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Wartburgkreis - Allgemeine Informationen

 
Kreisverwaltung

Landrat: Reinhard Krebs
Verwaltungssitz: Bad Salzungen
Dienststelle: Landratsamt Bad Salzungen

Erzberger Allee 14
36433 Bad Salzungen

Tel.: 03695 / 61 50 6
Fax: 03695 / 61 54 55
Letzte Gebietsreform: 01.01.1998
Kfz-Kennzeichen: WAK

 
Wappen

Geviertet; oben vorn in Blau in linksgewendeter, siebenmal von Rot über Silber geteilter, golden gekrönter und bewehrter Löwe; oben hinten in Gold auf einem grünen Dreiberg eine schwarze, rotbewehrte Henne mit rotem Kamm und roten Wappen; unten vorn in Silber ein schwarzes Hochkreuz; unten hinten in Blau ein siebenmal von Rot über Silber geteilter, golden bewehrter und gekrönter Löwe (Genehmigung des Thüringer Landesverwaltungsamtes Nr. 200-1348-77/94-ESA vom 27.07.1994).

Das Kreiswappen zeigt Symbole der ehemals bestimmenden Territorialherrschaften. Das durch die ludowingischen Landgrafen von Thüringen stark geprägte (Gebiet wird durch den von Rot und Silber geteilten Löwen der Landgrafen an der ersten Stelle des Wappens symbolisiert. Für die ehemals im Besitz der Grafen von Henneberg befindlichen Gebiete wurde deren redendes Symbol, die Henne auf dem Dreiber, in das Kreiswappen aufgenommen. Auf die ehemaligen Besitzungen der Reichsabtei Fulda verweist deren heraldisches Zeichen, das schwarze Hochkreuz auf silbernem Grund. Der "bunte Löwe" im vierten Feld verweist auf Gebiete, die zeitweilig zur Landgrafschaft Hessen gehörten.

(Wappenbeschreibung Wartburgkreis, Landratsamt Wartburgkreises, 1996)

 
Wissenswertes zum Wartburgkreis


Karte:

Satellitenbildkarte
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Karte:

Übersichtskarte
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Spuren menschlicher Besiedlung wurden im Bereich des ehemaligen Landkreises Bad Salzungen bereits aus der jüngeren Steinzeit vor ca. 25.000 Jahren nachgewiesen. Die Gründung vieler Siedlungen (z. B. Kaltennordheim, Fischbach oder Diedorf) reicht bis in das 8. Jahrhundert zurück. Im 11. Jahrhundert bauten die verschiedenen adeligen Herrscherdynastien über den gesamten Landkreis ein dichtes Burgennetz auf, um so besser durch Eroberungen ihre Territorien vergrößern und ihre Macht festigen zu können. Die geschichtsträchtige Wartburg, Wahrzeichen und Namensgeber des Landkreises, wurde im Jahr 1067 erstmals urkundlich genannt. Berühmt geworden ist sie unter anderem als Zufluchtsort für den Reformator Martin Luther (1522). Zwischen 1952 und 1967 wurde sie grundlegend renoviert.

Die Kreisstadt Bad Salzungen ist keltischen Ursprungs. Die erste Erwähnung stammt aus einer Urkunde Karls des Großen aus dem Jahr 775. Das Stadtrecht wurde 1306 zugesprochen. In der Folgezeit wechselte die Herrschaft häufig zwischen Fulda, Hersfeld und Hennebergern, bevor die Stadt an die Wettiner und 1680 an Meiningen fiel. Die Stadtgeschichte ist untrennbar mit der Salzgewinnung verbunden. Um 1800 wurde auch die heilende Wirkung der Sole erkannt und die Stadt wurde Kurort. Seit dem 01.01.1998 ist Bad Salzungen alleiniger Kreissitz des Wartburgkreises.

In Bad Salzungen ist vor allem der Altstadtkern mit zahlreichen Fachwerkhäusern und der Burgsee mitten in der Stadt bemerkenswert. In Bad Salzungen wird die heilende Wirkung der salzhaltigen Quellen schon seit Beginn des 19. Jahrhunderts genutzt. Seit 1921 darf sich der Ort Bad Salzungen nennen. Während in Bad Salzungen mehr Haut- und Atemwegserkrankungen behandelt werden, sind es in Bad Liebenstein eher Herz- und Kreislauferkrankungen.

