Geographische Lage

Der Wartburgkreis gehört zur Planungsregion Südthüringen. Nördlich grenzt an ihn der Unstrut-Hainich-Kreis, im Osten der Landkreis Gotha, im Südosten der Landkreis Schmalkalden-Meiningen, im Südwesten der Landkreis Fulda (Hessen) und im Westen der Landkreis Hersfeld-Rotenburg und der Werra-Meißner-Kreis (Hessen). Außerdem wird die kreisfreie Stadt Eisenach fast vollständig vom Wartburgkreis umgeben.

 
Geomorphologie



Die Geländehöhen im Wartburgkreis betragen zwischen 169 m im Werratal unterhalb Großburschla und ca. 740 m am Rennsteig zwischen Ruhla und Steinbach. Ausgewählte markante Geländeerhebungen sind:

Rennwegskopf bei Steinbach 730 m Horn bei Urnshausen 578 m
Sachsenburg bei Dermbach 721 m Arzberg bei Otzbach 573 m
Baier bei Dermbach 714 m Rockenstuhl bei Motzlar 529 m
Roßberg bei Kaltenlengsfeld 702 m Heldrastein 503 m
Umpfen bei Kaltennordheim 701 m Alter Berg bei Craula 494 m
Breitenberg bei Ruhla 698 m Große Hörselberg 484 m
Hohe Stein bei Lenders 698 m Reitzenberg bei Schmerbach 482 m
Roßberg bei Kranlucken 694 m Lohberg auf dem Hainich 468 m
Waltersberg bei Brunnhartshausen 674 m Hohe Sonne 464 m
Windsberg bei Schweina 671 m Steinkopf bei Oberzella 452 m
Dietrichs bei Völkershausen 669 m Haardt auf dem Hainich 451 m
Horbel bei Empfertshausen 665 m Clausberg bei Förtha 448 m
Pinzler bei Klings 661 m Kraynberg bei Kieselbach 428 m
der Kissel bei Waldfisch 649 m Harsberg bei Mihla 410 m
Roßberg bei Ketten 640 m Mihlberg bei Uetteroda 378 m
Ringberg bei Ruhla 639 m Hardt bei Sallmannshausen 354 m
Öchsen bei Völkershausen 627 m Hohe Rod bei Dippach 320 m


Karte:

Hangneigung und Exposition
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Naturräume

MittelgebirgeNordwestlicher Thüringer Wald
Wolfsburg-Unkeroda, Eckardtshausen, Etterwinden
Mittlerer Thüringer Wald
Ruhla, Schweina, Steinbach
Buntsandstein-HügelländerWaltershäuser Vorberge
Wutha-Farnroda, Seebach, Sättelstädt
Bad Salzunger Buntsandsteinland
Vorberge des Thüringer Waldes bis zum Werratal und dessen südlicher Hang bei Bad Salzungen
Lengsfeld-Zillbach-Bauerbacher Buntsandstein-Waldland
südlich der Werra bis zu einer Linie Unterbreizbach-Stadtlengsfeld-Urnshausen
Muschelkalk-Platten und -BergländerHainich-Dün-Hainleite
Craula, Behringen, Berka v.d.Hainich, Bischofroda, Mihla
Werrabergland-Hörselberge
südwestlich der Linie Hallungen-Mihla-Krauthausen
BasaltkuppenlandVorderrhön
südlich an das Bad Salzunger Buntsandsteinland anschließend, mit Dermbach, Kaltennordheim und Geisa
AckerhügelländerInnerthüringer Ackerhügelland
Hörselberg, Wolfsbehringen, Oesterbehringen, Reichenbach, Tüngeda
Auen und NiederungenWerraaue Meiningen-Vacha
Werraaue Gerstungen
von Dankmarshausen bis Creuzburg
Zechsteingürtel an GebirgsrändernZechsteingürtel Bad Liebenstein
Vorberge des Thüringer Waldes zwischen Förtha und Bad Liebenstein


Karte:

Naturräumliche Gliederung
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Der Wartburgkreis befindet sich an einer Schnittstelle naturräumlich unterschiedlicher Landschaftstypen. Insgesamt hat der Landkreis Anteil an zwölf naturräumlichen Einheiten und verfügt daher über ein abwechslungsreiches Landschaftsbild.

Im Norden reichen die Muschelkalkplatten und -bergländer von Hainich-Dün-Hainleite und Werrabergland-Hörselberge bis in das Gebiet um Eisenach. Im Nordosten ragen Ausläufer des Innerthüringer Ackerhügellandes (Thüringer Becken) bis in den Landkreis hinein. Der zentrale Teil des Kreises wird von den drei Buntsandstein-Hügelländern Waltershäuser Vorberge, Bad Salzunger Buntsandsteinland (überwiegend landwirtschaftliche Nutzung) und Lengsfeld-Zillbach-Bauerbacher Buntsandstein-Waldland bestimmt. Unterbrochen werden sie von den Werraauen Gerstungen-Creuzburg und Meiningen-Vacha, vom Zechsteingürtel Bad Liebenstein sowie von den Ausläufern des Nordwestlichen und Westlichen Thüringer Waldes. Dieser ist der stark bewaldeten höchsten Teil des Thüringer Waldes mit Höhen bis über 900 m (nicht im Wartburgkreis).

