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Saale-Orla-Kreis - Allgemeine Informationen

 
Kreisverwaltung

Landrat: Thomas Fügmann
Verwaltungssitz: Schleiz
Dienststelle: Landratsamt Schleiz

Oschitzer Str. 4
07907 Schleiz

Tel.: 03663 / 48 80
Fax: 03663 / 48 84 50
Letzte Gebietsreform: 01.07.1994
Kfz-Kennzeichen: SOK

 
Wappen

Über rotem Schildfuß mit zwei silbernen Wellenleisten gespalten von Schwarz und Gold; vorn ein linksgewendeter, rot bewehrter, gezungter und gekrönter goldener Löwe; hinten ein rot bewehrter und gezungter schwarzer Löwe (Genehmigung des Thüringer Landesverwaltungsamtes vom 27.01.1995).

Der schwarze Löwe ist dem Wappen der Markgrafen von Meißen entlehnt, die später in den ernestinischen Wettinern aufgingen. Aus dieser Linie kamen die späteren Herzöge bzw. Großherzöge von Sachsen-Meiningen und Sachsen-Weimar-Eisenach. Der schwarze Löwe war auch das Wappentier der Grafen von Orlamünde, die einstmals vorherrschend in dieser Region waren. Der goldene, rotbewehrte und bekrönte Löwe ist dem Stammwappen des Fürstentums Reuß entlehnt. Die Grafen und späteren Fürsten Reuß residierten lange Zeit in den Städten Bad Lobenstein und Schleiz, worauf die ehemaligen Schlösser in den Orten verweisen. Im wesentlichen gehörten die ehemaligen Kreise Schleiz und Bad Lobenstein zu den Besitzungen der Reuß. Die beiden Wellenbalken stehen für die Flüsse Saale und Orla, die den heutigen Landkreis prägen und ihm seinen Namen gegeben haben.

(Wappenbeschreibung Landkreiswappen Saale-Orla-Kreis, Landratsamt Saale-Orla-Kreis, Schleiz, 1995; Zeichnung: Michael Zapfe, Studio F, Erfurt)

 
Wissenswertes zum Saale-Orla-Kreis


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Satellitenbildkarte
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Übersichtskarte
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Die Umgebung von Pößneck gehört zu den ältesten Siedlungsgebieten im Mitteleuropa. Bereits vor 12.000 bis 15.000 Jahren hat es eine Besiedlung durch Steinzeitmenschen gegeben, wie Funde im Döbritzer Höhlengebiet belegen. Besonders aus der Bronze- und der nachfolgenden Hallstattzeit (1200-450 v.Chr.) gibt es zahlreiche Funde aus Pößneck und Umgebung.

Das Gebiet, in dem sich heute der Saale-Orla-Kreis befindet, wurde systematisch erst spät im Mittelalter durch Rodungen der Lobdeburger erschlossen, nachdem vorher schon Sorben hier ansässig waren. Im Jahr 1071 wurde das Gebiet in einer Urkunde als Orlagau bezeichnet. Nach dem 12. Jahrhundert wurde das ehemals zusammengehörende Gebiet aufgeteilt und erst 1994 wieder zum Saale-Orla-Kreis zusammengeschlossen. Vorher gehörten die Gebiete um Bad Lobenstein und Schleiz lange Zeit zu reußischen Fürstentümern, während der Raum um Pößneck und Neustadt zum wettinischen Herrschaftsgebiet zählten.

Geprägt wird die Siedlungsgeschichte des Landkreises durch die drei ehemaligen Kreisstädte Schleiz, Pößneck und Bad Lobenstein. Die ehemalige Residenzstadt Schleiz verdankt ihre Entwicklung im 13. Jahrhundert der Lage an mehreren Handelsstraßen. Die Altstadt entwickelte sich aus einem slawischen Ort. 1232 wurde Schleiz erstmals urkundlich erwähnt. Historische Gebäude fehlen heute in der Stadt fast völlig, da mehrere Brände die Stadt im Laufe der Zeit fast völlig zerstörten. Weitere Zerstörungen gab es durch einen Bombenangriff am 08.04.1945, wo unter anderem das 1837 erbaute Schloss zerstört wurde. Seit 1922 ist Schleiz Kreisstadt.

Die heute größte Stadt des Landkreises Pößneck geht auf eine slawische Siedlung aus dem 9. Jahrhundert zurück. Planmäßig wurde die Stadt in der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts angelegt. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Pößneck 1324. Im Jahr 1507 wurde sie eine der fünf Landeskreisstädte Thüringens. Im 19. Jahrhundert begann der wirtschaftliche Aufschwung in Pößneck und die Stadt entwickelte sich zu einer Industriestadt.

