Geographische Lage

Der Landkreis Sömmerda liegt in der nördlichen Hälfte Thüringens. Im Norden wird er vom Kyffhäuserkreis, im Westen vom Unstrut-Hainich-Kreis und dem Landkreis Gotha, im Süden von der kreisfreien Stadt Erfurt und dem Kreis Weimarer Land sowie im Osten von Sachsen-Anhalt begrenzt.

 
Geomorphologie



Die Geländehöhen im Landkreis Sömmerda betragen zwischen 129 m in der Unstrutniederung unterhalb Kannawurf und 391 m auf der Hainleite nördlich Bilzingsleben. Ausgewählte markante Geländeerhebungen sind:

Künzelsberg bei Beichlingen 380 m
Mühlberg bei Rastenberg 310 m
Großer Warthügel bei Schloßvippach 252 m
Weinberg bei Kleinbrembach 212 m
Galgenberg bei Tunzenhausen 207 m
Walschberg bei Walschleben 206 m
Kranichborner Hügel 204 m
Hessenberg bei Gebesee 183 m
Kantorberg bei Ringleben 175 m


Karte:

Hangneigung und Exposition
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Naturräume

Buntsandstein-HügelländerHohe Schrecke-Finne
nordöstlicher Teil des Landkreises um Großmonra und Rastenberg
Muschelkalk-Platten und -BergländerHainich-Dün-Hainleite
nördlicher Teil der Gemeinde Bilzingsleben
Fahnersche Höhe
südwestlicher Teil der Gemeinde Witterda
Ettersberg
kleiner Ausschnitt im östlichen Teil der Gemeinde Ollendorf
AckerhügelländerInnerthüringer Ackerhügelland
überwiegender Teil des Kreisgebietes
Auen und NiederungenGera-Unstrut-Niederung
Talauen der Unstrut, des Steingrabens, der Scherkonde, der Gramme und der Gera, u. a. mit Teilen von Sömmerda, Kölleda, Straußfurt und Gebesee


Karte:

Naturräumliche Gliederung
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Der größte Teil des Landkreises Sömmerda befindet sich am nördlichen Rand des Thüringer Beckens (Innerthüringer Ackerhügelland), einer flachwelligen, überwiegend intensiv ackerbaulich genutzten Hügellandschaft auf Höhenlagen zwischen 200 und 300 m. Die ackerbauliche Eignung des Thüringer Beckens resultiert vor allem aus den verbreiteten, fruchtbaren Lössdecken.

Der Landschaftscharakter des Landkreises wird von zwei weiteren Naturräumen bestimmt. Im äußersten Nordosten ist dies die überwiegend mit Buchen und Eichen bewaldeten Sandstein-Höhenrücken von Hohe Schrecke-Finne. Sie sind durch langgestreckte Höhenrücken mit randlich tief eingeschnittenen Tälern charakterisiert. Hier liegt auch die höchste Erhebung des Kreises, der 380 m hohe Künzelsberg. Das Thüringer Becken wird durchzogen von der Gera-Unstrut-Niederung, deren breite Flussauen überwiegend ackerbaulich genutzt werden und ein geringes Talgefälle besitzen.
 
Flächennutzung

Bei einer Gesamtbodenfläche von 80.420 ha verteilten sich die Nutzungsarten im Landkreis wie im Folgenden dargestellt.

Flächen der tatsächlichen Nutzung 1992 und 2010
Siedlungs- und Verkehrsfläche (SVF) ohne Abbauland
Diagramm für Thüringen anzeigen/ ausblenden

Nutzungsart [%] Landkreis Sömmerda Thüringen
1992 2010 2010
Siedlung und Verkehr 7,1 8,0 9,3
Landwirtschaft 82,1 81,3 54,4
Wald 7,9 8,0 31,9
Wasser 1,5 1,5 1,2
Sonstige 1,4 1,3 3,2


Karte:

Flächennutzung
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Übersichtskarten Thüringen:


Landwirtschaftliche Nutzung auf mehr als 80 % der Gemeindefläche ist im Landkreis Sömmerda für den überwiegenden Teil der Städte und Gemeinden kennzeichnend. Zusammenhängende Gebiete mit unter 80 % Landwirtschaftsfläche befinden sich nur an der nördlichen Peripherie von Erfurt (höherer Gewerbeflächenanteil) und im Nordosten zwischen Beichlingen und Rastenberg (Höhenzug der Hohen Schrecke / Finne). Eine landwirtschaftlich genutzte Fläche von 50 % wird nur in Großmonra (40,2 %) unterschritten.

