Umwelt regional
 
Zustandsbewertung der Fließgewässer

Die biologischen Komponenten umfassen Makrozoobenthos (MZB), Makrophyten/Phytobenthos (MP/PB), Phytoplankton (PP) und die Fischfauna. Für jede Komponente wurde ein bundeseinheitliches Bewertungssystem entwickelt, das den jeweiligen Bestand an Tier- oder Pflanzenarten einem gewässertypspezifischen Soll-Ist-Vergleich unterzieht. Je nach Abweichung vom Referenzzustand erfolgt eine Einstufung in fünf ökologische Zustandsklassen von "sehr gut" bis "schlecht". Die schlechteste Zustandsklasse einer biologischen Qualitätskomponente ist maßgebend für die Einstufung des ökologischen Zustands im Oberflächenwasserkörper (OWK).

Die Bewertung der Gewässergüte erfolgt je Wasserkörper und wird auf die einem OWK zugehörigen Fließgewässer übertragen. Die Untersuchung und Bewertung der Biokomponenten erfolgt an ausgewählten Messstellen im Gebiet, die in den Karten dargestellt sind. Wenn es mehrere Messstellen pro Wasserkörper gibt, wurden aus den messstellenbezogenen Ergebnissen für die Bewertung des Wasserkörpers ein Mittelwert berechnet.

Die allgemein physikalisch-chemischen Komponenten, die im Wesentlichen die Nährstoffparameter (Phosphor und Stickstoff), die organische Belastung und die Salze umfassen, haben einen indirekten Einfluss auf die biologischen Komponenten (z. B. BSB5 auf den Saprobienindex, Phosphor auf die Makrophyten und Phytobenthos). Diese Komponenten sollen die biologisch basierte Bewertung unterstützen und plausibilisieren.



Die chemischen Komponenten umfassen Stoffe im Wasser und im Schwebstoff mit definierten Qualitätsnormen, die in den Anlagen 5 und 7 der OGewV vom Juli 2011 aufgeführt sind. Die chemischen Daten werden als Jahresmittelwert und/oder als zulässige Höchstkonzentrationen mit den entsprechenden Qualitätsnormvorgaben abgeglichen.

- Überschreitungen der Qualitätsnorm für flussgebietsspezifische Schadstoffe (OGewV Anlage 5) wirken sich auf den ökologischen Zustand des Gewässers aus, der dann höchstens als "mäßig" eingestuft werden kann.

- Die Überschreitung der Qualitätsnorm eines prioritären Schadstoffs (OGewV Anlage 7) führt zu einem schlechten chemischen Zustand. Die Oberflächengewässerverordnung enthält nähere Verfahrensweise und methodische Regelungen.

Wenn für einen prioritären Stoff an mindestens einer Messstelle im OWK die Umweltqualitätsnorm nicht erfüllt wird, ist der chemische Zustand für den gesamten OWK "nicht gut". Werden alle Qualitätsnormen eingehalten, ist der chemische Zustand "gut".

Aus den Qualitätsnormen für flussgebietsspezifische Schadstoffe (OGewV Anlage 5) und für prioritäre Schadstoffe (OGewV Anlage 7) sowie den biologischen Komponenten ergibt sich die Gesamtzustandsbewertung.