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Saale-Holzland-Kreis - Allgemeine Informationen

 
Kreisverwaltung

Landrat: Andreas Heller
Verwaltungssitz: Eisenberg
Dienststelle: Landratsamt Eisenberg

Im Schloss
07607 Eisenberg

Tel.: 03 66 91 / 70 0
Fax: 03 66 91 / 7 01 66
Letzte Gebietsreform: 01.07.1994
Kfz-Kennzeichen: SHK

 
Wappen

Gespalten durch eine eingebogene aufsteigende goldene, mit roten Herzen besäte Spitze, darin ein schwarzer wachsender Löwe; rechts in Rot ein silberner Schrägrechtsbalken; links im neunmal von Schwarz und Gold geteilten Feld ein schrägrechter grüner Rautenkranz.

(Genehmigung des Thüringer Landesverwaltungsamtes vom 18.08.1997).

Das Wappen zeigt die in der Vergangenheit verwendete Symbolik der das heutige Gebiet des Saale-Holzland-Kreises überwiegend beherrschenden Herren, Grafen und Fürsten. Bis zum Ende des 14. Jahrhunderts waren dies die Herren von Lobdeburg (oben rechts) und die Grafen von Orlamünde (in der Spitze). Danach gehörte fast das gesamte Gebiet den wettinischen Fürsten (oben links). Kurzzeitig (1680 bis 1714) bildete sich in diesem Gebiet das Herzogtum Sachsen- Eisenberg heraus; die jetzige Kreisstadt Eisenberg war unter dem Herzog Christian Residenzstadt.

(Wappenbeschreibung Saale-Holzland-Kreis, Landratsamt Saale-Holzland-Kreis. Eisenberg 1997)

 
Wissenswertes zum Saale-Holzland-Kreis


Karte:

Satellitenbildkarte
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Karte:

Übersichtskarte
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Die heutige Siedlungsstruktur hat ihren Ursprung im Wirken germanischer und slawischer Volksgruppen, die vom frühen bis ins hohe Mittelalter im Raum zwischen Saale und Weißer Elster erste Siedlungen gründeten. Die Saale bildete im frühen Mittelalter die Ostgrenze des Frankenreiches. Die deutsche Kolonisation setzte Anfang des 12. Jahrhunderts mit der Gründung von Klöstern ein (z. B. in Stadtroda). Vom 12. bis 14. Jahrhundert kam es zur Gründung zahlreicher Siedlungen.

Das gesamte Gebiet des heutigen Saale-Holzland-Kreises erlebte in den folgenden Jahrhunderten eine wechselvolle Geschichte, in deren Verlauf es immer wieder zu anderen Fürstenhäusern gehörte, ehe es 1920 dem Land Thüringen angegliedert wurde.

Die heutige Stadt Eisenberg wurde wahrscheinlich im 7./8. Jahrhundert von Slawen angelegt. Die erste urkundliche Erwähnung geht auf das Jahr 1190 zurück. 1274 erhielt sie das Stadtrecht und war zwischen 1675 und 1707 Residenzstadt von Sachsen-Gotha. Seit 1952 ist Eisenberg Kreisstadt.

Die wechselvolle Geschichte Thüringens hat im Bereich des Saale-Holzland-Kreises viele kulturhistorische Zeugnisse und Denkmale hinterlassen. So gibt es sehenswerte Schlösser, z. B. in Dornburg (Barock- und Renaissanceschloss), Eisenberg (mit Schlosskirche), Hummelshain und Wolfersdorf (Wasserschloss). Weitere Sehenswürdigkeiten sind die Leuchtenburg bei Kahla (bedeutendste mittelalterliche Wehrburg im Saaletal), die barocke Jagdanlage Rieseneck oder die Klosterkirche in Thalbürgel.

 
Die Kreisstadt - Eisenberg

Die Kreisstadt Eisenberg liegt im östlichen Thüringen auf einem sich von Westen nach Osten erstreckenden, auf Buntsandstein liegenden Höhenzug, ca. 275 m ü. NN.

Die erste Siedlung, nördlich der heutigen Stadt, ist wahrscheinlich im 7./8. Jh. durch die Slawen angelegt worden. Dafür sprechen Funde und erhaltene slawische Flurnamen. Auf den Namen der Siedlung könnte die Flurbezeichnung Donitzschkau hindeuten.

Gegründet wurde Eisenberg im 12. Jh., in der zweiten Etappe der Ostexpansion. Die Herkunft des Stadtnamens ist nicht genau bekannt, ob der Name von einem Ritter Iso, der Göttin Isis oder von dem im Mittelalter betriebenen Eisenbergbau stammt. 1171 ließ Otto der Reiche die Stadt "Isenberc" ummauern, aber bereits 1189 wurde der Ort zerstört. Nach dem Wiederaufbau 1219 verlegte sein Sohn Dietrich der Bedrängte das Zwickauer Zisterziensernonnenkloster nach Eisenberg. Das Kloster, die Burg und die Lage der Stadt an wichtigen Handelsstraßen hat sicher Albrecht den Entarteten 1274 dazu bewogen, Eisenberg das Stadtrecht zu verleihen.

