Umwelt regional
 
Unstrut-Hainich-Kreis - Geographie

 
Geographische Lage

Der Unstrut-Hainich-Kreis gehört zur Planungsregion Nordthüringen. Im Norden grenzen an ihn die Landkreise Eichsfeld und Kyffhäuser. Im Osten und Südosten grenzen die Kreise Sömmerda und Gotha an. Im Südwesten bilden der zu Südthüringen gehörende Wartburgkreis und im Westen das Land Hessen die Grenze. Südlich der Kreisstadt Mühlhausen befindet sich der geographische Mittelpunkt Deutschlands.


 
Geomorphologie



Die Geländehöhen im Unstrut-Hainich-Kreis betragen zwischen 150 m an der Unstrut bei Herbsleben an der Grenze zum Landkreis Sömmerda und 511 m am Hang des Rain auf der Grenze zum Landkreis Eichsfeld. Ausgewählte markante Geländeerhebungen sind:

Köhlerberg bei Hüpstedt505 m
Sollstedter Warte487 m
Dörnerberg bei Diedorf478 m
Winterstein bei Heyerode468 m
Harnisch bei Menteroda463 m
Haardt bei Kammerforst451 m
Walperbiel bei Lengenfeld unterm Stein450 m
Forstberg nördlich Mühlhausen395 m
Steinberg bei Marolterode368 m
Teufelsberg bei Wiegleben358 m
Warthügel bei Hollenbach323 m
Wartberg bei Nägelstedt277 m
Vargulaer Hügel252 m
Roter Berg bei Altengottern240 m


Karte:

Hangneigung und Exposition
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Naturräume

Muschelkalk-Platten und -BergländerHainich-Dün-Hainleite
nördlicher Teil des Unstrut-Hainich-Kreises nördlich einer Linie Obermehler-Kaisershagen-Bickenriede sowie Hainich zwischen Struth und Weberstedt
Werrabergland-Hörselberge
westlich der Linie Struth-Heyerode
AckerhügelländerInnerthüringer Ackerhügelland
gesamter verbleibender Teil außerhalb der Muschelkalk-Platten und Bergländer mit Mühlhausen und Bad Langensalza
Auen und NiederungenGera-Unstrut-Niederung
bei Herbsleben
Unstrutaue Mühlhausen-Bad Langensalza


Karte:

Naturräumliche Gliederung
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Der Unstrut-Hainich-Kreis liegt zum größten Teil am westlichen Rand des Thüringer Beckens (Innerthüringer Ackerland), einer flachwelligen, durch die Lössauflage fruchtbare und dadurch überwiegend intensiv ackerbaulich genutzten Hügellandschaft (Höhen meist zwischen 200 und 300 m). Im Bereich des Kreises gibt es mehrere kleine Restwälder, die in die Landwirtschaftsfläche eingelagert sind.

Darüber hinaus wird das Gebiet des Landkreises landschaftlich vor allem von den zwei Namensgebern des Kreises, der Unstrut und dem Hainich, gegliedert. Die mittlere Unstrut mit ihrer breiten, überwiegend ackerbaulich genutzten Talaue durchfließt den Landkreis von Nordwesten nach Südosten. Der Hainich, eine vorwiegend mit Buchen bewaldete flachwellige Muschelkalkhochfläche in 300 bis 500 m Höhe, begrenzt den Kreis im Westen und Südwesten. Die südwestlich von Mühlhausen liegenden Höhen des nördlichen Hainich bilden die höchsten Erhebungen innerhalb des Landkreises.

Darüber hinaus hat der Unstrut-Hainich-Kreis noch Anteil an den beiden Naturräumen Dün (im Norden) und Werrabergland-Hörselberge (im äußersten Westen).

 
Flächennutzung

Bei einer Gesamtbodenfläche von 97.553 ha verteilten sich die Nutzungsarten im Landkreis wie im Folgenden dargestellt.

