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Der Landkreis Nordhausen ist der nördlichste Landkreis Thüringens und gehört zur Planungsregion Nordthüringen. Im Norden grenzt Niedersachsen und im Osten an Sachsen-Anhalt an den Landkreis. Im Westen und Süden bilden die ebenfalls zu Nordthüringen gehörenden Landkreise Eichsfeld und Kyffhäuserkreis die Grenze.
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Die Geländehöhen im Landkreis Nordhausen betragen zwischen 155 m am Stausee Kelbra und 635 m auf dem Großen Ehrenberg bei Sülzhayn im Südharz. Ausgewählte markante Geländeerhebungen sind:
| Poppenberg bei Ilfeld |
601 m |
| Birkenkopf, Südharz |
600 m |
| Zwergsberg bei Netzkater |
570 m |
| Mittelberg bei Neustadt am Harz |
533 m |
| Bleicheröder Berge |
484 m |
| Bauerberg bei Trebra |
361 m |
| Alter Stolberg bei Stempeda |
358 m |
| Paßberg auf der Windleite |
353 m |
| Wernsberge bei Hamma |
343 m |
| Kohnstein bei Niedersachswerfen |
335 m |
| Königslehde bei Auleben |
341 m |
| Resseberg bei Rottleberode |
322 m |
| Butterberg bei Werther |
299 m |
| Mittelgebirge |
Harz |
| Sülzhain, Ilfeld, Hermannsacker |
| Buntsandstein-Hügelländer |
Nordthüringer Buntsandsteinland |
| mittlerer Teil des Landkreises mit Nordhausen, Bleicherode und Werther |
| Muschelkalk-Platten und -Bergländer |
Hainich-Dün-Hainleite |
| Rehungen, Großlohra, Hainrode |
| Ohmgebirge-Bleicheröder Berge |
| Kraja, Bleicherode-West |
| Auen und Niederungen |
Goldene Aue |
| Nordhausen-Süd, Uthleben, Windehausen, Heringen/Helme, Hamma, Auleben |
| Zechsteingürtel an Gebirgsrändern |
Zechsteingürtel Südharz |
| Branderode, Ellrich, Niedersachswerfen, Harzungen, Petersdorf, Buchholz, Steigerthal, Stempeda |
Der überwiegende Teil des Landkreises Nordhausen befindet sich im südlichen Harzvorland. Im Norden hat der Landkreis Anteil am Harz, speziell am Südabfall des Unterharzes. Das hochgradig mit Buchenwäldern bedeckte Gebiet erstreckt sich auf einer Höhenlage zwischen 250 und über 600 m und wird von engen Tälern durchzogen. Hier befindet sich auch die höchste Erhebung des Kreises, der 635 m hohe Große Ehrenberg.
Südlich daran schließt der Naturraum Zechsteingürtel am Südharz an. Es handelt sich hierbei um einen 4 bis 7 km breiten, gering bewaldeten Gürtel einer hügeligen Gipskarst-Landschaft in 200 bis 350 m Höhe. Trockenrasen mit einer reichhaltigen Flora ist hier weit verbreitet.
Der größte Teil des Landkreises gehört zum Nordthüringer Buntsandsteinland, einem hochgradig ackerbaulich genutzten Platten- und Hügelland mit nur mäßig steilem Relief. Dieser Naturraum erstreckt sich auf Höhen zwischen 250 und 300 m, teilweise aber auch über 400 m.
Darüber hinaus hat der Landkreis noch Anteil an den Naturräumen Goldene Aue und Hainleite. Die Goldene Aue ist die ackerbaulich genutzte ungewöhnlich breite Flussaue der Helme zwischen Nordhausen und Kyffhäuser. Die Hainleite ist eine überwiegend bewaldete Muschelkalkhochfläche, die sich nur zu einem geringen Teil im Süden des Landkreises Nordhausen befindet.
Bei einer Gesamtbodenfläche von 71.100 ha verteilten sich die Nutzungsarten im Landkreis wie im Folgenden dargestellt.
