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Landkreis Schmalkalden-Meiningen - Allgemeine Informationen

 
Kreisverwaltung

Landrätin: Peggy Greiser
Verwaltungssitz: Meiningen
Dienststelle: Landratsamt Meiningen

Jerusalemer Str. 13
98617 Meiningen

Tel.: 03693 / 48 50
Fax: 03693 / 48 51 20
Letzte Gebietsreform: 01.07.1994
Kfz-Kennzeichen: SM

 
Wappen

Geviertet; 1 in Gold auf einem grünen Dreiberg eine schwarze Henne mit rotem Kamm und roten Lappen; 2 in Blau ein siebenmal von Silber über Rot geteilter, golden gekrönter und bewehrter Löwe; 3 in Blau eine schrägrechte goldene Lanze mit einer rot-silbern gevierten Fahne, deren linker Rand in jedem Feld eine halbkreisförmige Einbuchtung zeigt; 4 neunmal von Schwarz über Gold geteilt und mit einem schrägrechten grünen Rautenkranz belegt (Genehmigung des Thüringer Landesverwaltungsamtes Nr. 200-1348-50/95-SM vom l5.07.1995).

Das Wappen versinnbildlicht die vier wesentlich prägenden Territorialherrschaften. Das umfangreichste Territorium besaßen die Grafen von Henneberg; das redende Wappenbild der Henneberger wurde deshalb auf Platz 1 gesetzt. In Feld 2 wurde der "Bunte Löwe" aufgenommen, der an die langjährige (1360 - 1866) Zugehörigkeit der Herrschaft Schmalkalden zur hessischen Landgrafschaft erinnert. Auf die zeitweise Zugehörigkeit der Kreisstadt und einiger Dörfer des heutigen Kreisgebietes zum Bistum Würzburg weist das sogenannte "fränkische Herzogsfähnlein" in Feld 3 hin. Schließlich wird in Feld 4 an das von 1680 - 1918 bestehende Herzogtum Sachsen-Meiningen erinnert, dessen Territorium wesentliche Gebiete des heutigen Landkreises umfasste und dessen Residenzstadt die heutige Kreisstadt ist.

(Wappenbeschreibung Landkreiswappen Schmalkalden-Meiningen, Landratsamt Schmalkalden- Meiningen, 1996)

 
Wissenswertes zum Landkreis Schmalkalden-Meiningen


Karte:

Satellitenbildkarte
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Karte:

Übersichtskarte
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Der heutige Landkreis Schmalkalden-Meiningen hat eine sehr wechselvolle Geschichte durchlebt. Das Gebiet um Schmalkalden gehört zu einem der ältesten Siedlungsräume in Südthüringen. Im Mittelalter befand sich fast der gesamte heutige Kreis unter hennebergischer Herrschaft. Während die Region um Schmalkalden ab Ende des 16. Jahrhunderts eine hessische bzw. preußische Exklave war, galt das Gebiet um Meiningen eher als fränkisch und wurde ab 1680 vom Herzogtum Sachsen-Meiningen regiert. Zahlreiche Ruinen, Burgen, Kirchen und Fachwerkhäuser im Landkreis belegen diese Epoche.

Die heutige Kreisstadt Meiningen kann auf eine über 1.000-jährige Geschichte zurückblicken. 982 erstmals schriftlich erwähnt, entwickelte sie sich vor allem im 13. Jahrhundert zur Stadt und ab 1680 zur Residenzstadt der Herzöge von Sachsen-Meiningen.

Meiningen ist ein Bestandteil der Thüringer Klassikerstraße und verfügt über eine sehenswerte Altstadt mit fast allen Bauphasen der letzten 400 Jahre. Die größte Attraktion Meiningens ist jedoch die Meininger Bühne, die 1990 als einziges Theater Thüringens neben Weimar offiziell den Rang eines Staatstheaters erhielt. Die Bühne, die heute in einem neoklassizistischen Theaterbau beheimatet ist, wurde durch Herzog Georg dem Zweiten wesentlich gefördert. Gegen Ende des vergangenen Jahrhunderts bereiste das Meininger Ensemble ganz Europa und erlangte auch internationalen Ruhm. Heute stehen Inszenierungen in den Bereichen Schauspiel, Oper, Musical, Ballett oder Puppentheater auf dem Programm. Auch die Meininger Hofkapelle war eine bekannte Institution, an deren Spitze bekannte Musiker wie Hans von Bülow oder Max Reger standen. Weitere bekannte Persönlichkeiten, die zeitweise in Meiningen lebten und deren Spuren man heute noch findet, sind unter anderem der Komponist Johannes Brahms (Denkmal im Englischen Garten), der Märchendichter Ludwig Bechstein oder der Schriftsteller Jean Paul. Im Renaissanceschloss Elisabethenberg (1682-1692), das in einem sehenswerten Schlosspark liegt, befindet sich unter anderem eine einzigartige Sammlung mit historischen Bühnendekorationen aus der Reisezeit des Theaters.

