Naturschutzgebiete (Stand: 03/2018)
(einschließlich Kern- und Pflegezonen des Biosphärenreservates "Rhön")

Der Wartburgkreis hat Anteil an 33 Naturschutzgebieten (NSG, einschließlich Kern- und Pflegezonen des Biosphärenreservates "Rhön"). Davon liegen 30 NSG vollständig im Kreisgebiet, das NSG 33 teilweise im Landkreis Gotha und die NSG 137 und 353 teilweise im Landkreis Schmalkalden-Meiningen.

NummerNameGröße (ha)
23 Großenbehringer Holz 118
24 Klosterholz und Nordmannssteine 140
25 Lienig 23
27 Probsteizella 26
28 Mertelstal - Heldrastein 253
30 Dolinenhänge 65
31 Ebertsberge 35
32 Ruine Scharfenberg 10
33 Vordere Schwarzbachwiese 1) 9
64 Ebenauer Köpfe und Wisch 80
89 Auewäldchen 28
90 Arzberg 114
91 Kalktuffniedermoor 6
92 Sachsenburg 52
93 Ibengarten 57
94 Bernshäuser Kutte 14
98 Hohe Klinge - Dorngehege 101
137 Forstloch - Riedwiesen 1) 165
143 Wacholderheide bei Waldfisch 33
144 Alte Warth 86
208 Werraaue Treffurt 69
210 Wilhelmsglücksbrunn 77
214 Alte Werra 258
216 Werraaue bei Berka und Untersuhl 256
218 Dankmarshäuser Rhäden 122
221 Rohrlache zwischen Dippach und Dankmarshausen 57
222 Schergesbachaue 34
223 Brühl von Merkers 176
224 Werraaue mit Altarmen bei Unterrohn 89
225 Karrenwiesen 37
226 Erlensee-Maiwiesen 109
352 Muschelkalksteilhänge am Emberg 18
353 Horn mit Kahlköpfchen 1) 175
1) liegt in zwei oder mehr Landkreisen


Im Naturraum 3.2 (Hainich - Dün - Hainleite) liegt das NSG 23 "Großenbehringer Holz", das zum südlichsten Teil des fast geschlossenen Waldgebiets des Hainichs gehört. Das Gelände fällt vom höchsten Punkt am Nordrand, dem Rittergasser Berg, nach Süden ein. Das NSG umfasst naturraumtypische Buchen- und Waldlabkraut-Eichen-Hainbuchenwälder mit ihrem Arteninventar. Das Gebiet beherbergt ein Totalreservat von 18 ha Größe zur Gewährleistung der natürlichen Entwicklung.

Die NSG 24, 25, 27 und 28 sowie 64 und 208 befinden sich im Naturraum 3.3 (Werrabergland - Hörselberge).

Das NSG 24 "Klosterholz und Nordmannssteine" weist folgende Merkmale auf: am Beginn des Prallhangs (Klosterholz) einen nordwestexponierten Steilhang, durch einen markanten Erosionsgraben sowie Dellen und Riedel untergliedert; eine aufgeschüttete Halde zwischen Klosterholz und Werra; im Zentrum des Prallhangs (Nordmannssteine) eine fast senkrechte, west- bis südwestexponierte Felswand, untergliedert durch Runsen, Felsleisten, -überhänge und -kanzeln; am Ende des Prallhangs wieder einen Steilhang (verändert durch einen Steinbruch); anschließend einen Gleithang, an dem terrassenförmig Absetzteiche für Ablaugen der ehemaligen Sodawerke Buchenau sowie Halden aus Steinbruchabraum angelegt wurden. Das NSG dient der Erhaltung eines typischen Standorts- und Vegetationsmosaiks auf Muschelkalk, insbesondere mit Wald- und Fels- sowie bemerkenswerten Sekundärbiotopen und reichem Arteninventar. Für Eibe und Gewöhnlichen Wacholder stellt das Gebiet ein Genreservoir dar. Seit 1994 wurde im Steinbruch Buchenau der Abbau von Kalkstein fortgesetzt. Nach der nun erfolgten Beendigung des Abbaus und der festgelegten Renaturierungsmaßnahmen kann jetzt eine Entwicklung ganz im Sinne des Naturschutzes erfolgen. Eine Erweiterung des NSG wird vorgeschlagen.

Das NSG 25 "Lienig", ein Waldgebiet, liegt 3 km nordöstlich von Creuzburg an einem nordexponierten Steilhang des Werratals in unmittelbarer Nachbarschaft der NSG "Klosterholz und Nordmannssteine" (Nr. 24) und "Ebenauer Köpfe" (Nr. 64). Es nimmt einen 1,2 km langen Abschnitt des Prallhanges der Werra ein, der mäßig steil aus der Aue aufsteigt und in die Hochfläche übergeht. Das NSG repräsentiert charakteristische Oberflächen- und Gewässerformen des Naturraums sowie einen baumartenreichen, naturraumtypischen Laubwaldbestand (Buchen- und Edellaubmischwälder) und beherbergt relativ seltene, karstmorphologische Bildungen. Besonders auffällig sind im Mai üppige Bestände mit Gewöhnlicher Goldnessel, Geflecktem Aronstab und Gelbem Windröschen.

Das NSG 27 "Probsteizella" umfasst einen Abschnitt des sehr steilen Prallhangs der Werra zwischen Frankenroda und Falken, dessen Neigung von oben nach unten zunimmt und der im untersten Teil mauerartig mit zahlreichen Felsbildungen ausgebildet ist. Außerdem nimmt es den unteren Bereich eines sehr steilen Nebentälchens ein, das ein Lehrbeispiel für rezente Tiefenerosion im Muschelkalk ist. Das NSG umfasst markante geomorphologische Bildungen mit ihrer Vegetation und bemerkenswertem Arteninventar. Für Mehlbeere und Elsbeere sowie für die endemische Kleinart Spitzlappige Mehlbeere, deren Holotypus aus dem NSG stammt, stellt das Gebiet ein Genreservoir dar. Der Steilhangkomplex zur Werra sowie der südexponierte Hang des Erosionstals wurden als Totalreservat für eine natürliche Entwicklung ausgewiesen. Es ist 14 ha groß und besteht aus zwei Teilflächen, soll jedoch vergrößert werden.

