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Unstrut-Hainich-Kreis - Allgemeine Informationen

 
Kreisverwaltung

Landrat: Harald Zanker
Verwaltungssitz: Mühlhausen
Dienststelle: Landratsamt Mühlhausen

Lindenbühl 28/29
99974 Mühlhausen

Tel.: 03601 / 80 0
Fax: 03601 / 80 10 81
Letzte Gebietsreform: 01.07.1994
Kfz-Kennzeichen: UH

 
Wappen

Geviertet: Feld 1: in Gold ein schwarzer, goldengekrönter, rot bewehrter Adler mit einem silbernen Mühleisen auf jedem Flügel; Feld 2: in Blau ein siebenmal von Rot über Silber geteilter, golden bewehrter und gekrönter Löwe; Feld 3: in Rot ein silbernes sechsspeichiges Rad; Feld 4: ein rotes zwölfendiges Geweih mit Grind.

Genehmigung des Thüringer Landesverwaltungsamtes vom 01.11.1995).

Das Landkreiswappen symbolisiert die das heutige Kreisgebiet ehemals prägenden Territorialherrschaften. Der schwarze Adler in Gold mit den Mühleisen auf den Flügeln steht dabei für das Territorium der Freien Reichsstadt Mühlhausen. Den größten Umfang des Territorialbesitzes hatten die Landgrafen von Thüringen inne; symbolisiert wird diese durch den rot-silbern geteilten Löwen. Flächenmäßig kleinere Regionen des heutigen Landkreises gehörten zum Erzbistum Mainz und zum Fürstentum Schwarzburg-Sondershausen. Das silberne Rad auf rotem Grund steht für das Mainzer Erzbistum. Die Zugehörigkeit einiger Ortschaften zur Herrschaft Schwarzburg-Sondershausen wird durch das rote Geweih in Silber symbolisiert.

(Wappenbeschreibung Unstrut-Hainich-Kreis, Landratsamt des Unstrut-Hainich-Kreises 1996)

 
Wissenswertes zum Unstrut-Hainich-Kreis


Karte:

Satellitenbildkarte
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Karte:

Übersichtskarte
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Durch die Lagegunst im Thüringer Becken wurde das Gebiet des heutigen Unstrut-Hainich-Kreises bereits früh besiedelt. Zahlreiche prähistorische Funde belegen die Besiedlung des Gebietes seit Jahrtausenden.

Begünstigt durch die zentrale Lage entwickelte sich der Raum bereits früh zu einer wirtschaftlich und kulturell interessanten Region.

Die erste urkundliche Erwähnung Mühlhausens geht auf das Jahr 967 zurück. Der Ort wuchs aus mehreren Siedlungskernen zusammen und entwickelte sich zu einer Ansiedlung von Handwerkern und Kaufleuten. Vom 12. Jahrhundert bis zum Jahr 1802 war Mühlhausen Freie Reichsstadt. Anschließend war die Stadt bis 1882 preußische Kreisstadt, dann bis 1950 kreisfrei.

Die Thomas-Müntzer-Stadt Mühlhausen wurde im II. Weltkrieg kaum zerstört, so dass ein sehenswerter Altstadtkern, der in den letzten Jahre saniert wird, mit vielen sakralen Bauten erhalten ist. Die Altstadt besitzt den Status eines europäischen Flächendenkmals. Mühlhausen verfügt mit insgesamt 2,7 km Länge über die längste Stadtmauer Thüringens. Weitere Sehenswürdigkeiten der Stadt sind neben zahlreichen Kirchen und Kapellen das Rathaus, das Brunnenhaus Popperode, die Allerheiligenkirche und vor allem die Kirche St. Marien (mit Müntzergedenkstätte) - die zweitgrößte mittelalterliche Kirche Thüringens.

Bad Langensalza wurde 876 erstmals urkundlich erwähnt. 1212 erhielt der Ort das Stadtrecht zugesprochen. Anschließend gehörte es lange Zeit zum Kloster Homburg. Im Mittelalter dehnte sich die Stadt entlang des Flusses Salza aus (daher auch der Name Langensalza). Im Jahr 1711 zerstörte ein Brand größere Teile der Stadt, so dass die heutige Anlage der Stadt weitgehend aus der Zeit nach 1711 stammt. Der mittelalterliche Stadtkern des Kurortes Bad Langensalza ist sehenswert und als Flächendenkmal ausgewiesen. Bedeutsam für den Fremdenverkehr der Stadt ist auch die 1811 entdeckte Schwefelquelle. Türme, wie der Turm des ehemaligen Augustinerklosters, der Rathausturm oder der Turm der Marktkirche (Thüringens höchster Turm), sind Wahrzeichen der Stadt.

