Naturschutz

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Naturschutzgebiete (Stand: 9/2009)

Der Unstrut-Hainich-Kreis hat Anteil an 10 Naturschutzgebieten (NSG), wovon 8 NSG vollständig im Kreisgebiet liegen. Das NSG 19 befindet sich zum Teil im Kyffhäuserkreis und das NSG 329 liegt teilweise auch im Landkreis Gotha.


NummerName Größe (ha)
16 Kühmstedter Berg 38,7
17 Volkenroder Wald 26,6
18 Sonder 88,1
19 Großer Horn 1) 158,8
76 Herbslebener Teiche 97,6
201 Flachstal 187,6
203 Klosterschranne - Faulunger Stein 291,5
328 Zimmerbachtal-Hellerbachtal 51,9
329 Unstruttal zwischen Nägelstedt und Großvargula 1) 199,3
381 Grabsche Berge 52,7
1) liegt in zwei oder mehr Landkreisen

Im Naturraum 3.2 (Hainich - Dün - Hainleite) befinden sich die NSG 16 und 17.

Der "Kühmstedter Berg" (NSG 16) ist ein flacher Rücken zwischen den Taleinschnitten der Unstrut im Norden und des Kühmstedter Baches im Süden. Das NSG ist Teil eines kleinen Waldkomplexes am Rand einer intensiv ackerbaulich genutzten Landschaft und liegt am Anstieg vom Innerthüringer Becken zu den westlichen Muschelkalk-Randplatten des Eichsfeldes. Eine kleine, mit Wasser gefüllte Bodensenke im westlichen Teil und Entwässerungsgräben an der Ostseite des NSG sind als temporäre Gewässer vorhanden. Das Gebiet umfasst einen Restwald mit naturraumtypischen Waldgesellschaften (u. a. Waldmeister-Buchenwald, Waldlabkraut- und Sternmieren-Eichen-Hainbuchenwald) als Refugium Wald bewohnender Pflanzen- und Tierarten. Im NSG befindet sich ein vermutlich aus der Jüngeren Steinzeit stammendes Hügelgräberfeld mit 27 Grabstätten.

Zwischen Volkenroda und Obermehler liegt der Volkenroder Wald als größeres Waldgebiet, von dem ein Bereich um das Schaftal als NSG 17 ("Volkenroder Wald") geschützt ist. Das Gebiet umfasst naturnahe Laubmischwälder (u. a. Waldlabkraut-Eichen-Hainbuchenwald und Erlen-Eschenwald) als Refugium Wald bewohnender Tier- und Pflanzenarten. Auf den frischen Partien des Kerbtals blühen im Frühjahr ausgedehnte Bestände des Märzenbechers (später u. a. auch Gelber Eisenhut, Vierblättrige Einbeere und Hohe Schlüsselblume). Sprengungen im Zusammenhang mit der Erdgaserkundung am Ende der 1950er-Jahre haben im Westteil des NSG Trichter hinterlassen.

Die NSG 18 und 19 sowie 328, 329 und 381 befinden sich im Naturraum 5.1 (Innerthüringer Ackerhügelland).

Das NSG 18 "Sonder" dient der Sicherung naturnaher Laubmischwälder und eingeschlossener Erdfälle (z. B. "Teufelsloch") mit ausgesprochen wertvoller Naturausstattung und repräsentiert mit den Erdfällen charakteristische Oberflächen- und Gewässerformen des Naturraums. Neben verschiedenen Ausbildungen des Labkraut-Eichen-Hainbuchenwaldes auf größeren Flächen, wird die Vegetation unter anderem durch Waldmeister- und Waldgersten-Buchenwald, Traubenkirschen-Erlen-Eschenwald sowie in den kleineren Erdfällen von Walzenseggen- und Torfmoos-Birken-Erlenbruchwald geprägt. Randlich enthält das NSG einige Fichtenforsten, die teilweise bereits mit Laubgehölzen durchsetzt sind. Das NSG beherbergt ein Totalreservat.

Das großenteils von Ackerflächen umgebene NSG 19 "Großer Horn" liegt auf der Südabdachung der Sömmerschen Höhen zum Schlotheimer Graben. Es umfasst einen isolierten Waldkomplex mit subkontinentalem Eichen-Hainbuchenwald und bemerkenswertem Arteninventar. Für die Flora des NSG ist eine gewisse Häufung kontinentaler Florenelemente charakteristisch. Dem östlichen Waldrand ist eine kleine Quellstelle vorgelagert. Im NSG befinden sich mehrere Gruppen von Hügelgräbern und zahlreiche Grenzsteine (Grenze zwischen ehem. Königreich Preußen, Provinz Sachsen und Fürstentum Schwarzburg-Sondershausen), sowie eine als Naturdenkmal gesicherte Alteiche im äußersten Südwesten. Das NSG beherbergt zudem ein Totalreservat.