Das Bergland mit dem Heldrastein ("König des Werratals"), den Mertelsköpfen, dem Eschen- und dem Kreuzberg stellt einen Muschelkalkblock dar, der von allen Seiten durch Täler angeschnitten wird. Eines davon ist das Mertelstal, die zentrale Nord-Süd-Achse im südlichen Teil des NSG 28 "Mertelstal - Heldrastein". Das Gebiet dient der Erhaltung naturnaher Buchenwälder (u. a. Waldgersten-, Blaugras-Steilhang- und Waldmeister-Buchenwald) in Kontakt mit markanten Muschelkalk-Felswänden als Lebensraum seltener Tiere und Pflanzen. An das mooskundlich überregional bekannte NSG, das auch einen Abschnitt des "Grünen Bandes" beinhaltet, grenzt auf hessischer Seite das NSG "Dreiherrenstein-Eschenberg-Kreutzerberg" an.

In das NSG 64 "Ebenauer Köpfe" ist der Werraprallhang nördlich Creuzburg einbezogen, der von Runsen und Felskanzeln untergliedert wird. Die Südwest-Grenze wird von einem Erosionstal, dem Meßtalsgraben, gebildet. Das Gebiet weist einen wertvollen Komplex von Trockenbiotopen (u. a. Berglauch-Wimperperlgras-Flur, Fiederzwenken-Graslilien-Halbtrockenrasen und Blutstorchschnabel-Hirschwurz-Saum) als Lebensraum für seltene Pflanzen und Tiere, insbesondere Orchideen, Fledermäuse und Insekten auf. Das NSG stellt ein wichtiges Vernetzungselement im Biotopverbund des Werratals dar. Es sollte um wertvolles Grünland insbesondere mit orchideenreichen Kalk-Halbtrockenrasen, so am Wisch und nördlich der Ebenauer Köpfe, erweitert werden.

Das NSG 208 "Werraaue bei Treffurt" stellt einen Ausschnitt der Werraaue dar, die sich bei Treffurt auf eine Breite von über einem Kilometer weitet. Die Werra ist auf einer Strecke von 1 km in ganzer Breite mitsamt des linken Ufers und einer weiteren kleinen Wasserfläche in das NSG einbezogen. Das Kleinrelief wird modifiziert durch unregelmäßige flache Halden und Wälle, mit Wasser gefüllte ehemaligen Kiesgruben sowie zwei ehemalige Bahndämme. Das Gebiet beherbergt außerdem größere Röhricht- und Riedflächen als Lebensraum insbesondere für Vogel- und Amphibienarten. Im NSG befindet sich die Brücke (das "Blaue Wunder"), ein ehemaliges Teilstück der Grenzsperranlagen. Als eine der "Perlen" des "Grünen Bandes" ist das Gebiet ein wichtiger Trittstein in einem Biotopverbund entlang der Werra. Der geschützte Auenbereich setzt sich auf hessischer Seite im NSG "Frankenloch bei Heldra" fort.

Im Naturraum 2.7 (Bad Salzunger Buntsandsteinland) befinden sich die NSG 30, 218 und 222.

Das vollständig mit Wald bestandene NSG 30 "Dolinenhänge" repräsentiert charakteristische Oberflächenformen des Naturraums mit zahlreichen rezenten und fossilen Erdfällen sowie das typische Standorts- und Waldvegetationsmosaik, wobei forstlich geprägter Hainsimsen-Buchenwald (früher mit viel Trauben-Eiche) sowie Fichten- und Kiefernforst in unterschiedlicher Mischung oder als Reinbestände vorherrschen. Ein 16 ha großes Totalreservat gewährleistet die natürliche Entwicklung.

Von einem größeren Feuchtgebiet, dessen Zentrum auf hessischer Seite liegt und dort im NSG "Rhäden bei Obersuhl und Bosserode" geschützt ist, nimmt das thüringische NSG 218 "Dankmarshäuser Rhäden" den südlichen Rand ein. Bei dem in einer flachen Senke gelegenen Gebiet handelt es sich um einen wechselnd breiten, 2,5   langen Streifen entlang der ehemaligen Grenze, weshalb das NSG Bedeutung im Biotopverbund "Grünes Band" besitzt. Das Gebiet dient der Erhaltung und Entwicklung von Feuchtlebensräumen (u. a. nährstoffreiche Stillgewässer mit Verlandungsbereichen, Feuchtwiesen und Auewälder) für seltene Tier- und Pflanzenarten, insbesondere für Wiesenbrüter und Wasservögel. Im Osten schließt das NSG 216 "Werraaue bei Berka und Untersuhl" an.

Das NSG 222 "Schergesbachaue" wird nordöstlich von Kieselbach auf einer Strecke von etwa 1,3 km von der Bundesstraße 84 begrenzt und beinhaltet einen kurzen Abschnitt des Talbodens eines kleinen Fließgewässers am Südwest-Rand des Bad Salzunger Buntsandsteinlands kurz vor dem Übergang in die Werraaue. Der Wahlteich sowie der an der Südwestgrenze des NSG gelegene Teich unterliegen der fischereilichen Nutzung; der dazwischen befindliche Teich ist zu etwa 70 % verlandet. Das Gebiet dient der Erhaltung und Entwicklung einer strukturreichen Bachauenlandschaft mit Feuchtbiotopen als bedeutendes Rückzugsgebiet einer artenreichen Vogelwelt (u. a. Bekassine, Wiesenpieper und Braunkehlchen).