1485 wird die Stadt durch die Trennung des Hauses Wettin, der ernestinischen Linie übereignet. Von 1592 bis 1603 war Eisenberg weimarisch, danach kam es zu Altenburg und 1672 zu Gotha. 1675 erwählt Christian, ein Sohn von Ernst dem Frommen von Sachsen-Gotha, Eisenberg zu seiner Residenzstadt. Die Ämter Eisenberg, Ronneburg, Camburg und Roda werden zum Herzogtum Sachsen-Eisenberg vereinigt. Der residierende Herzog Christian verhalf der Stadt zu einem wirtschaftlichen Aufschwung, zu einer Blütezeit. In dieser Zeit wurden die Grundlagen für die spätere Herstellung von Porzellan, sowie der Fleisch- und Wurstwarenfabrikation mit den weltbekannten Thüringer Bratwürsten geschaffen.

In seiner Regierungszeit lässt Christian das Residenzschloss (Schloss Christianenburg) modernisieren und die Schlosskapelle, eine der schönsten Barockkapellen Thüringens bauen. Der Glanz der Residenz war nur von kurzer Dauer, denn 1707 starb Herzog Christian von Sachsen-Eisenberg und mit der Linie erlosch der höfische Barock-Miniaturstaat nach nur 26 Jahren und Eisenberg wurde wieder gothaisch. 1826 kam die Stadt wiederum zum Herzogtum Altenburg. 1921 wurde Eisenberg dem Land Thüringen angegliedert und ist seit 1952 Kreisstadt.

Ende des 18. Jh. beginnt die industrielle Entwicklung. Ernst Mühlberg begründet die Porzellanindustrie in Eisenberg. Wegen seiner politischen Gesinnung musste der Bürger Carl Spahn im Jahre 1849 in die Schweiz flüchten, dort lernte er die Herstellung von Etuis kennen. Durch die Kenntnis von dieser Produktion und der Einführung der Etuiherstellung in Eisenberg wurde er vom Herzog begnadigt.

Ein weiterer weltbekannter Fabrikationszweig wurde um 1820 mit dem Piano- und Flügelbau eingeführt. Eisenberg und der Pianobau wurden zu einem weltweiten Begriff.

Die Holz- und Möbelindustrie nimmt aufgrund der Nähe zum Holzland eine dominante Stellung ein.

Den wirtschaftlichen Neubeginn nach 1990 meistern erfolgreich die Klein- und Mittelbetriebe, die zum Teil auf lange Traditionen zurückblicken können. Dazu gehören insbesondere die Betriebe der Armaturenherstellung, Sanitärtechnik, Wohnraummöbel, Fleischverarbeitungsbetriebe, ein modernes Ziegelwerk, die Pianofortefabrik u. a. Die Porzellanherstellung, einstmals bedeutendster Wirtschaftszweig für Eisenberg, musste dagegen vollständig eingestellt werden. Im Rahmen der vorausschauenden Planung von Gewerbeflächen ist die Stadt in der Lage, vor allem der sich gut entwickelnden einheimischen Wirtschaft die Möglichkeit zur Erweiterung zu bieten und den Ansiedlungswünschen anderer Interessenten Rechnung zu tragen.

 
Sehenswürdigkeiten

Viele Sehenswürdigkeiten und Denkmäler sind heute Zeugnisse aus der bewegten Geschichte der Stadt Eisenberg.

Der Markt steht in seiner Gesamtheit unter Denkmalschutz. Mitten auf dem Markt steht das Rathaus mit seinen zwei ungleichen Türmen. Zu den anderen historischen Sehenswürdigkeiten der Stadt Eisenberg gehören die Stadtkirche St. Peter (1219), der barocke Mohrenbrunnen, das Klötznersche Haus (Stadtmuseum), das Gäblersche Haus, das Schlagsche Haus, das Haus Remane, die Stadtapotheke, die Superintendentur (eines der schönsten historischen Bauten in Eisenberg), das ehemalige Gasthaus Zum Schwarzen Roß (erinnert an eine Schmiede) und die im Jahre 1696 erbaute Gaststätte Trompeterschlösschen.

Zu den bedeutendsten Denkmälern zählt die 1679/87 erbaute Schlosskirche. Sie beeindruckt vor allem durch Freskomalerei und durch eine Vielfalt von italienischen Stuckarbeiten und Plastiken. Als bedeutendste Schlosskirche des Hochbarocks in Thüringen ist sie noch im ursprünglichen Zustand erhalten.

In Friedrichstanneck (einem Ortsteil von Eisenberg) findet alljährlich zu Pfingsten das Bornschlämmen, ein altes Volksfest, statt. Dem Glauben nach sollte mit diesem Brauch das Wasser im Brunnen für die Menschen immer erhalten bleiben. Heute ist dieser Brauch auch mit dem Setzen des Maibaumes verbunden. Jedes Jahr im Frühjahr feiert die Stadt ihr Tiergartenfest und am ersten Wochenende im Oktober wird vor dem Eisenberger Schloss das alljährliche Schlossfest begangen. Hier werden ein historischer Markt, Konzerte in der Schlosskapelle und viele andere Unterhaltungen geboten.

Die anmutige und reizvolle Landschaft um Eisenberg soll künftig stärker touristisch erschlossen und genutzt werden.

 
Ausflugs- und Wanderziele

  • Mühltal mit seinen 8 Mühlen: Robertsmühle, Schössesmühle, Amtsschreibersmühle, Walkmühle, Pfarrmühle, Froschmühle (Jugendherberge), Naupoldsmühle, Meuschkenmühle
  • Wanderung durchs Mühltal oder nach Hainspitz
  • Tierpark Eisenberg