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Naturschutzgebiete (Stand: 9/2009)
Der Landkreis Schmalkalden-Meiningen hat Anteil an 29 Naturschutzgebieten (NSG), wovon 22 NSG vollständig im Kreisgebiet liegen. Die NSG 38, 41 sowie 75 befinden sich teilweise auch im Landkreis Gotha, die NSG 137, 237 sowie 353 liegen zum Teil im Wartburgkreis und das NSG 259 befindet sich teilweise im Landkreis Hildburghausen.
| Nummer | Name | Größe (ha) |
| 38 | Großer Inselsberg 1) | 142,5 |
| 41 | Saukopfmoor 1) | 34,6 |
| 75 | Spittergrund 1) | 159,3 |
| 95 | Stoffelskuppe | 22,7 |
| 96 | Zehnbuchen | 44,6 |
| 97 | Breitunger Seen | 74,5 |
| 99 | Seimbergswald | 19,6 |
| 100 | Nesselgrundwiese | 4,4 |
| 101 | Große Hirschbalzwiese | 13,7 |
| 102 | Ganswiese | 6,8 |
| 103 | Schützenbergmoor | 4,8 |
| 104 | Oberhofer Schloßberg | 15,6 |
| 126 | Rhönwald | 132,5 |
| 127 | Hembachwald | 15,3 |
| 128 | Spitzberg | 5,7 |
| 129 | Still | 133,8 |
| 130 | Eichelberg | 21,5 |
| 137 | Forstloch - Riedwiesen 1) | 166,1 |
| 138 | Arnstein | 12,9 |
| 237 | Horbel - Hoflar - Birkenberg 1) | 562,3 |
| 253 | Lange Rhön | 249,1 |
| 254 | Rhönkopf - Streufelsberg | 514,1 |
| 255 | Bischofswaldung mit Stedtlinger Moor | 516,0 |
| 259 | In den Seeben 1) | 65,7 |
| 321 | Westhang des Dolmar | 454,9 |
| 348 | Schwarzbacher Grund | 166,4 |
| 353 | Horn mit Kahlköpfchen 1) | 174,1 |
| 354 | Hofberg | 43,0 |
| 472 | Klosterwald | 83,5 |
| 1) liegt in zwei oder mehr Landkreisen |
Im Naturraum 1.3.2 (Mittlerer Thüringer Wald) befinden sich die NSG 38, 41, 75 und 99 bis 104.
Der weithin sichtbare und durch Tagesbesucher und Urlauber stark frequentierte Große Inselsberg, des gleichnamigen NSG 38, überragt markant das allgemeine Niveau des Gebirges um 120 bis 200 m. Der Gipfel ist ein schmales, gewölbtes Plateau, von dem nach allen Seiten Täler und Rücken abfallen. Die "Inselsbergspalte" quert das NSG an seinem südlichen Abhang. Das Vegetationsinventar des zu 92 % bewaldeten Gebietes wird von verschiedenen Ausbildungen des für den Thüringer Wald typischen montanen und hochmontanem Hainsimsen-Buchenwaldes beherrscht. Bemerkenswert ist die hochmontane Ausbildung, die auch als Ebereschen-Buchenwald beschrieben wurde. Es handelt sich um die am höchsten gelegenen intakten Buchenwälder Ostdeutschlands. Die pflanzengeographische Situation ist durch das Vorherrschen ozeanisch-subozeanisch verbreiteter Arten gekennzeichnet. Auf dem höchsten Gipfel im nordwestlichen Teil des Thüringer Waldes sind auch naturnahe Gesteinsbiotope vorhanden. Das bryologisch sehr interessante NSG beherbergt ein Totalreservat.
Das größte und mächtigste Hochmoor Thüringens, das "Saukopfmoor" (NSG 41), liegt in der vereinigten Quellmulde des Breiten Seegrabens und der Pechhüttendelle zwischen den Kuppen von Greifenberg, Altem Berg und Saukopf. Das NSG repräsentiert charakteristische Oberflächen- und Gewässerformen des Naturraums. Neben der typischen Moorvegetation sind arktisch-alpine und boreo-montane Arten für die Flora und Fauna kennzeichnend. Bemerkenswert sind Armblütige Segge, Rasige Haarsimse, Rosmarinheide und Rundblättriger Sonnentau.
