Umwelt regional
 
Unstrut-Hainich-Kreis - Wasserwirtschaft

 
Hydrogeologie

Unter der Bezeichnung  Hydrogeologische Einheiten  (Lithofazieseinheiten) werden Gesteinsgruppen (Schichtenfolgen) auf der Grundlage ihrer hydrogeologischen/hydrochemischen Eigenschaften zusammengefasst. Dabei sind häufig stratigraphisch (altersbezogen) unterschiedliche Gesteine einer Einheit zugeordnet (vgl. Karte: Hydrogeologische Einheiten). Das Verfahren ist in  Grundwasser in Thüringen, Bericht zu Menge und Beschaffenheit , 1996, beschrieben.

Der Unstrut-Hainich-Kreis ist lithofaziell verhältnismäßig einheitlich aufgebaut. In der Mühlhäuser Mulde sind die Kalksteine (L9) weit verbreitet Deren zentraler Teil wird von auflagernden Ton- und Schluffsteinen (L10) sowie Lössdecken (L13) eingenommen. Direkt an der Unstrut treten Lockergesteine (L11/12) auf.

Der Landkreis ist im Bereich von Mühlhausen, Bad Langensalza und Bad Tennstedt geprägt durch das Auftreten sehr wasserreicher Karstquellen. Im Unstrut-Hainich-Kreis sind folgende Gesteinsgruppen von Bedeutung (vgl. Karte: Hydrogeologische Einheiten):

Mesozoische Gesteine der Vorländer und Beckenbereiche
L9Wechsellagerung von Kalksteinen, Dolomiten, Kalkschiefern, Mergeln und Schiefertonen, örtlich Gips, häufig Verkarstung; gute bis stellenweise sehr gute Grundwasser-(Gw)Führung.
L10Wechsellagerung von Ton- und Schluffstein mit plattigen Sandsteinen, mergeligen Kalksteinen, Dolomiten und Schiefertonen, häufig salinar beeinflusst, sulfatisch, kalkig, Gesteine des Keupers (Trias) und Lias (Jura); nur stellenweise mittlere Grundwasserführung.
Lockergesteinsbedeckung känozoischen Alters
L11/12Kiese, Sande, Lehme und Tone holozänen, pleistozänen und tertiären Alters (z. B. Terrassenschotter, Auebildungen), stellenweise vergesellschaftet mit Basalten (L4.2), Braunkohleflözen oder Kalktuff (Travertin); sehr unterschiedliche Grundwasserführung.
L13Löss, Lösslehme, Fließlehme und stark lehmiger Gehängeschutt; wirken stark reduzierend auf die Rate der Grundwasserneubildung bzw. verhindern die Neubildung stellenweise vollständig.


Karte:

Hydrogeologische Einheiten
(PDF-Datei)


 
Niederschläge

Der Unstrut-Hainich-Kreis hat Anteil an der gesamten Übergangszone vom niederschlagsreichen Eichsfeld und Hainich zum mitteldeutschen Trockengebiet. Die Niederschlagssummen liegen zwischen 556 und 971 mm pro Jahr (Mittelwert 745 mm). Der Landkreis gehört damit zu den trockeneren in Thüringen. Der Mittelwert liegt deutlich unter dem
Träger (837 mm pro Jahr).

Die Niederschläge im Unstrut-Hainich-Kreis sind deutlich geliedert und nehmen von Westen nach Osten stark ab. Die Niederschlagssummen liegen im Mühlhäuser Stadtwald, im Kammbereich des Hainichs sowie auf dem Dün zwischen 850 und 1.000 mm. An beiden Abdachungen des Hainichs und des Mühlhäuser Stadtwaldes schließt sich ein Bereich mit 800 bis 850 mm Jahresniederschlag an. Im Ostteil des Lankreises werden 650 mm flächendeckend unterschritten. Im östlichen Teil der Unstrutaue und ihrer Nebenflüsse liegen die Niederschläge sogar unter 600 mm jährlich.


Karte:
Gebietsniederschlag
1971 bis 2010
(JPG-Datei)


 
Verdunstung

Die Werte für die Gebietsverdunstung im Unstrut-Hainich-Kreis liegen zwischen 429 und 811 mm, der Mittelwert bei 565 mm pro Jahr. Damit liegt der Landkreis deutlich unter dem
Träger (Thüringen 607 mm pro Jahr).

Flächen mit einer realen Gebietsverdunstung von mehr als 600 mm pro Jahr sind im Unstrut-Hainich-Kreis im Mühlhäuser Stadtwald, im Hainich und in einigen größeren Waldgebieten (Volkenrodaer Wald) verbreitet. Besonders im Hainich werden auch die 700 mm überschritten. Im zentralen Teil des Landkreises, im Bereich der Unstrutaue und ihrer Nebenflüsse, liegt die Verdunstung fast flächendeckend bei 500 bis 550 mm pro Jahr.


Karte:
Gebietsverdunstung
1971 bis 2010
(JPG-Datei)


 
Grundwasserneubildung

Der Prozess der Grundwasserneubildung schließt im Wasserkreislauf die Verbindung zwischen Oberflächenwasser und Grundwasser.