Die NSG 31 und 32 befinden sich im Naturraum 2.3 (Waltershäuser Vorberge).

Das von Äckern, Gartenanlagen und Gewerbebebauung umgebene NSG 31 "Ebertsberge" repräsentiert charakteristische Oberflächenformen des Naturraums. Es ist durch zwei geologisch-geomorphologisch bedeutsame Bergkegel (Riffkalkhärtlinge), den Großen und den Kleinen Ebertsberg, mit naturnahen Buchenwald-Gesellschaften (u. a. Orchideen-, Waldgersten- und Hainsimsen-Buchenwald), Wärme liebenden Säumen und Blaugras-Rasen sowie wertvollen Moos- und Molluskenvorkommen (43 Landschneckenarten) charakterisiert. Im NSG befinden sich am Krebsbach die Grenzsteine zwischen dem Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach und dem Herzogtum Sachsen-Gotha.

Das NSG 32 "Ruine Scharfenberg" dient dem Schutz eines isolierten Bergkegels (Härtlingsberg eines Zechstein-Bryozoenriffstock) mit naturnahen Kalk-Buchenwäldern (u. a. Blaugras-Steilhang-, Orchideen- und Waldgersten-Buchenwald), die in verschiedenen standortbedingten Abwandlungen über 80 % der Fläche bedecken. Auf dem Berggipfel befinden sich die Ruine und Reste der Wallanlagen einer spätmittelalterlichen Höhenburg, der Scharfenburg.

Das im Naturraum 1.3.2 (Mittlerer Thüringer Wald) gelegene NSG 33 "Vordere Schwarzbachwiese" liegt auf einem schmalen Seitenkamm, der sich in nordöstlicher Richtung erstreckt und als Wasserscheide das Erbstromtal von der Wintersteiner Mulde (Emsetal) trennt. Im Gebiet wird der nährstoffarme Flügel des Gebirgswiesenkomplexes mit den für den mittleren Teil des Thüringer Waldes charakteristischen Ausbildungen erfasst. Vegetationskundlich handelt es sich dabei um Kreuzblümchen-Borstgras-Rasen sowie um Bärwurz-Rotschwingel-Wiese. Bemerkenswert ist das Vorkommen von Arnika, Feuer-Lilie, Breitblättrigem Knabenkraut und Trollblume. Neben mehreren Fichten-Gruppen ist im NSG auch ein kleines Zitterpappel-Gehölz vorhanden.

Die Kern- und Pflegezonen des Biosphärenreservates "Rhön" mit den NSG-Nr. 89 bis 94 sowie 352 und 353 befinden sich im Naturraum 4.1 (Vorderrhön).

Das "Auewäldchen" (Nr. 89; Pflegezone des Biosphärenreservats "Rhön") ist ein allseits von Dauergrünland und Ackerflächen umgebener Restwald auf einem westnordwestlich exponierten Hang am Fuße des Hotzelberges. Das NSG ist charakterisiert durch artenreiche Stieleichen-Hainbuchenwälder mit ausgeprägtem Frühjahrsgeophyten-Aspekt (u. a. Scharbockskraut, Bär-Lauch und Märzenbecher) und günstigen Fledermaus- und Vogelhabitaten. Im Gebiet befindet sich im Südwestteil des Restwaldes ein prähistorisches Gräberfeld.

Der "Arzberg" (Nr. 90; Kern- und Pflegezone des Biosphärenreservats "Rhön") ist ein kegelförmiger Restberg einer ehemals zusammenhängenden Basaltdecke und dient der Erhaltung geophytenreicher Laubmischwälder sowie der Basaltblockhalden mit Kryptogamengesellschaften, ebenso wie der Sicherung der natürlichen Entwicklung in der 20 ha großen Kernzone. Im Frühjahr fallen besonders die Blütenteppiche des Zweiblättrigen Blausterns ("Berg der blauen Blume") auf, außerdem blühen hier Märzenbecher und Hohler Lerchensporn. Am westlichen Unterhang befindet sich ein kleines Hangquellmoor, im äußersten Nordosten eine nasse Hochstaudenflur und am Nordabhang (an der "Eisenkaute") ein kleines Brauneisenerz-Vorkommen, sowie am West-, Südwest- und Ostrand drei kleine, aufgelassene Muschelkalk-Steinbrüche. Auf dem Arzberggipfel befindet sich neben einem Ringwall mit einer gut ausgeprägten Toranlage auch ein trigonometrischer Punkt sowie eine Fernsehhilfsstation, die gegenwärtig als Sendeturm in der Kernzone weiter betrieben wird.

Das "Kalktuffniedermoor" (Nr. 91, Pflegezone des Biosphärenreservats "Rhön") umfasst einen der am besten entwickelten Hangquellmoor-Halbtrockenrasen-Komplexe Thüringens mit Kalktuffablagerungen und wertvollem Arteninventar. Während die Quellstellen aus Moosen aufgebaute Gesellschaften wie die Starknervmoos- und die Schwarzkopfmoos-Gesellschaft (in Thüringen nur hier) tragen, ist die Kalkflachmoor-Vegetation von artenreichen Pfeifengras-Feuchtwiesen umgeben. Das Gebiet ist stark von Verbuschung bedroht.

