Geographische Lage

Der Saale-Orla-Kreis gehört zur Planungsregion Ostthüringen. Im Norden grenzt an ihn der Saale-Holzland-Kreis, im Westen der Landkreis Saalfeld-Rudolstadt sowie im Osten der Landkreis Greiz und Sachsen. Im Süden bildet das Bundesland Bayern die Grenze.

 
Geomorphologie



Die Geländehöhen im Saale-Orla-Kreis betragen zwischen 266 m in der Orlasenke bei Rockendorf und 733 m auf dem Sieglitzberg bei Bad Lobenstein. Ausgewählte markante Geländeerhebungen sind:

Kulmberg bei Schlegel 727 m
Großer Brand bei Grumbach 682 m
Mittelberg bei Rodacherbrunn 672 m
Fals bei Titschendorf 660 m
Henneberg bei Weitisberga 655 m
Rosenbühl südlich Tanna 653 m
Roßbühl bei Altengesees 647 m
Wiesbühl bei Seibis 624 m
Hoher Bühl bei Langgrün 606 m
Seubtendorfer Höhe 604 m
Hirschraufe südlich Schleiz 596 m
Kulmberg bei Saalburg 574 m
Probst bei Weira 535 m
Kalte Fichte bei Lössau 517 m
Wolchenberg bei Lemnitz 506 m
Geislaberg bei Löhma 500 m
Tegauer Höhe 484 m
Kesselberg nördlich Neustadt/Orla 426 m


Karte:

Hangneigung und Exposition
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Naturräume

MittelgebirgeHohes Thüringer Schiefergebirge - Frankenwald
südlich der Linie Oßla-Wurzbach-Bad Lobenstein-Harra
Schwarza-Sormitz-Gebiet
Sormitztal und umliegende Höhen östlich einer Linie Altengesees-Gahma-Heinersdorf
Ostthüringer Schiefergebirge - Vogtland
Hochflächen um Remptendorf-Ebersdorf sowie Gebiet östlich der Saale südlich der Orlasenke bis zur Grenze zu Bayern außer der Plothener Teichplatte
Oberes Saaletal
Ziegenrück, Burgk, Saalburg, Saaldorf, Harra, Blankenstein, Blankenberg
Plothener Teichplatte
Moßbach, Plothen, Dittersdorf, Neundorf, Pörmitz, Görkwitz
Buntsandstein-HügelländerSaale-Sandsteinplatte
nördlich der Orlasenke von Krölpa bis Miesitz, sowie Triptis, Geroda und Mittelpöllnitz
Zechsteingürtel an GebirgsrändernOrlasenke
mit Krölpa, Ranis, Pößneck, Neustadt/Orla, bis Miesitz / Lemnitz


Karte:

Naturräumliche Gliederung
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Landschaftlich geprägt wird der Landkreis in erster Linie durch die beiden namensgebenden Flüsse Saale und Orla. Der Saale-Orla-Kreis hat an mehreren verschiedenartigen Naturräumen Anteil. Der größte Teil des Landkreises gehört zum Übergangsbereich des Ostthüringer Schiefergebirges zum Vogtland. Dabei handelt es sich um eine überwiegend ackerbaulich genutzte hügeligen Hochfläche. In die Landwirtschaftsflächen sind meist kleinere Forstflächen (überwiegend Fichte) eingelagert. Dieser Naturraum erstreckt sich zum größten Teil auf Höhen zwischen 400 und 550 m, teilweise auch bis über 650 m. Eingelagert in das Ostthüringer Schiefergebirge-Vogtland sind die Naturräume Oberes Saaletal und Plothener Teichplatte. Das Obere Saaletal ist ein rund 200 m tief eingeschnittenes, zum großen Teil von Talsperren und Ausgleichsbecken ausgefülltes Flusstal. Bei der Plothener Teichplatte handelt es sich um eine flachwellige, teichreiche Hochfläche (Höhenlage um 500 m) nördlich von Schleiz. Der Reichtum an Wasserflächen hängt in erster Linie mit dem Untergrund zusammen. Bei den Böden handelt es sich um Gleye mit tonigen und lösshaltigen Lehmen.

Im Südwesten hat der Landkreis einen kleinen Anteil an den Naturräumen Schwarza-Sormitz-Gebiet sowie Hohes Thüringer Schiefergebirge-Frankenwald. Das Thüringer Schiefergebirge ist ein stark bewaldetes Hochplateau mit tiefen Tälern. Hier befindet sich auch die höchste Erhebung des Kreises, der 732 m hohe Sieglitzberg bei Neundorf.

Nördlich des Ostthüringer Schiefergebirges befindet sich die Orlasenke, eine 3-5 km breite, fast waldfreie Geländesenke zwischen Saalfeld und Triptis. An ihrem Rand erheben sich markante Zechsteinriffe (Tafelberge), die wegen ihrer charakteristischen Form und ihrer Vielzahl zu den bedeutendsten in Deutschland zählen. Nördlich daran schließt sich der südliche Rand der Saale-Sandsteinplatte an, eine hochgradig bewaldete, zertalte Sandstein-Hochfläche, die zum größten Teil im Saale-Holzland-Kreis liegt.
 