Im Süden des Wartburgkreises beginnt die Vorderrhön, ein sehr abwechslungsreiches Trias-Bergland mit zahlreichen bewaldeten Basaltkegeln. Die Vorderrhön erreicht im Wartburgkreis Höhen von über 700 m.
 
Flächennutzung

Bei einer Gesamtbodenfläche von 130.486 ha verteilten sich die Nutzungsarten im Landkreis wie im Folgenden dargestellt.

Flächen der tatsächlichen Nutzung 1992 und 2014
Siedlungs- und Verkehrsfläche (SVF) ohne Abbauland
Diagramm für Thüringen anzeigen/ ausblenden

Nutzungsart [%] Wartburgkreis Thüringen
1992 2014 2014
Siedlung und Verkehr 5,9 8,6 9,7
Landwirtschaft 46,9 51,1 54,9
Wald 34,4 36,8 32,7
Wasser 1,0 1,0 1,2
Sonstige 11,8 2,4 1,5


Karte:

Flächennutzung
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Übersichtskarten Thüringen:


Landwirtschaftliche Nutzung auf mehr als 70 % der Gemeindefläche ist gibt es im Wartburgkreis nur in vier Gemeinden. Größere zusammenhängende Flächen mit über 50 % Landwirtschaftsanteil kennzeichnen vor allem die Vorderrhön. Nur in wenigen Gemeinden werden 25 % unterschritten.

Der Anteil der Waldfläche liegt nur in wenigen Gemeinden unter 10 %. Die höchsten Waldanteile haben (Ruhla 77,7 %) haben die Gemeinden im Thüringer Wald.

Der Anteil der Siedlungs- und Verkehrsflächen befindet sich in der Regel in Korrelation zur Bevölkerungsdichte der Städte und Gemeinden und ist in Seebach (27,2 %) mit seinem relativ kleinen Gemeindeareal und Bad Salzungen (19,5 %) am höchsten. In 9 Gemeinden liegt der Anteil der Siedlungs- und Verkehrsflächen bei 5 % oder weniger. Den geringsten weist Wiesenthal mit 2,5 % auf.

Wasserflächen konzentrieren sich, da größere natürliche Standgewässer im Wartburgkreis nicht vorhanden sind, auf die Altwässer der Werra bei Immelborn, Bad Salzungen, Tiefenort, Dorndorf, Dankmarshausen, Gerstungen, Pferdsdorf (Gemeinde Unterbreizbach), Mihla und Treffurt.

Die sonstigen Flächen besitzen im Wartburgkreis mit 6,2 % den höchsten Anteil aller Landkreise. Große Ausdehnung haben Konversionsflächen ehemaliger Truppenübungsplätze (Künkel bei Großbehringen/ Gemeinde Hörselberg-Hainich, Böller bei Lauchröden/ Gemeinde Gerstungen) und der bestehende Standortübungsplatz Bad Salzungen, vom Bergbau beanspruchte Flächen und noch nicht in andere Nutzungen überführte Flächen an der ehemaligen innerdeutschen Grenze. In der Krayenberggemeinde, Unterbreizbach und Stadtlengsfeld liegen Sanierungsflächen des ehemaligen Kalibergbaues einschließlich ausgedehnter Haldenflächen. Darüber hinaus wird übertägiger Bergbau auf Kiessande in der Werraaue bei Immelborn, Dankmarshausen und Berka/Werra, auf Hartgesteine im Thüringer Wald (Granit) und in der Rhön (Basalt) sowie auf Kalkstein in den Verbreitungsgebieten des Muschelkalkes betrieben.


Karte:

Landnutzung
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Flächenversiegelung

In der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie ist die Minderung der Flächeninanspruchnahme für Siedlungen und Verkehr ein wichtiges Handlungsfeld. Vom gesamtdeutschen Ziel, die Flächeninanspruchnahme bis 2020 auf 30 Hektar pro Tag zu reduzieren, sind wir zum heutigen Zeitpunkt weit entfernt. Von ökologischer Brisanz ist vor allem die Tatsache, dass etwa 50 % der Siedlungs- und Verkehrsfläche versiegelt sind. Damit verbunden sind alle negativen Wirkungen auf die Geofaktoren Boden, Wasser, Klima sowie Flora und Fauna.

In Thüringen kommt verschärfend hinzu, dass der Flächenverbrauch bei sinkender Bevölkerung vonstatten geht. Thüringen verlor seit 1990 fast 12 % seiner Bevölkerung, was etwa 310.000 Einwohnern entspricht.

In einer geostatistischen Analyse von 2008 wurde erstmals aus hochauflösenden Satellitenbildern eine breite landesweite georäumliche Datenbasis zur Flächeninanspruchnahme als Grundlage für weitere fachliche Analysen geschaffen.


Karte:

versiegelte Flächen
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Karte:

Flächenversiegelung nach Gemeinden
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Karte:

Flächenversiegelung je Einwohner
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Eine für ein langfristig angelegtes Versiegelungsmonitoring geeignete Darstellungsweise ist die Verwendung eines normierten Rasters. Der Vorteil liegt in einer Vergleichbarkeit, die unabhängig von Gemeindegrößen und etwaigen Gebietsveränderungen ist. Eine Übersichtskarte für Thüringen zeigt den Versiegelungsgrad bezogen auf ein flächendeckendes 2 x 2 km-Raster mit dem Datenstand 2006.

Weitere Beiträge zur Flächenversiegelung sind im Internetangebot der TLUG hier zu finden.