Geographische Lage

Der Landkreis Sonneberg gehört zur Planungsregion Südthüringen. An ihn grenzt im Norden der Landkreis Saalfeld-Rudolstadt, im Westen der Landkreis Hildburghausen, im Süden und Osten das Bundesland Bayern.

 
Geomorphologie



Die Geländehöhen im Landkreis Sonneberg betragen zwischen 308 m in der Steinachaue bei Rotheul und 869 m auf dem Großen Farmdenkopf bei Goldisthal. Ausgewählte markante Geländeerhebungen sind:

Kieferle bei Steinheid 867 m
Dürre Fichte bei Siegmundsburg 861 m
Fellberg bei Steinach 842 m
Pechleite bei Friedrichshöhe 839 m
Pappenheimer Berg bei Ernstthal 834 m
Großer Mittelberg bei Hämmern 828 m
Roter Berg bei Spechtsbrunn 799 m
Loosbrand nördlich Sonneberg 700 m
Der Große Först bei Eschenthal 688 m


Karte:

Hangneigung und Exposition
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Naturräume

MittelgebirgeHohes Thüringer Schiefergebirge - Frankenwald
alle höheren Lagen nordöstlich einer Linie Rauenstein-Sonneberg-Neuhaus-Schierschnitz
Schwarza-Sormitz-Gebiet
oberes Schwarzatal unterhalb Goldisthal
Muschelkalk-Platten und -BergländerSchalkauer Thüringer-Wald-Vorland
Bachfeld, Schalkau, Effelder
Auen und NiederungenSteinachaue
Sonneberg-Oberlind, Föritz, Neuhaus-Schierschnitz


Karte:

Naturräumliche Gliederung
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Der größte Teil des Landkreises Sonneberg befindet sich am südlichen Rand des Thüringer Schiefergebirges, einer hochgradig bewaldeten, von zahlreichen Tälern durchzogenen Mittelgebirgslandschaft mit Hochplateaus in einer Höhenlage zwischen 500 und 800 m. Die mit 868 m höchste Erhebung des Kreises, der große Farmdenkopf nördlich von Scheibe-Alsbach, liegt im Bereich des Thüringer Schiefergebirges.

Der Südwesten des Kreises gehört weitgehend zum Schalkauer Thüringer-Wald-Vorland, das aus stark zertalten Muschelkalkplatten mit großen Waldkomplexen besteht (Höhen 450 bis über 500 m).

Die dritte wichtige naturräumliche Einheit im Kreis Sonneberg ist die im Süden gelegene Steinachaue. Dabei handelt es sich um das überwiegend ackerbaulich genutzte flache Auengebiet der Steinach.
 
Flächennutzung

Bei einer Gesamtbodenfläche von 43.349 ha verteilten sich die Nutzungsarten im Landkreis wie im Folgenden dargestellt.

Flächen der tatsächlichen Nutzung 1992 und 2010
Siedlungs- und Verkehrsfläche (SVF) ohne Abbauland
Diagramm für Thüringen anzeigen/ ausblenden

Nutzungsart [%] Landkreis Sonneberg Thüringen
1992 2010 2010
Siedlung und Verkehr 5,8 7,2 9,3
Landwirtschaft 27,8 27,8 54,4
Wald 60,4 59,8 31,9
Wasser 0,3 0,7 1,2
Sonstige 5,7 4,4 3,2


Karte:

Flächennutzung
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Übersichtskarten Thüringen:


Landwirtschaftliche Nutzung auf mehr als 50 % der Gemeindefläche liegt nur auf den Territorien der Stadt Schalkau und der Gemeinde Föritz vor. Im Gegensatz dazu haben die im Thüringer Wald liegenden Gemeinden Goldisthal, Scheibe-Alsbach und Siegmundsburg einen landwirtschaftlichen Flächenanteil von unter 10 %.

Der Anteil der Waldfläche liegt nur auf dem Gebiet der Gemeinde Föritz unter 25 %. Kennzeichnend sind sehr hohe und hohe Waldanteile: Siegmundsburg (91,5 %), Scheibe-Alsbach (87,8 %), Goldisthal (84,6 %), Steinheid (82,6 %), Neuhaus am Rennweg (78,1 %), Steinach (76,4 %), Lauscha (75,4 %).

Der Anteil der Siedlungs- und Verkehrsflächen befindet sich in der Regel in Korrelation zur Bevölkerungsdichte der Städte und Gemeinden und ist in Sonneberg (19,6 %) und Neuhaus am Rennweg (10,4 %) am höchsten. Ein Anteil von 5 % wird vielen Gemeinden unterschritten, in Siegmundsburg liegt er unter 2 %.

Wasserflächen konzentrieren sich, da größere natürliche Standgewässer im Landkreis Sonneberg nicht vorhanden sind, auf das Teichsystem an der Grenze zu Bayern südwestlich von Neuhaus-Schierschnitz. Seit 2003 kommt die Talsperre Goldisthal als bedeutendes künstliches Standgewässer hinzu.

Die sonstigen Flächen sind im Landkreis Sonneberg vom Bergbau beanspruchte Flächen (übertägiger Abbau von Hartgesteinen bei Steinach, von Sandstein bei Sonneberg und Neuhaus-Schierschnitz, von Kiessanden bei Föritz) und noch nicht in andere Nutzungen überführte Flächen an der ehemaligen innerdeutschen Grenze.


Karte:

Landnutzung
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Flächenversiegelung

In der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie ist die Minderung der Flächeninanspruchnahme für Siedlungen und Verkehr ein wichtiges Handlungsfeld. Vom gesamtdeutschen Ziel, die Flächeninanspruchnahme bis 2020 auf 30 Hektar pro Tag zu reduzieren, sind wir zum heutigen Zeitpunkt weit entfernt. Von ökologischer Brisanz ist vor allem die Tatsache, dass etwa 50 % der Siedlungs- und Verkehrsfläche versiegelt sind. Damit verbunden sind alle negativen Wirkungen auf die Geofaktoren Boden, Wasser, Klima sowie Flora und Fauna.

In Thüringen kommt verschärfend hinzu, dass der Flächenverbrauch bei sinkender Bevölkerung vonstatten geht. Thüringen verlor seit 1990 fast 12 % seiner Bevölkerung, was etwa 310.000 Einwohnern entspricht.

In einer geostatistischen Analyse von 2008 wurde erstmals aus hochauflösenden Satellitenbildern eine breite landesweite georäumliche Datenbasis zur Flächeninanspruchnahme als Grundlage für weitere fachliche Analysen geschaffen.


Karte:

versiegelte Flächen
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Karte:

Flächenversiegelung nach Gemeinden
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Karte:

Flächenversiegelung je Einwohner
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Eine für ein langfristig angelegtes Versiegelungsmonitoring geeignete Darstellungsweise ist die Verwendung eines normierten Rasters. Der Vorteil liegt in einer Vergleichbarkeit, die unabhängig von Gemeindegrößen und etwaigen Gebietsveränderungen ist. Eine Übersichtskarte für Thüringen zeigt den Versiegelungsgrad bezogen auf ein flächendeckendes 2 x 2 km-Raster mit dem Datenstand 2006.

Weitere Beiträge zur Flächenversiegelung sind im Internetangebot der TLUG hier zu finden.