Umwelt regional
 
Landkreis Sonneberg - Allgemeine Informationen

 
Kreisverwaltung

Landrätin: Hans-Peter Schmitz
Verwaltungssitz: Sonneberg
Dienststelle: Landratsamt Sonneberg

Bahnhofstr. 66
96515 Sonneberg

Tel.: 03675 / 87 10
Fax: 03675 / 87 14 04
Letzte Gebietsreform: 01.07.1994
Kfz-Kennzeichen: SON

 
Wappen

Geviert; 1: in Gold ein rotbewehrter schwarzer Löwe; 2: gespalten, vorn dreimal von Rot und Silber gesparrt, hinten in Silber eine schwarze Schafschere; 3: halb gespalten und geteilt von Silber, Rot und Blau; 4: neunmal von Schwarz und Gold geteilt, belegt mit einem grünen schrägrechten Rautenkranz.

Das Wappen beinhaltet die für die Geschichte des Kreises typischen Symbole: Im rechten Obereck befindet sich das Wappen der Markgrafschaft Meißen, der schwarze Löwe mit roten Krallen und roter Zunge. Daneben, im linken Obereck, das gespaltene Feld, dessen eine Hälfte die Schafschere, das Symbol der Schaumburg-Rauensteiner Linie schwarz auf Silber zeigt und an die zur damaligen Zeit betriebene Schafzucht erinnert. Am rechten Untereck das in Silber und Rot halbgespaltene und blau geteilte Feld mit den Farben der Schaumburg-Schaumburgischen Linie. Das linke Untereck zeigt das sächsische Wappen ehemaliger alter thüringischer Kleinstaaten, zu denen im Verlauf der Geschichte das heutige Kreisgebiet ganz oder teilweise gehörte.

(Wappenbeschreibung Landkreis Sonneberg, Landratsamt Sonneberg, 1996)

 
Wissenswertes zum Landkreis Sonneberg


Karte:

Satellitenbildkarte
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Übersichtskarte
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Die Besiedlung des am Südhang des Thüringer Schiefergebirges gelegenen Gebietes begann vor über 1.000 Jahren mit der Errichtung kleiner Kapellen im Zuge der Christianisierung vom Maintal her, sowie mit Rodungen in den Flusstälern. Die Besiedlung des Mittelgebirges selbst erfolgte dagegen erst deutlich später, im 14. Jahrhundert. Die ältesten Orte sind Effelder und Mupperg, die erstmals um die Jahrtausendwende erwähnt wurden. Die Hauptsiedlungsperiode des Gebietes lag im 13. und 14. Jahrhundert. Zu dieser Zeit waren Holzfällerei und Holzkohleherstellung der Haupterwerb der Bevölkerung. Die Gründung der Städte Sonneberg und Schalkau geht auf diese Zeit zurück. Bis Mitte des 16. Jahrhunderts bildeten Schiefer-, Erz- und Goldgewinnung die Haupterwerbsquellen.

Der Handel orientierte sich bis zum Bau der Eisenbahn im Jahr 1913 über den Kamm des Thüringer Schiefergebirges hinweg vorwiegend nach Franken. Ende des 19. Jahrhunderts erlangte die Sonneberger Spielwarenproduktion Weltruhm, wovon heute noch ein Spielzeugmuseum (ältestes deutsches Spielzeugmuseum) zeugt.

Die erste urkundliche Erwähnung der Stadt Sonneberg geht auf das Jahr 1207 zurück. Das heutige Erscheinungsbild der Stadt stammt weitgehend aus dem 19. Jahrhundert, da 1840 ein großer Brand die Stadt weitgehend zerstörte.

Durch Sonneberg verläuft auch die im März 1996 eröffnete und von privaten Investoren gegründete Spielzeugstraße. Sie führt von Nürnberg über Neustadt und Sonneberg nach Waltershausen und verbindet die ältesten deutschen Spielzeugstädte. Weiterhin sehenswert in Sonneberg ist die höchstgelegenste Sternwarte Deutschlands.

Kulturhistorische Sehenswürdigkeiten im Landkreis sind die Burgruine Rauenstein, die Triniushütte über Rauenstein oder die Wehrkirchen in Oberlind und Gefell.

 
Die Kreisstadt - Sonneberg

Sonneberg liegt am Südhang des Thüringer Schiefergebirges, das die Stadt im Norden und Osten eng umschließt, während sich im Nordwesten die aus dem Thüringer Wald herabziehenden Täler zu der breiten Senke am Gebirgsfluss verbinden, ca. 360 bis 638 m ü. NN.

