Kreisverwaltung

Landrat: Marko Wolfram
Verwaltungssitz: Saalfeld
Dienststelle: Landratsamt Saalfeld

Schlossstr. 24
07318 Saalfeld

Tel.: 03671 / 82 30
Fax: 03671 / 82 33 71
Letzte Gebietsreform: 01.07.1994
Kfz-Kennzeichen: SLF
 
Wappen

Geviert; 1 und 4: in Gold ein schwarzer, golden nimbierter, rot bewehrter Doppeladler, die Brust belegt mit einem goldenen Schild mit einem Fürtsenhut, über den Adlerköpfen schwebend eine Kaiserkrone mit roten Kappen, in den Fängen ein goldenes Zepter und einen goldenen Reichsapfel haltend, darunter eine rote Streugabel über einem roten Kamm; 2 und 3: neunmal von Schwarz und Gold geteilt, belegt mit einem schrägrechten, grünen Rautenkranz (Genehmigung des Thüringer Landesverwaltungsamtes vom 16.01.1995).

Das Wappen des Landkreises Saalfeld-Rudolstadt vereint die heraldischen Symbole des einstmals hier herrschenden Fürstengeschlechts der Schwarzburg-Rudolstädter in den Feldern 1 und 4 und der sächsischen Herzogtümer, zu denen ein Teil des heutigen Kreisgebietes gehörte, in den Feldern 2 und 3.

(Wappenbeschreibung Landkreis Saalfeld-Rudolstadt, Landratsamt Saalfeld-Rudolstadt, 1995)
 
Wissenswertes zum Landkreis Saalfeld-Rudolstadt


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Übersichtskarte
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Das Gebiet des heutigen Kreises Saalfeld-Rudolstadt ist einer der ältesten Siedlungsräume Thüringens. Die Stadt Saalfeld wurde erstmals im Jahr 899 urkundlich erwähnt und zählt zu den ältesten Städten in Thüringen. Sie entwickelte sich durch die Stiftung eines Klosters (1071) schnell zu einem kirchlichen Machtzentrum in Ostthüringen. Das Stadtrecht wurde 1280 erstmals erwähnt. Aus dem 14. Jahrhundert stammt das heutige Wahrzeichen der Stadt, die Ruine Hoher Schwarm. Vom 14. bis 16. Jahrhundert erlebte Saalfeld seine erste Blütezeit. Begünstigt wurde diese Entwicklung durch die Lage am Kreuzungspunkt wichtiger Heer- und Handelsstraßen, durch den Silber- und Kupferbergbau sowie durch den Handel. Noch heute sind Teile der Stadtbefestigung aus dem 15. Jahrhundert und vier Stadttore erhalten. Von 1680 bis 1745 war Saalfeld Residenz des Herzogtums Sachsen-Saalfeld.

Rudolstadt wurde 776 erstmals urkundlich erwähnt. Der Ort entwickelte sich in der Folgezeit zu einer Stadt und erhielt 1326 das Stadtrecht. Ab 1571 war die Stadt Hauptsitz des Fürstengeschlechts Schwarzburg-Rudolstadt. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts erlangte Rudolstadt, vor allem durch die Anwesenheit von Goethe, Schiller, Schopenhauer, Fichte oder Richard Wagner, auch auf kulturellem Gebiet einen guten Ruf.

Die wechselvolle Geschichte Thüringens hat im Bereich des Landkreises Saalfeld-Rudolstadt zahlreiche kulturhistorische Zeugnisse und Denkmale hinterlassen. So gehört das Kloster Marienzell zur Denkmalliste der UNESCO. Auch die Klosterruine in Paulinzella ist ein wertvolles Denkmal romanischer Baukunst. Daneben gibt es mehrere sehenswerte Schlösser, z. B. das Barockschloss Heidecksburg in Rudolstadt oder Schloss Kochberg (mit Landschaftspark und Liebhabertheater).

Auch Burgen sind im Landkreis zu finden. Am bekanntesten ist sicherlich das Wahrzeichen der Stadt Saalfeld, der Hohe Schwarm. Es ist die Ruine eines mittelalterlichen Wohnturmes. Darüber hinaus sind unter anderem die Burgruine Greifenstein bei Bad Blankenburg oder die Burg Leutenberg sehenswert. Eine weitere kulturelle Sehenswürdigkeit ist das älteste Freilichtmuseum Deutschlands, die Bauernhäuser im Heine-Park von Rudolstadt. Daneben gibt es im Landkreis weitere interessante Museen, wie z. B. das Thüringer Landesmuseum auf der Heidecksburg, das Thüringer Heimatmuseum in Saalfeld oder das Friedrich-Fröbel-Museum in Bad Blankenburg.

