am Südostfuße des Weinberges breitet sich ein kleines Hangquellmoor mit Kalktufflager aus. Das Gebiet besitzt eine große Bedeutung im Biotopverbund entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze ("Grünes Band").

Der Kuhkopf bildet die westliche Bastion eines zertalten Hochflächenrests um den Hohen Asch und die Diedorfer Höhe. Das NSG 238 "Kuhkopf" (Pflegezone des Biosphärenreservats "Rhön") nimmt den nordwestlichen, westlichen und südlichen Abhang des Kuhkopfs (der selbst außerhalb liegt) zum Feldatal ein. In der Nordwestecke entspringt eine Karstquelle mit Kalksinterbildung, die zur Felda abfließt, und im Nordostteil sind im Talgrund drei kleine Sickerquellen ausgebildet. Das NSG weist für die Vorderrhön charakteristische, großflächige Kalk-Halbtrockenrasen (Enzian-Schillergras-Rasen) mit reichem Arteninventar auf und ist als Fundort einiger seltener Kleinpilze bekannt. Das Gebiet partizipiert am Naturschutzgroßprojekt "Thüringer Rhönhutungen".

Zwischen dem "Kolben" bei der Ortschaft Fischbach und dem "Umpfen" mit seinem markanten Steinbruch erstreckt sich, nur knapp 2 km lang, aber tief in die Hochfläche eingeschnitten, das "Sommertal". Zusammen mit der Südflanke des "Kolben" und der Nordflanke des "Umpfen" bildet es das gleichnamige Naturschutzgebiet 239 "Sommertal" (Kern- und Pflegezone des Biosphärenreservats "Rhön"). Der durch das schluchtartige "Hebetal" abgetrennte Südteil des Gebiets wird vom ehemaligen Großsteinbruch des "Umpfens" beherrscht. Das NSG dient der Erhaltung eines zusammenhängenden naturnahen Laubwaldkomplexes, von Kalk-Halbtrockenrasen (v. a. Enzian-Schillergras-Rasen) und Wacholderheiden mit bedeutendem Arteninventar sowie der Sicherung der natürlichen Entwicklung in den Kernzonen. Am "Umpfen" selber bis hin zur Abbaukante sind alte Wallanlagen aus Basaltblöcken erhalten geblieben, die wahrscheinlich bis zurück in die La Tène-Zeit reichen. Das NSG partizipiert am Naturschutz-Großprojektes "Thüringer Rhönhutungen".

Das NSG 352 "Muschelkalksteilhänge am Emberg" (Pflegezone des Biosphärenreservats "Rhön") umfasst im oberen Bereich einen schmalen Streifen des flach geneigten Hanges zwischen Emberg (einschließlich) und Röderburg, zum größten Teil jedoch den nach unten anschließenden extrem steilen Ost- bis Südosthang bis zur Quellmulde des Albabaches (außerhalb des Gebiets). Das NSG ist gekennzeichnet durch großflächige Kalkmagerrasen und seltene Tier- und Pflanzenarten, wie beispielsweise Bienen-Ragwurz (bis zu 300 blühende Pflanzen) der hier sein bedeutendstes thüringische Vorkommen südlich des Thüringer Waldes hat. Kleinflächige Streuobstbestände sowie Steinriegel bzw. Lesesteinhaufen mit Gehölzbewuchs vervollständigen das Spektrum an Lebensräumen. Das Gebiet besitzt Bedeutung im Biotopverbund der an Kalk-Halbtrockenrasen reichen Vorderrhön.

Das NSG 353 "Horn mit Kahlköpfchen" (Kern- und Pflegezone des Biosphärenreservats "Rhön") umfasst einen isolierten, die Umgebung um bis zu 200 m überragenden Bergkomplex, der aus dem Bergstock des Horns sowie den schmalen Riedeln des Langen Rains und des steilhängigen Kahlköpfchens besteht. Das Gebiet ist durch naturnahe Laubwälder (v. a. Buchenwälder) und großflächige Kalkmagerrasen (u. a. Enzian-Schillergras-Rasen) gekennzeichnet. Am Nordwesthang befindet sich ein aufgelassener Basaltsteinbruch mit Sukzessionsstadien.

Im Naturraum 7.4 (Zechsteingürtel bei Bad Liebenstein) befinden sich die NSG 98 sowie 143 und 144.