Die Thüringer Klassikerstraße verläuft durch den Landkreis.

 
Die Kreisstadt - Bad Salzungen

Der Kurort Bad Salzungen liegt in der schönen Landschaft des Werratales zwischen Rhön und Thüringer Wald, ca. 243 bis 329 m ü. NN. Mit diesem Fleckchen Erde hat es die Natur besonders gut gemeint, denn starke Heilquellen, sauerstoffreiche Luft und reizmildes Bioklima sind wie geschaffen für eine wirksame Heilkur. Bad Salzungen zählt zu den ältesten Soleheilbädern Deutschlands und als einer der traditionsreichsten Kurorte der neuen Bundesländer.

Die Stadt ist keltischen Ursprungs und wird erstmalig in einer Urkunde Karl des Großen erwähnt. Er schenkte dem Kloster Hersfeld am 5. Januar des Jahres 775 den Zehnten der königlichen "villa salsunga" im Gau Thüringen am Flusse Werra. Der Ort erhielt 1306 das Stadtrecht aus Fulda und ab 1345 sind die urkundliche Nennung eines Rates und der Gebrauch eines Stadtsiegels in Salzungen nachgewiesen. Wie bereits in früherer Zeit wechselten die Herrschaften zwischen Fulda, Hersfeld und Hennebergern. Dann kamen die Wettiner, und 1660 gelangten die Meininger in den Besitz der Stadt.

Die Stadtgeschichte ist untrennbar mit der Salzgewinnung verbunden - zurückzuführen auf die vorhandenen Solequellen. 1525 verbündeten sich die Salzknappen mit den aufständischen Bauern, welche die Stadt eingenommen und zu einem Hauptquartier im Werra-Tal gemacht hatten und die Salzsiederei blieb für einige Jahre in der Hand der Knappen, die auch eine erste Berggenossenschaft gründeten. 1589 teilte die Pfännerschaft dem Herzog Johann Casimir mit, dass sie "die Erfindung des Strohegießens" wie in den Nachbarorten einführen wollten. 1590 baute man, nach Angaben des erfahrenen Jakob Schwarz, die ersten Gradierhäuser und damit konnte der Salzertrag verdreifacht werden. Um 1800 wurde man auf die heilende Wirkung der Sole aufmerksam. Das erste Badehaus mit neun Badezimmern entstand 1821/22. Die Zunahme des Badebetriebes erforderte 1837 ein neues Badehaus, welches auch noch heute existiert. Das erste Kurhaus entstand 1851 an gleicher Stelle wie das heutige Kurklinikum am Burgsee. 1843 hatte man bei Tiefenbohrungen fast gesättigte Sole erbohrt, so dass viele Gradierhäuser und Solebrunnen überflüssig wurden. Die Schließung der Gradierhäuser und Missernten brachten Arbeitslosigkeit und Not. Mit der Inbetriebnahme der Werra-Eisenbahn 1850 ergaben sich in Salzungen neue Perspektiven für die industrielle Entwicklung und bessere Voraussetzungen für den Kurbetrieb.

1872 wird die Saline in eine Aktiengesellschaft umgewandelt, dies war das Ende der Pfännerschaft. In der Folgezeit wächst Bad Salzungen über seine Stadtmauern hinaus. Parks werden angelegt, Verkehrsbedingungen verbessert, Kur- und Erholungsmöglichkeiten erweitert, eine zögernde Industrialisierung erfolgt. 1921 erhält Salzungen den Namen Bad Salzungen und 1950 wird sie Kreisstadt im Land Thüringen.

Der Sagen- und Heimatdichter Ludwig Wucke (1807 bis 1883) ist ein bekannter Sohn der Stadt. Wucke studierte Rechtswissenschaft, wollte jedoch Kunstmaler werden; es gibt von ihm auch einige Aquarelle in Bad Salzungen. Während seiner Dienstzeit im holländischen Heer zog sich Wucke eine Augenentzündung zu, die 1835 zur vollständigen Erblindung führte. Wucke nahm sein Schicksal nicht tatenlos hin und begann zu dichten. Als Blinder suchte er selbst die Orte um Bad Salzungen auf, reiste in Rhön und Thüringer Wald, um Geheimnisvolles und Sagenhaftes aufzuspüren und niederzuschreiben. 1873 erhielt Wucke den Schillerpreis.