Durch den Landkreis verlaufen folgende überregionale touristische Straßen wie die Klassikerstraße, die Bier- und Burgenstraße, die Porzellanstraße und die Thüringisch-Fränkische Schieferstraße.
 
Die Kreisstadt - Saalfeld

Am Nordostrand des Thüringer Schiefergebirges, dort wo die Saale das Gebirge verlässt und in einen Talkessel eintritt, der sich zum Thüringer Becken hin öffnet, erstreckt sich die Kreisstadt Saalfeld, ca. 200 bis 300 m ü. NN.

Noch immer gehört das Thüringische Saaletal zwischen Saalfeld und Bad Kösen zu den schönsten Flusslandschaften in Deutschland. Die landschaftlich reizvolle Lage und zahlreiche architektonisch-historische Zeugnisse der Vergangenheit - die Stadt als "Steinerne Chronik Thüringens" selbst - ziehen viele Besucher an.

Saalfeld zählt zu den ältesten Städten in Thüringen, geprägt von fast 1000jähriger Geschichte. An der Stelle des karolingischen Reichshofes Curia Salauelda (899 erwähnt) auf dem Petersberg, oberhalb der Saale, entstand 1081 ein Benediktinerkloster über dessen Reste man im 17. .Jh. das Schloss der Herzöge von Sachsen-Saalfeld erbaute. Im frühen 11. .Jh. gelangte Saalfeld in den Besitz des Königs Heinrichs II., bevor Friedrich I. Barbarossa die Stadtsiedlung errichten ließ und es 1180 seinem Reich einverleibte. Schließlich wurde die Stadt 1198 durch den Thüringer Landgrafen Hermann zerstört. Das Saalfelder Stadtrecht - 1280 erstmalig belegt - gilt als das älteste in deutscher Sprache in Thüringen. Seit 1208 den Grafen von Schwarzburg gehörend, stand der Ort ab 1389 unter der Herrschaft der Wettiner. Von den wettinischen Landesherren erhielt die Stadt als ihr bedeutendstes Privileg 1549 die Bergfreiheit. Von 1680 bis 1735 war Saalfeld die Residenz des Herzogtums Sachsen-Saalfeld; von 1826 bis 1918 gehörte die Stadt zum Herzogtum Sachsen-Meiningen, dann zum Land Thüringen.

Die verkehrstechnisch günstige Lage, gleichermaßen am Schnittpunkt von Fernhandelswegen (Kupferstraße und Böhmischen Straße), wie auch der Übergangsstelle zwischen Gebirge und Ebene, und seit dem hohen Mittelalter die Erträge aus dem nahegelegenen Kupfer- und Silberbergbau, führten im 14. bis 16. .Jh. zu einer wirtschaftlichen Blüte und zum Höhepunkt der architektonischen und künstlerischen Entwicklung der Stadt. Im 16. .Jh. wurde der Ort auch durch seine Bildschnitzerwerkstätten berühmt. Von 1578 bis 1597 befand sich vorübergehend der Sitz der Jenaer Universität in Saalfeld, da in Jena die Pest herrschte. Der Dreißigjährige Krieg, an dessen Folgen die Stadt verarmte, beendete die günstige Aufwärtsentwicklung.

Anfang des 14. .Jh. entstand die Burg "Hoher Schwarm" - ein Teil eines viertürmigen Kastells, das nach dem Vorbild der Schweizer Burg Thun - als Haus und Sitz der Vögte von Saalfeld. Unmittelbar über dem hohen Saale-Ufer gelegen, nahm es nach außen wie zur Stadt hin eine entscheidende strategische Stellung ein; war gebunden in die Ringmauer um die Stadt und bildete deren Eckbastion.

Unter Kaiser Karl IV. war Saalfeld 1361 böhmisches Lehen der Grafen von Schwarzburg, was die ausgeprägten Formen böhmischer Kathedralgotik an der Stadtkirche St. Johannis erklärt, eine der großaritigsten Hallenkirchen Thüringens mit interessanter Innenausstattung.