Das NSG 328 "Zimmerbachtal-Hellerbachtal" dient dem Schutz der Karstquelltöpfe, naturnahen Bachläufe und eines reich gegliederten Biotopmosaiks als Lebensräume vor allem für gefährdete Vogelarten (u. a. Beutelmeise, Eisvogel, Raubwürger und Wendehals). Das Gebiet wird im Wesentlichen durch Grünland unterschiedlicher Feuchtestufen und bachbegleitende Gehölze geprägt und beherbergt am Ostende des Ettenberges einen kleinen ehemaligen Steinbruch. Das NSG besitzt eine besondere Bedeutung im Biotopverbund der ausgeräumten Agrarlandschaft zwischen Hainich und Unstrutaue.

Ein Hauptbestandteil des NSG 329 "Unstruttal zwischen Nägelstedt und Großvargula" ist die Unstrut, die hier ein weitgehend natürliches Flussbett besitzt und einer natürlichen Dynamik unterliegt. Der geschützte Abschnitt des Unstruttals ist steil und tief eingeschnitten. Das Durchbruchstal ist durch ein vielfältiges Mosaik wertvoller Trocken- und Feuchtbiotope als Refugium bedrohter Pflanzen und Tiere charakterisiert. Die außerordentlich reiche Biotopausstattung reicht von ehemaligen Weinbergen über Halbtrockenrasen, Gebüsche, Obst- und Kopfweidenbestände bis zu Kalksteinbrüchen und alten Lehmgruben. Besonders wertvolle Pflanzengesellschaften des NSG sind Brustwurz-Kohldistel-Feuchtwiese, Sumpfstorchschnabel-Mädesüß-Flur und Wiesenknopf-Silau-Feuchtwiese sowie die großflächigen Adonisröschen-Fiederzwenken-Halbtrockenrasen. Darüber hinaus ist das NSG einer von zwei thüringischen Fundorten des extrem seltenen Pilzes Gelber Schuppenwulstling.

Das NSG 381 "Grabsche Berge" umfasst geologische und geomorphologische Besonderheiten, Trockenrasen (u. a. Steppenschwingel-Pfriemengras-Trockenrasen, Adonisröschen-Fiederzwenken-Halbtrockenrasen) sowie angrenzende Äcker, an deren Rändern teilweise noch die Haftdolden-Gesellschaft vorkommt, mit reichem Arteninventar. Am Nordwestrand ist die am Fuße des Kalkbergs entlang fließende Notter auf einer Länge von 550 m in das Gebiet einbezogen. Das NSG wird vom Fahrweg Grabe-Bollstedt durchquert.

Im Naturraum 6.3 (Gera-Unstrut-Niederung) befindet sich das NSG 76 "Herbslebener Teiche". Es schließt ein Feuchtgebiet mit offenen Flachwasserbecken, temporären Gewässern und Gräben innerhalb der Unstrutaue sowie mit großflächigem Schilf-Röhricht (größte zusammenhängende Schilffläche Thüringens!) und artenreicher Tierwelt, insbesondere Vögel (u. a. Uferschwalbe, Rohrdommel und Tüpfelralle), Amphibien und Insekten ein. Das Gebiet besteht aus zwei Reihen unterschiedlich großer, rechteckiger Gruben, die zu den wichtigsten Armleuchteralgen-Gewässern Thüringens zählen, nördlich und südlich einer Straße. Inmitten des NSG befindet sich ein Pumpwerk sowie eine, auf der Südseite gelegene, bis 4 m hohe Abraumhalde als Sonderstandort.

Das NSG 201 "Flachstal" befindet sich in den Naturräumen 3.2 (Hainich - Dün - Hainleite) und 5.1 (Innerthüringer Ackerhügelland). Östlich des Goldbergs tritt am linken Hangfuß aus einer Nische eine permanente Quelle zutage. Das Gebiet umfasst extensiv beweidete Komplexe aus Kalk-Halbtrockenrasen (Enzian-Schillergras-Rasen), Frischwiesen und Gebüschen mit einer artenreichen Fauna. So befindet sich beispielsweise die Geburtshelferkröte am Ostrand ihres Verbreitungsgebietes und hat im Bachlauf und seinen Kolken eines ihrer letzten natürlichen Reproduktionsgewässer in Deutschland. Im Talgrund ist eine Refugialfläche ausgewiesen, die von der Beweidung ausgeschlossen bleibt.

