Historische Entwicklung der Verwaltungsstrukturen

Der Wartburgkreis entstand mit der Verwaltungsreform des Freistaates Thüringen am 01.07.1994 aus den Landkreisen Eisenach und Bad Salzungen sowie den Gemeinden Behringen, Craula, Reichenbach, Tüngeda und Wolfsbehringen des Landkreises Bad Langensalza. Am 01.01.1998 wurde Eisenach als kreisfreie Stadt ausgegliedert. Verwaltungssitz ist die Stadt Bad Salzungen. Das Landratsamt Bad Salzungen hat eine Außenstelle in Eisenach.

Historisch (Betrachtungszeitraum bis 1918) gehörte der überwiegende Teil des Territoriums mit den Städten Creuzburg, Berka/Werra, Vacha, Geisa, Stadtlengsfeld und Kaltennordheim zum Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach. Das Fürstentum Sachsen-Meiningen umfasste Bad Salzungen, Immelborn, Bad Liebenstein, Steinbach, Schweina und den südlichen Teil der heutigen Gemeinde Moorgrund sowie Oberellen und Dietlas. Zum Herzogtum Sachsen-Coburg-Gotha gehörten Mihla, Nazza, Hallungen, Bischofroda, die heutige Gemeinde Hörselberg und das Gebiet um Behringen. Treffurt (mit Großburschla) war der preußischen Provinz Sachsen zuzuordnen, und Barchfeld bildete eine gesonderte Exklave der preußischen Provinz Hessen-Nassau.

Von 1922 an gab es im Land Thüringen einen Landkreis und einen Stadtkreis Eisenach. Die preußischen Teile des Territoriums des heutigen Wartburgkreises gehörten zu den preußischen Regierungsbezirken Erfurt und Kassel.

1952 wurden die Kreise Eisenach und Bad Langensalza (zum Bezirk Erfurt) und Bad Salzungen (zum Bezirk Suhl) der DDR gebildet. Am 03.10.1990, mit der Wiederherstellung der Einheit Deutschlands, wurde das Territorium mit zunächst unveränderten Kreisgrenzen in das Land Thüringen übernommen.

Die Zahl der selbständigen Gemeinden verringerte sich von 1990 bis 2011 wie folgt:

Gebietsstand Anzahl der selbstständigen Gemeinden
31.12.1990 135
31.12.1994 82
31.12.1998 70
31.12.2002 66
31.12.2006 63
31.12.2011 61

Per 31.12.2011 existieren 7 Verwaltungsgemeinschaften, in denen sich 36 Einzelgemeinden zusammengeschlossen haben. Außerdem gibt es 6 erfüllende Gemeinden mit 9 beauftragenden Gemeinden.


Karte:

Entwicklung der Gemeindestruktur
(JPG-Datei)

 
Erfüllende Gemeinden

Erfüllende GemeindeZuständigkeitsbereich
Bad SalzungenLeimbach
GeisaButtlar, Gerstengrund und Schleid
MarksuhlEttenhausen an der Suhl und Wolfsburg-Unkeroda
RuhlaSeebach
SchweinaSteinbach
TiefenortFrauensee
 
Zentrale Orte

KlassifizierungZentraler Ort
MittelzentrumBad Salzungen
UnterzentrumBerka/Werra, Dermbach, Geisa, Gerstungen, Kaltennordheim, Ruhla, Treffurt, Vacha, Wutha-Farnroda
Unterzentrum, funktionsteiligBad Liebenstein und Schweina
KleinzentrumBehringen, Creuzburg, Marksuhl, Mihla, Stadtlengsfeld, Tiefenort

Das gesamte nördliche und mittlere Teil des Wartburgkreises bildet den Verflechtungsbereich der kreisfreien Stadt Eisenach.


Karte:

Verwaltungsgliederung
(JPG-Datei)

 
Raumstruktur

Das gesamte Gebiet des Landkreises ist ländlicher Raum mit einer geringen Bevölkerungsdichte.

Räume mit bedeutenden Fremdenverkehrs- und Erholungsaufgaben sind:
  • der Werradurchbruch zwischen Lauchröden und Treffurt sowie der Hainich um Berka vor dem Hainich, Craula und Reichenbach;
  • der nordwestliche Thüringer Wald zwischen Lauchröden, Wutha-Farnroda, Bad Liebenstein und Marksuhl;
  • die gesamte Rhön südlich des Werratales.
Einen regionalen Siedlungsfreiraum mit der Funktion, bandartig bebaute Verdichtungen entlang der großräumigen Verbindungsachsen zu verhindern und tendenziell bestehende Siedlungsbänder zu gliedern, sieht der RROP Südthüringen für das Gebiet zwischen Eisenach und Waltershausen vor.