Bei einer Gesamtbodenfläche von 97.553 ha verteilten sich die Nutzungsarten im Landkreis wie im Folgenden dargestellt.
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Flächen der tatsächlichen Nutzung 1992 und 2010 Siedlungs- und Verkehrsfläche (SVF) ohne Abbauland |
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| Nutzungsart [ %] |
Unstrut-Hainich-Kreis |
Thüringen |
| 1992 |
2010 |
2010 |
| Siedlung und Verkehr | 7,2 | 8,1 | 9,3 |
| Landwirtschaft | 69,4 | 68,8 | 54,4 |
| Wald | 15,5 | 15,8 | 31,9 |
| Wasser | 1,5 | 1,5 | 1,2 |
| Sonstige | 6,5 | 5,8 | 3,2 |
Landwirtschaftliche Nutzung auf mehr als 80 % der Gemeindefläche ist im Unstrut-Hainich-Kreis auf einer großen zusammenhängenden Fläche im zentralen Thüringer Becken verbreitet, die den südöstlichen Teil des Kreises umfasst und nach Westen und Norden bis Bad Langensalza, Großengottern, Heroldishausen, Weinbergen, Altengottern, Bothenheilingen, Issersheilingen und Neunheilingen reicht. Nur bei Vorherrschen der Waldfläche im westlichen Teil (Hainich und Werrabergland) werden 50 % unterschritten.
Der Anteil der Waldfläche liegt im gesamten Bereich des zentralen Thüringer Beckens um Bad Langensalza und Bad Tennstedt unter 10 %. Waldanteile von über 25 % sind im Westteil häufig. Die höchsten Waldanteile haben Langula (59,4 %) und Lengenfeld unterm Stein (54,2 %).
Der Anteil der Siedlungs- und Verkehrsflächen befindet sich in der Regel in Korrelation zur Bevölkerungsdichte der Städte und Gemeinden und ist in Mühlhausen (17,4 %), Heyerode (14,8 %) und Schlotheim (11,9 %) am höchsten. Ein Anteil von 5 % wird in knapp einem Drittel der Gemeinden unterschritten.
Wasserflächen konzentrieren sich, da größere natürliche Standgewässer im Unstrut-Hainich-Kreis nicht vorhanden sind, auf die Talsperre Seebach, das Teichgebiet an der Unstrut unterhalb Herbsleben und den landwirtschaftlichen Wasserspeicher Großengottern.
Die sonstigen Flächen sind im Unstrut-Hainich-Kreis Konversionsflächen ehemaliger Truppenübungsplätze (Weberstedt, Mülverstedt), der Standortübungsplatz Mühlhausen, vom Bergbau beanspruchte Flächen und noch nicht in andere Nutzungen überführte Flächen an der ehemaligen innerdeutschen Grenze. Bei Menteroda liegen Sanierungsflächen des ehemaligen Kalibergbaues einschließlich ausgedehnter Haldenflächen vor. Darüber hinaus wird übertägiger Bergbau auf Kalkstein bei Eigenrieden (Gemeinde Rodeberg) und Heyerode sowie auf Kiessande bei Lützensömmern (Gemeinde Kutzleben) und Ballhausen betrieben.
In der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie ist die Minderung der Flächeninanspruchnahme für Siedlungen und Verkehr ein wichtiges Handlungsfeld. Vom gesamtdeutschen Ziel, die Flächeninanspruchnahme bis 2020 auf 30 Hektar pro Tag zu reduzieren, sind wir zum heutigen Zeitpunkt weit entfernt. Von ökologischer Brisanz ist vor allem die Tatsache, dass etwa 50 % der Siedlungs- und Verkehrsfläche versiegelt sind. Damit verbunden sind alle negativen Wirkungen auf die Geofaktoren Boden, Wasser, Klima sowie Flora und Fauna.
In Thüringen kommt verschärfend hinzu, dass der Flächenverbrauch bei sinkender Bevölkerung vonstatten geht. Thüringen verlor seit 1990 fast 12 % seiner Bevölkerung, was etwa 310.000 Einwohnern entspricht.
In einer geostatistischen Analyse von 2008 wurde erstmals aus hochauflösenden Satellitenbildern eine breite landesweite georäumliche Datenbasis zur Flächeninanspruchnahme als Grundlage für weitere fachliche Analysen geschaffen.
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Karte: versiegelte Flächen |
| (JPG-Datei) |
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Karte: Flächenversiegelung nach Gemeinden |
| (JPG-Datei) |
Eine für ein langfristig angelegtes Versiegelungsmonitoring geeignete Darstellungsweise ist die Verwendung eines normierten Rasters. Der Vorteil liegt in einer Vergleichbarkeit, die unabhängig von Gemeindegrößen und etwaigen Gebietsveränderungen ist. Eine Übersichtskarte für Thüringen zeigt den Versiegelungsgrad bezogen auf ein flächendeckendes 2 x 2 km-Raster mit dem Datenstand 2006.
Weitere Beiträge zur Flächenversiegelung sind im Internetangebot der TLUG hier zu finden.
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