Geographische Lage

Der Landkreis Schmalkalden-Meiningen liegt im Südwesten Thüringens. Begrenzt wird er im Norden vom Wartburgkreis sowie vom Landkreis Gotha, im Osten vom Ilm-Kreis und der kreisfreien Stadt Suhl sowie im Südosten vom Landkreis Hildburghausen. Im Südwesten und Westen liegen die Bundesländer Bayern und Hessen.

 
Geomorphologie



Die Geländehöhen im Landkreis Schmalkalden-Meiningen betragen zwischen 242 m an der Werra unterhalb Breitungen und 955 m am Rennsteig unterhalb des Großen Beerberges. Ausgewählte markante Geländeerhebungen sind:

Großer Inselsberg 916 m
Greifenberg bei Oberhof 901 m
Donnershauk 894 m
Spitzer Berg bei Zella-Mehlis 882 m
Großer Hermannsberg bei Steinbach-Hallenberg 867 m
Ruppberg bei Zella-Mehlis 866 m
Mittlerer Höhenberg bei Seligenthal 836 m
Ellenbogen bei Frankenheim 816 m
Hellenberg bei Oberschönau 799 m
Krämerod am Rennsteig 765 m
Gebaberg 751 m
Dolmar bei Kühndorf 740 m
Diesburg bei Aschenhausen 712 m
Mommelstein bei Kleinschmalkalden 704 m
Roßberg bei Hümpfershausen 702 m
Hutsberg bei Helmershausen 689 m
Hahnberg bei Oepfershausen 668 m
Pinzler bei Kaltenwestheim 661 m
Großer Gieselsberg bei Seligenthal 658 m
Leichelberg bei Aschenhausen 656 m
Pleß 644 m
Schorn bei Benshausen 574 m
Kohlberg bei Asbach 569 m
Dietrichsberg bei Neubrunn 536 m
Paßberg bei Viernau 530 m
Schneckenberg südlich Bad Salzungen 528 m
Herrenkuppe bei Grumbach 522 m
Queienberg bei Queienfeld 508 m
Hölschberg bei Dillstädt 503 m
Langer Berg bei Einhausen 502 m
Kuppe bei Wahns 493 m
Nebelberg bei Roßdorf 491 m
Köhlersberg bei Helmers 488 m
Möckerser Höhe 487 m
Michelsberg bei Vachdorf 482 m
Röthkuppe bei Schmalkalden 479 m
Hengstberg bei Schwarzbach 471 m
Zehnerberg bei Ritschenhausen 465 m
Ringelsberg bei Wasungen 455 m
Hundsrücken bei Schwallungen 451 m
Famberg bei Mittelschmalkalden 398 m
Vogelsberg bei Breitungen 360 m


Karte:

Hangneigung und Exposition
(JPG-Datei)

 
Naturräume

MittelgebirgeMittlerer Thüringer Wald
alle höheren Lagen zwischen Brotterode und Oberhof
Hohe Rhön
Frankenheim, Birx
Buntsandstein-HügelländerBad Salzunger Buntsandsteinland
zwischen Thüringer Wald und einer Linie Breitungen-Schmalkalden-Benshausen
Südthüringer Buntsandstein-Waldland
südlich des Bad Salzunger Buntsandsteinlandes bis Walldorf-Kühndorf-Dillstädt
Lengsfeld-Zillbach-Bauerbacher Buntsandstein-Waldland
westlich der Werra bis zu einer Linie Rosa-Oberkatz-Melpers einschließlich Bauerbach, Wölfershausen und Bibra
Muschelkalk-Platten und -BergländerMeininger Kalkplatten
Werragebiet um Meiningen, nach Südwesten bis Sülzfeld-Jüchsen, sowie Henneberg, Schwickershausen, Nordheim und Berkach
BasaltkuppenlandVorderrhön
Westlich des Lengsfeld-Zillbach-Bauerbacher Buntsandstein-Waldlandes um Kaltenwestheim, Kaltensundheim und Roßdorf
AckerhügelländerGrabfeld
Queienfeld, Behrungen, Wolfmannshausen
Auen und NiederungenWerraaue Meiningen-Vacha
Zechsteingürtel an GebirgsrändernZechsteingürtel Bad Liebenstein
Vorberge des Thüringer Waldes bei Trusetal


Karte:

Naturräumliche Gliederung
(JPG-Datei)

Der Landkreis Schmalkalden-Meiningen liegt im Übergangsbereich verschiedener Naturräume. Der Mittlere Thüringer Wald im Nordosten des Landkreises mit Höhen bis 900 m ist der höchste Teil des Thüringer Waldes. Charakteristisch ist die starke Zertalung und die hochgradige Bewaldung, die nur durch Rodungsinseln unterbrochen ist. Den südlichen Teil des Kreises bestimmen die Meininger Kalkplatten. Dabei handelt es sich um ein abwechslungsreiches Muschelkalk-Plattenland mit kleinräumigen Nutzungswechseln. Insgesamt sind rund 70 % landwirtschaftlich genutzt.

Im zentralen Buntsandsteingebiet befinden sich drei Naturräume. Das Südthüringer Buntsandstein Waldland und das Lengsfeld-Zillbach-Bauerbacher Buntsandstein Waldland sind stark reliefierte überwiegend waldbedeckte Bergländer, während das Bad Salzunger Buntsandsteinland meist landwirtschaftlich genutzt wird. Durchschnitten wird das Buntsandsteingebiet durch die Werraaue Meiningen-Vacha. Im Westen hat der Landkreis Anteil an der Vorderrhön, einem sehr abwechslungsreichen, überwiegend landwirtschaftlich genutzten Trias- Berg- und Hügelland mit zahlreichen bewaldeten Basalt-Kegelbergen.