Das NSG 75 "Spittergrund" umfasst wesentliche Teile des vielgestaltigen Talsystems der Spitter, eines naturnahen Baches am Nordabfall des Mittleren Thüringer Waldes. Darin eingeschlossen sind auch die Quellmulde an der Ebertswiese und die angrenzenden Auenbereiche und Talhänge. Das naturnahe Bergbachsystem ist ein herausragendes hydrobiologisches Forschungsobjekt. Neben geologischen Besonderheiten ist das Gebiet auch durch angrenzende artenreiche Feucht- und Bergwiesen sowie Wälder geprägt.
Das NSG 99 "Seimbergswald" befindet sich am unteren Westabhang des Seimberges im steilhängigen Taldurchbruch der Truse. Im mittleren und südlichen Teil wird das Gebiet von Spalten- und Hangschuttwasser geprägt, das sich in konkaven Geländebereichen zu Rinnsalen und kleinen Bächen vereinigt. Das Gebiet beherbergt charakteristische Oberflächen- und Gewässerformen des Naturraumes und dient der Erhaltung eines Mosaiks naturnaher Waldgesellschaften (vorwiegend Hainsimsen-Buchenwald) und Dokumentation der erdgeschichtlichen Entwicklung im Ruhlaer Kristallin (anhand eines ehemaligen Steinbruchs). Das NSG wird im Osten von einer ehemaligen Bahnlinie und im Talgrund von der Landstraße Brotterode - Trusetal begrenzt.
Nährstoffreiche Mittelgebirgswiesen (größtenteils Waldstorchschnabel-Goldhafer-Wiese) des Thüringer Waldes sind kennzeichnend für das NSG 100 "Nesselgrundwiese". Die Wiesen liegen am nordwestlich exponierten Unterhang des "Krämerod" und auf der Talsohle im Quellgebiet des Nesselbachs. Neben Nassgallen am Unterhang ist auch eine starke Quelle am Hangfuß, die für die Wasserversorgung gefasst ist, vorhanden. In Flora und Fauna herrschen meist weit verbreitete Grünlandarten vor.
Das NSG 101 "Große Hirschbalzwiese" ist ein Ausschnitt eines westlich exponierten Hanges im Talanfang eines Zuflusses zur Schmalkalde und beinhaltet zahlreiche Nassstellen, kleine Quellen und Quellbäche. Das NSG repräsentiert charakteristische Oberflächen- und Gewässerformen des Naturraums und ist geprägt durch nährstoffarme Bergwiesen (v. a. Bärwurz-Rotschwingel-Wiese und Kreuzblümchen-Borstgras-Rasen) in verschiedenen Feuchteabstufungen mit bemerkenswertem Arteninventar. Für die Flora ist eine Reihe subozeanischer und in Mitteleuropa montan verbreiteter Arten wie beispielsweise Harz-Labkraut und Arnika charakteristisch.
Die "Ganswiese" (NSG 102) liegt auf dem Scheitel eines schmalen Bergriedels der Südwestabdachung des Thüringer Waldes zwischen dem Dörnbach und dem Arntal. Das NSG umfasst den obersten Bereich einer Mulde von kleinen Zuflüssen zum Arntal und einen Ausschnitt des Unterhanges vom Steinhauk und beinhaltet charakteristische Oberflächen- und Gewässerformen des Naturraumes. Das Gebiet ist durch mäßig nährstoffreiche bis -arme Gebirgswiesen (v. a. Waldstorchschnabel-Goldhafer- und Bärwurz-Rotschwingel-Wiese) des Thüringer Waldes mit bedeutendem Arteninventar gekennzeichnet.
Das "Schützenbergmoor" (NSG 103) liegt auf der sehr flach nach Südwesten geneigten Hochfläche des Schützenbergs an der Wurzel eines Riedels, der sich vom Rennsteig aus zwischen Kanzlersgrund und Lubental nach Südwesten erstreckt. Das NSG repräsentiert charakteristische Oberflächen- und Gewässerformen des Naturraums und dient der Sicherung eines repräsentativen Plateau-Hochmoors mit typischer Moorvegetation, -flora und -fauna. Das Gebiet ist durch einen Moorlehrpfad (Bohlensteg) für Besucher erschlossen.
Auf der Kuppe des Schloßbergkopfs sowie an dem geneigten Südwest- und Nordhang nördlich von Oberhof gelegen, wird das NSG 104 "Oberhofer Schloßberg" von der Ortslage und der Ortsumgehungsstraße eingeschlossen. Das Gebiet dient der Erhaltung der hochwertigen autochthonen Fichtenherkunft "Schloßbergfichte" zur Gewinnung von Hochlagensaatgut und für die forstliche Pflanzenzüchtung. Vegetationskundlich gehören die Fichtenbestände zum hochmontanen Wollreitgras-Fichten-Bergwald, dem geringfügig Eberesche, Hänge-Birke und Berg-Ahorn beigemischt sind. Besondere Beachtung verdient das Brüten des Kleibers im Bergfichtenwald. Das NSG liegt im Landschaftsschutzgebiet "Thüringer Wald".