Das Kindersanatorium "Charlottenhall" im althennebergischen Schmuckfachwerkstil erbaut, öffnete 1897 seine Pforten. Die Prinzessin Charlotte von Preußen, Schwester des letzten preußischen Kaisers und Gemahlin des Erbprinzen Bernhard von Meiningen, war die Initiatorin zur Finanzierung des Gebäudes. Sie hatte für das Sanatorium eine Lotterie gestiftet und mit dem Erlös sowie weiteren Spenden den Bau ermöglicht.

Bad Salzungen hat ein einmaliges Soleangebot, dadurch ist ein breites Spektrum an Behandlungsmöglichkeiten gegeben. Zu DDR-Zeiten war Bad Salzungen der größte Kurort für Atemwegserkrankungen. Neben dieser Hauptindikation werden noch Herz- Kreislauf- Erkrankungen, Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates und auch Hauterkrankungen behandelt. Die Kurstadt betreute 1989 jährlich 10 000 Patienten und ist heute bemüht an diese Zahlen wieder anzuknüpfen.

Ein gewichtiger Wirtschaftsfaktor für die Stadt ist die Kur und aus diesem Grunde muss Gewerbeansiedlung kurverträglich sein! Für die Ansiedlung neuer und vorhandener Gewerbebetriebe entstanden Gewerbegebiete. Nach 1990 begann eine rege Bautätigkeit, besonders im öffentlichen Bereich. Dringend erforderlich war und ist die Erneuerung der städtischen Infrastruktur und die Modernisierung des Wohnbestandes, damit die Stadt ihre Funktion als mittleres regionales Zentrum wahrnehmen kann.

 
Sehenswürdigkeiten

Bad Salzungen ist im Rahmen des Bund-, Länder- und Städtebauförderungsprogramms als Sanierungsgebiet anerkannt. Dazu gehören der Altstadtkern mit seiner Vielzahl an Fachwerkgebäuden, die alle nicht älter als 200 Jahre sind, denn sie wurden erst nach dem letzten großen Stadtbrand im Jahre 1786 erbaut und der Burgseebereich. Die heutige Gradieranlage mit Gradierhäuschen, Mitteltrakt, Garten, Soleturm, historischem Inhalatorium dient Kur- und Erholungszwecken. Sehenswert sind ebenfalls der Kirchplatz mit Amtsgericht und Stadtkirche, der Marktplatz mit seinem Rathaus im Barockstil, das Kinderkurheim Charlottenhall, die historische Bebauung um Nappenplatz, Silge und Halber Mond sowie die Ruinen der Kirche St. Wendel (Sandsteinaltar) und Klosterkirche. Auch die Husenkirche aus dem Anfang des 16. Jh., die noch ältere Bauteile enthält, blieb Ruine. Der "Haunsche Hof" ist eines der ansehnlichsten aus Stein gebauten Gebäude, die aus der Zeit des 17. Jh. erhalten sind und war Sitz der adligen Burgmannen, denen die Verteidigung der Burg (Schnepfenburg) anvertraut war.

Das besondere in der Stadt Bad Salzungen ist die jährliche Kürung einer "Salzkönigin" im Monat Oktober.

 
Ausflugs- und Wanderziele

  • Bad Salzunger Burgsee (Erdfallsee mit geheimnisvoller Verbindung zu anderen Gewässsern
  • Rundwanderungen
  • Wachholderheide bei Wiesenthal
  • Kissel (648 m), Ruine Frankenburg bei Helmers, die Breitunger Seen und die Krayenburg zwischen Tiefenort und Kieselbach
  • Hautsee bei Dönges mit seiner schwimmenden Insel
  • Kali-Erlebnisbergwerk (Rundfahrt in bis zu 750 m Tiefe)
  • Rhön-Schnitzer bei der Arbeit z. B. in Empfertshausen