Kreisverwaltung

Landrat: Harald Henning
Verwaltungssitz: Sömmerda
Dienststelle: Landratsamt Sömmerda

Bahnhofstr. 9
99610 Sömmerda

Tel.: 03634 / 35 40
Fax: 03634 / 35 43 94
Letzte Gebietsreform: 01.07.1994
Kfz-Kennzeichen: SÖM
 
Wappen

Gespalten mit einer eingepfropften Spitze.; vorn neunmal von Schwarz über Gold geteilt und mit einem schrägen, gebogenen grünen Rautenkranz belegt; hinten in Blau ein siebenmal von Rot über Silber geteilter Löwe; in der Spitze ein silbernes sechsspeichiges Rad auf rotem Grund (Genehmigung des Thüringer Landesverwaltungsamtes Nr. 200-1348-14/95-ARN vom 07.12.1994).

Das Wappen widerspiegelt die wechselvolle Territorialgeschichte des Raumes. Das Rautenkranzwappen steht für thüringische Besitzungen des Herzogtums Sachsen. Als Preußen 1815 die Rechtsnachfolge Kursachsens auch in Thüringen antrat, wurde die Tingierung der Balken des Rautenkranzwappens in Gold-Schwarz geändert, um die gewechselten Besitzverhältnisse bei gleichzeitiger Beibehaltung des Namens Sachsen, nunmehr der ehemaligen kurmainzischen Enklave Erfurt einschließlich der seit 1415 im Erfurter Besitz befindlichen Stadt Sömmerda zusammengelegt und Sitz eines Kreises im Regierungsbezirk Erfurt.

(Wappen- und Siegelbeschreibungen des Landkreises und der Kommunen des Landkreises Sömmerda, Kreisverwaltung Sömmerda)
 
Wissenswertes zum Landkreis Sömmerda


Karte:

Satellitenbildkarte
(PDF-Datei)


Karte:

Übersichtskarte
(JPG-Datei)

Die fruchtbaren Ebenen des Thüringer Beckens wurden bereits in urgeschichtlicher Zeit von Menschen besiedelt. So bezeugen Funde bei Bilzingsleben, dass dieses Gebiet bereits vor über 400.000 Jahren besiedelt war. Vor rund 3.000 Jahren wurden hier mehrere Wallburgen errichtet. Die bedeutendste war die Monraburg bei Burgwenden.

Im 4. Jahrhundert gehörte das Gebiet zum Siedlungsraum der Thüringer, die 531 von den Franken und Sachsen geschlagen wurden. Die Entscheidungsschlacht fand vermutlich im Raum Weißensee-Leubingen statt. Seit dem 7. und 8. Jahrhundert siedelten sich auch Slaven hier an. Viele der heutigen Orte sind bereits seit dem 8./9. Jahrhundert urkundlich nachweisbar. Die ersten Städte Weißensee, Kindelbrück, Kölleda, Buttstädt, Rastenberg und Sömmerda waren ursprünglich Ackerbürgerstädte. Sömmerda wurde 876 erstmals urkundlich erwähnt. 1165 fiel der Ort an Mainz und 1802 an Preußen. Das Stadtrecht erhielt Sömmerda 1420. Im Zuge der Industrialisierung entwickelte sich Sömmerda von einer Ackerbau- zu einer Industriestadt. Einen wesentlichen Anteil daran hatte die Gewehrfabrik von Johann Nikolaus von Dreyse.

Kölleda wurde 786 erstmals erwähnt. Das Stadtrecht erhielt der Ort im Jahr 1392.

Der Landkreis Sömmerda ist mit der Geschichte Thüringens eng verbunden. Davon zeugen zahlreiche historische Bauten, insbesondere Burgen. Die am besten erhaltenen historischen Bauten sind heute die Runneburg in Weißensee (die Schwesterburg der Wartburg) sowie das aus einer Burganlage entstandene Schloss Beichlingen.

Nur noch in Resten erhalten sind dagegen die Königspfalz bei Gebesee, die Raspenburg, die Wasserburg Hardisleben und die Schalkenburg.

Weitere Sehenswürdigkeiten im Landkreis sind die Marktplätze von Weißensee, Buttstädt und Kölleda sowie die historischen Stadtkerne mit Stadtmauern von Kindelbrück, Sömmerda und Rastenberg. Bemerkenswert ist weiterhin ein Friedhof in Buttstädt, der nach einem Vorbild aus Pisa gestaltet wurde.
 
Die Kreisstadt - Sömmerda

Im Thüringer Becken, nördlich der Landeshauptstadt Erfurt, am rechten Ufer der Unstrut liegt die Kreisstadt Sömmerda, ca. 140 m ü. NN. Bis Anfang des 19. .Jh. war Sömmerda eine Ackerbürgerstadt. Wie für die ganze Gegend war auch hier das "Blaue Gold Thüringens", der Waid prägend.

Im Jahre 876 wird die Stadt in einem Zehntenverzeichnis erstmals urkundlich erwähnt. Bodenfunde geben jedoch Auskunft, dass es lange vor unserer Zeitrechnung hier eine Ansiedlung gab. 1268 war "Sumerda" fuldaisches Lehen der Grafen von Hohenstein, die Sömmerda 1342 als Pfand für Kriegslasten an Erfurt abtraten.