Neben diesen Naturräumen finden sich im Landkreis noch drei weitere Naturräume, an denen der Kreis jedoch nur einen sehr kleinen Anteil hat. Dies sind die Hohe Rhön, das Grabfeld und der Zechsteingürtel Bad Liebenstein.
 
Flächennutzung

Bei einer Gesamtbodenfläche von 121.014 ha verteilten sich die Nutzungsarten im Landkreis wie im Folgenden dargestellt.

Flächen der tatsächlichen Nutzung 1992 und 2010
Siedlungs- und Verkehrsfläche (SVF) ohne Abbauland
Diagramm für Thüringen anzeigen/ ausblenden

Nutzungsart [%] Landkreis Schmalkalden-Meiningen Thüringen
1992 2010 2010
Siedlung und Verkehr 7,8 8,9 9,3
Landwirtschaft 37,4 38,2 54,4
Wald 47,8 47,7 31,9
Wasser 0,7 0,6 1,2
Sonstige 6,4 4,5 3,2


Karte:

Flächennutzung
(JPG-Datei)

Übersichtskarten Thüringen:


Landwirtschaftliche Nutzung auf mehr als 50 % der Gemeindefläche ist zusammenhängend im Grabfeld, in der Rhön (außer Hochlagen um Frankenheim) und im Buntsandsteinland östlich Meiningen (Rohr, Dillstädt, Vachdorf, Leutersdorf) verbreitet. Im Gegensatz dazu haben die im Thüringer Wald liegenden Städte und Gemeinden Oberhof, Oberschönau und Zella-Mehlis einen landwirtschaftlichen Flächenanteil von unter 15 %.

Der Anteil der Waldfläche liegt nur selten, und zwar in der Rhön (Aschenhausen, Birx, Friedelshausen, Kaltensundheim, Unterweid), unter 25 %. Kennzeichnend sind sehr hohe und hohe Waldanteile: Oberhof 87,5 %, Oberschönau 84,5 %, Rotterode 74,0 %, Bermbach 72,4 %, Christes 70,8 % und Brotterode 70,3 %.

Der Anteil der Siedlungs- und Verkehrsflächen befindet sich in der Regel in Korrelation zur Bevölkerungsdichte der Städte und Gemeinden und ist in Zella-Mehlis (22,2 %), Obermaßfeld-Grimmenthal (20,0 %) und Meiningen (17,6 %) am höchsten. Ein Anteil von 5 % wird in Hümpfershausen, Unterschönau, Oberweid, Oberschönau und unterschritten.

Wasserflächen konzentrieren sich, da größere natürliche Standgewässer im Landkreis Schmalkalden-Meiningen nicht vorhanden sind, auf die Altwässer der Werra bei Fambach und Breitungen und landwirtschaftliche Wasserspeicher bei Jüchsen, Gemeinde Grabfeld.

Die sonstigen Flächen sind im Landkreis Schmalkalden-Meiningen vom Bergbau beanspruchte Flächen (übertägiger Abbau von Kiessanden in der Werraaue, von Kalkstein auf den Muschelkalkplatten und von Hartgesteinen im Thüringer Wald und der Rhön), militärische Anlagen (Standortübungsplatz Bad Salzungen, südlicher Teil) und noch nicht in andere Nutzungen überführte Flächen an der ehemaligen innerdeutschen Grenze.


Karte:

Landnutzung
(JPG-Datei)

 
Flächenversiegelung

In der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie ist die Minderung der Flächeninanspruchnahme für Siedlungen und Verkehr ein wichtiges Handlungsfeld. Vom gesamtdeutschen Ziel, die Flächeninanspruchnahme bis 2020 auf 30 Hektar pro Tag zu reduzieren, sind wir zum heutigen Zeitpunkt weit entfernt. Von ökologischer Brisanz ist vor allem die Tatsache, dass etwa 50 % der Siedlungs- und Verkehrsfläche versiegelt sind. Damit verbunden sind alle negativen Wirkungen auf die Geofaktoren Boden, Wasser, Klima sowie Flora und Fauna.

In Thüringen kommt verschärfend hinzu, dass der Flächenverbrauch bei sinkender Bevölkerung vonstatten geht. Thüringen verlor seit 1990 fast 12 % seiner Bevölkerung, was etwa 310.000 Einwohnern entspricht.

In einer geostatistischen Analyse von 2008 wurde erstmals aus hochauflösenden Satellitenbildern eine breite landesweite georäumliche Datenbasis zur Flächeninanspruchnahme als Grundlage für weitere fachliche Analysen geschaffen.


Karte:

versiegelte Flächen
(JPG-Datei)

Karte:

Flächenversiegelung nach Gemeinden
(JPG-Datei)

Karte:

Flächenversiegelung je Einwohner
(JPG-Datei)

Eine für ein langfristig angelegtes Versiegelungsmonitoring geeignete Darstellungsweise ist die Verwendung eines normierten Rasters. Der Vorteil liegt in einer Vergleichbarkeit, die unabhängig von Gemeindegrößen und etwaigen Gebietsveränderungen ist. Eine Übersichtskarte für Thüringen zeigt den Versiegelungsgrad bezogen auf ein flächendeckendes 2 x 2 km-Raster mit dem Datenstand 2006.

Weitere Beiträge zur Flächenversiegelung sind im Internetangebot der TLUG hier zu finden.