Flächen der tatsächlichen Nutzung 1992 und 2014
Siedlungs- und Verkehrsfläche (SVF) ohne Abbauland
Diagramm für Thüringen anzeigen/ ausblenden

Nutzungsart [%] Unstrut-Hainich-Kreis Thüringen
1992 2014 2014
Siedlung und Verkehr 7,2 8,5 9,7
Landwirtschaft 69,4 69,4 54,9
Wald 15,5 18,9 32,7
Wasser 1,5 1,5 1,2
Sonstige 6,5 1,7 1,5


Karte:

Flächennutzung
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Übersichtskarten Thüringen:


Landwirtschaftliche Nutzung auf mehr als 80 % der Gemeindefläche ist im zentralen Thüringer Becken, das den südöstlichen Teil des Unstrut-Hainich-Kreises umfasst, weit verbreitet. Nur im westlichen Teil, im Hainich und Werrabergland, werden 50 % unterschritten.

Der Anteil der Waldfläche liegt im gesamten Bereich des zentralen Thüringer Beckens unter 10 %. Waldanteile von über 25 % sind im Hainich und im Werrabergland häufig. Den höchsten Waldanteil mit 66,8 % hat die Gemeinde Mülverstedt.

Der Anteil der Siedlungs- und Verkehrsflächen befindet sich in der Regel in Korrelation zur Bevölkerungsdichte der Städte und Gemeinden und ist in Mühlhausen (18,1 %), Schlotheim (13,0 %) und Bad Langensalza (10,1 %) am höchsten. In 12 Gemeinden liegt der Anteil der Siedlungs- und Verkehrsflächen bei 5 % oder weniger. Den geringsten weist Mülverstedt mit 2,8 % auf.

Wasserflächen konzentrieren sich, da größere natürliche Standgewässer im Unstrut-Hainich-Kreis nicht vorhanden sind, auf die Talsperre Seebach, das Teichgebiet an der Unstrut unterhalb Herbsleben und den landwirtschaftlichen Wasserspeicher Großengottern.

Die sonstigen Flächen sind im Unstrut-Hainich-Kreis Konversionsflächen ehemaliger Truppenübungsplätze (Weberstedt, Mülverstedt), der Standortübungsplatz Mühlhausen, vom Bergbau beanspruchte Flächen und noch nicht in andere Nutzungen überführte Flächen an der ehemaligen innerdeutschen Grenze. Bei Menteroda liegen Sanierungsflächen des ehemaligen Kalibergbaues einschließlich ausgedehnter Haldenflächen vor. Darüber hinaus wird übertägiger Bergbau auf Kalkstein bei Eigenrieden (Gemeinde Rodeberg) und Heyerode sowie auf Kiessande bei Lützensömmern (Gemeinde Kutzleben) und Ballhausen betrieben.


Karte:

Landnutzung
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Flächenversiegelung

In der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie ist die Minderung der Flächeninanspruchnahme für Siedlungen und Verkehr ein wichtiges Handlungsfeld. Vom gesamtdeutschen Ziel, die Flächeninanspruchnahme bis 2020 auf 30 Hektar pro Tag zu reduzieren, sind wir zum heutigen Zeitpunkt weit entfernt. Von ökologischer Brisanz ist vor allem die Tatsache, dass etwa 50 % der Siedlungs- und Verkehrsfläche versiegelt sind. Damit verbunden sind alle negativen Wirkungen auf die Geofaktoren Boden, Wasser, Klima sowie Flora und Fauna.

In Thüringen kommt verschärfend hinzu, dass der Flächenverbrauch bei sinkender Bevölkerung vonstatten geht. Thüringen verlor seit 1990 fast 12 % seiner Bevölkerung, was etwa 310.000 Einwohnern entspricht.

In einer geostatistischen Analyse von 2008 wurde erstmals aus hochauflösenden Satellitenbildern eine breite landesweite georäumliche Datenbasis zur Flächeninanspruchnahme als Grundlage für weitere fachliche Analysen geschaffen.


Karte:

versiegelte Flächen
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Karte:

Flächenversiegelung nach Gemeinden
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Karte:

Flächenversiegelung je Einwohner
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Eine für ein langfristig angelegtes Versiegelungsmonitoring geeignete Darstellungsweise ist die Verwendung eines normierten Rasters. Der Vorteil liegt in einer Vergleichbarkeit, die unabhängig von Gemeindegrößen und etwaigen Gebietsveränderungen ist. Eine Übersichtskarte für Thüringen zeigt den Versiegelungsgrad bezogen auf ein flächendeckendes 2 x 2 km-Raster mit dem Datenstand 2006.