Naturschutzgebiete (Stand: 03/2018)

Der Landkreis Sonneberg hat Anteil an 19 Naturschutzgebieten (NSG), wovon 17 NSG vollständig im Kreisgebiet liegen. Das NSG 118 befindet sich zum Teil im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt und das NSG 244 liegt teilweise auch im Landkreis Hildburghausen.

NummerNameGröße (ha)
118 Wurzelbergfarmde 1) 239
119 Löschleite 24
120 Leierloch 31
121 Steinachgrund 23
122 Haselbach 19
124 Georgshütte 25
125 Kleiner Först 23
140 Stelzener Berg 33
244 Görsdorfer Heide 1) 150
247 Effeldertal 180
248 Müßholz 58
249 Föritzgrund 181
251 Tettautal 117
252 Pfmersgrund 113
304 Mürschnitzer Sack 94
305 Alte Meilschnitz 82
307 Magerrasen bei Emstadt und Itzaue 87
351 Röthengrund 114
470 Geiersbachtal 27
1) liegt in zwei oder mehr Landkreisen


Im Naturraum 1.3.3 (Hohes Thüringer Schiefergebirge - Frankenwald) befinden sich die NSG 118 bis 122, 124, 125, 251, 252, 351 und 470.

Das NSG 118 "Wurzelbergfarmde" umfasst die lang gestreckte schmale Plateaufläche des Wurzelbergs, dessen Südosthang, die flache Kuppe des Jungferbornskopfs, den Ost- und Südosthang des Großen Farmdenkopfs sowie den Oberlauf des Gold führenden Altfraubaches. In der Talanfangsmulde zwischen Wurzelberg und Jungferbornskopf liegt ein ehemaliger Holzflößteich, der Altfrauteich. Das NSG dient der Erhaltung des charakteristischen Standorts- und Vegetationsmosaiks, des genetischen Materials der "Wurzelbergfichte" und eines Auerhuhn-Lebensraums. Für Weiß-Tanne, Rotbuche (die hier ihr höchstgelegenes Vorkommen im gesamten Thüringer Gebirge hat) und Gewöhnliche Fichte stellt das NSG ein wichtiges Genreservat dar. Kulturhistorische Bedeutung hat das Gebiet als ausgedehntes Forst- und Jagdgebiet des ehemaligen Fürstentums Schwarzburg-Rudolstadt erlangt.

Das ausschließlich bewaldete NSG 119 "Löschleite" beinhaltet einen Ausschnitt aus dem Südhang des Löschleitenbergs, einem Rücken im hohen Westlichen Thüringer Schiefergebirge, und dient der Dokumentation des charakteristischen Standortsmosaiks des Thüringer Schiefergebirges mit ehemals tannenreichen Hainsimsen-Buchenwäldern. Im ortsnahen südlichen Teil des Gebiets befindet sich ein parkartig gestalteter Bereich (mit Bänken, Mahnmal an die Weltkriege und gefasster Quelle), in dem auch fremdländische Baumarten gepflanzt wurden. Das durch Erholungssuchende häufig frequentierte NSG gehört zum Landschaftsschutzgebiet und Naturpark "Thüringer Wald" und beherbergt ein Totalreservat.

Das "Leierloch" (NSG 120) liegt am steilen südöstlichen Unterhang des Fellbergs, damit noch auf der Rumpffläche des Thüringer Schiefergebirges, und ist eine sehr steile, nach Süden geöffnete Talmulde, in deren Tiefenlinie eine steile Erosionskerbe mit periodischer Wasserführung liegt, die im unteren Teil in einen kleinen Bachlauf übergeht. Das NSG dient der Erhaltung des montanen Hainsimsen-(Tannen-)Buchenwaldes mit bemerkenswerter Kryptogamenflora und einer autochthonen, forstlich wertvollen Buchenbestockung (stellt als anerkannter Saatgutbestand eine Genreserve dar). Das im Landschaftsschutzgebiet und Naturpark "Thüringer Wald" gelegene NSG wird von Wanderwegen durchzogen und beherbergt ein Totalreservat.