Sachsen- und Röderburg gehören zu den Basaltdecken-Restbergen, die den Charakter der kuppigen Vorderrhön bestimmen. Sie befinden sich in der Kern- und Pflegezone "Sachsenburg" (Nr. 92) des Biosphärenreservats "Rhön" und umfassen naturnahe Laubwaldgesellschaften (v. a. Waldgersten-Buchenwald). In der 9 ha großen Kernzone wird die natürliche Entwicklung gewährleistet. An den Hängen sind Blockmeere aus Basalt entwickelt. Zwei Quellbäche entwässern in den nach Nordosten abfließenden Schwarzen Born. In einer sanft geneigten Quellsenke zwischen Altem Schloss und Zellerkopf befinden sich die Bornwiesen, bei denen es sich um eine Waldstorchschnabel-Goldhafer-Wiese mit Übergängen zur Trollblumen-Schlangenknöterich-Feuchtwiese handelt und an deren Ostrand kleinere, mit Gehölzen bewachsene Lesesteinriegel aus Basaltblöcken existieren. Auf dem Plateau befindet sich die gut erhaltene Ringwallanlage der Röderburg.

Die Pflegezone "Ibengarten" (Nr. 93) des Biosphärenreservats "Rhön" dient insbesondere dem Schutz des Eiben-Buchenwaldes und nimmt die steil zum Feldatal abfallenden, westexponierten Muschelkalkhänge des Neubergs und einen schmalen, lang gezogenen Plateaurest ein. Sie gilt als ein sehr wichtiges Genreservoir der Eibe. Diese Art kommt auf etwa 12 ha mit 368 meist älteren Exemplaren vor, wobei Schätzungen für die stärksten Exemplare von einem Alter von 330 bis 380 Jahren ausgehen. Von den wenigen, auf totes Eibenholz spezialisierten Pilzen besitzt der Ständerpilz Stigmatolemma taxi seinen einzigen thüringischen Fundort im Gebiet. Der "Ibengarten" gehörte seit dem 12. Jahrhundert zum Kloster Zella.

Die "Kutten" der Rhön sind kleine Seen, die ihre Entstehung spezifischen geologischen Vorgängen verdanken. Die "Bernshäuser Kutte" (Nr. 94, Pflegezone des Biosphärenreservats "Rhön") dient der Erhaltung eines Erdfalltrichters mit dem tiefsten (45 m) Einbruchsee Südthüringens und bewaldeter Steilhänge (Hainsimsen-Buchenwald in verschiedenen Ausbildungen). Der See erhält nur einen sehr geringen Zufluss durch einen Graben aus südlicher Richtung und wird ansonsten nur durch Grund- und Niederschlagswasser gespeist. Messungen ergaben, dass nicht die gesamte Wassermenge jährlich umgewälzt wird, sondern nur der obere Teil, d. h. es handelt sich um einen meomiktischen See. Auf Grund des geringen Selbstreinigungsvermögens ist jede Nährstoffzufuhr eine starke Beeinträchtigung, wie sie v. a. durch Einträge aus den angrenzenden Äckern, aber auch durch das illegale Baden erfolgt. In das Gebiet sind außerdem zwei Teiche einbezogen, die unterhalb des Überlaufs der Kutte in Richtung Bernshausen angelegt wurden und beide als Fischaufzuchtgewässer genutzt werden.

Die "Muschelkalksteilhänge am Emberg" (Nr. 352, Pflegezone des Biosphärenreservats "Rhön") umfassen im oberen Bereich einen schmalen Streifen des flach geneigten Hanges zwischen Emberg (einschließlich) und Röderburg, zum größten Teil jedoch den nach unten anschließenden extrem steilen Ost- bis Südosthang bis zur Quellmulde des Albabaches (außerhalb des Gebiets). Das Gebiet ist gekennzeichnet durch großflächige Kalkmagerrasen und seltene Tier- und Pflanzenarten, wie beispielsweise Bienen-Ragwurz (bis zu 300 blühende Pflanzen), der hier sein bedeutendstes thüringisches Vorkommen südlich des Thüringer Waldes hat. Kleinflächige Streuobstbestände sowie Steinriegel bzw. Lesesteinhaufen mit Gehölzbewuchs vervollständigen das Spektrum an Lebensräumen. Das Gebiet besitzt Bedeutung im Biotopverbund der an Kalk-Halbtrockenrasen reichen Vorderrhön.

Die Kern- und Pflegezone "Horn mit Kahlköpfchen" (Nr. 353) des Biosphärenreservats "Rhön" zwischen Roßdorf (Lkr. Schmalkalden-Meiningen), Wiesenthal und Urnshausen/Bernshausen umfasst einen isolierten, die Umgebung um bis zu 200 m überragenden Bergkomplex, der sich aus dem Bergstock des Horns sowie den schmalen Riedeln des Langen Rains und des steilhängigen Kahlköpfchens zusammensetzt. Die Kuppe des Horns besteht aus einem Basaltdeckenrest und wird von einer Basaltblocküberhäufung überdeckt. Am Südwest-, West- und Nordhang des Horns ziehen sich die Blöcke weit herab, am Westhang befindet sich eine offene Basaltblockhalde. Steilhang besteht aus Wellenkalk, am Südhang mit Felsdurchragungen. Der Unterhang liegt im Oberen Buntsandstein. Das Gebiet ist durch naturnahe Laubwälder (v. a. Buchenwälder, aber auch Eschen-Ahorn-Schlucht- und Schatthangwald) sowie großflächige Kalkmagerrasen (insbesondere die schütteren Enzian-Schillergras-Rasen am Kahlköpfchen) und eine größere Wacholderheide gekennzeichnet. Am Nordwesthang befindet sich ein aufgelassener Basaltsteinbruch mit Sukzessionsstadien. Die 62,6 ha große Kernzone am Horn dient der Sicherung der natürlichen Entwicklung und soll Richtung Kahlköpfchen unter Aussparung wertvoller Orchideenstandorte vergrößert werden. Das Gebiet gehört zu den Kerngebieten des Naturschutz-Großprojektes "Thüringer Rhönhutungen".

Im Naturraum 7.4 (Zechsteingürtel bei Bad Liebenstein) befinden sich die NSG 98 sowie 143 und 144.

