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Stadt Suhl - Allgemeine Informationen

 
Stadtverwaltung

Landrat: André Knapp
Verwaltungssitz: Suhl
Dienststelle: Stadtverwaltung Suhl

Markplatz 1
98527 Suhl

Tel.: 03681 / 74 0
Fax: 03681 / 72 42 70
Letzte Gebietsreform: 01.07.1994
Kfz-Kennzeichen: SHL

 
Wappen

In Silber eine rote Burg mit roten Zinnen und goldenem Tore mit goldenen, schwarz beschlagenen Torflügeln sowie zwei blau, spitzbedachten Türmen mit schwarzen Fenstern, zwischen denen eine schräglinks liegende blaue Hacke schwebt, deren goldener Stiel eine goldene Erzmulde (sogenannte "Schuhsohle") kreuzt; im geöffneten Tor auf grünem Dreiberg eine schwarze Henne mit rotem Kamm (das Stadtwappen wurde am 24.02.1991 von der Stadtverordnetenversammlung Suhl bestätigt; in der Quedlinburger Wappenrolle unter der Nr. QWR 11/91018 eingetragen).

Das älteste, bekannt gewordene Siegel ist das: "SIGILLVM CIVITATIS SVLAE 1590", bei dem jedoch das hennebergische Hoheitszeichen fehlt. Die Bestandteile des Wappens haben folgende Bedeutung: Die Mauerzinnen und Türme symbolisieren das Stadtrecht. Die Erzpicke und Erzmulde ("Sohle") beziehen sich auf den für die Entwicklung der Stadt Suhl entscheidenden Erzbergbau. Die Henne ist das Symbol der Henneberger Grafen, denen Suhl bis zum Aussterben des Hauses Henneberg 1583 gehörte.

Stadt-/Ortsteile: Suhl-Mitte, Suhl-Nord, Suhl-West, Suhl-Ost, Suhl-Süd, Goldlauter/Heiders-bach, Neundorf, Heinrichs, Mäbendorf; Albrechts, Dietzhausen, Wichtshausen, Vesser.

(Wappenbeschreibung Suhl, Stadt Suhl, 1994)

 
Wissenswertes zur Stadt Suhl


Karte:

Satellitenbildkarte
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Karte:

Übersichtskarte
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Die kreisfreie Stadt Suhl liegt am Fuße des Thüringer Waldes in einer Höhe von 400 bis etwa 700 m über NN. Sie ist die größte Thüringische Stadt südlich des Rennsteigs, des legendären Kammwegs des Gebirges. Hier spricht man seit alters her fränkischen Dialekt. Dank der politischen Veränderungen wurden auch viele der willkürlich abgebrochenen Verbindungen ins fränkische Land wiederhergestellt.

Die ältesten Bodenfunde bezeugen den Aufenthalt von Steinzeitmenschen auf dem Gebiet der heutigen Stadt schon um 2000 v. Chr. Mit der Einwanderung von keltischen Volksgruppen gegen 500 v. Chr. kamen Kenntnisse zur Erzgewinnung und -verarbeitung in die Region. Ab 800 n. Chr. werden heutige Ortschaften des Hasetals urkundlich erwähnt. Suhl selbst wird 1318 erstmals nachweislich genannt. Als einer der ältesten Erwerbszweige gilt neben Bergbau, Eisen- und Glasherstellung die Salzgewinnung. Salzhaltige Quellen gibt es noch heute u. a. am Domberg und am Haselgrund.

Das Vorkommen von Eisenerz und die infolge Waldreichtum günstige Herstellung von Holzkohle bildeten die Grundlagen für ein bis heute mit dem Namen Suhl verbundenes Gewerbe - das Waffengewerbe. Aus dieser Sicht ist auch die zunehmende strategische Bedeutung für die damals herrschenden Grafen von Henneberg zu sehen, die 1527 dem Ort Suhl städtische Privilegien verliehen. Nachdem 1555 die Innung der Rohr- und Büchsenschmiede gegründet wurde, erhielten 1563 die Schlösser, Büchsenmacher, Spohrer und Windenmacher ihre Innungspriviliegien. Um diese Zeit arbeiteten in Suhl sechs Eisenhämmer, die das Material für einen Jahresausstoß von bis zu 25.000 Stück Handfeuerwaffen bereitstellten. In den folgenden Jahrhunderten brachten Kriege große Aufträge (Rüstkammer Europas) für das Waffengewerbe und wirtschaftliche Blüte in die Stadt. Diese währte naturgemäß nicht lange, sei es durch die plündernden Kroaten im Dreißigjährigen Krieg oder die Verluste unter der Suhler Bevölkerung in den beiden Weltkriegen.

Nach dem Bergbau und der Waffenherstellung begann sich die Barchentweberei zu entwickeln, die insbesondere im 17. und 18. Jh. mit ihren Erzeugnissen aus naturgebleichtem Garn zu einem blühenden Gewerbe wurde. 1815 fällt Suhl unter die Herrschaft des Königreiches Preußen und erhält 1832 mit der durch Suhl verlaufenden "Chausee Coburg-Gotha" eine überregionale Straßenanbindung. Auf 1861 geht die Suhler Porzellanfabrikation zurück. Gebrauchs- und Zierporzellan, das sogenannte "Suhler Gold", wurde u. a.. nach England, Frankreich und Amerika exportiert. Die letzte Porzellanfabrik schloss 1937.