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Flächen der tatsächlichen Nutzung 1992 und 2010 Siedlungs- und Verkehrsfläche (SVF) ohne Abbauland |
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| Nutzungsart [ %] |
Landkreis Nordhausen |
Thüringen |
| 1992 |
2010 |
2010 |
| Siedlung und Verkehr | 8,6 | 9,8 | 9,3 |
| Landwirtschaft | 57,1 | 56,1 | 54,4 |
| Wald | 29,1 | 29,4 | 31,9 |
| Wasser | 1,5 | 1,5 | 1,2 |
| Sonstige | 3,7 | 3,2 | 3,2 |
Landwirtschaftliche Nutzung auf mehr als 75 % der Gemeindefläche ist im Landkreis Nordhausen zusammenhängend im Wipper- und Helmetal zwischen Nordhausen und Bleicherode (Werther, Wipperdorf und angrenzende Gemeinden) sowie in Kleinfurra verbreitet. Ilfeld und Hermannsacker im Südharz haben dagegen unter 25 % Landwirtschaftsfläche.
Der Anteil der Waldfläche liegt in Görsbach sowie südwestlich von Nordhausen bis Wipperdorf und Kehmstedt generell unter 10 %, in einigen dieser Gemeinden sogar unter 2 %. Über 50 % Waldanteil treten im Südharz und am Dün auf: Ilfeld (87,2 %), Hermannsacker (74,5 %), Hainrode (56,7 %), Ellrich (51,8 %) und Großlohra (51,3 %).
Der Anteil der Siedlungs- und Verkehrsflächen befindet sich in der Regel in Korrelation zur Bevölkerungsdichte der Städte und Gemeinden und ist in Nordhausen (20,7 %), Bleicherode (17,5 %) und Niedersachswerfen (17,2 %) am höchsten. Ein Anteil von 5 % wird in Friedrichsthal, Etzelsrode, Hermannsacker, und Ilfeld unterschritten.
Wasserflächen konzentrieren sich, da größere natürliche Standgewässer im Landkreis Nordhausen nicht vorhanden sind, auf den südwestlichen Teil der Talsperre Kelbra (übrige Wasserfläche: Landkreis Sangerhausen und Kyffhäuserkeis), den Helmestausee bei Heringen und Kiesseen bei Nordhausen-Bielen.
Die sonstigen Flächen sind im Landkreis Nordhausen vom Bergbau beanspruchte Flächen und noch nicht in andere Nutzungen überführte Flächen an der ehemaligen innerdeutschen Grenze. Bei Bleicherode und Sollstedt liegen Sanierungsflächen des ehemaligen Kalibergbaues einschließlich ausgedehnter Haldenflächen. In großer Flächenausdehnung wird noch Bergbau auf Anhydrit und Gips im Zechsteingürtel Südharz sowie auf Kiessande in der Goldenen Aue betrieben.
In der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie ist die Minderung der Flächeninanspruchnahme für Siedlungen und Verkehr ein wichtiges Handlungsfeld. Vom gesamtdeutschen Ziel, die Flächeninanspruchnahme bis 2020 auf 30 Hektar pro Tag zu reduzieren, sind wir zum heutigen Zeitpunkt weit entfernt. Von ökologischer Brisanz ist vor allem die Tatsache, dass etwa 50 % der Siedlungs- und Verkehrsfläche versiegelt sind. Damit verbunden sind alle negativen Wirkungen auf die Geofaktoren Boden, Wasser, Klima sowie Flora und Fauna.
In Thüringen kommt verschärfend hinzu, dass der Flächenverbrauch bei sinkender Bevölkerung vonstatten geht. Thüringen verlor seit 1990 fast 12 % seiner Bevölkerung, was etwa 310.000 Einwohnern entspricht.
In einer geostatistischen Analyse von 2008 wurde erstmals aus hochauflösenden Satellitenbildern eine breite landesweite georäumliche Datenbasis zur Flächeninanspruchnahme als Grundlage für weitere fachliche Analysen geschaffen.
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Karte: versiegelte Flächen |
| (JPG-Datei) |
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Karte: Flächenversiegelung nach Gemeinden |
| (JPG-Datei) |
Eine für ein langfristig angelegtes Versiegelungsmonitoring geeignete Darstellungsweise ist die Verwendung eines normierten Rasters. Der Vorteil liegt in einer Vergleichbarkeit, die unabhängig von Gemeindegrößen und etwaigen Gebietsveränderungen ist. Eine Übersichtskarte für Thüringen zeigt den Versiegelungsgrad bezogen auf ein flächendeckendes 2 x 2 km-Raster mit dem Datenstand 2006.
Weitere Beiträge zur Flächenversiegelung sind im Internetangebot der TLUG hier zu finden.
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