Das 1-2 km östlich von Bad Liebenstein gelegene NSG 98 "Hohe Klinge - Dorngehege" dient der Erhaltung eines an die stark wechselnden Standortsverhältnisse angepassten Vegetationsinventars von Wald- und Wiesengesellschaften (Frauenmantel-Glatthafer- und Waldstorchschnabel-Goldhaferwiese, Trollblumen-Schlangenknöterich-Feuchtwiese) mit einer artenreichen Tier- und Pflanzenwelt. Am Nordostrand befindet sich ein Bodendenkmal mit Erläuterungstafel zur so genannten "Breitunger Landwehr". Der Naturlehrpfad "Rund um Bad Liebenstein", ein Bergbau-Lehrpfad und mehrere Wanderwege führen durch das Gebiet.

Das NSG 143 "Wacholderheide bei Waldfisch" repräsentiert mit seinem stark bewegten Relief einen charakteristischen Ausschnitt des Naturraums und umfasst ein abwechslungsreiches Mosaik aus artenreichen Wacholderheiden, Kalkmagerrasen, Feuchtbiotopen und Gehölzen. Das Gebiet bietet einer artenreichen Fauna Lebensmöglichkeiten, insbesondere für Vögel und Insekten. Das NSG ist - neben dem benachbarten NSG 144 "Alte Warth" - besonders für Untersuchungen zur Auswirkung aller Biotoppflegemaßnahmen auf die Populationsentwicklung gefährdeter Pflanzenarten geeignet.

Das NSG 144 "Alte Warth" nimmt einen stark reliefierten Ausschnitt des Zechsteingürtels bei Bad Liebenstein ein. Das reich strukturierte Lebensraummosaik besteht vor allem aus den flächenmäßig größten, durch Schafhut geprägten Kalkmagerrasen Südthüringens mit ausgedehntem Enzian-Schillergras-Rasen; des Weiteren aus Kalkquellmooren mit Braunseggen-Sumpf, Feuchtwiesen, Frischweiden, Schillergras-Wacholder-Gebüsch, kleineren Waldbeständen sowie einzelnen Zechsteinfelsen als Resten eines Bryozoenriffs. Das NSG ist - neben dem benachbarten NSG 143 "Wacholderheide bei Waldfisch" - besonders für Untersuchungen zur Auswirkung aller Biotoppflegemaßnahmen auf die Populationsentwicklung gefährdeter Pflanzenarten geeignet.

Die NSG 137 sowie 224 und 225 befinden sich im Naturraum 6.7 (Werraaue Meiningen - Vacha).

Das NSG 137 "Forstloch - Riedwiesen" dient der Erhaltung einer von periodischen Überschwemmungen, natürlichen Auslaugungsseen und Grünlandbereichen geprägten Auenlandschaft und eines Brut-, Nahrungs- und Rastplatzes für zahlreiche Vogelarten. Das Forstloch besteht aus zwei offenen Wasserflächen, dem nördlichen "Immelborner See" und dem südlichen "Hauensee" (früher nur als "Das Loch" bezeichnet), beide bereits seit 1954 als Naturdenkmal ausgewiesen. Auf den Riedwiesen wird aus 16 (teilweise außerhalb des NSG) und auf der linken Talseite aus einem Tiefbrunnen Trinkwasser aus der darunter liegenden Kieslagerstätte gewonnen. Das zentrale Fließgewässer ist die Werra, die durch die Aue mäandriert. Die Biotopausstattung umfasst u. a. wechselfeuchtes Grünland, Röhrichte, Auewaldreste, Gewässer und Erdaufschüttungen (Abraum der Kiesindustrie). Die größte Fläche wird von Frischwiesen eingenommen. Das NSG ist Bestandteil des länderübergreifenden Biotopverbundsystems von Auestandorten im Werratal und gehört zusammen mit den nahe gelegenen Breitunger Seen (NSG 97) zu den bedeutsamsten Großmuschel-Lebensräumen Thüringens.

Das NSG 224 "Werraaue mit Altarmen bei Unterrohn" nimmt die rechte Seite der fast ebenen, etwa 1 km breiten Werraaue ein und dient der Erhaltung und Entwicklung dieses strukturreichen Abschnitts mit Altarmen als artenreichen Lebensraum. Vegetationskundlich handelt es sich bei den artenarmen Mähweiden um ehemalige Glatthafer-Wiesen, die überwiegend in Weidelgras- bzw. Rotschwingel-Weißklee-Weide umgewandelt wurden. Das NSG ist Bestandteil eines länderübergreifenden Verbundsystems von Auenbiotopen im Werratal.