1369 erhält Sömmerda seine Selbständigkeit, indem es sich selbst freikauft. 1395 wurde das Wahrzeichen der Stadt, das "Erfurter Tor" erbaut und blieb als einziges von insgesamt fünf Stadttoren erhalten. Aber schon wenige Jahre später, 1418, erhält das damalige Dorf einen neuen Besitzer, den Grafen von Schwarzburg. Noch im gleichen Jahr verkauft dieser Sömmerda an die Stadt Erfurt. In dieser Zeit setzt die städtische Entwicklung ein. Beispielsweise wurde 1435 erstmals ein Bürgermeister genannt, 1539 wurde das Rathaus vollendet und 1589 wurde der Grundstein für die Stadtmauer mit ihren sechs Wehrtürmen gelegt. Mit dem Bau des Neutores 1595/96 war die Stadtbefestigung abgeschlossen.

Im Deutschen Bauernkrieg 1524 bis 1526 kommt es auch in Sömmerda zum Aufbegehren und nach der Niederschlagung dieser Erhebung werden sechs Bürger hingerichtet.1550 tauschte der Rat zu Erfurt mit Herzog Moritz von Sachsen Sömmerda gegen die Stadt Langensalza ein. Als dieser Herzog 1567 starb, wurde der Tausch für ungültig erklärt. Kurze Zeit später fiel der Markgraf mit seinem Kriegsvolk in Sömmerda ein und plünderte die Stadt. Es ist anzunehmen, dass etwa um die Zeit 1622 Sömmerda das Stadtrecht verliehen bekam. Urkunden darüber existieren jedoch nicht. Ein überaus finsteres Kapitel in der Geschichte der Stadt ist der Dreißigjährige Krieg (1618 bis 1648), ununterbrochen durchzogen Truppen die Stadt, dazu kamen noch Hungersnöte und die Pest. 1655 bemächtigte sich das Fürstentum Mainz der Stadt, und 1802 kam Sömmerda zu Preußen.

In diesem geschichtlichen Zeitabschnitt wird 1744 der bekannte Pädagoge und ev. Theologe Christian Gotthilf Salzmann in Sömmerda geboren. Er gründete 1784 in Schnepfenthal bei Gotha eine philanthropische Erziehungsanstalt und beeinflusste als Schriftsteller und Praktiker das Erziehungs- und Schulwesen nachhaltig.

Nach der Schlacht bei Jena-Auerstedt plünderten französische Truppen die Stadt. In Sömmerda geboren wurde auch der deutsche Erfinder Nikolaus von Dreyse. Er konstruierte 1827 (zunächst als Vorderlader, 1835 auch als Hinterlader) das Zündnadelgewehr, das eine neue Epoche in der Waffentechnik einleitete. 1840 gründete Dreyse eine Gewehrfabrik, dies war ein weiterer Schritt zur Industriealisierung der Stadt.

1858 gründete Hermann Martinei eine Ziegelei, deren besonders kunstvolle Produkte, die heute noch die Stadtparkbrücke und das Pfarrhaus schmücken, Sömmerda über seine Grenzen hinaus bekannt machte. 1901 wird die Dreysche Gewehrfabrik ein Unternehmen des Rheinmetall- Konzerns, und ab 1919 wurden in dem Sömmerdaer Werk Büromaschinen hergestellt. 1920 war Sömmerda auch Schauplatz von Kämpfen im Kapp-Putsch.

Im 2. Weltkrieg wird Sömmerda von Bombenschlägen verschont, obwohl in den ansässigen Werken "Selkado" und "Rheinmetall" ausschließlich Rüstungsproduktion lief. Nach 1945 entwickelt sich das Werk zum Büromaschinenwerk Sömmerda.

Das ehemalige Büromaschinenwerk "Robotron" mit mehr als 10 000 Arbeitsplätzen war bis zur politischen Wende 1989 der größte Arbeitgeber in der Region. Die Liquidation des Betriebes hinterließ ein hochqualifiziertes Arbeitskräftepotential. Dieses Reservoir nutzten zahlreiche Betriebe verschiedener Unternehmensformen und Größe (Industrie, Handel, Gaststätten- und Hotelwesen, Dienstleistungen, Handwerk), die sich in den Gewerbegebieten in und um Sömmerda ansiedelten. Öffentliche Behörden, das Kreiskrankenhaus, aber auch eine Vielzahl schulischer, sportlicher und kultureller Einrichtungen sind in Sömmerda angesiedelt, die es der Stadt zunehmend besser ermöglichen, die Funktion eines Mittelzentrums wahrzunehmen.
 
Sehenswürdigkeiten

Die historische Altstadt, mit einer zum Teil gut erhaltenen Stadtmauer mit ihren sechs Wehrtürmen, das "Erfurter Tor" (1395) zugleich ältestes Bauwerk und heutiges Wahrzeichen der Stadt, sowie das im Renaissancestil errichtete Rathaus sind Zeugnisse der wechselvollen Stadtgeschichte. Ebenso sehenswert ist der Marktplatz mit seinem Springbrunnenrundbau, die St. Bonifatiuskirche mit Barockorgel, die St. Petrikirche, die Kirche St. Franziskus, das Geburtshaus des Pädagogen Ch. G. Salzmann und das ehemalige Amtshaus - heutiges Pfarrhaus. Wenige Meter entfernt vom Pfarrhaus führt ein Weg auf einer alten überdachten Holzbrücke, deren Bau (1904) von den Ratsherren finanziert wurde und von der der Blick zur alten Lohmühle (1721) freigegeben wird, über die Unstrut in den Stadtpark.

Traditionell gefeiert wird in Sömmerda alljährlich Ende Juni das Parkfest. Bekannt ist Sömmerda auch durch den Kanusport.
 
Ausflugs- und Wanderziele

Beichlingen, Rastenberg, Weißensee, Erfurt und Weimar sind naheliegende, Naumburg und der Kyffhäuser etwas weiter entfernte Ausflugsziele.