Im Naturraum 4.1 (Vorderrhön) befinden sich die NSG 95, 237, 353 und 354 sowie 472.
Die "Stoffelskuppe" (NSG 95; Kern- und Pflegezone des Biosphärenreservates "Rhön") ist ein markanter Basaltkegel der Vorderrhön mit Buntsandsteinsockel, der das allgemeine Niveau um mehr als 100 m überragt. Das NSG dient der Erhaltung von Basalt-Blockhalden mit ihrer Kryptogamenflora sowie naturnaher Laubwaldgesellschaften (v. a. Waldgersten-Buchenwald) und der Sicherung der natürlichen Entwicklung in der Kernzone. Auf dem Plateau befinden sich eine vorgeschichtliche Wallanlage sowie Mauerreste einer mittelalterlichen Kapelle (des heiligen Christopherus).
Das NSG 237 "Horbel - Hoflar - Birkenberg" (Pflegezone des Biosphärenreservats "Rhön") dient dem Schutz des Komplexes wertvoller naturnaher Wald- und Offenland-Biotope und des artenreichen Lebensraums insbesondere von Pflanzen, Vögeln und Wirbellosen. Zur Pflegezone gehören Ost- und Südrand eines größeren Hochflächenkomplex der Vorderrhön mit Zentrum um den Dadenberg. Am Nordosthang des Horbel, am großen Hoflar und Südhang des Birkenberges blieben montane Waldgersten-Buchenwälder (Zahnwurz-Buchenwald) erhalten. Während besonders um den Horbel aber Fichten-Forsten überwiegen, sind südwestlich des Horbel, auf der "Klinser Aue", großflächig artenreiche Bergwiesen mit Trollblume und Breitblättrigem Knabenkraut entwickelt. Am Südostfuße des Weinberges breitet sich ein kleines Hangquellmoor mit Kalktufflager aus. Das Gebiet besitzt eine große Bedeutung im Biotopverbund entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze ("Grünes Band").
Das NSG 353 "Horn mit Kahlköpfchen" (Kern- und Pflegezone des Biosphärenreservats "Rhön") umfasst einen isolierten, die Umgebung um bis zu 200 m überragenden Bergkomplex, der aus dem Bergstock des Horns sowie den schmalen Riedeln des Langen Rains und des steilhängigen Kahlköpfchens besteht. Das Gebiet ist durch naturnahe Laubwälder (v. a. Buchenwälder) und großflächige Kalkmagerrasen (u. a. Enzian-Schillergras-Rasen) gekennzeichnet. Am Nordwesthang befindet sich ein aufgelassener Basaltsteinbruch mit Sukzessionsstadien.
Der "Hofberg" (NSG 354; Pflegezone des Biosphärenreservats "Rhön") ist der nördliche Ausläufer eines Höhenzugs, der sich vom Gotteskopf bei Hümpfershausen bis Roßdorf erstreckt. Charakteristisch für das Gebiet sind die großflächigen, extensiv genutzten Kalk-Halbtrockenrasen (u. a. Enzian-Schillergras-Rasen, Trespen-Halbtrockenrasen) mit zahlreichen gefährdeten Pflanzen- und Tierarten. Zentral im Gebiet befinden sich ein Wasserbehälter (Trinkwasserspeicher) und an der Straßenseite des Unteren Hofbergs zwei Stollen, die früher als Eiskeller genutzt wurden. Erwähnenswert sind auch einzelne ältere Solitärbäume, darunter das ND "Zwei Linden am Hofberg". Bereits 1973 erfolgte die Sicherung einer Teilfläche als FND "Nördlicher Ausläufer des Hofberges (Schlotterhang)". Das Gebiet gehört zum Naturschutzgroßprojekt "Thüringer Rhönhutungen".