Das 1-2 km östlich von Bad Liebenstein gelegene NSG 98 "Hohe Klinge – Dorngehege" dient der Erhaltung eines an die stark wechselnden Standortsverhältnisse angepassten Vegetationsinventars von Wald- und Wiesengesellschaften (Frauenmantel-Glatthafer- und Waldstorchschnabel-Goldhaferwiese, Trollblumen-Schlangenknöterich-Feuchtwiese) mit einer artenreichen Tier- und Pflanzenwelt. In dem stark reliefierten Geländekomplex wird der Zechstein vielfach von älteren Gesteinen in Form von Blöcken durchragt. Am Nordostrand befindet sich ein Bodendenkmal mit Erläuterungstafel zur so genannten "Breitunger Landwehr". Der Naturlehrpfad "Rund um Bad Liebenstein", ein Bergbau-Lehrpfad und mehrere Wanderwege führen durch das Gebiet.

Das NSG 143 "Wacholderheide bei Waldfisch" repräsentiert mit seinem stark bewegten Relief einen charakteristischen Ausschnitt des Naturraums. Es umfasst ein abwechslungsreiches Mosaik aus artenreichen, durch Schafhut geprägten Wacholderheiden, die aus Enzian-Schillergras-Rasen und Schillergras-Wacholdergebüsch mit individuenreichen Orchideen-Vorkommen bestehen, Feuchtbiotopen und Gehölzen. Das Gebiet bietet einer artenreichen Fauna Lebensmöglichkeiten, insbesondere für Vögel und Insekten. Das NSG ist – neben dem benachbarten NSG 144 "Alte Warth" – besonders für Untersuchungen zur Auswirkung von Biotoppflegemaßnahmen auf die Populationsentwicklung gefährdeter Pflanzenarten geeignet.

Das NSG 144 "Alte Warth" bei Gumpelstadt nimmt einen stark reliefierten Ausschnitt des Zechsteingürtels bei Bad Liebenstein ein. Das reich strukturierte Lebensraummosaik besteht vor allem aus den flächenmäßig größten, durch Schafhut geprägten Kalkmagerrasen Südthüringens mit ausgedehnten Enzian-Schillergras-Rasen; des Weiteren aus Kalkquellmooren mit Braunseggen-Sumpf, Feuchtwiesen, Frischweiden, Schillergras-Wacholder-Gebüsch, kleineren Waldbeständen sowie einzelnen Zechsteinfelsen als Resten eines Bryozoenriffs. Das NSG zeichnet sich u. a. durch herausragende Orchideen-Vorkommen aus. Es NSG ist – neben dem benachbarten NSG 143 "Wacholderheide bei Waldfisch" – besonders für Untersuchungen zur Auswirkung von Biotoppflegemaßnahmen auf die Populationsentwicklung gefährdeter Pflanzenarten geeignet.

Die NSG 137 sowie 223 bis 225 befinden sich im Naturraum 6.7 (Werraaue Meiningen - Vacha).

Das NSG 137 "Forstloch - Riedwiesen" zwischen Breitungen (Lkr. Schmalkalden-Meiningen) und Immelborn dient der Erhaltung einer von periodischen Überschwemmungen, natürlichen Auslaugungsseen und Grünlandbereichen geprägten Auenlandschaft und eines Brut-, Nahrungs- und Rastplatzes für zahlreiche Vogelarten. Das Forstloch besteht aus zwei offenen Wasserflächen, dem nördlichen "Immelborner See" und dem südlichen "Hauensee" (früher nur als "Das Loch" bezeichnet), beide bereits seit 1954 als Naturdenkmal ausgewiesen. Auf den Riedwiesen wird aus 16 (teilweise außerhalb des NSG) und auf der linken Talseite aus einem Tiefbrunnen Trinkwasser aus der darunter liegenden Kieslagerstätte gewonnen. Das zentrale Fließgewässer ist die Werra, die durch die Aue mäandriert. Die Biotopausstattung umfasst u. a. wechselfeuchtes Grünland, Röhrichte, Auewaldreste, Gewässer und Erdaufschüttungen (Abraum der Kiesindustrie). Die größte Fläche wird von Frischwiesen eingenommen. Das NSG ist Bestandteil des länderübergreifenden Biotopverbundsystems von Auestandorten im Werratal und gehört zusammen mit den nahe gelegenen Breitunger Seen (NSG 97) zu den bedeutsamsten Großmuschel-Lebensräumen Thüringens.

Mit dem NSG 223 "Brühl von Merkers" ist der größte Teil der zwischen Tiefenort und Merkers gelegenen Werra-Aue nordnordwestlich Bad Salzungen am Fuße des markanten Krayenberges geschützt. Das NSG wird geprägt durch einen Abschnitt der Werra mit naturnaher Uferausbildung sowie ausgedehnten Wiesen frischer bis feuchter Standorte. Die weiträumigen Wiesenflächen sind durch zahlreiche weitere auentypische Lebensräume wie Staudenfluren und Gebüsche feuchter Standorte, Großseggenriede und Schilfbestände sowie ein Netz von zeitweilig oder ständig Wasser führenden Gräben strukturiert. Das Gebiet stellt aufgrund des Vorkommens von zahlreichen bestandsbedrohten Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum von landesweiter Bedeutung dar. Es ist Bestandteil eines der wertvollsten Wiesenbrütergebiete Thüringens und eines großflächigen Biotopverbundes entlang der Werra von Breitungen bis Vacha und darüber hinaus. Im NSG befindet sich ein Horststandort des Weißstorches. Außerdem ist die Aue ein bedeutender Rastplatz und Nahrungshabitat für zahlreiche Durchzügler. Bemerkenswert sind beispielsweise auch die Bestände der Sumpfschrecke, eine artenreiche Feuchtwiese mit einem Massenvorkommen des Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläulings und die Anwesenheit des Bibers.