Im Naturraum 3.3 (Werrabergland - Hörselberge) befindet sich das NSG 203 "Klosterschranne-Faulunger Stein". Es umfasst naturnaher Laubwälder (v. a. Buchenwälder) sowie eingeschlossene offene Trocken- und Feuchtbiotope (naturnahe Bachläufe, Kalktuffquellen) einer strukturreichen Kulturlandschaft. Innerhalb des NSG bilden Faulunger Stein und Schrännfelsen markante Aussichtspunkte. Durch das Gebiet verläuft außerdem der Lehrpfad Faulungen.


 
Nationalpark

Der Unstrut-Hainich-Kreis hat Anteil am ca. 7.600 ha großen Nationalpark "Hainich".


 
Naturparke

Der geplante Naturpark "Eichsfeld-Hainich-Werratal" umfasst den südwestlichen Teil des Eichsfeldkreises, den westlichen Teil des Unstrut-Hainich-Kreises und den nördlichen Teil des Wartburgkreises.


 
Landschaftsschutzgebiete

Im Unstrut-Hainich-Kreis sind zur Zeit fünf LSG ausgewiesen. Nach Integration der LSG 16 und 17 in das LSG 81 "Eichsfeld" wird sich diese Zahl auf vier verringern.

Die LSG Eichsfeld (81 mit 17) und Mittlerer Dün bilden ein gemeinsames Fremdenverkehrsgebiet.

Ein potentielles Fremdenverkehrsgebiet ist der Hainich (Teil des Naturparkes, künftiger Nationalpark, LSG 17). Seine naturnahe und langfristig zu entwickelnde touristische Nutzung soll sich an dem Erhalt und der Wahrung des im Naturpark Eichsfeld-Hainich-Werratal integrierten sensiblen Landschaftsraumes mit entsprechender Erweiterung orientieren.

Der Mühlhäuser Stadtwald (LSG 17) ist Naherholungsgebiet für Mühlhausen. Die Unstrutaue um Nägelstedt (LSG 19) ist Naherholungsgebiet für Bad Langensalza.


Landschaftsschutzgebiete (Stand: 9/2009)


NummerName Größe (ha)
17 Mühlhäuser Stadtwald 4.640
18 Landschaftsteile, Wasserläufe und Bruchwiesengelände Bad Tennstedt 39
19 Unstruttal zwischen Nägelstedt und Großvargula 1) 140
1) liegt in zwei oder mehr Landkreisen



Karte:
Schutzgebiete
(JPG-Datei)



 
Geschützte Landschaftsbestandteile, Flächennaturdenkmale und Naturdenkmale *

Im Unstrut-Hainich-Kreis gab es zum 15.12.2004 insgesamt 33 geschützte Landschaftsbestandteile, Flächennaturdenkmale und Naturdenkmale.

* Von den Naturdenkmalen wurden erfasst: flächige Naturdenkmale sowie Naturdenkmale geologischer und hydrologischer Art.


 
Natura-2000-Gebiete

Das europäische ökologische Schutzgebietsnetz Natura 2000 umfasst Fauna-Flora-Habitat-Gebiete (FFH-Gebiete einschließlich FFH-Objekte) und Europäische Vogelschutzgebiete.

Die FFH-Gebiete bilden ein europaweites Netz besonderer Schutzgebiete, das der Erhaltung schutzwürdiger Lebensräume sowie ausgewählter Tier- und Pflanzenarten dient. Die Europäischen Vogelschutzgebiete werden für bestimmte Brutvogelarten und für Rast- und Überwinterungsplätze von Zugvögeln ausgewiesen.

Rechtliche Grundlage

Thüringen hat seine Meldung von FFH-Gebieten an die EU-Kommission abgeschlossen. Neben den 212 FFH-Gebieten wurden auch 47 punktförmige FFH-Objekte für den Fledermausschutz gemeldet. Hierbei handelt es sich insbesondere um Fledermausquartiere in Gebäuden und Stollen. Diese sind im Sinne der FFH-Richtlinie FFH-Gebiete und wurden z. T. zu Objektgruppen zusammengefasst. Außerdem gibt es in Thüringen 44 Vogelschutzgebiete.

Der Unstrut-Hainich-Kreis hat Anteil an folgenden FFH-Gebieten:


FFH-Gebiete (Stand: 05/2004)


Nummer Name Größe (ha)
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Thüringen-Tabelle öffnen (PDF-Datei)
Tabelle der FFH-Objekte für den Fledermausschutz für Thüringen öffnen (PDF-Datei)


Europäische Vogelschutzgebiete (Stand: 04/2007)


Nummer Name Größe (ha) Landkreis bzw. kreisfreie Stadt
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Karte:
Gebiete des Natura-2000-Netzes
(PDF-Datei)

Übersichtskarte Thüringen A3 (PDF-Datei)
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