Nach der Gründung des deutschen Reiches entwickelte sich in Suhl eine metallverarbeitende Industrie von hoher Qualität. Neben der weitergeführten Waffenproduktion waren u. a. Werkzeugmaschinen, Hebezeuge, Bergbaumaschinen, Flugmotore, Automobile, Motorräder, Fahrräder, Rechen- und Schreibmaschinen aus Suhl bekannt und begehrt. Ausdruck dieser Industrialisierung war auch der 1884 vollzogene Anschluss an den durchgehenden Eisenbahnverkehr der Strecke Berlin-Stuttgart-Basel. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde Suhl zu einem Zentrum der Zweiradindustrie, in dem jährlich bis zu 200 000 Motorräder, Mokicks und Motorroller vom Band liefen. Weitere Unternehmen von überregionaler Bedeutung stellten u. a. Jagdwaffen, elektrische Haushaltsgeräte, Mess- und Prüfwerkzeuge sowie Möbel her.

Manche der berühmten Suhler Industriezweige sind heute gänzlich verschwunden, darunter die Barchentweberei und die Porzellanfabrikation. Andere, wie der Fahrzeugbau und die Jagd- und Sportwaffenfertigung, entwickelten sich und haben Bestand bis heute. Feinmechanik und Präzisionsgerätebau sind wie in anderen Thüringer Gegenden auch ansässig (Feinmess Suhl, Medizintechnik). Neue Zweige wie der Elektro-Haushaltgerätebau etablierten sich. Für die Neuansiedlung von Gewerbe und Industrie sowie den Erhalt sanierunsbedürftiger Unternehmen wurde u. a. der Gewerbepark Friedberg geschaffen. Die Industrie und das verarbeitende Gewerbe sind geprägt durch die Branchen Maschinen-, Werkzeug- und Fahrzeugbau, Elektronik, Feinmechanik/Optik sowie Holzbe- und -verarbeitung.

Traditionell verwurzelt und weltbekannt ist die industrielle und handwerkliche Fertigung von Jagd- und Sportwaffen. In der international wohl einmaligen Verknüpfung von Waffenherstellung, dem ältesten in Betrieb befindlichen Beschussamt Deutschlands, dem Schießsportzentrum, Waffenmuseum und Deutschlands einziger Büchsenmacher-Berufsfachschule liegt der Ruf Suhls als Waffenstadt begründet. International bekannte Erzeugnisse der Region sind ferner Motorroller, Mokicks und Mofas unter dem Markennamen "Simson", elektrische Haushaltgeräte und Medizintechnik. Das relativ breit gefächerte Branchenprofil wird bereichert durch die regional und teils überregional bedeutsamen Ernährungsbetriebe Zimbo-Fleischwarenfabrik Suhl GmbH & Co. und Suhler Backwaren GmbH Gramss. Die Suhler Druckerei- und Verlagshaus GmbH ist in ihrer Branche führend in Südthüringen. Auch das produzierende Handwerk hat einen beträchtlichen Aufschwung genommen. Herausragend sind die bundesweite Innung der Büchsenmacher (allein 25 sind es in Suhl) und die Innungen des Elektrofach- und Metallgewerbes sowie des Bau-, Ausbau- und Installationsgewerbes.

Die Stadt Suhl arbeitet auf der Grundlage eigener Entwicklungskonzepte in Übereinstimmung mit regionalen und landesplanerischen Konzepten auch an der Verbesserung einer wirtschaftsnahen Infrastruktur.

 
Sehenswürdigkeiten

Das Wahrzeichen der Stadt ist der Waffenschmied, die Figur des gleichnamigen Brunnens vor dem Rathaus auf dem Marktplatz. Im weiträumigen Zentrum dominieren das Haus Philharmonie am Platz der Deutschen Einheit, sowie die modernen Bauten des Lauterbogen-Centers und des Cultur- und Congress-Zentrums Suhl (CCS). Mittendrin jedoch im ehemaligen Malzhaus (eines der ältesten Gebäude der Stadt) das Waffenmuseum und daneben das historische Fachwerkhaus einer Suhler Schäferfamilie. Weitere Sehenswürdigkeiten sind die barocke Kreuzkirche, die Kreuzkapelle oder Gottesackerkapelle, die spätgotische St. Marien-Kirche, der Diana-Brunnen sowie das Rokokohaus und das Spangenberghaus am Steinweg.

Der Ortsteil Suhl-Heinrichs ist reich an prächtigen Fachwerkhäusern. Auffallend und typisch ist das "Historische Rathaus". Sehenswert ist auch die Kirche St. Ulrich und das in filigraner Sandsteinarbeit gestaltete Sakramentshäuschen (besonderes Kunstwerk dieser Kirche).

Der Tierpark beherbergt 400 meist einheimische Wald- und Gebirgstiere.

 
Ausflugs- und Wanderziele

  • Panorama-Rundweg um die Stadt
  • Tierpark in der 'Suhler Schweiz'
  • Schießsportanlange auf dem Friedberg
  • Ottilienbad im Stadtzentrum
  • Domberg (669 m) mit Ottilienstein und Bismarckturm
  • Adlersberg (847 m, Aussichtsturm)
  • Erletortalsperre
  • Großer Beerberg bei Goldlauter-Heidersbach
  • Rennsteig
  • Waffenmuseum im Malzhaus
  • Fahrzeugmuseum
  • Thüringer Meeresaquarium in Zella-Mehlis
  • Wintersportanlagen um Oberhof