Das NSG 224 "Werraaue mit Altarmen bei Unterrohn" nimmt die rechte Seite der fast ebenen, etwa 1 km breiten Werra-Aue südlich Unterrohn bis Tiefenort ein und dient der Erhaltung und Entwicklung dieses strukturreichen Abschnitts der Werra-Aue mit Altarmen als artenreichen Lebensraum, z. B. als Habitat für zahlreiche Brut- und Zugvögel, aber auch für Fische, Amphibien, Mollusken und Heuschecken. Vegetationskundlich handelt es sich bei den artenarmen Mähweiden um ehemalige Glatthafer-Wiesen, die überwiegend in Weidelgras- bzw. Rotschwingel-Weißklee-Weide umgewandelt wurden. Die Aue wird jährlich ein- bis zweimal von Hochwasser überflutet. Das NSG ist Bestandteil eines länderübergreifenden Verbundsystems von Auenbiotopen im Werratal.

Das NSG 225 "Karrenwiesen" liegt unmittelbar südlich der Straße von Bad Salzungen nach Unterrohn innerhalb der Werra-Niederung im "Salzburger Becken". Es ist geprägt durch den teilweise von Ufergehölzen gesäumten Flusslauf der Werra sowie schwach geneigtes Grünland feuchter und wechselfeuchter Standorte, welches von zahlreichen weiteren Strukturen der Aue wie Röhrichten, einem Tümpel und Grabensystem begleitet wird. Das NSG dient der Erhaltung und Entwicklung dieses charakteristischen, von Grünland geprägten Abschnitts der Werraaue insbesondere als Nahrungs-, Rast- und Bruthabitat von überregionaler Bedeutung für zahlreiche bestandsgefährdete Vogelarten, aber z. B. auch als Habitat für seltene Insekten wie z. B. die Sumpfschrecke. Die Aue wird jährlich ein- bis zweimal von Hochwasser überflutet. Das NSG ist Bestandteil des länderübergreifenden Biotopverbundsystems von Auenstandorten im Werratal, welches über die flächenhafte Sicherung von Auenlebensräumen, in denen Arten- und Biotopschutz vorrangiges Anliegen sind, den langfristigen Erhalt von Lebensgemeinschaften sichert.

Im Naturraum 6.6 (Werraaue Gerstungen - Creuzburg) befinden sich die NSG 210, 214, 216 und 221, das NSG 214 mit einem kleinen Anteil auch im Naturraum 2.7 (Bad Salzunger Buntsandsteinland).

Die von der mäandrierenden Werra durchflossene Werraaue stellt im NSG 210 "Wilhelmsglücksbrunn" südwestlich Creuzburg eine fast ebene Fläche dar, die jedoch durch einige flache Senken sowie eine 30 bis 40 cm erhöhte Fläche im Umfeld der Karolinenquelle (vermutlich Aufschüttungsfläche) gegliedert ist. Das Gebiet wird von mehreren Gräben durchzogen, die ehemals feuchte bis nasse Aueflächen entwässern und auch Überflutungswasser abführen. Das südöstliche Teilgebiet "Nesselbusch" stellt eine stark vernässte, flache Senke am Rande der Werraaue am Fuße des Spatenbergs dar. Das Gebiet wird durch einen zentralen Graben, der "Alten Madel", entwässert. Das NSG umfasst Feuchtwiesen, Schilfröhrichte und eine kleine Binnensalzstelle, die vegetationskundlich dem Salzbinsen-Rasen zuzuordnen ist, und ist Habitat für zahlreiche z. T. seltene Vogelarten.

Das NSG 214 "Alte Werra" umfasst einen vielgestaltigen Auenkomplex mit mäandrierender Werra, Altwasserresten, Auewiesen und den Böllerteichen als Lebensraum von Vögeln und Lurchen. Die westliche Grenze wird von der Straße Gerstungen-Neustädt gebildet. Südlich und östlich der Böllerteiche reicht das NSG in den Bereich des Bad Salzunger Buntsandsteinlandes. Der Werra-Altarm wurde bereits 1985 als Naturdenkmal ausgewiesen. Die Stiftung Naturschutz Thüringen hat im Bereich dieses Altarms auf 24 ha Wiedervernässungsmaßnahmen durchgeführt. Das NSG ist Bestandteil eines der wertvollsten Wiesenbrütergebiete Thüringens und Teil eines Systems von naturnahen Auenbiotopen im Mittleren Werratal.

Das NSG 216 "Werraaue bei Berka und Untersuhl" umfasst die weitgehend ebene, naturnahe und vielgestaltige Aue der Werra zwischen Dippach und Gerstungen. Im Nordteil befinden sich mehrere abgeschnittene Werra-Altarme, die z. T. verlandet sind und lediglich feuchte Senken darstellen, z. T. aber auch renaturiert wurden. Außerdem gibt es zwischen Untersuhl und Berka eine ehemalige Kiesgrube (das so genannte Baggerloch) als größtes Standgewässer im NSG. Die Aue wird über ein System von Gräben entwässert, u. a. dem Rheden- oder Rhädengraben und dem Erlichsgraben. Im Südteil befinden sich ein das Gebiet querender ehemaliger Eisenbahndamm und zwei langgestreckte Teiche. Das NSG ist gekennzeichnet durch Mäander, Altwässer und periodisch überschwemmtes Grünland als Lebensraum insbesondere für seltene Vögel (z. B. Schafstelze, Teichralle und Wiesenpieper) und Lurche, wie beispielsweise Gelbbauchunke, Kreuzkröte und Seefrosch. Das NSG besitzt Bedeutung im Biotopverbund entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze sowie mit dem angrenzenden hessischen NSG "Obersuhler Aue" und ist Bestandteil eines der wertvollsten Wiesenbrütergebiete Thüringens. Im Westen, im Bereich des "Grünen Bandes", schließt das NSG 218 "Dankmarshäuser Rhäden" an.