Das NSG 472 "Klosterwald" (Kernzone des Biosphärenreservats "Rhön") umfasst den langen, sich in Nord-Süd-Richtung erstreckenden Gipfelbereich des Gotteskopfs und Teile seines Osthangs. Das Gebiet dient der Gewährleistung und Erforschung einer vom Menschen möglichst unbeeinflussten natürlichen Entwicklung der Lebensgemeinschaften auf bewaldeten Basaltblockhalden. Das gesamte Gebiet des Klosterwaldes ist mit Wald bestanden, wobei der hohe Anteil an naturnahen Laubwäldern (z. B. Waldgersten- und Waldmeister-Buchenwald) bemerkenswert ist. Im Südteil des Gebiets befindet sich ein als Bodendenkmal geschützter vorgeschichtlicher Versammlungs- oder Wohnort, im Nordteil das bereits 1983 als geologisches Naturdenkmal unter Schutz gestellte "Basaltblockmeer am Gotteskopf".
Die NSG 96, 127, 255 und 348 befinden sich im Naturraum 2.9 (Lengsfeld-Zillbach-Bauerbacher Buntsandstein-Waldland).
Inmitten des Zillbacher Forstes etwa 250 m östlich der sternförmigen Anlage "Zehnbuchen" mit dem Pirschhaus liegt das NSG 96 "Zehnbuchen" und umfasst Hainsimsen-Buchenwald sowie eine Weiserfläche für forst- und bestandsgeschichtliche Untersuchungen. Auf verhagerten Rücken und Kuppen sind Echter Ehrenpreis, Draht-Schmiele, Heidelbeere und gelegentlich auch Echtes Weißmoos häufiger. Das Gebiet beherbergt zwei Totalreservate zur Sicherung der natürlichen Waldentwicklung.
Das von landwirtschaftlichen Flächen umgebene NSG 127 "Hembachwald" (Pflegezone des Biosphärenreservats "Rhön") liegt auf einer ebenen bis schwach geneigten Terrassenfläche und grenzt im Nordosten unmittelbar an die Herpf. Es besteht aus drei Formenelementen: einer fast ebenen Fläche im Sockelbereich des Hutsberges, einem flachen Hang zu einem rechten Nebentälchen der Herpf und dem kurzen Steilabfall der Sockelfläche zur Herpf. Das Gebiet dient der Dokumentation von Laubmischwäldern (u. a. Hainsimsen-Buchenwald, Eschen-Ahorn-Schlucht- und Schatthangwald) und der Rekonstruktion des mittelwaldähnlicher Strukturen als Demonstrationsobjekt für eine historische Betriebsart. Aufgrund des Auftretens günstiger Phänotypen stellt das NSG für Trauben-Eiche, Hainbuche und Zitter-Pappel ein wichtiges Genreservat dar. Im Gebiet befinden sich ein, als Bodendenkmal geschütztes, bronzezeitliches Hügelgräberfeld und Lesesteinwälle
Das NSG 255 "Bischofswaldung mit Stedtlinger Moor" (Pflegezone des BR "Rhön") umfasst einen störungsarmen Waldkomplex mit überwiegend naturnahen Laubmischwäldern wie Hainsimsen-Buchenwälder, Labkraut- und Sternmieren-Eichen-Hainbuchenwälder. Weiterhin beherbergt das Gebiet zwei Kesselmoore (Stedtlinger Moor und Petersee), mit Sauer-Zwischenmoor-Vegetation, die zu den wertvollsten Thüringens zählen und bereits 1940 als Naturdenkmale unter Schutz gestellt wurden. Am Fuß des Neuberges breitet sich südlich des Weges von der Wüstung Schmerbach nach Stedtlingen eine fast ebene Fläche aus, die zum größten Teil in die Pflegezone des BR einbezogen ist. Randlich und im Südosten des NSG kommen auch Feuchtwiesen und Intensivgrasland vor. Eine besondere Bedeutung besitzt das Gebiet auch durch ein Vorkommen des Hochmoor-Perlmutterfalters, das schon lange weiträumig isoliert hier existiert. Siedlungszeugen im Gebiet sind u. a. ein Gräberfeld und die Ruine einer Kirchenburg. Das NSG besitzt zudem eine große Bedeutung im Biotopverbund entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze ("Grünes Band").
Der "Schwarzbacher Grund" (NSG 348) ist ein mäandrierendes Kerbsohlental, dessen Breite zwischen 60 und 200 m schwankt und das der Erhaltung naturnaher, mäandrierender Fließgewässer und begleitender Bachauenbiotope mit charakteristischem Arteninventar dient. Der Bach, mit seinem recht ursprünglichen Charakter, ist durch Mäander, Prall- und Gleitufer mit zahlreichen Abbrüchen im sandigen Ufersubstrat, Kolke, wandernden Sandbänke und Inseln gekennzeichnet. Bemerkenswert sind die ausgedehnten Hangquellmoore in den Quellmulden des Allmichgrabens. Zum NSG gehören ferner Feuchtwiesen und -weiden, Landröhrichte, Hochstaudenfluren, Frischwiesen, Halbtrockenrasen, Waldränder und Gebüschsäume sowie Teile der angrenzenden Forsten.