Schmalkalden wurde 874 erstmals urkundlich erwähnt. Im 11. Jahrhundert kam es in den Besitz der Landgrafen von Thüringen und um 1180 erhielt es das Stadtrecht. Historisch bedeutend war Schmalkalden vor allem als Gründungs- und Tagungsstätte des Schmalkaldischen Bundes, einer protestantischen Vereinigung von Reichsstädten und Fürstenhäusern gegen die katholischen Stände (1531-1547). Der Abbau und die Verarbeitung von Eisenerz verhalfen der Stadt und der gesamten umliegenden Region bereits im Mittelalter zu wirtschaftlicher Blüte. Die Auswirkungen des 30-jährigen Krieges hatten den wirtschaftlichen Niedergang der Stadt zur Folge, wovon sie sich erst am Ende des 19. Jahrhunderts richtig erholte. In Schmalkalden ist besonders der historische Stadtkern mit zahlreichen Fachwerkhäusern aus der Zeit vom 16. bis 18. Jahrhundert, die Stadtkirche St. Georg sowie das Schloss Wilhelmsburg sehenswert. Das Renaissanceschloss, das zwischen 1585 und 1590 erbaut wurde, ist noch fast vollständig erhalten. Es beherbergt heute wertvolle kulturhistorische Sammlungen. Interessant ist weiterhin das technische Museum Neue Hütte, das auf einer spätklassizistischen Hofanlage vor allem Zeugnisse der Kleineisenindustrie zeigt.

Darüber hinaus befinden sich im Landkreis zahlreiche sehenswerte Burgen, Ruinen und Kirchen, wie z. B. die Burgruine Hallenburg in Steinbach-Hallenberg, die Frankenburg in Helmers oder die Basilika in Breitungen.

 
Die Kreisstadt - Meiningen

Meiningen, eine Stadt im Grünen, liegt zwischen Rhön und Thüringer Wald im engen bewaldeten Tal der Werra, ca. 280 m ü. NN. Die südthüringische Kreisstadt, die 1874 fast völlig abbrannte, war Residenzstadt der Herzöge von Sachsen-Meiningen und ging als Theater- und Musikstadt in die Geschichte ein.

Die erste schriftliche Erwähnung findet Meiningen im Jahre 982. Kaiser Otto II. trat am 1. Oktober desselben Jahres sein Königsgut Meiningen an den Stift Sankt Peter und Sankt Paul in Aschaffenburg ab. Die Entwicklung der Stadt vollzog sich im 13. Jh. Die noch heute wirkenden historischen Einflüsse, besonders auf kulturellem Gebiet gehen auf die Zeit nach 1680 zurück, als Meiningen zum Mittelpunkt des politischen und gesellschaftlichen Lebens des Herzogtums Sachsen-Meiningen avancierte.

Nach einer Blüte der Barchent- und Leinenweberei im 16. Jahrhundert und zu Beginn des 17. Jh., unterbrach der Dreißigjährige Krieg die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt. Erst Herzogin Charlotte Amalie und ihre beiden Söhne Karl und Herzog Georg I. konnten mittels zahlreicher Reformen auf den Gebieten Staatswesen, Bildung, Gesundheit und Kultur der Stadt Meiningen wieder einen gewissen Grad an Prosperität sichern. Vom nachfolgenden Bernhard II. wurde ganz bewusst auf die Ansiedlung von Industrrie verzichtet, aber dafür die von Geldinstituten gefördert.