Um 1820 begann der industrielle Aufschwung mit der Bildung von Manufakturen; ab 1860 kamen Maschinenfabriken hinzu, die auch heute noch größtenteils strukturbestimmend sind. Die Feinmechanik, Elektronik, Präzisionsoptik, aber auch Bauunternehmen, Metallbau, Hebezeugbau, Druckereien und die Schokoladenfabrik prägen nach 1989 das wirtschaftliche Profil der Stadt. Auf vier Gewerbegebieten sind optimale Standortbedingungen gegeben, um weitere Firmen anzusiedeln und neue Arbeitsplätze zu schaffen. 12 Innungen der Kreishandwerkerschaft, der ca. 600 Handwerksbetriebe angehören, sind ein notwendiges Pendant zur Industriestadt Saalfeld.
 
Sehenswürdigkeiten

Im Stadtbild finden sich noch viele historische Zeugnisse der Vergangenheit. Teile der Stadtbefestigung aus dem 13./14. .Jh. und vier Stadttore, darunter das Saal- oder Engelstor (15. .Jh.) und das Darr- oder Markttor (14. .Jh.) sind erhalten geblieben. Sehenswert sind auch das Rathaus, die Hof- oder Marktapotheke (um 1180, ursprünglich Sitz des kaiserlichen Schultheißen), die Lieden - Häuserreihe aus dem 16. .Jh., die Stadtkirche St. Johannis, das Alte Schloss bzw. Alte Münze, die Stadtapotheke, das Höhnsche Haus (Patrizierhaus um 1610), das Schlösschen Kitzerstein, die ehemalige Nikolaikirche (vermutlich ursprünglich Burgkapelle der staufischen Königspfalz), die Burgruine "Hoher Schwarm" (einstiges Wahrzeichen Saalfelds), das Obere Tor oder Oberköditzer Tor, das ehemalige Franziskanerkloster (einzige in Ostthüringen erhaltene mittelalterliche Klosteranlage), das Blankenburger Tor, das Hiltmarsche Haus, das Loch (historische Gastwirtschaft seit etwa 1840), die Martinskapelle, das Residenzschloss, der Schlosspark und die Gertrudiskirche.

Das Thüringer Heimatmuseum (Museum für Kulturgeschichte) widmet sich vor allem der mittelalterlichen Stadt- und Bergbaugeschichte und der Saalfelder spätgotischen Bildschnitzkunst, außerdem Naturkundliche Sammlung Emil Weiske.

Ein außergewöhnlich schönes Naturdenkmal sind die Saalfelder Feengrotten, sie verdienen es besonders erwähnt zu werden, sind sie doch der Öffentlichkeit zugänglich und ein absoluter Touristenmagnet. Die "Feengrotten", das sind Tropfsteinhöhlen in einem ehemaligen Alaunschieferbergwerk namens "Jeremiasglück", die 1910/11 entdeckt wurden. Natürliche Oxydation bewirkt die Färbung der Minerale in den Tropfstein-Kalkzapfen und hat wunderbare Gebilde geschaffen, die als "Venezianische Grotte" oder "Märchendom" angepriesen und von jährlich ca. 250 000 Besuchern bewundert werden.

In Saalfeld-Remschütz findet (alle zwei Jahre) ein Bildhauersymposium statt, in dessen Verlauf von Künstlern verschiedener europäischer Länder Skulpturen geschaffen werden, die als dauerhafte Leihgabe und als Beginn eines europäischen Friedensparkes am Remschützer Saaleufer gedacht sind. Remschütz liegt am Internationalen Bergwanderweg Eisenach-Budapest, und es gibt Vorstellungen, diesen Wanderweg bis in die Schweiz zu verlängern. Ein Ziel ist hierbei, den internationalen Friedensgedanken verstärkt bewusst zu machen. Finanziert wird das Projekt u. a. durch Mittel aus dem europäischen Kulturfonds "Kaleidoskop". "PEACE-STONES OF EUROPE" - ein interessantes Projekt.
 
Ausflugs- und Wanderziele

  • viele Wandermöglichkeiten in anmutiger Waldlandschaft mit markierten Wanderwegen
  • Kulm - Rundblick in das mittlere Saaletal, die Ausläufer des Thüringer Waldes, das Thüringer Schiefergebirge und das Orlatal
  • Gleitsch, als höchste Erhebung des Roten Berges
  • Hohenwarte-Stausee
  • Heimatstube Leutenberg
  • Heidecksburg Rudolstadt
  • Schwarzatal
  • Burg Ranis
  • Volkskundemuseum Reitzengeschwenda
  • Schloss Großkochberg
  • Renaissanceschlösschen in Eyba
  • Fröbelmuseum Bad Blankenburg
  • Oberweißbacher Bergbahn