Der Anfang der Besiedlung von Bad Lobenstein war der Bau des heutigen Wahrzeichens der Stadt, der Alte Turm, der zwischen 950 und 1150 von den Lobdeburgern erbaut wurde. 1250 wurde Bad Lobenstein erstmals urkundlich erwähnt und besitzt seit 1278 das Stadtrecht. Um 1550 erlangte die Stadt durch die Frankenstraße Nürnberg-Leipzig größere Bedeutung. Mehrere Brände zerstörten im Laufe der Zeit große Teile der Stadt, unter anderem das alte Schloss. 1714 bis 1718 entstand das neues Barockschloss mit Parkanlage. Die Entdeckung eisenhaltiger Quellen und das reiche Moorvorkommen im Helmsgrüner Wald führten 1864 zur Gründung des Eisenmoorbades. 1953 erhielt der Ort das Prädikat MoorBad Lobenstein. Nachdem der Betrieb des Moorbades Ende 1990 zeitweilig eingestellt wurde, nahm man im August 1994 mit der Eröffnung der Rehabilitationsklinik für Orthopädie und Rheumatologie den Betrieb wieder auf.

Der Saale-Orla-Kreis verfügt aufgrund seiner wechselvollen Geschichte über zahlreiche kulturhistorische Sehenswürdigkeiten. So führt unter anderem die Reußische Fürstenstraße durch die Orte Bad Lobenstein, Saalburg, Ebersdorf und Schleiz.

Die bemerkenswertesten historischen Bauwerke im Landkreis sind der Alte Turm in Bad Lobenstein (mit Regionalmuseum, unterhalb befinden sich die Reste des 1714 niedergebrannten alten Schlosses), Schloss Burgk, Burg Ranis (Anfänge aus dem 11. Jahrhundert), das Barockschloss in Oppurg, das Rathaus in Neustadt (eines der bedeutendsten Ratsgebäude in Thüringen) sowie das einstige Preußenschloss in Ebersdorf, in dem Napoleon vor der Schlacht bei Jena-Auerstedt übernachtete. In vielen dieser Gebäude sind heute Museen eingerichtet. Darüber hinaus gibt es im Landkreis noch weitere Museen, so z. B. das Wasserkraftmuseum in Ziegenrück oder das Deutsch-Deutsche-Museum in Mödlareuth (Gemeinde Gebersreuth) an der Grenze zu Bayern.

Im Saale-Orla-Kreis gibt es zahlreiche jährlich stattfindende Feste, die meist einen historischen Ursprung haben. So können unter anderem das Lichterfest (24. Dezember) und der Brezeltag in Pößneck, das Marktfest in Bad Lobenstein oder das Neustädter Brunnenfest, das auf die Stadtgründung im 15. Jahrhundert zurückgeht, genannt werden.

Weitere Sehenswürdigkeiten im Landkreis sind die vielen Höhlen, insbesondere in der Umgebung von Pößneck, wo teilweise prähistorische Fundstücke entdeckt wurden.

 
Die Kreisstadt - Schleiz

Die ehemalige Residenzstadt Schleiz liegt im Thüringer Schiefergebirge in einer Talmulde der Wisenta, einer reizvollen Umgebung des Oberlandes, ca. 440 m ü. NN.

Im 13. Jh. waren die alten Handelsstraßen ausschlaggebend für die Entwicklung des Ortes. Aus einem slawischen Dorf Slewitz, in dem sich diese wichtigen Lebensadern kreuzten, entwickelte sich im 12. Jh. die Altstadt. Um 1232 wird Schleiz erstmalig urkundlich erwähnt und unmittelbar neben der Altstadt wurde im 13. Jh. die Neustadt planmäßig angelegt. Bereits 1297 wird Schleiz ausdrücklich als "Oppidium" - Stadt - genannt, und 1482 vereinigten sich Alt- und Neustadt zu einem städtischen Gemeinwesen, das 1851 durch die Eingemeindung der im 18. Jh. gegründeten Heinrichsstadt eine bedeutende Erweiterung erfuhr. Von den Lobdeburgern, als Kolonisatoren, kam Schleiz für geraume Zeit an die Wettiner und 1318 an die Vögte von Gera. Ab 1616 gehörte es zur jüngeren Linie Reuß, wurde dann Mittelpunkt einer eigenen reußischen Herrschaft, die man 1806 zum Fürstentum erhob und 1848 im Fürstentum Reuß jüngere Linie aufging.

