Umwelt regional
 
Methodische Hinweise

Die natürliche Bevölkerungsentwicklung ist ein Maß für das Verhältnis der Geborenen und Gestorbenen. Ist die Anzahl der Geborenen abzüglich der Gestorbenen positiv, besteht ein positiver Saldo, also ein Geburten-Überschuss. Anderenfalls besteht ein negativer Saldo, also in Gestorbenen-Überschuss.

Um eine Vergleichbarkeit von Gemeinden mit unterschiedlicher Bevölkerungszahl zu ermöglichen, wird der Saldo durch die Bevölkerung dividiert und mit 1.000 multipliziert. Auf diese Weise erhält man einen normierten, auf 1.000 Einwohner bezogenen Wert. Liegt dieser Wert beispielsweise bei -3,2, heißt das, dass im entsprechenden Jahr ein Überschuss der Gestorbenen gegenüber den Geborenen von 3,2 auf 1.000 Einwohner vorliegt.

Diese Berechnungen können anstatt für ein einzelnes Jahr auch für einen längeren Zeitraum erfolgen. Hierbei werden die Salden über die Jahre aufsummiert und durch die Bevölkerungszahl (Summe aller Jahre) geteilt und mit 1.000 multipliziert. Man erhält einen Mittelwert über die Jahre bezogen auf 1.000 Einwohner. Dieser Wert liegt den Kartendarstellungen zugrunde.

Soll im Unterschied zum Durchschnittswert aufgezeigt werden, wie hoch der Geborenen- bzw. Gestorbenen-Überschuss im Gesamtzeitraum ist, muss der angegebene Wert mit der Anzahl der Jahre multipliziert werden.

So hat beispielweise die aktuell kleinste Gemeinde Thüringens, Kleinbockedra im Saale-Holzland-Kreis, einen durchschnittlichen jährlichen Gestorbenen-Überschuss von 10,5. Das bedeutet, dass der durch Geburten und Sterbefälle bedingte Rückgang der Bevölkerung in 23 Jahren bei 241,5 auf 1.000 Einwohner liegt.

Neben der natürlichen Bevölkerungsentwicklung beeinflussen räumliche Bevölkerungsbewegungen oder Wanderungen (Zu- und Fortzüge) die Gesamtbilanz. Sie können die Entwicklungen durch Geburten und Sterbefälle ausgleichen oder noch verstärken.