Geographie

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Der Saale-Holzland-Kreis gehört zur Planungsregion Ostthüringen. Im Norden grenzt an ihn Sachsen-Anhalt. Im Westen bilden die kreisfreie Stadt Jena und der Kreis Weimarer Land, im Osten der Landkreis Greiz seine Grenzen. Im Süden und Südwesten schließen sich der Saale-Orla-Kreis und der Landkreis Saalfeld-Rudolstadt an.


Geomorphologie

Physische Übersicht Thüringen (PDF-Datei)

Die Geländehöhen im Saale-Holzland-Kreis betragen zwischen 123 m im Saaletal unterhalb Camburg und 456 m auf dem Muschelkalkplateau bei Bergern (Reinstädt). Ausgewählte Geländehöhen sind:

Zimmritzer Höhe447 m
Buchberge bei Kleinbucha446 m
Jägersberg bei Milda428 m
Coppanzer Berg422 m
Wöllmisse bei Schlöben405 m
Leuchtenburg bei Kahla400 m
Hufeisen bei Jenalöbnitz375 m
Gleisberg bei Graitschen343 m
Lerchenberg bei Seifartsdorf319 m


Karte:
Hangneigung und Exposition
(JPG-Datei)

Übersichtskarte Thüringen (JPG-Datei)


Naturräume

Buntsandstein-Hügelländer Saale-Sandsteinplatte
überwiegender Teil des Territoriums südöstlich einer Linie Orlamünde-Altenberga-Schlöben-Bürgel-Petersberg-Walpernhain
Muschelkalk-Platten und -Bergländer Ilm-Saale-Ohrdrufer Platte
Hochflächen südwestlich, nördlich und nordöstlich von Jena
Ackerhügelländer Weißenfelser Lössplatten
Camburg, Zöthen, Thierschneck, Schkölen, nördlicher Teil von Heideland, Walpernhain
Auen und Niederungen Saaleaue


Karte:
Naturräumliche Gliederung
(JPG-Datei)

Übersichtskarte Thüringen (JPG-Datei)

Der Saale-Holzland-Kreis liegt im Übergangsbereich vom Mittelgebirge (300 bis 450 m Höhe) zur Leipziger Tieflandsbucht (100 bis 150 m Höhe) und damit an einer Schnittstelle naturräumlich unterschiedlicher Landschaftstypen.

In der Mitte und im Westen des Kreises dominiert die Muschelkalk-Hochfläche der Ilm-Saale-Ohrdrufer Platte (350 bis 450 m Höhe), in die sich die Saale und ihre Seitentäler bis zu 250 m tief eingeschnitten haben. Unter dem Muschelkalk lagert die Saale-Sandsteinplatte, eine Randplatte des Thüringer Beckens. Diese tritt südöstlich von Jena und im gesamten Ostteil des Kreises an die Erdoberfläche und prägt vor allem das waldreiche Holzland. Im Norden hat der Landkreis Anteil an der Weißenfelser Lössplatte.

Während der Elster-Kaltzeit stießen Gletscher bis ins Saaletal bei Jena vor. Bei Berga im Kreis Greiz befindet sich der südlichste Punkt der Skandinavischen Inlandvereisung in Deutschland.

Das Ostthüringer Lössgebiet, das Gebiet entlang der Saale sowie die Muschelkalk-Hochflächen werden wegen ihrer nährstoffreichen Böden weitgehend landwirtschaftlich genutzt. Demgegenüber dominieren im Osten und Süden des Kreises auf den nährstoffarmen Buntsandsteinböden größere Waldflächen. Im Saale-Einzugsgebiet befinden sich einige der bedeutendsten Orchideenvorkommen Deutschlands.

Flächennutzung

Bei einer Gesamtbodenfläche von 81.697 ha verteilten sich die Nutzungsarten im Landkreis wie im Folgenden dargestellt.