Die vielbefahrenen Handelsstraßen führten auch berühmte Persönlichkeiten nach Schleiz, von den Reisenden und fahrenden Kaufleuten konnte sich die Bürgerschaft allein nicht ernähren. 1318 wurde der hier betriebene Bergbau auf Silber, Antimon und Eisen erstmals urkundlich erwähnt, gelangte im 16. Jh. zur Blüte, verlor im 17. Jh. jedoch an Bedeutung. Die Tuchmacherei, seit 1402 erstmalig erwähnt, blühte bis ins 19. Jh. Seit 1505 bekam die Stadt den ersten freien Jahrmarkt verliehen, zu dem auch auswärtige Händler zollfrei Waren einführen konnten und seit 1703 durften auch Viehmärkte abgehalten werden, die sich später zu den bedeutendsten in Deutschland entwickelten, bis der 1. Weltkrieg dieser Entwicklung ein Ende bereitete. 1819 erwarb der Schleizer Gürtlermeister Piegler die Konzession zur fabrikmäßigen Herstellung von Döbereiner-Feuerzeugen. Diese frühen, auf der Grundlage der Platinkontaktanalyse arbeitenden Gas-Tischfeuerzeuge produzierte man über mehrere Jahrzehnte hinweg.

Auch die 1886 fertiggestellte Eisenbahnlinie Schleiz-Schönberg wirkte sich fördernd auf die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt aus. Metallwarenfabriken, Holz- und Glasverarbeitung, Buchbinderei und Textilverarbeitung sind in Schleiz bodenständige Industrien.

Die verkehrsgünstige Lage erwies sich nach der Wende als wirtschaftsfördernder Faktor. Parallel zu den Anstrengungen der einheimischen Gewerbetreibenden und auswärtigen Investoren entstanden viele leistungsfähige Fachgeschäfte und Schleiz erweist sich als eine akzeptierte Einkaufsstadt in der Region. Wesentliche strukturbestimmende Firmen konnten erfolgreich privatisiert und erhalten werden, z. B. das ehemalige Jenaer Glaswerk in Schleiz, in dem als Zweigwerk Schleiz nur Docter-Optik aus Wetzlar produziert. Gleichzeitig hat die Stadt Bedingungen geschaffen, die Schleiz als investorenfreundliche Stadt auszeichnen, denn unmittelbar an der A9 entstand ein Industrie- und Gewerbegebiet.

In Schleiz wurde Johann Friedrich Böttger geboren, der als Erfinder des "europäischen Porzellans" in die Geschichte einging.

Ein bekannter Bürger von Schleiz, einer der bedeutendsten Germanisten und der Reformator der deutschen Sprache, Dr. Konrad Duden, war von 1869 bis 1876 als Direktor des Gymnasiums hier tätig. Der "Duden" trat von Schleiz aus seinen Siegeszug durch den gesamten deutschsprachigen Raum an.

Doch den Namen des für Jahrhunderte so verträumten Städtchens hat seit vielen Jahrzehnten das internationale "Schleizer Dreieckrennen" in die Lande hinausgetragen. Auf dem Straßendreieckskurs, der an der "Haarnadelkurve" unmittelbar das Stadtgebiet berührt, führten die Apollo-Autowerke 1922 die erste interne Brennstoffverbrauchsprüfung durch und entdeckten den interessanten Kurs, auf dem 1923 das erste Rennen ausgetragen wurde. 1937 kam das Ende der Rennen, denn den Machthabern im 3. Reich waren prestigewirksamere Strecken wichtiger. Nach dem 2. Weltkrieg fand 1950 die größte Veranstaltung auf dem Schleizer-Dreieck-Kurs statt, bei der mehr als 250 000 Zuschauer einen Gesamtdeutschen Meisterschaftslauf erlebten.

Die Schleizer Strecke gehört zu den ältesten Naturrennstrecken Europas und zählt auch zu den sichersten und schönsten. Die Ausstellung historischer Rennfahrzeuge und das jährliche AWO-Treffen gehören zum unverwechselbaren Flair des Schleizer Dreiecks.

 
Sehenswürdigkeiten

Historische Gebäude sucht man in der Stadt leider vergeblich, denn Schleiz wurde mehrfach fast völlig Opfer großer Stadtbrände. Vom einstigen Residenz- und Sommerschloss kunden noch zwei wahrzeichenhafte Turmruinen. Ansehenswert ist die "Alte Münze" mit ihren Barocktürmen, das Rathaus, die Pfarrkirche St. Georg, sowie das Gebäude des historischen Gymnasiums Rutheneum. Ein Bauwerk, das man gesehen haben sollte, ist die Berg- oder Marienkirche. Von außen eher schlicht, entfaltet sich im Inneren eine ungeheure Pracht barocker Sakralbaukunst.

 
Ausflugs- und Wanderziele

  • Plothener Teichlandschaft (umfasst über 1 000 Teiche)
  • Bleilochstausee der Saale bei Saalburg
  • Fernwanderweg Eisenach - Budapest
  • Park Heinrichsruh, mit fürstlichem Sommerpalais
  • Dorfkirchen in Oschitz, Lössau, Kirschkau, Oettersdorf, Neundorf und Pahnstangen
  • Mühltroff mit aus einer mittelalterlichen Wasserburg hervorgegangenem Schloss und Schlosskirche