Das NSG 221 "Rohrlache zwischen Dippach und Dankmarshausen" erstreckt sich vom Hangfuß der östlichen Talflanke bis zur Werra, die hier am westlichen Talrand entlang fließt. Als Kleinformen sind der quer durch die Aue parallel zur Südgrenze des NSG verlaufende Kolonnenweg der ehemaligen innerdeutschen Grenze sowie ein Weg durch die Wiesen im westlichen Drittel zu nennen. Im Nordwestteil des NSG befinden sich vom ehemaligen Kiesabbau herrührende, unregelmäßig geformte Ausschürfungen. Die am niedrigsten gelegenen Teile der Aue im Osten werden durch zwei Gräben entwässert, die in den "Kleinen Graben" einmünden. Das NSG bietet einen Lebensraum für gefährdete Vögel (u. a. Wachtelkönig und Wiesenpieper), Pflanzen und Pflanzengesellschaften. Wegen des Salzgehaltes des Wassers findet sich an den Ufern der Gräben und in einigen kleinen Senken eine ganze Reihe von Salzpflanzen. Einige dieser Pflanzen wachsen auch im ehemaligen Kfz-Sperrgraben. Das Gebiet besitzt Bedeutung im Biotopverbund entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze und gehört zu einem System von Schutzgebieten im Mittleren Werratal mit artenreichen Auenbiotopen. Das NSG ist weiterhin, zusammen mit angrenzenden Flächen, Bestandteil eines der wertvollsten Wiesenbrütergebiete Thüringens.
 
Nationalpark

Der Wartburgkreis hat Anteil am ca. 7.600 ha großen Nationalpark "Hainich".
 
Biosphärenreservate

Das länderübergreifende (Bayern, Hessen und Thüringen) Biosphärenreservat Rhön ist seit 1991 anerkanntes UNESCO Biosphärenreservat. Von den insgesamt 243.323 Hektar Fläche sind 48.910 Hektar in Thüringen. Charakteristisch für die Vorderrhön sind rund 2.000 Hektar Kalkmagerrasen und Basaltkuppen mit naturnahem Buchenwald. Für die Hohe Rhön typisch sind waldfreie, mit Borstgrasrasen bedeckte flachwellige Hochflächen, bewaldete Hangbereiche, Blockmeere, artenreiche Basalt- und Kalkbuchenwälder, Moore, Erdfallseen sowie der älteste Eibenbestand Deutschlands. Rund 60 Prozent der Fläche werden landwirtschaftlich genutzt, 33 Prozent sind bewaldet und sieben Prozent sind Gewässer, Siedlungen und Verkehrsflächen. Neben dem Informationszentrum in Zella gibt noch mit dem Haus auf der Grenze das Infozentrum am Point Alpha. In Thüringen gibt es außerdem das Biosphärenreservat Thüringer Wald. In Deutschland gibt es 16 der weltweit insgesamt 669 Biosphärenreservate.

Das BR Rhön gliedert sich in Thüringen folgendermaßen:
  • Zone I (Kernzone, Totalreservate und Refugialflächen): 11 Flächen mit gesamt 762,3 ha
  • Zone II (Pflegezone, Naturschutzgebiete): 28 Flächen mit gesamt 4.491,8 ha
  • Zone III (Entwicklungszone: Landschaftsschutzgebiete): 43.655,9 ha.
Das Biotoppotential des BR Rhön umfasst
  • durch Schafhut geprägte Kalkmagerrasen mit hervorragender räumlicher Vernetzung,
  • Hangquellmoore, z. T. mit Kalktuffbildungen,
  • Basaltblockhalden,
  • naturnahe Blockhaldenwälder,
  • Kesselmoore (von Bundesbedeutung),
  • artenreiche naturnahe Laubwälder.
Entwicklungsschwerpunkte sind:
  • Erhaltung und Entwicklung der abwechslungsreichen Landschaftsstruktur mit den Biotopkomplexen Kalkmagerrasen - Hangquellmoore - Hutebuchen und Gebüsche sowie Basaltblockhalden - naturnahe Laubwälder;
  • Erhaltung der Hutelandschaft insbesondere durch Förderung der Schafhut;
  • Erhöhung des Anteils naturnaher Bestockungen;
  • Lenkung des Tourismus.
 
Naturparke

Der Naturpark "Thüringer Wald" umfasst mit einer Fläche von 208.200 ha den Thüringer Wald, das westliche Thüringer Schiefergebirge und Teile des Gebirgsvorlandes. Ein beachtlicher Teil des Wartburgkreises liegt im Naturpark "Thüringer Wald".

Der Naturpark "Eichsfeld-Hainich-Werratal" umfasst den südwestlichen Teil des Landkreises Eichsfeld, den westlichen Teil des Unstrut-Hainich-Kreises und den nördlichen Teil des Wartburgkreises sowie einen kleinen Teil der kreisfreien Stadt Eisenach mit einer Größe von insgesamt 85.800 ha. Nachhaltig vom Verlauf der ehemaligen innerdeutschen Grenze geprägt, konnte sich in diesem Gebiet die Natur in vielen Bereichen relativ ungestört entwickeln. Im Zentrum Deutschlands vereint er in sich drei sehr unterschiedliche Landschaftsräume und besticht so durch eine besondere Vielfalt und den Reiz der Gegensätze: Das Eichsfeld – der Norden des Naturparks – ist durch das Hochplateau des Muschelkalkberglandes mit tief eingeschnittenen Tälern geprägt. Burgruinen auf Anhöhen wie die Burg Hanstein bieten eindrucksvolle Ausblicke bis zum Harz und Hohen Meißner. Durch artenreiche Laubwälder sowie Acker- und Weideflächen erhält diese Kulturlandschaft einen sehr reizvollen, kleinräumig strukturierten Charakter. Im südöstlichen Teil erstreckt sich auf 16.000 ha Deutschlands größtes zusammenhängendes Laubwaldgebiet – der Hainich. Er gehört zum Unstrut-Hainich-Kreis und zum Wartburgkreis. Etwa die Hälfte der Fläche wurde 1997 zum Nationalpark erklärt und liegt eingebettet in den Naturpark. Steile Hänge und stille Auelandschaften bestimmen das Landschaftsbild des im Südwesten des Naturparks gelegenen Werratals, das zum Wartburgkreis gehört.
 