Das NSG 225 "Karrenwiesen" liegt unmittelbar südlich der Straße von Bad Salzungen nach Unterrohn und dient der Erhaltung und Entwicklung eines charakteristischen, von Grünland geprägten Abschnitts der Werraaue als Habitat für seltene Vogelarten (u. a. Bekassine, Rotmilan und Wiesenpieper) und Insekten. Das NSG ist Bestandteil des länderübergreifenden Biotopverbundsystems von Auenstandorten im Werratal.

Im Naturraum 6.6 (Werraaue Gerstungen - Creuzburg) befinden sich die NSG 210, 216 und 221.

Die, von der mäandrierenden Werra durchflossene, Werraaue stellt im NSG 210 "Wilhelmsglücksbrunn" eine fast ebene Fläche dar, die jedoch durch einige flache Senken sowie eine 30 bis 40 cm erhöhte Fläche im Umfeld der Karolinenquelle (vermutlich Aufschüttungsfläche) gegliedert ist. Das Gebiet wird von mehreren Gräben durchzogen, die ehemals feuchte bis nasse Aueflächen entwässern und auch Überflutungswasser abführen. Das südöstliche Teilgebiet "Nesselbusch" stellt eine stark vernässte, flache Senke am Rande der Werraaue am Fuße des Spatenbergs dar. Das Gebiet wird durch einen zentralen Graben, der "Alten Madel", entwässert. Das NSG umfasst Feuchtwiesen, Schilfröhrichte und eine kleine Binnensalzstelle, die vegetationskundlich dem Salzbinsen-Rasen zuzuordnen ist.

Das NSG216 "Werraaue bei Berka und Untersuhl" umfasst die weitgehend ebene, naturnahe, und vielgestaltige Aue der Werra zwischen Dippach und Gerstungen. Im Nordteil befinden sich mehrere abgeschnittene Werra-Altarme, die weitgehend verlandet sind und lediglich feuchte Senken darstellen, außerdem gibt es zwischen Untersuhl und Berka eine ehemalige Kiesgrube (das so genannte Baggerloch) als größtes Standgewässer im NSG. Die Aue wird über ein System von Gräben entwässert, u. a. dem Rheden- oder Rhädengraben und dem Erlichsgraben. Im Südteil befinden sich ein das Gebiet querender ehemaliger Eisenbahndamm und zwei langgestreckte Teiche. Das NSG ist gekennzeichnet durch Mäander, Altwässer und periodisch überschwemmtes Grünland als Lebensraum insbesondere für seltene Vögel (z. B. Schafstelze, Teichralle und Wiesenpieper) und Lurche, wie beispielsweise Gelbbauchunke, Kreuzkröte und Seefrosch. Das NSG besitzt Bedeutung im Biotopverbund entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze sowie mit dem hessischen NSG "Obersuhler Aue" und ist Bestandteil eines der wertvollsten Wiesenbrütergebiete Thüringens.

Das NSG 221 "Rohrlache zwischen Dippach und Dankmarshausen" erstreckt sich vom Hangfuß der östlichen Talflanke bis zur Werra, die hier am westlichen Talrand entlang fließt. Als Kleinformen sind der quer durch die Aue parallel zur Südgrenze des NSG verlaufende Kolonnenweg der ehemaligen innerdeutschen Grenze sowie ein Weg durch die Wiesen im westlichen Drittel zu nennen. Im Nordwestteil des NSG befinden sich vom ehemaligen Kiesabbau herrührende, unregelmäßig geformte Ausschürfungen. Die am niedrigsten gelegenen Teile der Aue im Osten werden durch zwei Gräben entwässert, die in den "Kleinen Graben" einmünden. Das NSG bietet Lebensraum für gefährdete Vögel (u. a. Wachtelkönig und Wiesenpieper), Pflanzen und Pflanzengesellschaften. Das Gebiet besitzt Bedeutung im Biotopverbund entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze und gehört zu einem System von Schutzgebieten im Mittleren Werratal mit artenreichen Auenbiotopen. Das NSG ist weiterhin, zusammen mit angrenzenden Flächen, Bestandteil eines der wertvollsten Wiesenbrütergebiete Thüringens.