Auch der bietet zahlreiche Sehenswürdigkeiten, insbesondere mehrere Schlösser, Burgen und ehemalige Klöster. Besonders sehenswert ist die Burg Bischofstein in Lengenfeld/Stein.

 
Die Kreisstadt - Mühlhausen

Mühlhausen liegt eingebettet inmitten dreier Hügelketten - Hainich, Eichsfeld und Dün - am Oberlauf der Unstrut, ca. 230 m ü. NN. Der Blick auf Mühlhausen wird von den vielen Türmen, die der Stadt den Beinamen "Muhlhusia turrita" (turmgeschmücktes Mühlhausen) einbrachte, gefangen. Von den ehemals 59 Türmen überstanden nicht alle die Jahrhunderte, aber auch heute noch bilden 13 von ihnen eine eindrucksvolle Silhouette.

Im 6. Jh. erfolgte die Einbeziehung Thüringens in das Frankenreich und der Ortsname "Mulinhuso"(Mühle bei den Häusern) deutet auf die Einführung der Wassermühle durch die Franken hin. Die günstigen Siedlungsbedingungen führen zum Ausbau eines Königsgutbezirkes und der Einbindung in das Netz der Königsstraßen.

Erstmals 967 wird Mühlhausen urkundlich durch Otto II. erwähnt. Aus mehreren Siedlungskernen mit eigenen Kirchen (Georgi, Andreas, Killiani, Martini) wuchs die Stadt zusammen. Bereits 1135 wird von einer königlichen Stadt - villa regia - anlässlich der Unterwerfung Konrads III. unter Kaiser Lothar gesprochen und 1180 wird Mühlhausen urkundlich als civitas imperatoris (Reichsstadt) bezeichnet. Um 1220 entsteht das erste Stadtrechtsbuch in deutscher Sprache, ein historischer Meilenstein städtischen Selbstbewusstseins. Spätestens 1241 übernahmen die Bürger Zoll und Münzstätte und 1251 das Reichsschultamt vom König. Mit der Zerstörung der königlichen Pfalzburg unterbanden sie jede unmittelbare Einwirkung des Königs und Mühlhausen blieb bis 1802 freie Reichstadt.

Im 13. und 14. Jh. erwarb die Stadt aus dem ehemaligen Königsgutbezirk ein eigenes Territorium, das sie mit einem Landgraben schützte. Handel und Gewerbe blühten und 1247 werden Mühlhäuser Tuche in Hamburg verzollt; um 1300 wird bereits Baumwolle verarbeitet.

Eine geschickte Bündnispolitik mit Erfurt, Nordhausen und dem Rheinischen Städtebund sorgte für sichere Zeiten. Um 1430 tritt Mühlhausen sogar für einige Jahre der Hanse bei. Nach einer erneuten wirtschaftlichen Blüte - Mühlhausen wurde auch Wollhandelplatz - geriet die Stadt durch den Dreißigjährigen Krieg finanziell an den Rand des Ruins. Mühlhausen verlor teils durch Abwanderung ca. 50 % seiner Bürger (so verließ 1668 Laurentius Blumentrost, der spätere Leibarzt des Zaren, die Stadt). Nach einer Zeit der Erholung und des künstlerischen Schaffens, vor allem in der Musik, verlor Mühlhausen 1802 den Status der freien Reichsstadt, wurde dem Königreich Preußen zugeschlagen, kam 1807 zum Königreich Westfalen, konnte jedoch 1813/15 mit den Befreiungskriegen gegen Napoleon an seine alte freiheitliche Tradition erfolgreich anknüpfen.

Thomas Müntzer, prostestantischer Prediger und Führer des Aufstands der thüringischen Bauern, ist eng mit der Stadtgeschichte verknüpft. Seit 1524 in der Stadt gilt Müntzer als wichtigster Repräsentant der radikalen Reformation und Gegner Luthers. Seine starke, kämpferische Persönlickeit und sein Eintreten für ein neues und gerechtes "Reich Gottes auf Erden" brachte ihm, vorallem unter den Armen der Stadt zahlreiche Anhänger. Im März 1524 wird der alte Rat von den Bürgern in der Marienkirche, an der Müntzer als Pfarrer wirkte, abgewählt und der "Ewige Rat" eingesetzt. Mühlhausen wird zum politischen Zentrum des Bauernaufstandes in Thüringen, nach dessen Niederlage in der Schlacht bei Frankenhausen am 15. März 1525, auch die Stadt das Strafgericht der Sieger (zeitweiliger Verlust der Reichsfreiheit, Rekatholisierung) zu spüren bekam.