Flächennutzung

Bei einer Gesamtbodenfläche von 114.847 ha verteilten sich die Nutzungsarten im Landkreis wie im Folgenden dargestellt.

Flächen der tatsächlichen Nutzung 1992 und 2010
Siedlungs- und Verkehrsfläche (SVF) ohne Abbauland
Diagramm für Thüringen anzeigen/ ausblenden

Nutzungsart [%] Saale-Orla-Kreis Thüringen
1992 2010 2010
Siedlung und Verkehr 5,9 6,9 9,3
Landwirtschaft 49,8 49,2 54,4
Wald 40,2 40,3 31,9
Wasser 2,7 2,7 1,2
Sonstige 1,4 1,0 3,2


Karte:

Flächennutzung
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Übersichtskarten Thüringen:


Landwirtschaftliche Nutzung auf mehr als 50 % der Gemeindefläche ist in der Orlasenke, auf der Plothener Teichplatte und im südöstlichen Teil des Oberlandes um Gefell, Hirschberg und Tanna zusammenhängend verbreitet. Nur in Burgk (7,1 %) und Langenorla werden 25 % unterschritten.

Der Anteil der Waldfläche liegt nur auf einigen Gemeindearealen der Orlasenke (Bodelwitz, Döbritz, Mittelpöllnitz und Solkwitz) und des Oberlandes (Blankenstein) unter 10 %. Die höchsten Waldflächenanteile werden in den Bereichen zusammenhängender Bewaldung, im Frankenwald, an der mittleren Saale sowie am Nordrand des Saale-Orla-Kreises (südliches Holzland) erzielt: Burgk 82,1 %, Langenorla 73,0 %, Stanau 66,1 % und Wurzbach 62,7 %.

Der Anteil der Siedlungs- und Verkehrsflächen befindet sich in der Regel in Korrelation zur Bevölkerungsdichte der Städte und Gemeinden und ist in Blankenstein (34,0 %, sehr kleines Gemeindeareal), Pößneck (22,3 %) und Triptis (14,2 %) am höchsten. Unter 5 %, zum Teil sogar unter 3 % (Burgk und Stanau) liegt er bei vielen kleinen Gemeinden des ländlichen Raumes.

Wasserflächen konzentrieren sich auf die Bleilochtalsperre (flächengrößter Stausee in Deutschland) und die zahlreichen größeren Teiche der Plothener Teichplatte. Der Saale-Orla-Kreis hat mit 2,7 % den mit Abstand größten Anteil an Wasserflächen unter den Thüringer Landkreisen.

Die sonstigen Flächen sind im Saale-Orla-Kreis vom Bergbau beanspruchte Flächen (Abbau von Gips bei Krölpa und von Hartgesteinen im Oberland) und noch nicht in andere Nutzungen überführte Flächen an der ehemaligen innerdeutschen Grenze.


Karte:

Landnutzung
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Flächenversiegelung

In der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie ist die Minderung der Flächeninanspruchnahme für Siedlungen und Verkehr ein wichtiges Handlungsfeld. Vom gesamtdeutschen Ziel, die Flächeninanspruchnahme bis 2020 auf 30 Hektar pro Tag zu reduzieren, sind wir zum heutigen Zeitpunkt weit entfernt. Von ökologischer Brisanz ist vor allem die Tatsache, dass etwa 50 % der Siedlungs- und Verkehrsfläche versiegelt sind. Damit verbunden sind alle negativen Wirkungen auf die Geofaktoren Boden, Wasser, Klima sowie Flora und Fauna.

In Thüringen kommt verschärfend hinzu, dass der Flächenverbrauch bei sinkender Bevölkerung vonstatten geht. Thüringen verlor seit 1990 fast 12 % seiner Bevölkerung, was etwa 310.000 Einwohnern entspricht.

In einer geostatistischen Analyse von 2008 wurde erstmals aus hochauflösenden Satellitenbildern eine breite landesweite georäumliche Datenbasis zur Flächeninanspruchnahme als Grundlage für weitere fachliche Analysen geschaffen.


Karte:

versiegelte Flächen
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Karte:

Flächenversiegelung nach Gemeinden
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Karte:

Flächenversiegelung je Einwohner
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Eine für ein langfristig angelegtes Versiegelungsmonitoring geeignete Darstellungsweise ist die Verwendung eines normierten Rasters. Der Vorteil liegt in einer Vergleichbarkeit, die unabhängig von Gemeindegrößen und etwaigen Gebietsveränderungen ist. Eine Übersichtskarte für Thüringen zeigt den Versiegelungsgrad bezogen auf ein flächendeckendes 2 x 2 km-Raster mit dem Datenstand 2006.

Weitere Beiträge zur Flächenversiegelung sind im Internetangebot der TLUG hier zu finden.