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Bevölkerungspyramiden

Bevölkerungspyramiden (auch Alterspyramiden) sind eine graphische Darstellung der Altersstruktur, getrennt nach Frauen und Männern. Sie sind wie folgt aufgebaut:

Auf der Y-Achse wird das Lebensalter der Menschen dargestellt. Die X-Achse zeigt die Anzahl oder den Anteil Menschen gleichen Alters. Links der Y-Achse werden die Anteile der Männer, rechts die der Frauen dargestellt. Die graphischen Formen können sehr unterschiedlich sein. Der Begriff geht auf die ersten Darstellungen dieser Art zurück, die pyramidenförmig waren. Die Form kann durch unterschiedlichste Faktoren (Geburten- und Sterberate, Lebenserwartung, Kriege und Naturkatastrophen oder Veränderungen im kulturellen und sozialen Verhalten) stark modifiziert sein. Die Grafik zeigt die sechs Grundformen der Bevölkerungspyramiden. Die klassische Pyramidenform findet man heute nur noch in einigen Entwicklungs- und Schwellenländern.

Die Grundformen von Bevölkerungspyramiden


a) Lineare oder klassische Pyramidenform (gleichschenkelige Dreiecksform)
Das nahezu lineare Abnehmen der Bevölkerungszahl je Altersgruppe mit steigendem Alter ergibt sich aus einer hohen Geburtenrate und einer dauerhaft hohen Sterblichkeit über alle Altersstufen hinweg.

b) Verbreiterte bzw. modifizierte Pyramidenform (Pagodenform)
Bei einer hohen oder steigenden Geburtenrate besitzt die Pyramide eine sich nach unten verbreiternde Basis. Meist geht dies mit einer geringen Lebenserwartung und einer früh einsetzenden, hohen Sterberate über alle Lebensalter hinweg einher. Solche Pyramidenformen sind in den ärmsten Staaten üblich.

c) Bienenstockform
Die Bienenstockform entsteht aus einer langsam zusammenlaufenden Altersstruktur. Sie gilt als ideal, da die Bevölkerungszahl weder steigt noch sinkt. Voraussetzung hierfür ist eine höhere Lebenserwartung, eine spät einsetzende, hohe Sterberate und eine Geburtenrate, die konstant auf dem Ersatzniveau von 2,1 Kindern pro Frau ist.

d) Glockenform
Diese Form ist charakteristisch für eine Bevölkerung, die nach längerer Zeit mit niedrigen Fertilitäts- und Mortalitätsraten wieder eine steigende Geburtenhäufigkeit aufweist. Ein Beispiel für diesen Pyramidentyp sind die Industriestaaten zur Zeit des Babybooms (um 1960).

e) Zwiebelform oder Urnenform
Industriestaaten weisen oft diese Form der Altersstruktur auf, da eine niedrige Geburtenrate zu einem Überhang älterer Menschen führt und die jüngeren Jahrgänge von Jahr zu Jahr abnehmen. Dieses Phänomen wird als Überalterung bezeichnet. Voraussetzungen ist eine unter 2,1 Kindern pro Frau liegende Geburtenrate, eine hohe Lebenserwartung und eine erst spät einsetzende, hohe Sterberate. Die Alterspyramiden ökonomisch hoch entwickelter Staaten können in der Regel diesem Typ zugeordnet werden. Das trifft auch für Thüringen und die meisten Landkreise zu.

f) Tannenbaumform oder Tropfenform
Die Tannenbaumform besteht aus einem sehr schmalen Stamm in den jungen Altersgruppen, der ab den 20-Jährigen massiv breiter wird und sich ab den etwa 35–40-Jährigen wieder langsam zusammenzieht. Die größten Altersgruppen sind die 25–30-Jährigen. Die Tannenbaumform ist in Universitätsstädten häufig. In Thüringen lässt sich Jena dieser Form zuordnen.

Die Übergänge zwischen den Formen sind fließend, können aber aus den kulturellen und sozialen Gegebenheiten der betrachteten Bevölkerung vorhergesagt werden. Die Formen e und f sind nicht stabil, das heißt diese Strukturen können auf Dauer nicht erhalten bleiben. Sie entwickeln sich normalerweise in eine andere, stabile Form weiter. Im Extremfall (Geburtenrate Null) kann eine Bevölkerung aber auch aussterben.

Quellen: laenderdaten.de/bevoelkerung/bevoelkerungspyramide.aspx, de.wikipedia.org/wiki/Altersstruktur