Fränkische Siedler drangen während des frühen und hohen Mittelalters in die Täler der Nebenflüsse des Mains vor und bezogen es in den oberfränkischen Siedlungsraum ein. Ein Dienstmannengeschlecht der Herzöge von Andechs-Meran aus Oberbayern, die am oberen Main begütert waren, errichteten oberhalb einer schon bestehenden Siedlung "Röthen" eine Burg, die sie "Sonneberg" nannten. 1207 wird das Geschlecht erstmalig nach seiner neuen Burg "von Sonneberg" genannt. Mit der Hennebergischen Zeit setzte die Entwicklung der Siedlung zur Stadt ein und der Ort erhält 1349 am Heiligen Dreikönigstag das Stadtrecht von Gräfin Jutta von Henneberg. Damit verbunden war ferner, dass die Bewohner das Erbrecht auf ihre Güter erhielten, und sie sich somit von den landesherrlichen Grundholden der Dorfsiedlung unterschieden.

1353, nach dem Tod der Gräfin, fiel die Stadt an die Wettiner, damit wichen die alten engen Verbindungen mit den Mainlanden einer Orientierung nach Norden. Ab dem 16. Jh. Sitz eines selbständigen Amtes, gehörte Sonneberg bis 1735 dem Herzogtum Sachsen-Coburg an. Nach dem Aussterben des Coburger Herzoghauses kamen die Stadt und das Amt 1735/42 an das Herzogtum Sachsen-Meiningen. Damit wurde Sonneberg zum Mittelpunkt des "Meininger Oberlandes".

Die räumliche Begrenztheit der Stadt und ihre Abgeschiedenheit schützten sie jedoch nicht vor Kriegen, welche ihre Entwicklung immer wieder unterbrachen. Ebenso wirkten sich die vielen dynastischen Erbteilungen und Streitigkeiten aus, die den mehrfachen Wechsel der Landesherrschaft zur Folge hatten.

Ab 1825 zum Kreisamt umgebildet, wurde Sonneberg 1829 Verwaltungsamt und schließlich 1868 Landkreis, an dessen Spitze seit 1870 ein "Herzoglicher Landrat" stand. 1920 kam Sonneberg zusammen mit dem Freistaat Sachsen-Meiningen zum Land Thüringen. Nach der Verwaltungsreform von 1952 blieb der Kreis Sonneberg bestehen, wurde aber flächenmäßig reduziert.

Im Mittelalter waren es der Holzreichtum des Waldes und die Steinbrüche (Schiefer) am Stadtberg, die den Einwohnern ein karges Leben ermöglichten. Mit der Belebung der Handelsverbindungen entstanden in zahlreichen Handwerksbetrieben Gebrauchsgegenstände aus Stein, Holz und Eisen, die in ganz Deutschland Absatz fanden. Ab Ende 17./Anfang 18. Jh. erlangten das holzverarbeitende Gewerbe und schließlich die Spielwarenfertigung größere Bedeutung. Begonnen hat alles mit dem Sonneberger Reiterlein, das erste Holzspielzeug der Stadt im 18. Jh., das auf den großen Handelsplätzen schnell bekannt und auch zum Symbol der Stadt wurde. Mit der aufkommenden Wismutmalerei, welche die künstlerische Bemalung des Holzes ermöglichte, gewannen die Spielzeuge zunehmend an Handelswert. Die aufstrebende Weltwirtschaft im 19. Jh. brachte Sonneberg einen ungeahnten Aufschwung und die Spielzeugindustrie bestimmte zunehmend das Leben der Stadt. Zu dem Rohstoff Holz kam die Bossiermasse, und dann, mit der Einführung der Papiermaché, war eine Massenproduktion möglich. 1913 betrug der Erzeugniswert des Sonneberger Industriebezirks rund 45 Mill. Mark und stand an 13. Stelle der deutschen Exportstatistik; ein Viertel der Weltspielwarenproduktion stammte damals aus Sonneberg. Die Hochkonjunktur nach dem Ersten Weltkrieg machte Sonneberg zur "Weltspielwarenstadt". Aus privaten Anfängen heraus entstand 1901 einer der kostbarsten Schätze der Stadt, das erste "Deutsche Spielzeugmuseum", das neben den zahlreichen Exponaten auch eine Bibliothek mit ca. 10 000 Bänden und eine eigene Restaurierungswerkstatt beherbergt. Der glanzvolle Höhepunkt der Ausstellung ist die "Thüringisch/Fränkische Kirmes", die vom Fleiß und der Kunstfertigkeit der Sonneberger Spielwarenarbeiter um die Jahrhunderwende zeugt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg, mit der Verstaatlichung vieler Privatbetriebe, verschwanden auch viele Artikel aus dem Sortiment der Spielwarenindustrie. Die Erzeugung von Plastspielwaren nahm stark zu, Holzspielwaren wurden kaum mehr gefertigt. 1980 wurden die Spielwarenbetriebe zu einem "Kombinat Spielwaren Sonneberg" zusammengeschlossen. Der einstige Stammbetrieb "Sonni" und der zweite Spielwarengroßbetrieb "Piko" stellen noch heute mit reduzierter Belegschaft weiterhin Spielwaren her. Die Neuansiedlung von "Märklin" und die Reprivatisierung der "plüti" sowie das Besinnen auf das traditionelle Handwerk der Puppen- und Bärenmanifakturen sind ein weiterer Garant dafür, dass Sonneberg auch in Zukunft seinen Namen "Spielzeugstadt" mit Stolz tragen wird.

