Landwirtschaft

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Landwirtschaftliche Standortbedingungen

Die Standortbedingungen für die landwirtschaftliche Produktion sind in Thüringen sehr unterschiedlich. Zur Charakterisierung der Standorte dienen u. a. die Ackerzahl, Grünlandzahl, Landwirtschaftliche Vergleichszahl und der Anteil des Grünlandes an der landwirtschaftlich genutzten Fläche (LF). Die Ackerzahl ist eine Reinertragsverhältniszahl, die unter Berücksichtigung der natürlichen Ertragsbedingungen (Boden, Geländegestaltung, Klima) einen maximalen Wert von 100 erreichen kann. Analog ist mit Hilfe eines Grünlandschätzungsrahmens für jeden Standort die Grünlandzahl ermittelt worden. Einschließlich weiterer Zu- und Abschläge ergibt sich aus dem gewogenen Mittel von Ackerzahl und Grünlandzahl schließlich die Landwirtschaftliche Vergleichszahl (LVZ). Die folgende Übersicht zeigt, welche unterschiedlichen Bedingungen im Durchschnitt der Stadt- bzw. Landkreise vorherrschen.


Standortbedingungen


Landkreis/kreisfreie StadtAckerzahlGrünlandzahlLandwirtschaftliche Vergleichszahl Grünlandanteil 2008
in % der Landwirtschaftsfläche
Stadt Erfurt 64 34 55 4,5
Stadt Gera 45 39 36 19,1
Stadt Jena 42 35 33 30,9
Stadt Weimar 54 39 41 49,5
Stadt Eisenach 44 32 36 10,3
Stadt Suhl 24 23 16 14,9
Altenburger Land 57 51 50 25,0
Eichsfeld 40 37 33 17,6
Gotha 56 36 48 29,3
Greiz 40 35 33 6,9
Hildburghausen 29 34 24 8,1
Ilm-Kreis 36 30 30 46,8
Kyffhäuserkreis 59 41 52 15,6
Nordhausen 51 45 44 4,6
Saale-Holzland-Kreis 39 31 33 37,2
Saale-Orla-Kreis 34 32 27 22,8
Saalfeld-Rudolstadt 29 28 23 9,5
Schmalkalden-Meiningen 31 32 25 50,3
Sömmerda 64 53 57 39,4
Sonneberg 27 29 22 22,5
Unstrut-Hainich-Kreis 59 36 52 26,8
Wartburgkreis 38 34 30 23,4
Weimarer Land 55 40 49 10,9
Thüringen 47 35 39 20,5

Mit abnehmender Standortgüte steigt in Thüringen in der Regel der Grünlandanteil. Während auf bevorzugten Ackerbaustandorten meist nur in den Talauen Grünland zu finden ist, nimmt der Anteil der Wiesen und Weiden mit der Höhenlage und der Hängigkeit zu.

Innerhalb der einzelnen Kreise gibt es große standörtliche Unterschiede zwischen den Gemarkungen und Flurstücken. Im Saale-Orla-Kreis herrschen differenzierte, im Orlatal gute Bedingungen für die landwirtschaftliche Produktion.



Karten:
Landwirtschaft
(JPG-Datei)

Karte: Ackerzahlen 1992 (JPG-Datei)
Karte: Grünlandzahlen 1992 (JPG-Datei)
Karte: Landwirtschaftliche Vergleichszahlen 1990 (JPG-Datei)
Karte: Grünlandanteil 2008 (JPG-Datei)


 
Agrarstruktur

In der Land- und Forstwirtschaft des Saale-Orla-Kreises sind 1.466 Personen (Stand 30.6.2008) sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Das war im Vergleich zu 1993 ein Rückgang von 42,5 % (Thüringen 49,7 %).

Die Landwirtschaftsbetriebe des Saale-Orla-Kreises bewirtschafteten 2008 nach Angaben des Statistischen Landesamtes insgesamt 56.651 ha LF. Damit entfallen 6,4 % der LF Thüringens auf den Saale-Orla-Kreis.


 
Ökolandbau


Saale-Orla-Kreis 200320052007
   Betriebe mit ökologischem Landbau 14 17 18
   für ökologischem Landbau genutzte Fläche [ha] 1.360 1.643 1.671
   Anteil an der landwirtschaftlich genutzten Fläche [ %] 2,7 3,3 2,9
Thüringen 200320052007
   Betriebe mit ökologischem Landbau 162 187 198
   für ökologischem Landbau genutzte Fläche [ha] 23.589 24.421 40.403
   Anteil an der landwirtschaftlich genutzten Fläche [ %] 3,0 3,1 4,6

 
Bodennutzung

Der Grünlandanteil von 26,8 % an der LF liegt über dem Durchschnitt Thüringens von 20,5 %.

In der Ackerflächennutzung dominiert der Getreideanbau. Der größte Teil der Ölsaaten ist Winterraps. Kartoffeln werden nur noch in geringem Umfang angebaut.


Anbauumfang von ausgewählten Kulturen (in Hektar)


  Saale-Orla-Kreis Thüringen
1995200719952007
Ackerland gesamt 39.119 38.737 625.943 613.471
Getreide 20.474 20.823 361.058 366.325
Winterraps 6.293 8.332 80.390 125.097
Silomais 3.436 3.717 46.834 42.613
Futterpflanzen 8.831 6.913 88.993 72.038
Zuckerrüben 167 134 13.451 10.622
Kartoffeln 417 k.A. 5.417 2.517


 
Tierbestände

Die Entwicklung der wichtigsten landwirtschaftlichen Nutztierarten ist regional sehr unterschiedlich verlaufen. Im Durchschnitt Thüringens entwickelte sich der Viehbestand von 1992 bis 2007 wie folgt:

  • Rinder - 28,1 %,
  • Schweine + 1,3 %
  • Schafe - 3,1 %.
  • Pferde - 10,7 %.

Gleichzeitig stiegen die Leistungen je Tier deutlich an.


  Saale-Orla-Kreis Thüringen
1992200719922007
Betriebe mit        
- Rinderhaltung 839 247 6.841 2.374
- Schweinehaltung 792 96 9.956 1.406
- Schafhaltung 826 100 8.234 1.127
- Pferdehaltung 168 97 3.169 1.166
Rinder gesamt 53.365 39.044 475.857 341.982
- davon Milchkühe 19.695 13.860 171.898 116.914
Schweine gesamt 40.556 44.953 755.459 765.003
Schafe gesamt 9.796 9.087 221.562 214.761
Pferde gesamt 608 643 10.595 9.464


Im Saale-Orla-Kreis entwickelte sich der Viehbestand im selben Zeitraum unterschiedlich (Rinder -33,3 %, Schweine 18,9 %, Schafe 0,7 %, Pferde 21,8 %). Der Viehbesatz liegt mit 71,8 Großvieheinheiten (GV) je 100 ha LF deutlich über dem Landesdurchschnitt (Thüringen = 47,5 GV/100 ha LF).