Theaterfreunden ist der Name Meiningen seit dem vergangenen Jahrhundert ein Begriff geworden. Im letzten Drittel des 19. Jh. gelang es dem begabten und selbst künstlerisch tätigen Herzog Georg II. die kleine Residenzstadt zu einem der wichtigsten kulturellen Zentren Deutschlands zu entwickeln. Als wesentlicher und folgenreichster Bestandteil dieser Bemühungen gilt die Theaterreform der "Meininger". Georg der II. orientierte seine Schauspieltruppe auf die Treue zum dichterischen Werk, auf historisch korrekte und illusionistische Bühnenbilder, sowie auf das bis ins Detail abgestimmte Ensemblespiel mit eindrucksvollen Massenszenen. Durch seine für die damalige Zeit außergewöhnlichen Inszenierungen wurde Georg II. zum Begründer des modernen Regietheaters in Europa. Der historische Realismus der "Meininger" fand durch die 81 Gastspielreisen des Ensembles in den Jahren 1874 bis 1890 in 36 europäischen Städten weite Verbreitung.

Analog zur Schauspieltruppe brachte es auch die Meininger Hofkapelle zu meisterhafter künstlerischer Qualität und gab viele Gastkonzerte im In- und Ausland. An der Spitze des Klangkörpers standen so bedeutsame Musiker wie Hans von Bülow, Fritz Steinbach und Max Reger. Besonders durch Hans von Bülow wurden die Werke von Johannes Brahms in Meiningen gepflegt und zum Teil auch uraufgeführt. Diese Musik- und Theatertradition auch in der Gegenwart zu bewahren und zu pflegen, hat sich das Ensemble des heutigen Südthüringer Staatstheaters auf die Fahne geschrieben. Darüber hinaus vereinigt die Kulturgeschichte der Stadt viele berühmte Namen aus den verschiedensten Genres auf sich. Von denen seien noch der Märchendichter Ludwig Bechstein und der Schriftsteller Jean Paul genannt.

Nach der "Wende" hat sich die Stadt Meiningen bereits wieder zum Bankenzentrum im Raum Hessen-Thüringen-Bayern entwickelt. Die einzige industrielle Ausnahme ist das noch bestehende Bahnausbesserungswerk. Dieser traditionelle Betrieb ist nicht nur der größte Arbeitgeber in der Stadt, sondern auch das einzige Werk in Deutschland, in dem die technischen Voraussetzungen und vor allem das Fachwissen für die Instandsetzung historischer Dampflokomotiven gegeben sind.

Das Meininger Theater (das neue Haus wurde 1909 eingeweiht) begründet auch heute noch den Ruf der Stadt als Kulturzentrum in der umliegenden Region. Zum Image der Kunst- und Kulturstadt trägt auch die Max Reger Musikschule durch das hohe Niveau der Ausbildung und regelmäßige Konzerte bei.

Meiningen wird als Sitz des Landratsamtes des Landkreiseskreises Schmallkalden-Meiningen und Verwaltungszentrum weiter ausgebaut, darüber hinaus liegt die Zukunft im medizinischen Bereich und in der Ausbildung eines florierenden Kultur- und Bildungstourismus.

 
Sehenswürdigkeiten

Das ehemalige Residenzschloss Elisabethenburg beherbergt die Staatlichen Museen Meiningen (Theater- und Musikgeschichte, Stilräume, Kunsthandwerk u. a.).

Das 1682-1692 im barocken Stil erbaute Schloss beherbergt heute die in Europa einmalige theatergeschichtliche Sammlung mit den historischen Bühnendekorationen aus der Reisezeit der "Meininger".

  • Goethepark mit Denkmälern von Brahms, Reger, Jean Paul und dem Bechsteinbrunnen.
  • Baumbachhaus ehemaliges Wohnhaus des Poeten Rudolf Baumbach, heute Literaturmuseum.
  • Gut erhaltene und liebevoll gepflegte Fachwerkhäuser, wie das Schlundhaus, das Büchnersche Hinterhaus, das Künstlerhaus mit Galerie und die Alte Posthalterei künden von der Zeit der Blüte hennebergisch-fränkischer Fachwerkkunst.
  • Stadt- oder Marienkirche nach dem Stadtbrand von 1874 im neugotischen Stil umgebaut, Schloss Landsberg (ebenfalls neugotisch) anstelle der Burg Landswehr errichtet, Schillergedenkstätte und Dorftheater "Friedrich Schiller" in Bauerbach, sowie die Ruine der Henneburg, Stammsitz der Grafen von Henneberg sind weitere Sehenswürdigkeiten

 
Ausflugs- und Wanderziele

  • Diezhäuschen, Helenenhöhe
  • zum Dolmar über Helba, Berlesgrund, Dolmargraben und zurück
  • zu Rundwanderungen weist die Wandertafel im Schlosspark den Weg
  • Ringweg um Meiningen