Etwa 600 m südöstlich von Steinach befindet sich das NSG 121 "Steinachgrund" an einem steilen Südwesthang im tief eingeschnittenen Steinachtal und stellt einen Ausschnitt aus dem Mittel- und Unterhang des Forstortes "Großer Mittelberg" dar, einem weit nach Südosten vorspringenden Riedel zwischen Steinach und Rögitz. Die Südostecke des NSG verläuft in einer tief eingeschnittenen Runse, in deren unterem Teil eine beständige Quelle existiert. Das NSG ist durch naturnahe montane Laubmischwälder (u. a. Wollreitgras-Fichten-Buchenwald, Winkelseggen-Erlen-Eschenwald, Eschen-Ahorn-Schlucht- und -Schatthangwald) gekennzeichnet und stellt ein Referenzobjekt für wald- und forstgeschichtliche Untersuchungen dar. Es beherbergt ein Totalreservat.

Etwa 0,5 km südöstlich vom Ort Haselbach liegt das NSG 122 "Haselbach" an einer nach Westen gerichteten, ausgeprägten Hangmulde und am Nordhang des "Heroldstiegels", eines tief eingeschnittenen Kerbtals. Es nimmt damit einen kleinen Ausschnitt des Westabfalls eines lang gestreckten Riedels ein, der sich vom Rennsteiggebiet nach Süden in Richtung Sonneberg ausdehnt. Das Gebiet ist durch Laubmischwälder (u. a. Eschen-Ahorn-Schlucht- und -Schatthangwald, Zwiebelzahnwurz-Buchenwald) frischer bis mittlerer Standorte im niederschlagsreichen Luvgebiet des Thüringer Schiefergebirges (Judenbacher Teil) gekennzeichnet und stellt ein geomorphologisches Demonstrationsobjekt für aktive Tiefenerosion dar.

Das NSG 124 "Georgshütte" umfasst einen Teil des steilen Osthangs zum Ölsetal des Forstorts "Untere Silberleite" am "Großen Först" und liegt direkt gegenüber dem Ortsteil Eschenthal-Georgshütte nördlich von Sonneberg. Das Gebiet dient der Dokumentation des Zwiebelzahnwurz-Buchenwaldes im niederschlagsreichen Luvgebiet des Thüringer Schiefergebirges. Randlich ist ein reiner Fichtenkomplex von fast 4 ha in das NSG einbezogen worden. Im Südosten befinden sich am Unterhang zwei Wasserbehälter, die durch die an der Südostgrenze des NSG entspringende gefasste Quelle gespeist werden.

Das NSG 125 ("Kleiner Först") nimmt den steilen Osthang des "Kleiner Först" genannten, lang gestreckten - zwischen den Tälern der Rögitz und der Ölse gelegenen - Gebirgsriedels und das südliche Ende des kleinen Plateaus ein. Das NSG dient der Dokumentation des Zwiebelzahnwurz-Buchenwaldes im niederschlagsreichen Luvgebiet des Thüringer Schiefergebirges (Judenbacher Teil). Kernstück des Gebiets ist ein etwa 7 ha großer Altbestand von Rotbuche, Gewöhnlicher Fichte und Berg-Ahorn. Randlich sind außerdem mehrere Fichtenstangen- und -baumhölzer zu finden.

Das NSG 251 "Tettautal" umfasst Teile des Tettautals, zwei rechte Nebenbäche (Sattelberggraben und Klettnitzbach) sowie Unterhänge dieser Täler. Es dient der Erhaltung naturnaher Fließgewässer und ihrer störungsarmen Talauen als Lebensraum seltener Pflanzen- und Tierarten, darunter beispielsweise Schwarzstorch, Eisvogel, Westgroppe und Bachneunauge. Die Bäche werden großenteils von naturnahen Ufergehölzen (v. a. Hainmieren-Erlen-Bachwald, Rohrglanzgras-Bachröhricht und Rauhaarkälberkropf-Mädesüß-Flur) begleitet. Der bis 1,5 m hohe Damm der ehemaligen Eisenbahnlinie nach Tettau quert das Gebiet. Das NSG besitzt Bedeutung im Biotopverbund entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze und zu dem auf bayerischer Seite angrenzenden NSG "Tettautal und Sattelgrund".