Ein Ziel der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) besteht im Erreichen eines guten mengenmäßigen Zustandes der Grundwasserressourcen bzw. eine Verschlechterung des Zustandes zu verhindern. Die gestatteten mittleren Wasserentnahmen durch Landwirtschaft, Produktionsbetriebe, Wasserversorger usw. dürfen die verfügbaren Grundwasserressourcen je Grundwassereinzugsgebiet nicht überschreiten.

Von 2011 bis 2013 wurden im Auftrag der TLUG die Grundwasserneubildungshöhen für die insgesamt 391 Teileinzugsgebiete erstmals landesweit flächendeckend ermittelt, wobei die aktuelle Niederschlagsreihe von 1971 bis 2010 als Berechnungsgrundlage verwendet wurde.
Informationen zur Methodik


Karte:
Grundwasserneubildung
1971 bis 2010
(JPG-Datei)

Betrachtet man die Werte – gewichtet nach den Flächenanteilen der Teileinzugsgebiete – kommt es im Unstrut-Hainich-Kreis mit 91 mm pro Jahr zu einer vergleichsweise geringen Grundwasserneubildung. Das Thüringer Mittel beträgt 111 mm jährlich. Wie Karte und Diagramm zeigen, bewegen sich die Werte der Teileinzugsgebiete im Landkreis zwischen 51 und 161 mm.


 
Oberflächengewässer

Das Territorium des Unstrut-Hainich-Kreises entwässert im mittleren und östlichen Teil über die Unstrut, im nordöstlichen Teil über die Helbe und Unstrut zur Saale und zur Elbe. Im Westen fließen der Haselbach sowie die Frieda und deren Quellbäche der Werra und Weser zu.

Ein bedeutendes Standgewässer ist die Talsperre Seebach (Stauraum 5,0 Mill. m³, Wasserfläche 1,1 km²).



Klassifizierung der Fließgewässer

KlassifizierungFließgewässer
1. OrdnungUnstrut, der Unstrut-Umfluter in Mühlhausen und die Alte Unstrut bei Thamsbrück.
2. OrdnungNotter, Welsbach, Fernebach und Urbach / zur Helbe (linksseitig zur Unstrut), Luhne, Felchtaer Bach, Seebach, Suthbach, Nordmar, Salza und Tonna (rechtsseitig zur Unstrut), Haselbach, Frieda mit Zuflüssen Lutter und Roßbach (zur Werra) u. a.


 
Gewässergüte Fließgewässer

Mit dem Inkrafttreten der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) im Jahre 2000 rückte bei der Zustandsbewertung der Gewässer der ökologischen Aspekt in den Vordergrund. Zur Einstufung des ökologischen Zustands werden biologische, chemische und unterstützend allgemein physikalisch-chemische Komponenten herangezogen. Detailierte Informationen zur Zustandsbewertung der Fließgewässer werden im Erläuterungstext gegeben.


Karte:
Gewässergüte 2013
ökologischer Zustand / Potenzial
(JPG-Datei)

Karte:
Gewässergüte 2013
Fischfauna
(JPG-Datei)

Karte:
Gewässergüte 2013
Wasserpflanzen
(JPG-Datei)

Karte:
Gewässergüte 2013
Makrozoobenthos
(JPG-Datei)

Karte:
Gewässergüte 2012
Saprobiologie
(JPG-Datei)

Thüringen-Übersichtskarten:
Fischfauna (JPG-Datei)
Wasserpflanzen (JPG-Datei)
Makrozoobenthos (JPG-Datei)
Saprobiologie (JPG-Datei)
Mit Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie ab 2007 änderte sich das Verfahren zur Bewertung der Gewässergüte einschließlich der Erfassung der Saprobiologie. Nähere Informationen werden in den methodischen Hinweisen gegeben. Gewässergütekarten für die Jahre 1993, 1997, 2002 und 2006 sind im Archiv hinterlegt.


 
Wasserversorgung

Im Jahr 2010 waren 99,8 % der Einwohner im Unstrut-Hainich-Kreis (Thüringen 99,9 %) an die öffentliche Wasserversorgung angeschlossen. In 39 Gewinnungsanlagen wurden rund 4,6 Mio. m³ Wasser gewonnen. Der Wasserverbrauch im Unstrut-Hainich-Kreis lag mit 90,7 Liter je Einwohner und Tag leicht über dem
Träger von Thüringen (88,6 Liter).

Die Trinkwasserversorgung im Unstrut-Hainich-Kreis erfolgt noch nicht durch Fernleitungen aus Talsperren.

Bedeutende Grundwasserressourcen befinden sich im Festgestein im Hainich, im oberen Unstruttal bei Dachrieden, sowie bei Obermehler, Schlotheim und Kirchheilingen. Im Lockergestein der Unstrutaue gibt es Grundwasserressourcen bei Bad Langensalza, Herbsleben, Bad Tennstedt und Kutzleben.

Veränderungen der Wasserschutzgebiete werden im Thüringer Staatsanzeiger veröffentlicht.


Karte:
Träger der öffentlichen
Wasserversorgung 2011
(JPG-Datei)


 
Abwasserentsorgung

Im Jahre 2013 waren 97,2 % der Einwohner des Unstrut-Hainich-Kreis an die öffentliche Kanalisation angeschlossen, 80,0 % auch an eine zentrale Abwasserbehandlungsanlage (Thüringen 93,5 % bzw. 75,8 %).




Karte:

Abwasserentsorgung 2009
(JPG-Datei)