Das NSG 214 "Alte Werra" befindet sich in den Naturräumen 2.7 (Bad Salzunger Buntsandsteinland) und 6.6. (Werraaue Gerstungen-Creuzburg) und umfasst einen vielgestaltigen Auenkomplex mit mäandrierender Werra, Altwasserresten, Auewiesen und den Böllerteichen als Lebensraum von Vögeln und Lurchen. Die westliche Grenze wird von der Straße Gerstungen-Neustädt gebildet. Der Werra-Altarm wurde bereits 1985 als Naturdenkmal ausgewiesen. Das NSG ist Bestandteil eines der wertvollsten Wiesenbrütergebiete Thüringens und Teil eines Systems von naturnahen Auenbiotopen im Mittleren Werratal.

In den Naturräumen 4.1 (Vorderrhön) und 2.9 (Lengsfeld-Zillbach-Bauerbacher Buntsandstein-Waldland) befindet sich das NSG 228 "Ulster" (Pflegezone des Biosphärenreservats "Rhön"), das ein sehr naturnahes Fließgewässer mit seinen Uferbereichen und zahlreichen bestandsbedrohten Tierarten umfasst. Zum Gebiet gehören weiterhin der flache Rücken zwischen Ulster und Apfelbach südlich von Motzlar, ein etwa 1 km langer Abschnitt des ehemaligen Grenzstreifens östlich davon, der Westhang des Lindigs nördlich Buttlar und die Aue mit dem Mühlgraben südlich Pferdsdorf. Die Ulster stellt ein hervorragendes Refugialgewässer dar, dem eine bundesweite Bedeutung zuerkannt wurde. In der Aue verläuft der "Ulsterweg" und der gekennzeichnete Ulstertal-Radweg. In Hessen schließen im Süden das NSG "Ulsteraue bei Günthers" und westlich des Lindigs das NSG "Ulsterwiesen bei Mansbach" an. Das NSG besitzt Bedeutung im Biotopverbund entlang des "Grünen Bandes" an der ehemaligen innerdeutschen Grenze.


 
Nationalpark

Der Unstrut-Hainich-Kreis hat Anteil am ca. 7.600 ha großen Nationalpark "Hainich".


 
Biosphärenreservate

Das länderübergreifende (Bayern, Hessen und Thüringen) Biosphärenreservat Rhön ist seit 1991 anerkanntes UNESCO Biosphärenreservat. Von den insgesamt 185.276 Hektar Fläche sind 48.910 Hektar in Thüringen. Charakteristisch für die Vorderrhön sind rund 2.000 Hektar Kalkmagerrasen und Basaltkuppen mit naturnahem Buchenwald. Für die Hohe Rhön typisch sind waldfreie, mit Borstgrasrasen bedeckte flachwellige Hochflächen, bewaldete Hangbereiche, Blockmeere, artenreiche Basalt- und Kalkbuchenwälder, Moore, Erdfallseen sowie der älteste Eibenbestand Deutschlands. Rund 60 Prozent der Fläche werden landwirtschaftlich genutzt, 33 Prozent sind bewaldet und sieben Prozent sind Gewässer, Siedlungen und Verkehrsflächen. Neben dem Informationszentrum in Zella gibt noch mit dem Haus auf der Grenze das Infozentrum am Point Alpha. In Thüringen gibt es außerdem das Biosphärenreservat Vessertal-Thüringer Wald. In Deutschland gibt es 13 der weltweit insgesamt 553 Biosphärenreservate.

Der Wartburgkreis hat Anteil am Biosphärenreservat Rhön, dessen Anerkennung durch die UNESCO im März 1991 erfolgte. Das BR Rhön hat eine Gesamtfläche von 48.573 ha (länderübergreifend in Thüringen, Hessen und Bayern) und gliedert sich in

  • Zone I (Kernzone, Totalreservate und Refugialflächen): 7 Flächen mit gesamt 207,7 ha
  • Zone II (Pflegezone, Naturschutzgebiete): 27 Flächen mit gesamt 4.296,2 ha
  • Zone III (Entwicklungszone: Landschaftsschutzgebiete): 44.069,1 ha.