Flächen der tatsächlichen Nutzung 1992 und 2010
Siedlungs- und Verkehrsfläche (SVF) ohne Abbauland


Nutzungsart [ %] Saale-Holzland-Kreis Thüringen
1992 2010 2010
Siedlung und Verkehr 6,9 8,3 9,3
Landwirtschaft 54,0 53,0 54,4
Wald 35,7 35,9 31,9
Wasser 0,7 0,7 1,2
Sonstige 2,7 2,0 3,2



Karte:
Flächennutzung
(JPG-Datei)

Übersichtskarten Thüringen:

Anteil der Siedlungs- und Verkehrsfläche (JPG-Datei)
Anteil der Landwirtschaftsfläche (JPG-Datei)
Anteil der Waldfläche (JPG-Datei)



Die Landwirtschaftliche Nutzung überwiegt im Lössgebiet nördlich Eisenberg um Schkölen und Heideland mit verbreitet mehr als 80 % der Gemeindefläche (Rauschwitz 92,8 %).

Der Anteil der Waldfläche ist im mittleren und südlichen Holzland (Meusebach 91,3 %, Tautenburg 83,7 %, Trockenborn-Wolfersdorf 82,9 %, Hummelshain 81,7 %, Waldeck 80,2 %) besonders hoch.

Der Anteil der Siedlungs- und Verkehrsflächen ist in den Städten am größten (Hermsdorf 47,5 %, Kahla 33,2 %, Eisenberg 19,8 %, Stadtroda 16,4 %), in den ländlichen Gemeinden liegt er oft unter 5 %, im südlichen Holzland (Kleinbockedra, Meusebach) zum Teil sogar unter 2 %. Die Stadt Hermsdorf hat den höchsten Anteil von Siedlungs- und Verkehrsfläche in ganz Thüringen.

Die Wasserflächen umfassen die Saale und ihre Nebenflüsse (Orla, Roda, Weiße Elster).

Die sonstigen Flächen sind im Saale-Holzland-Kreis militärische Flächen (Standortübungsplatz Tautenhain) und Konversionsflächen (ehemaliger Truppenübungsplatz Rothenstein).



Karte:
Landnutzung
(JPG-Datei)

Übersichtskarte Thüringen (JPG-Datei)


Flächenversiegelung

In der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie ist die Minderung der Flächeninanspruchnahme für Siedlungen und Verkehr ein wichtiges Handlungsfeld. Vom gesamtdeutschen Ziel, die Flächeninanspruchnahme bis 2020 auf 30 Hektar pro Tag zu reduzieren, sind wir zum heutigen Zeitpunkt weit entfernt. Von ökologischer Brisanz ist vor allem die Tatsache, dass etwa 50 % der Siedlungs- und Verkehrsfläche versiegelt sind. Damit verbunden sind alle negativen Wirkungen auf die Geofaktoren Boden, Wasser, Klima sowie Flora und Fauna.

In Thüringen kommt verschärfend hinzu, dass der Flächenverbrauch bei sinkender Bevölkerung vonstatten geht. Thüringen verlor seit 1990 fast 12 % seiner Bevölkerung, was etwa 310.000 Einwohnern entspricht.

In einer geostatistischen Analyse von 2008 wurde erstmals aus hochauflösenden Satellitenbildern eine breite landesweite georäumliche Datenbasis zur Flächeninanspruchnahme als Grundlage für weitere fachliche Analysen geschaffen.


Karte:
versiegelte Flächen
(JPG-Datei)

Karte:
Flächenversiegelung nach Gemeinden
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Karte:
Flächenversiegelung je Einwohner
(JPG-Datei)

methodische Hinweise

Eine für ein langfristig angelegtes Versiegelungsmonitoring geeignete Darstellungsweise ist die Verwendung eines normierten Rasters. Der Vorteil liegt in einer Vergleichbarkeit, die unabhängig von Gemeindegrößen und etwaigen Gebietsveränderungen ist. Eine Übersichtskarte für Thüringen zeigt den Versiegelungsgrad bezogen auf ein flächendeckendes 2 x 2 km-Raster mit dem Datenstand 2006.

Weitere Beiträge zur Flächenversiegelung sind im Internetangebot der TLUG hier zu finden.


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