Im Naturraum 6.7 (Werraaue Meiningen - Vacha) befinden sich die NSG 97 und 137.
Die "Breitunger Seen" (NSG 97) stellen den größten natürlichen Auslaugungssee in der Werraaue in Südwestthüringen mit breiten Verlandungszonen und angrenzenden Wiesen, insbesondere als Brut-, Nahrungs- und Rasthabitat für zahlreiche Vogelarten und als bedeutender Mollusken-Lebensraum dar. Das NSG besteht aus zwei offenen Wasserflächen: dem nördlichen Vordersee (11,6 ha) und dem südlichen Hintersee (15,7 ha), die durch den so genannten "Fischgang" miteinander verbunden sind. Im Nordwesten grenzt eine Halde aus Bauschutt, Erdaushub und vor allem Asche aus dem ehemaligen Kraftwerk Breitungen an. Die offenen Wasserflächen sind großflächig mit Weißer Seerose und Großer Teichrose bedeckt. Zusammen mit dem nahe gelegenen Forstloch (NSG 137) gehören die Breitunger Seen zu den derzeit bedeutsamsten Großmuschel-Lebensräumen Thüringens. Die ersten Schutzbemühungen führten 1939 zur Unterschutzstellung der Breitunger Seen mit 30 m breitem Uferstreifen als Naturdenkmal. 1950 erfolgte eine einstweilige Sicherstellung als Pflanzenschongebiet und 1957 als Tierschutzgebiet. Der heutige Zustand des NSG ist stark geprägt von der jahrzehntelangen "Nutzung" der Seen als Ablagerungs- und Verkippungsgebiet, der Einleitung kommunaler Abwässer sowie des Nährstoffeintrags von den benachbarten Ackerflächen.
Das NSG 137 "Forstloch - Riedwiesen" dient der Erhaltung einer von periodischen Überschwemmungen, natürlichen Auslaugungsseen und Grünlandbereichen geprägten Auenlandschaft und eines Brut-, Nahrungs- und Rastplatzes für zahlreiche Vogelarten. Das Forstloch besteht aus zwei offenen Wasserflächen, dem nördlichen "Immelborner See" und dem südlichen "Hauensee" (früher nur als "Das Loch" bezeichnet), beide bereits seit 1954 als Naturdenkmal ausgewiesen. Auf den Riedwiesen wird aus 16 (teilweise außerhalb des NSG) und auf der linken Talseite aus einem Tiefbrunnen Trinkwasser aus der darunter liegenden Kieslagerstätte gewonnen. Das zentrale Fließgewässer ist die Werra, die durch die Aue mäandriert. Die Biotopausstattung umfasst u. a. wechselfeuchtes Grünland, Röhrichte, Auewaldreste, Gewässer und Erdaufschüttungen (Abraum der Kiesindustrie). Die größte Fläche wird von Frischwiesen eingenommen. Das NSG ist Bestandteil des länderübergreifenden Biotopverbundsystems von Auestandorten im Werratal und gehört zusammen mit den nahe gelegenen Breitunger Seen (NSG 97) zu den bedeutsamsten Großmuschel-Lebensräumen Thüringens.
Die NSG 126 und 253 befinden sich im Naturraum 1.4 (Hohe Rhön).
Der "Rhönwald" (NSG 126; Kernzone des Biosphärenreservats "Rhön") ist ein Ausschnitt aus der Nordabdachung der Hohen Rhön innerhalb der weit gespannten Quellmulde der Weid und repräsentiert wesentliche charakteristische Oberflächen- und Gewässerformen des Naturraumes. Das NSG dient der Erhaltung und natürliche Entwicklung des strukturreichen Waldgebietes mit montanen Buchen-, Schlucht- und Hangmischwäldern und einer reichen Molluskenfauna. Das Gebiet beinhaltet auch Basaltlesesteine und besitzt eine große Bedeutung im Biotopverbund entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze ("Grünes Band").