Das Biotoppotential des BR Rhön umfasst

  • durch Schafhut geprägte Kalkmagerrasen mit hervorragender räumlicher Vernetzung,
  • Hangquellmoore, z. T. mit Kalktuffbildungen,
  • Basaltblockhalden,
  • naturnahe Blockhaldenwälder,
  • Kesselmoore (von Bundesbedeutung).
  • artenreiche naturnahe Laubwälder.

Entwicklungsschwerpunkte sind:

  • Erhaltung und Entwicklung der abwechslungsreichen Landschaftsstruktur mit den Biotopkomplexen Kalkmagerrasen - Hangquellmoore - Hutebuchen und Gebüsche sowie Basaltblockhalden - naturnahe Laubwälder;
  • Erhaltung der Hutelandschaft insbesondere durch Förderung der Schafhut;
  • Erhöhung des Anteils naturnaher Bestockungen;
  • Lenkung des Tourismus.

 
Naturparke

Der Naturpark Thüringer Wald umfasst mit einer Fläche von 2.069 km² den Thüringer Wald, das westliche Thüringer Schiefergebirge und Teile des Gebirgsvorlandes. Ein beachtlicher Teil des Wartburgkreises liegt im Naturpark Thüringer Wald.

Der geplante Naturpark "Eichsfeld-Hainich-Werratal" umfasst den südwestlichen Teil des Eichsfeldkreises, den westlichen Teil des Unstrut-Hainich-Kreises und den nördlichen Teil des Wartburgkreises.


 
Landschaftsschutzgebiete

Im Wartburgkreis sind zur Zeit zwei LSG ausgewiesen. Das LSG "Thüringer Wald" hat den Charakter eines großräumigen Fremdenverkehrsgebietes.

Ein potentielles Fremdenverkehrsgebiet ist die thüringische Rhön mit Hoher Rhön, Vorder- und Kuppenrhön (LSG 60).


Landschaftsschutzgebiete (Stand: 9/2009)


NummerName Größe (ha)
60 Thüringische Rhön 1) 58.094
62 Thüringer Wald 1) 143.071
1) liegt in zwei oder mehr Landkreisen



Karte:
Schutzgebiete
(JPG-Datei)



 
Geschützte Landschaftsbestandteile, Flächennaturdenkmale und Naturdenkmale *

Im Wartburgkreis gab es zum 15.12.2004 insgesamt 65 geschützte Landschaftsbestandteile, Flächennaturdenkmale und Naturdenkmale.

* Von den Naturdenkmalen wurden erfasst: flächige Naturdenkmale sowie Naturdenkmale geologischer und hydrologischer Art.


 
Natura-2000-Gebiete

Das europäische ökologische Schutzgebietsnetz Natura 2000 umfasst Fauna-Flora-Habitat-Gebiete (FFH-Gebiete einschließlich FFH-Objekte) und Europäische Vogelschutzgebiete.

Die FFH-Gebiete bilden ein europaweites Netz besonderer Schutzgebiete, das der Erhaltung schutzwürdiger Lebensräume sowie ausgewählter Tier- und Pflanzenarten dient. Die Europäischen Vogelschutzgebiete werden für bestimmte Brutvogelarten und für Rast- und Überwinterungsplätze von Zugvögeln ausgewiesen.

Rechtliche Grundlage

Thüringen hat seine Meldung von FFH-Gebieten an die EU-Kommission abgeschlossen. Neben den 212 FFH-Gebieten wurden auch 47 punktförmige FFH-Objekte für den Fledermausschutz gemeldet. Hierbei handelt es sich insbesondere um Fledermausquartiere in Gebäuden und Stollen. Diese sind im Sinne der FFH-Richtlinie FFH-Gebiete und wurden z. T. zu Objektgruppen zusammengefasst. Außerdem gibt es in Thüringen 44 Vogelschutzgebiete.

Der Wartburgkreis hat Anteil an folgenden FFH-Gebieten:


FFH-Gebiete (Stand: 05/2004)


Nummer Name Größe (ha)
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Thüringen-Tabelle öffnen (PDF-Datei)
Tabelle der FFH-Objekte für den Fledermausschutz für Thüringen öffnen (PDF-Datei)


Europäische Vogelschutzgebiete (Stand: 04/2007)


Nummer Name Größe (ha) Landkreis bzw. kreisfreie Stadt
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Karte:
Gebiete des Natura-2000-Netzes
(PDF-Datei)

Übersichtskarte Thüringen A3 (PDF-Datei)
Hinweis: Kartenebenen nutzen