Landschaftsschutzgebiete (Stand: 03/2018)

Im Wartburgkreis liegt von Wolfsburg-Unkeroda und Wutha-Farnroda über Ruhla bis Bad Liebenstein gemeinsam mit dem Anteil in der kreisfreien Stadt Eisenach der nordwestlichste Teil des LSG 62 "Thüringer Wald". Es ist vor allem ein großräumiges Fremdenverkehrsgebiet. Außerdem gehört zum Wartburgkreis ein Teil des LSG 60 "Thüringische Rhön" (hier: von Vacha bis Ketten/Walkes und Kaltennordheim. Innerhalb des Biosphärenreservates (BR) "Rhön" ist es BR-Entwicklungszone (Zone III).

NummerNameGröße (ha)
60Thüringische Rhön63.189
62Thüringer Wald144.337



Karte:

Schutzgebiete
(JPG-Datei)

 
Geschützte Landschaftsbestandteile,
Flächennaturdenkmale und Naturdenkmale *

Im Wartburgkreis gab es zum 15.12.2004 insgesamt 65 geschützte Landschaftsbestandteile, Flächennaturdenkmale und Naturdenkmale.

* Von den Naturdenkmalen wurden erfasst: flächige Naturdenkmale sowie Naturdenkmale geologischer und hydrologischer Art.
 
Natura-2000-Gebiete

Das europäische ökologische Schutzgebietsnetz Natura 2000 umfasst Fauna-Flora-Habitat-Gebiete (FFH-Gebiete einschließlich FFH-Objekte) und Europäische Vogelschutzgebiete.

Die FFH-Gebiete bilden ein europaweites Netz besonderer Schutzgebiete, das der Erhaltung schutzwürdiger Lebensräume sowie ausgewählter Tier- und Pflanzenarten dient. Die Europäischen Vogelschutzgebiete werden für bestimmte Brutvogelarten und für Rast- und Überwinterungsplätze von Zugvögeln ausgewiesen.

Rechtliche Grundlage

Thüringen hat seine Meldung von FFH-Gebieten an die EU-Kommission abgeschlossen. Neben den 212 FFH-Gebieten wurden auch 47 punktförmige FFH-Objekte für den Fledermausschutz gemeldet. Hierbei handelt es sich insbesondere um Fledermausquartiere in Gebäuden und Stollen. Diese sind im Sinne der FFH-Richtlinie FFH-Gebiete und wurden z. T. zu Objektgruppen zusammengefasst. Außerdem gibt es in Thüringen 44 Vogelschutzgebiete.

Der Wartburgkreis hat Anteil an folgenden FFH-Gebieten:
 
FFH-Gebiete (Stand: 05/2004)

Nummer Name Größe (ha)
... ... ...

 
Europäische Vogelschutzgebiete (Stand: 04/2007)

Nummer Name Größe Landkreis/
kreisfreie Stadt
Kurzcharakteristik
14Hainich15.036 haUnstrut-Hainich-Kreis, Wartburgkreisgrößter unzerschnittener Kalk-Buchenwald Deutschlands, mit vielen seltenen und gefährdeten Arten, randlich artenreiche Magerrasen, bedeutendes Refugium für bedrohte Vogelarten, insbesondere Mittelspecht
16Ackerhügelland westlich Erfurt mit Fahnerscher Höhe12.052 haErfurt, Gotha, Sömmerda, WartburgkreisAltholzreiche Laubwaldgebiete auf Kuppen und Höhenrücken bilden im Zusammenhang mit locker bebuschten Halbtrockenrasen, dem Grünland der Nesseaue und Feuchtbiotopen am Speicher Dachwig ein bedeutendes Refugium für Brut- und Rastvögel.
18Werra-Aue zwischen Breitungen und Creuzburg2.578 haSchmalkalden-Meiningen, WartburgkreisDie weiträumig unverbaute Flussaue bietet mit großflächigen Grünlandbereichen, Auslaugungsseen, Röhrichten, Altarmen und Auwaldresten Lebensraum für zahlreiche Sumpf- und Wasservögel, besonders für vom Aussterben bedrohte Wiesenbrüterarten.
19Thüringische Rhön19.949 haSchmalkalden-Meiningen, WartburgkreisDie enge Verzahnung höhlenreicher Laub-Nadelmischwälder mit Hutungen, Halbtrockenrasen, Bergwiesen, Quellmooren, Felsstandorten sowie Fließgewässern bildet wertvolle Brut- und Nahrungshabitate für gefährdete Vogelarten.
24Thüringer Wald zwischen Ruhla und Großer Inselsberg2.210 haGotha, Schmalkalden-Meiningen, Wartburgkreischarakteristischer Ausschnitt des Thüringer Waldes hinsichtlich montaner Buchenwälder, Nadel-Laubmischwaldbereiche und naturnaher Fließgewässer als bedeutendes Refugium für Schwarzstorch, Schwarz- und Grauspecht, Rauhfuß- und Sperlingskauz


Karte:

Gebiete des Natura-2000-Netzes
(PDF-Datei)