Aber auch andere Industriebereiche sind neben der Spielwarenindustrie in Sonneberg ansässig; Maschinenbau, chemische Industrie, Elektrokermik/Elektronik und Leichtindustrie.

1901 als "Industrie- und Gewerbemuseum des Meininger Oberlandes" gegründet, ist das Deutsche Spielzeugmuseum heute die älteste nationale Spezialsammlung für Spielzeug. In der zweiten Hälfte des 19. Jh. hatte sich Sonneberg zu einem Weltzentrum von Spielwarenproduktion und -handel entwicklelt. Die Erzeugnisse dieses Gewerbezweiges standen im Zentrum des auf Initiative des Lehrers Paul Kunze (1867 bis 1953) entstandenen Museums. Die Ausstellung des Deutschen Spielzeugmuseums zeigt heute technisches Spielzeug, Puppen und deren Zubehör und gibt einen Einblick in die Lebens- und Arbeitsweise der Spielzeugmacher und ihrer Kinder zu Beginn dieses Jahrhunderts. Es wird die Entwicklung des Spielzeugs als Zeugnis menschlicher Kultur von seinen Anfängen bis zur Gegenwart vorgestellt.

Zu den Kostbarkeiten der Sammlung zählt eine kleine Kollektion von Spielzeug aus der griechisch-römischen Antike, eine umfangreiche Sammlung von Puppen des 19. Jh., Sonneberger Holzspielwaren, Papiermachéfiguren, Thüringer und ostasiatische Puppen, sowie Spielzeug aus Japan. Die Spezialbibliothek des Hauses enthält neben Regionalgeschichts- und Spielzeugliteratur eine international bedeutsame Sammlung von Musterbüchern (für die Öffentlichkeit auf Voranmeldung zugänglich).

Im ältesten deutschen Spezialmuseum für Spielzeug hat die einstmals für die Weltausstellung 1910 in Brüssel angefertigte, großartige Schaugruppe "Thüringer Kirmes" ihr Domizil. Von vielen Besuchern wird sie als Attraktion des Deutschen Spielzeugmuseums angesehen. Ihre Berühmtheit verdankt sie den handwerklichen und künstlerischen Fertigkeiten ihrer Hersteller. Diesen ist es gelungen, für das Treiben auf dem Festplatz der "Kerwa" eines fiktiven thüringisch-fränkischen Ortes, Figuren von beeindruckender Natürlichkeit zu schaffen. Die Spielzeugmacher und Gestalter, immerhin hatten 37 Firmen gemeinsam mit Handwerkern und Schülern der Industrieschule den Entwurf in detailgetreue Realität umgesetzt, stellten mit dieser Meisterleistung ihr Können unter Beweis. Die höchste Ehrung der Weltausstellung wurde der Schaugruppe zuteil. Die "Thüringer Kirmes" erhielt den "Grand Prix".

 
Sehenswürdigkeiten

Die Untere Stadt von Sonneberg hat sich in einzigartiger Weise ein Stadtbild aus der Jahrhundertwende nahezu unverändert erhalten. Als charakteristisch für Sonneberg erscheint hierbei die Kombination mit Fachwerk, heimischer Schieferkunst und Werksteinteilen, die in anspruchsvoller Manier das historische Formenrepertoire durchspielen. Sehenswert in Sonneberg sind das Deutsche Spielzeugmuseum, die Neugotische Stadtkirche St. Peter (1843/45), das Neugotische Rathaus (1844), das Schlossberggebäude, das Lutherhaus (historisches Gasthaus), die Sternwarte Sonneberg-Neufang, die Wehrkirche St. Ägidien Oberlind, die Türkenburg (ältestes Fachwerkhaus) in Wehd. Ebenfalls einen Besuch wert sind der Heimattiergarten, sowie die Modellautorennstrecke Pro 10.

Die Stadt versteht es auch zu feiern. Das jährliche Vogelschießen (Anfang Juli) auf dem Schießhausplatz zieht Gäste aus nah und fern an. Fest terminisiert sind das Museums- und Stadtfest und die Sonneberger Jazztage mit Interpreten aus vielen Ländern. In Sonneberg finden auch Internationale Wandertage statt.

 
Ausflugs- und Wanderziele

  • Wanderwege bis zum Rennsteig
  • Naturschutzgebiet Röthengrund mit seinem seltenen Pflanzenbestand
  • Schiefermuseum in Steinach
  • Glasmuseum in Lauscha
  • Tanzlinde und Rückertstube in Effelder