Das NSG 252 ("Pfmersgrund") besteht aus dem Pfmersgrund i. e. S. und einem östlich davon gelegenen Hochflächenrest. Der Pfmersgrund ist ein Kerbsohlental mit meist steilen Talflanken, im unteren Teil ein sehr steilhängiges, von Felsbildungen mit Blockhalden geprägtes Kerbtal. Große Teile der durch steile Hangrisse, Runsen und Seitentälchen gegliederten Talflanken sind in das Gebiet einbezogen. Das Gebiet repräsentiert charakteristische Gewässer-, Grünland- und Felsbiotope als Lebensstätten seltener Pflanzen, insbesondere Kryptogamen. Das NSG besitzt Bedeutung im Biotopverbund entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze ("Grünes Band").

Die zentrale Achse des NSG 351 "Röthengrund" bildet das Tal des Röthenbaches. In das Gebiet einbezogen sind auch Teile der Steilhänge und gefällreiche Nebentäler der oberen Röthen, wie das des Wiefelsburger Grabens. Das Gebiet umfasst ein abwechselungsreiches Lebensraummosaik mit naturnahen Bergbachökosystemen und artenreichen Bergwiesen. Es ist zudem ein Refugium für zahlreiche spezialisierte Pilzarten der Bergwiesen und Magerrasen, besonders für Saftlinge und Korallenpilze. In der Bachaue befinden sich zwei kleine Standgewässer, darunter im unteren Röthengrund der bereits als FND geschützte "Ehrlichersteich". Im NSG befindet sich auch das FND "Wiesengrund am Großen Mühlberg".

Das NSG 470 "Geiersbachtal" umfasst ein Mosaik aus naturnahen Fließgewässern, artenreichen Bergwiesen und Hochstaudenfluren mit Habitaten seltener Tierarten (u. a. Neuntöter, Braunkehlchen und Lilagoldfalter). Bei Mönchsberg beginnt das kleine Tälchen des Geiersbaches mit einer weit gespannten Talanfangsmulde, an deren unterem Ende sich drei Quellmulden vereinigen. Randlich in das Gebiet eingeschlossen sind zwei aufgelassene Sandsteinbrüche mit hohen, aber verstürzten Wänden. Im Bruchgelände lagern Halden und Abraum.

Die NSG 140, 244, 247, 305 und 307 befinden sich im Naturraum 3.8 (Schalkauer Thüringer-Wald-Vorland).

Der Stelzener Berg liegt auf einer lang gestreckten Kalkplatte zwischen Stelzen und Bachfeld, welche von den steilen Tälchen der Krellsen (mit Nebenbach) und der Itz (mit dem Roten Tal) flankiert wird. Das NSG 140 "Stelzener Berg" nimmt einen Teil der sehr sanft nach Süden abfallenden Hochfläche des gleichnamigen Berges ein und weist keine Gewässer auf. Das Gebiet dient der Erhaltung von femel- und plenterwaldartig genutzten Bauernwäldern als Beispiel für früher typische Waldnutzungsformen im Naturraum. Die Bestockung besteht aus Fichten-, Kiefern- und Fichten-Kiefernforsten aller Alterstufen, die kleinflächig gemischt auftreten.

Das NSG 244 "Görsdorfer Heide" nimmt einen 9 km langen und 50 bis 200 m breiten Streifen entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze ein, dem sogenannten Grünen Band. Dieser Streifen durchquert ein Hügelland mit Höhenrücken und Hochflächenresten, das durch kleine Täler, insbesondere das Tal der Lauter südöstlich Görsdorf, zerschnitten wird. Das NSG ist geprägt durch seltene Tiere, Pflanzen und Pflanzengemeinschaften saurer, nährstoffarmer Böden, so durch die Preiselbeer-Heidekraut-Heide, sowie durch Teiche mit Verlandungsvegetation (z. B. den Röstenteich).

