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Von den insgesamt 130.486 ha Bodenfläche des Wartburgkreises war laut Flächenerhebung 2007 ein mit 49,8 % beachtlicher Teil landwirtschaftlich genutzt. Mit Wald waren 34,9 % bedeckt. Eine Fläche von 7,9 % wurde als Siedlungs- und Verkehrsfläche (ohne Abbauland) beansprucht. Gegenüber der Flächenerhebung 1992 nahm die Siedlungs- und Verkehrsfläche um 2.525 ha (32,7 %) zu. Die Landwirtschaftsfläche vergrößerte sich um 6,2 %, die Waldfläche nahm um 1,5 % zu.
| Nutzungsart [ %] |
Wartburgkreis |
Thüringen |
| 1992 |
2007 |
2007 |
| Siedlung und Verkehr | 5,9 | 7,9 | 9,1 |
| Landwirtschaft | 46,9 | 49,8 | 54,4 |
| Wald | 34,4 | 34,9 | 31,9 |
| Wasser | 1,0 | 1,0 | 1,2 |
| Sonstige | 11,8 | 6,4 | 3,4 |
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Karte: Flächennutzung |
| (PDF-Datei) |
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Die Flächennutzung nach Gemeinden ist im Wartburgkreis deutlich differenziert.
Landwirtschaftliche Nutzung auf mehr als 75 % der Gemeindefläche ist gibt es im Wartburgkreis nur in drei Gemeinden (Wölferbütt 78,7 %, Andenhausen 77,9 % und Ettenhausen/Suhl 77,5 %). Größere zusammenhängende Flächen mit über 50 % Landwirtschaftsanteil kennzeichnen vor allem die Vorderrhön um Geisa und Dermbach. Nur bei deutlichem Vorherrschen der Waldfläche bzw. von Sonderflächen (Ruhla, Steinbach, Frauensee, Immelborn) werden 25 % unterschritten.
Der Anteil der Waldfläche liegt nur in wenigen Gemeinden unter 10 % (Barchfeld, Immelborn und Dippach in der Werraaue; sowie Andenhausen, Wölferbütt und Zella). Die höchsten Waldanteile haben Ruhla (77,7 %), Steinbach (74,0 %), Frauensee (68,8 %) und Wolfsburg-Unkeroda (67,3 %).
Der Anteil der Siedlungs- und Verkehrsflächen befindet sich in der Regel in Korrelation zur Bevölkerungsdichte der Städte und Gemeinden und ist in Bad Salzungen (15,2 %) sowie in Seebach (26,2 %) und Dippach (15,0 %) mit relativ kleinen Gemeindearealen am höchsten. Ein Anteil von 5 % wird in Moorgrund, Frauensee sowie in der Mehrzahl der Gemeinden der Vorderrhön unterschritten.
Wasserflächen konzentrieren sich, da größere natürliche Standgewässer im Wartburgkreis nicht vorhanden sind, auf die Altwässer der Werra bei Immelborn, Bad Salzungen, Tiefenort, Dorndorf, Dankmarshausen, Gerstungen, Pferdsdorf, Mihla und Treffurt.
Die sonstigen Flächen besitzen im Wartburgkreis mit 6,2 % den höchsten Anteil aller Landkreise. Große Ausdehnung haben Konversionsflächen ehemaliger Truppenübungsplätze (Künkel bei Großbehringen, Böller bei Lauchröden), und der bestehende Standortübungsplatz Bad Salzungen, vom Bergbau beanspruchte Flächen und noch nicht in andere Nutzungen überführte Flächen an der ehemaligen innerdeutschen Grenze. Bei Merkers, Dorndorf, Unterbreizbach und Stadtlengsfeld liegen Sanierungsflächen des ehemaligen Kalibergbaues einschließlich ausgedehnter Haldenflächen vor. Darüber hinaus wird übertägiger Bergbau auf Kiessande in der Werraaue bei Immelborn, Dankmarshausen und Berka/Werra, auf Hartgesteine im Thüringer Wald (Granit) und in der Rhön (Basalt) sowie auf Kalkstein in den Verbreitungsgebieten des Muschelkalkes betrieben.
In der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie ist die Minderung der Flächeninanspruchnahme für Siedlungen und Verkehr ein wichtiges Handlungsfeld. Vom gesamtdeutschen Ziel, die Flächeninanspruchnahme bis 2020 auf 30 Hektar pro Tag zu reduzieren, sind wir zum heutigen Zeitpunkt weit entfernt. Von ökologischer Brisanz ist vor allem die Tatsache, dass etwa 50 % der Siedlungs- und Verkehrsfläche versiegelt sind. Damit verbunden sind alle negativen Wirkungen auf die Geofaktoren Boden, Wasser, Klima sowie Flora und Fauna.
In Thüringen kommt verschärfend hinzu, dass der Flächenverbrauch bei sinkender Bevölkerung vonstatten geht. Thüringen verlor seit 1990 fast 12 % seiner Bevölkerung, was etwa 310.000 Einwohnern entspricht.
In einer geostatistischen Analyse von 2008 wurde erstmals aus hochauflösenden Satellitenbildern eine breite landesweite georäumliche Datenbasis zur Flächeninanspruchnahme als Grundlage für weitere fachliche Analysen geschaffen.
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Karte: versiegelte Flächen |
| (JPG-Datei) |
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Karte: Flächenversiegelung nach Gemeinden |
| (JPG-Datei) |
Eine für ein langfristig angelegtes Versiegelungsmonitoring geeignete Darstellungsweise ist die Verwendung eines normierten Rasters. Der Vorteil liegt in einer Vergleichbarkeit, die unabhängig von Gemeindegrößen und etwaigen Gebietsveränderungen ist. Eine Übersichtskarte für Thüringen zeigt den Versiegelungsgrad bezogen auf ein flächendeckendes 2 x 2 km-Raster mit dem Datenstand 2006.
Weitere Beiträge zur Flächenversiegelung sind im Internetangebot der TLUG hier zu finden.
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