Der Anteil der Waldfläche ist im gesamten Ackerhügelland äußerst gering (unter 3 %, im zentralen Teil vielfach unter 1 %). Waldanteile von über 10 % werden in Buttstädt, Großrudestedt und Witterda sowie auf dem Höhenzug der Hohen Schrecke / Finne erreicht. Hier ist die ausgedehnte Gemeindefläche von Großmonra (3.892 ha) zu 55,2 % (2.147 ha) bewaldet, das sind allein ein Drittel der gesamten Waldfläche des Landkreises.

Der Anteil der Siedlungs- und Verkehrsflächen ist in Elxleben mit 16,9 % am höchsten (relativ kleine Gemeindefläche). In den zentralen Orten beträgt er in Kölleda 15,8 %, in Sömmerda 12,9 % und in Straußfurt 12,5 %. Auf der Hohen Schrecke (Großmonra, Ostramondra) wird ein Anteil von 5 % unterschritten.

Wasserflächen konzentrieren sich, da größere natürliche Gewässer im Landkreis Sömmerda nicht vorhanden sind, auf das Rückhaltebecken Straußfurt, die Talsperre Großbrembach und den landwirtschaftlichen Wasserspeicher bei Orlishausen (Stadt Sömmerda) und ehemalige Kiesgruben bei Elxleben und Nöda.

Die sonstigen Flächen sind im Landkreis Sömmerda zu einen sehr geringen Anteil vorhanden und sind überwiegend vom Bergbau beanspruchte Flächen (Abbau von Kiessanden bei Nöda, Riethnordhausen und Weißensee, von Kalkstein bei Beichlingen und Rastenberg.


Karte:

Landnutzung
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Flächenversiegelung

In der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie ist die Minderung der Flächeninanspruchnahme für Siedlungen und Verkehr ein wichtiges Handlungsfeld. Vom gesamtdeutschen Ziel, die Flächeninanspruchnahme bis 2020 auf 30 Hektar pro Tag zu reduzieren, sind wir zum heutigen Zeitpunkt weit entfernt. Von ökologischer Brisanz ist vor allem die Tatsache, dass etwa 50 % der Siedlungs- und Verkehrsfläche versiegelt sind. Damit verbunden sind alle negativen Wirkungen auf die Geofaktoren Boden, Wasser, Klima sowie Flora und Fauna.

In Thüringen kommt verschärfend hinzu, dass der Flächenverbrauch bei sinkender Bevölkerung vonstatten geht. Thüringen verlor seit 1990 fast 12 % seiner Bevölkerung, was etwa 310.000 Einwohnern entspricht.

In einer geostatistischen Analyse von 2008 wurde erstmals aus hochauflösenden Satellitenbildern eine breite landesweite georäumliche Datenbasis zur Flächeninanspruchnahme als Grundlage für weitere fachliche Analysen geschaffen.


Karte:

versiegelte Flächen
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Karte:

Flächenversiegelung nach Gemeinden
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Flächenversiegelung je Einwohner
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Eine für ein langfristig angelegtes Versiegelungsmonitoring geeignete Darstellungsweise ist die Verwendung eines normierten Rasters. Der Vorteil liegt in einer Vergleichbarkeit, die unabhängig von Gemeindegrößen und etwaigen Gebietsveränderungen ist. Eine Übersichtskarte für Thüringen zeigt den Versiegelungsgrad bezogen auf ein flächendeckendes 2 x 2 km-Raster mit dem Datenstand 2006.

Weitere Beiträge zur Flächenversiegelung sind im Internetangebot der TLUG hier zu finden.