Das NSG 253 "Lange Rhön" (Kern- und Pflegezone des Biosphärenreservats "Rhön") umfasst Teile der Basalthochfläche zwischen Birx und Frankenheim sowie zwei tief eingeschnittene Talanfänge. Es beherbergt einen montanen Grünlandkomplex mit strukturreichen Restwäldern und bedeutendem Arteninventar. Die größten Flächen nehmen gedüngte Fettwiesen und -weiden sowie Waldstorchschnabel-Goldhafer-Wiesen ein. In der Kernzone, dem "Weiherwald", wird dir natürliche Waldentwicklung gewährleistet. In landwirtschaftlich genutzten Bereichen wurden die Basaltblöcke zu den für die Rhön charakteristischen lang gestreckten Lesesteinwällen aufgestapelt. Das Gebiet besitzt eine große Bedeutung im Biotopverbund entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze ("Grünes Band").
Im Naturraum 3.7 (Meininger Kalkplatten) befinden sich die NSG 128 bis 130 und 138.
Das NSG 128 "Spitzberg" nimmt den nach Nordnordwest exponierten, mit einer Neigung von 30 bis 35 ° extrem steilen und kaum gegliederten Hang eines kurzen steilen, schluchtartigen Kerbtälchens ein. Die Vegetation setzt sich aus verschiedenen Orchideen-Buchenwald-Gesellschaften zusammen, wobei der Eiben-Buchenwald vorherrschend ist. Mit seinen etwa 350 baumförmigen Eiben ist es eines der bedeutendsten Eibenvorkommen und damit gleichzeitig Genreservat in Südthüringen. Neben den Namen gebenden Baumarten kommen hier auch Echte Mehlbeere, Berg- und Spitz-Ahorn, Sommer-Linde, Gewöhnlicher Seidelbast, Rote Heckenkirsche, Gewöhnlicher Efeu, Kalk-Blaugras, Finger-Segge und Gewöhnliches Leberblümchen vor. Am südlichen Rande des NSG befinden sich die Reste einer mittelalterlichen Burganlage.
Das NSG 129 "Still" umfasst den zentralen Teil des Stillberg-Plateaus, eine weit verzweigte, in die Hochfläche steil eingeschnittene Talkerbe ("Kental"), die in das Pfaffental mündet, sowie den Steilhang zum Werratal ("Teichwand"). Das Gebiet dient der Dokumentation einer charakteristischen Abfolge von Buchen- und Eichen-Hainbuchen-Waldgesellschaften und ihrer natürlichen Entwicklung. Im Südosten des Plateaus sind drei kleine still gelegte Steinbrüche und eine jagdlichen Zwecken dienende Wildwiese mit einem üppigen Waldmantelgebüsch in das NSG einbezogen. Am Ausgang des Kentals im Süden wird außerdem eine Reihe markierter Alt-Buchen als "Habitatbäume" der natürlichen Alterung und dem vollständigen Zerfall überlassen. Das NSG beherbergt ein Totalreservat.
Das NSG 130 "Eichelberg" liegt auf dem westlichen Ausläufer eines stark zertalten Muschelkalkplateaus 0,8 km nordöstlich von Ritschenhausen. Die Vegetation des fast ausschließlich mit Wald bestandenen Gebiets setzt sich aus einem charakteristischen Standortsmosaik mit Kalk-Buchen- und Eichen-Hainbuchenwäldern zusammen. Für die Echte Mehlbeere stellt das NSG ein wichtiges Genreservat dar. Eine frei geschlagene Stromleitungstrasse von fast einem Hektar zerschneidet das NSG, schafft aber andererseits zusammen mit einem aufgelassenen Steinbruch Möglichkeiten für die Erhaltung Licht liebender Arten. Außerdem wird das Gebiet durch die Autobahn A 71 in einem Tunnel unterquert, weshalb sich ein verschlossener Bohrschacht im NSG befindet. Das Gebiet beherbergt ein Totalreservat zur Sicherung der natürlichen Waldentwicklung.
Das NSG 138 "Arnstein" ("Ansteins" richtiger Toponym laut topographischer Kartenwerke) dient der Erhaltung eines vielfältigen Mosaiks aus Muschelkalk-Steilhang mit Felsbildungen (Simse, Vorsprünge und Nischen), Karstquelle ("Brunnquell"), Altwasser, Magerrasen und Feuchtwiesen (z. B. Wiesenknopf-Silau-Feuchtwiese) sowie einer reichen Flora und Fauna. In der fast ebenen Werraaue befindet sich eine durch den Eisenbahndamm abgetrennte, etwa 45 m lange Werraschleife. Das NSG repräsentiert die submediterran geprägte Moosvegetation des oberen Werratals mit über 162 Arten und 26 Gesellschaften.