Mühlhausen vermittelt den geschlossensten Eindruck einer Stadt des Spätmittelalters in Thüringen. Mit der industriellen Revolution nach 1848 beginnt ein wirtschaftlicher Aufschwung, Die Textilindustrie, Maschinenbau, Lederverarbeitung und Nahrungs- und Genussmittelproduktion (Tabak, Bierbrauereien) sind Markenzeichen jener Zeit. Von den Zerstörungen des 2. Weltkrieges weitgehend verschont, konnte die Stadt trotz jahrzehntelanger Vernachlässigung einen der sehenswertesten Altstadtkerne bewahren. Keine Stadt in Thüringen verfügt noch über eine 2,7 km lange gut erhaltene Stadtmauer und die Altstadt schmücken 800 Gebäude deutscher Baugeschichte - von der Spätromanik bis zur Architektur des 20. Jh.

Zur Vielfalt der aus deutscher Geschichte erwachsenen Formen von Kunst und Kultur kann Mühlhausen mit seiner langen reichsstädtischen Vergangenheit einen eigenen Beitrag leisten. Glanzpunkten mittelalterlicher Kirchenbaukunst folgte die herausragende Ausprägung protestantischer Kirchenmusik bis in die heutige Zeit., für die nur das Wirken Johann Sebastian Bachs an der Divi Blasii Kirche genannt sei. Besucher aus aller Welt bewundern die einmalige Bach-Orgel dieser Kirche. Heute wird an diese Tradition mit den Mühlhäuser Musiktagen und dem Internationalen Konzertreigen dankbar angeknüpft. Aus der kirchenmusikalischen Tradition ist auch der Mühlhäuser Bachchor entstanden, dessen Anliegen es ist, das Bewusstsein für diese einmalige Geschichte mitteleuropäischer Musikkultur lebendig zu halten.

 
Sehenswürdigkeiten

Eine Vielzahl sakraler Bauten, von denen die Kirche St. Marien die bekannteste ist, fallen im Stadtbild auf. Am Kornmarkt steht die Barfüßler-Klosterkirche (13./14. Jh.), ein einschiffiger gotischer Bau, die heute eine Gedenkstätte "Deutscher Bauernkrieg" beherbergt. Ein städtebauliches Juwel ist das Rathaus der Stadt, ein Stein- und Fachwerkbau aus verschiedenen Bauepochen, dessen Kernbau um 1300 entstand. Die imposante Rathaushalle mit dem hölzernen Tonnengewölbe dient heute als Festsaal und Konzerthalle. In der 2. Hälfte des 14. Jh. trennte man von der Rathaushalle durch eine Bohlenwand die Ratsstube (mit gotischer Wandmalerei) ab. 1525 tagte hier der "Ewige Rat". Im Rathaus untergebracht ist das "Reichsstädtische Archiv", dessen Bestände Kostbarkeiten mittelalterlicher Buchkunst und wertvolle historische Dokumente, darunter das berühmte Mühlhäuser "Rechtsbuch" enthalten. Die 2,7 km lange, im 12. und 13. Jh. erbaute innere Stadtmauer umschließt noch heute die Altstadt. Sehenswert sind auch die Divi Blasii Kirche, Antoniuskapelle, Kornmarktkirche, Allerheiligenkirche, Kiliankirche, Jakobikirche, sowie die Wehrtürme am Lindenbühl, das Innere Frauentor, Raben- und Hospitalturm am Hirschgraben und der mächtige Turm des Äußeren Frauentores. Eindrucksvoll ist ebenfalls das ehemalige Zisterzensienkloster Anrode und Volkenroda, sowie die imposante Anlage des ehemaligen Benediktinerinnenklosters Zella mit seinem sorgfältig gestalteten Fachwerkensemble.

Feiern können die Mühlhäuser auch! Jährlich im August wird seit 1877 die größte Stadtkirmes Deutschlands gefeiert. In ebenfalls jährlicher Wiederkehr werden die Brunnenfeste an den Mühlhäuser Quellen gefeiert, die ihren Ursprung im vorchristlichen heidnischen Wasserkult unserer gemanischen Vorfahren haben. Die Holzfahrt, ein Volksfest im Juli, kündet vom Stolz der Mühlhäuser auf die reichen Waldungen.

 
Ausflugs- und Wanderziele

  • über den Hainich ins Werratal
  • im Unstruttal zur Quelle im Eichsfeld oder entlang dem Mühlhäuser Landgraben
  • älteste Vogelschutzwarte Deutschlands in Seebach