Das NSG 247 ("Effeldertal") umfasst einen Abschnitt des Effeldertals, dessen Unterhangbereiche sowie den Einmündungsbereich zweier kleiner Nebentälchen. Es dient der Erhaltung und Entwicklung des abwechslungs- und artenreichen Lebensraummosaiks (u. a. Glatthafer-Wiesen, Fettweiden, Feldgehölze und Streuobstbestände) der Effelder-Aue und angrenzender Hänge. Das NSG grenzt im Süden an das gleichnamige NSG auf bayerischer Seite und besitzt Bedeutung im Biotopverbund entlang der ehemalige innerdeutschen Grenze ("Grünes Band").
 
Naturparke

Der Naturpark Thüringer Wald umfasst mit einer Fläche von 2.069 km² den Thüringer Wald, das westliche Thüringer Schiefergebirge und Teile des Gebirgsvorlandes.

Der nördliche und mittlere Teil des Landkreises Sonneberg liegt im Naturpark Thüringer Wald.
 
Landschaftsschutzgebiete (Stand: 03/2018)

Im Landkreis Sonneberg ist zur Zeit ein LSG ausgewiesen. Das LSG "Thüringer Wald" hat den Charakter eines großräumigen Fremdenverkehrsgebietes.

NummerNameGröße (ha)
62Thüringer Wald144.337



Karte:

Schutzgebiete
(JPG-Datei)

 
Geschützte Landschaftsbestandteile,
Flächennaturdenkmale und Naturdenkmale *

Im Landkreis Sonneberg gab es zum 15.12.2004 insgesamt 55 geschützte Landschaftsbestandteile, Flächennaturdenkmale und Naturdenkmale.

* Von den Naturdenkmalen wurden erfasst: flächige Naturdenkmale sowie Naturdenkmale geologischer und hydrologischer Art.
 
Natura-2000-Gebiete

Das europäische ökologische Schutzgebietsnetz Natura 2000 umfasst Fauna-Flora-Habitat-Gebiete (FFH-Gebiete einschließlich FFH-Objekte) und Europäische Vogelschutzgebiete.

Die FFH-Gebiete bilden ein europaweites Netz besonderer Schutzgebiete, das der Erhaltung schutzwürdiger Lebensräume sowie ausgewählter Tier- und Pflanzenarten dient. Die Europäischen Vogelschutzgebiete werden für bestimmte Brutvogelarten und für Rast- und Überwinterungsplätze von Zugvögeln ausgewiesen.

Rechtliche Grundlage

Thüringen hat seine Meldung von FFH-Gebieten an die EU-Kommission abgeschlossen. Neben den 212 FFH-Gebieten wurden auch 47 punktförmige FFH-Objekte für den Fledermausschutz gemeldet. Hierbei handelt es sich insbesondere um Fledermausquartiere in Gebäuden und Stollen. Diese sind im Sinne der FFH-Richtlinie FFH-Gebiete und wurden z. T. zu Objektgruppen zusammengefasst. Außerdem gibt es in Thüringen 44 Vogelschutzgebiete.

Der Landkreis Sonneberg hat Anteil an folgenden FFH-Gebieten:
 
FFH-Gebiete (Stand: 05/2004)

Nummer Name Größe (ha)
... ... ...

 
Europäische Vogelschutzgebiete (Stand: 04/2007)

Nummer Name Größe Landkreis/
kreisfreie Stadt
Kurzcharakteristik
27Westliches Thüringer Schiefergebirge11.914 haHildburghausen, Saalfeld-Rudolstadt, SonnebergWaldlandschaft mit strukturreichen Bergmischwäldern, Quellbiotopen, Floßteichen, naturnahen Fließgewässern, Bergwiesen und Mooren als bedeutende Refugien insbesondere für Auerhuhn, Schwarzstorch, Schwarzspecht sowie Rauhfuß- und Sperlingskauz


Karte:

Gebiete des Natura-2000-Netzes
(PDF-Datei)