Das NSG 254 "Rhönkopf - Streufelsberg" (Kern- und Pflegezone des Biosphärenreservats "Rhön") repräsentiert Ausschnitte aus zwei aneinander grenzenden Naturräumen: Vom Rhönkopf bis Frankenheim erstreckt sich eine offene Hochfläche, die zur "Hohen Rhön" (Naturraum 1.4) gehört. Der Nordrand der Basaltdecke des Rhönkopfes bricht als mächtige Blockhalde zur Quellmulde der Streu ab. Dieser Bereich gehört bereits zum Naturraum (4.1) Vorderrhön. Nördlich der weitgespannten Quellmulde erhebt sich der Streufelsberg, ein Basaltkegel. Das NSG umfasst ein störungsarmes naturnahes Waldgebiet und wertvolle Grünflächen u. a. als Lebensraum für Vögel des Offenlandes und gewährleistet die natürliche Waldentwicklung in der Kernzone. Die Blockwälder der Kernzone am Rhönkopf wurden durch den Grenzstreifen vom "Huflarer Wald" auf bayrischer Seite abgetrennt, der ebenfalls zur Kernzone gehört. Das Gebiet besitzt eine große Bedeutung im Biotopverbund entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze ("Grünes Band") und beinhaltet vielerorts Lesesteinwälle.
Ein großer Teil des NSG 259 "In den Seeben" wird vom ehemaligen innerdeutschen Grenzstreifen ("Grünes Band") eingenommen und hat deshalb große Bedeutung in diesem Biotopverbund. Das NSG nimmt die südlich und östlich exponierten Flanken des obersten Behretals und eines linken Zulaufs ein. Der hohe Anteil an Nassflächen und der kleinräumige Wechsel mit Trockenbiotopen, als Lebensraum gefährdeter Pflanzen und Tiere, stellt eine Besonderheit für den Naturraum (5.4) Grabfeld dar. Teile der "Mahn- und Gedenkstätte Grenzanlage Behrungen" des "Deutsch-deutschen Freilandmuseums" mit Beispielen für die Grenzsicherungsanlagen liegen zentral im NSG.
In den Naturräumen 3.7 (Meininger Kalkplatten) und 2.8 (Südthüringer Buntsandstein-Waldland) befindet sich das NSG 321 "Westhang des Dolmar". Es nimmt die Südwest-, West- und Nordwestflanke des Dolmars ein, eine das Muschelkalkgebiet markant überragende Basaltkuppe. Das Gebiet umfasst einen vielfältigen Komplex aus Offenlandbiotopen und naturnahen Laubwäldern als Lebensraum seltener Tier- und Pflanzenarten, insbesondere von Fledermäusen, Vögeln, Wirbellosen und Orchideen. Am "Roten Haus" befindet sich auch ein verlandender Teich. Ein großer Teil des Dolmars wurde von 1967 bis 1991 von der Roten Armee militärisch genutzt, wovon Ausschürfungen unterschiedlicher Größe, Aufschüttungen und tiefe Fahrzeugspuren zeugen.
Biosphärenreservate
Das länderübergreifende (Bayern, Hessen und Thüringen) Biosphärenreservat Rhön ist seit 1991 anerkanntes UNESCO Biosphärenreservat. Von den insgesamt 185.276 Hektar Fläche sind 48.910 Hektar in Thüringen. Charakteristisch für die Vorderrhön sind rund 2.000 Hektar Kalkmagerrasen und Basaltkuppen mit naturnahem Buchenwald. Für die Hohe Rhön typisch sind waldfreie, mit Borstgrasrasen bedeckte flachwellige Hochflächen, bewaldete Hangbereiche, Blockmeere, artenreiche Basalt- und Kalkbuchenwälder, Moore, Erdfallseen sowie der älteste Eibenbestand Deutschlands. Rund 60 Prozent der Fläche werden landwirtschaftlich genutzt, 33 Prozent sind bewaldet und sieben Prozent sind Gewässer, Siedlungen und Verkehrsflächen. Neben dem Informationszentrum in Zella gibt noch mit dem Haus auf der Grenze das Infozentrum am Point Alpha. In Thüringen gibt es außerdem das Biosphärenreservat Vessertal-Thüringer Wald. In Deutschland gibt es 13 der weltweit insgesamt 553 Biosphärenreservate.
Der Landkreis Schmalkalden-Meiningen hat Anteil am Biosphärenreservat Rhön, dessen Anerkennung durch die UNESCO im März 1991 erfolgte. Das BR Rhön hat eine Gesamtfläche von 48.573 ha (länderübergreifend in Thüringen, Hessen und Bayern) und gliedert sich in
- Zone I (Kernzone, Totalreservate und Refugialflächen): 7 Flächen mit gesamt 207,7 ha
- Zone II (Pflegezone, Naturschutzgebiete): 27 Flächen mit gesamt 4.296,2 ha
- Zone III (Entwicklungszone: Landschaftsschutzgebiete): 44.069,1 ha.
Das Biotoppotential des BR Rhön umfasst
- durch Schafhut geprägte Kalkmagerrasen mit hervorragender räumlicher Vernetzung,
- Hangquellmoore, z. T. mit Kalktuffbildungen,
- Basaltblockhalden,
- naturnahe Blockhaldenwälder,
- Kesselmoore (von Bundesbedeutung).
- artenreiche naturnahe Laubwälder.
Entwicklungsschwerpunkte sind:
- Erhaltung und Entwicklung der abwechslungsreichen Landschaftsstruktur mit den Biotopkomplexen Kalkmagerrasen - Hangquellmoore - Hutebuchen und Gebüsche sowie Basaltblockhalden - naturnahe Laubwälder;
- Erhaltung der Hutelandschaft insbesondere durch Förderung der Schafhut;
- Erhöhung des Anteils naturnaher Bestockungen;
- Lenkung des Tourismus.
Naturparke
Der Naturpark Thüringer Wald umfasst mit einer Fläche von 2.069 km² den Thüringer Wald, das westliche Thüringer Schiefergebirge und Teile des Gebirgsvorlandes. Der nordwestliche Teil des Landkreises Schmalkalden-Meiningen liegt im Naturpark Thüringer Wald.
Landschaftsschutzgebiete
Im Landkreis Schmalkalden-Meiningen sind zur Zeit zwei Landschaftsschutzgebiete (LSG) ausgewiesen. Das LSG "Thüringer Wald" hat den Charakter eines großräumigen Fremdenverkehrsgebietes.
Potentielle Fremdenverkehrsgebiete sind die thüringische Rhön mit Hoher Rhön, Vorder- und Kuppenrhön (LSG 60).
Landschaftsschutzgebiete (Stand: 9/2009)
| Nummer | Name | Größe (ha) |
| 60 | Thüringische Rhön 1) | 58.094 |
| 62 | Thüringer Wald 1) | 143.071 |
| 1) liegt in zwei oder mehr Landkreisen |
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Karte: Schutzgebiete |
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Geschützte Landschaftsbestandteile, Flächennaturdenkmale und Naturdenkmale *
Im Landkreis Schmalkalden-Meiningen gab es zum 15.12.2004 insgesamt 110 geschützte Landschaftsbestandteile, Flächennaturdenkmale und Naturdenkmale.
* Von den Naturdenkmalen wurden erfasst: flächige Naturdenkmale sowie Naturdenkmale geologischer und hydrologischer Art.
Natura-2000-Gebiete
Das europäische ökologische Schutzgebietsnetz Natura 2000 umfasst Fauna-Flora-Habitat-Gebiete (FFH-Gebiete einschließlich FFH-Objekte) und Europäische Vogelschutzgebiete.
Die FFH-Gebiete bilden ein europaweites Netz besonderer Schutzgebiete, das der Erhaltung schutzwürdiger Lebensräume sowie ausgewählter Tier- und Pflanzenarten dient. Die Europäischen Vogelschutzgebiete werden für bestimmte Brutvogelarten und für Rast- und Überwinterungsplätze von Zugvögeln ausgewiesen.
Rechtliche Grundlage
Thüringen hat seine Meldung von FFH-Gebieten an die EU-Kommission abgeschlossen. Neben den 212 FFH-Gebieten wurden auch 47 punktförmige FFH-Objekte für den Fledermausschutz gemeldet. Hierbei handelt es sich insbesondere um Fledermausquartiere in Gebäuden und Stollen. Diese sind im Sinne der FFH-Richtlinie FFH-Gebiete und wurden z. T. zu Objektgruppen zusammengefasst. Außerdem gibt es in Thüringen 44 Vogelschutzgebiete.
Der Landkreis Schmalkalden-Meinigen hat Anteil an folgenden FFH-Gebieten:
FFH-Gebiete (Stand: 05/2004)
| Nummer |
Name |
Größe (ha) |
| ... |
... |
... |
Europäische Vogelschutzgebiete (Stand: 04/2007)
| Nummer |
Name |
Größe (ha) |
Landkreis bzw. kreisfreie Stadt |
| ... |
... |
... |
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