Umwelt regional
 
Landkreis Nordhausen - Allgemeine Informationen

 
Kreisverwaltung

Landrat: Matthias Jendricke
Verwaltungssitz: Nordhausen
Dienststelle: Landratsamt Nordhausen

Behringstr. 3
99734 Nordhausen

Tel.: 03631 / 91 10
Fax: 03631 / 91 12 41
Letzte Gebietsreform: 01.07.1994
Kfz-Kennzeichen: NDH

 
Wappen

Schräg geteilt; unten auf von Rot und Silber geschachtem Feld ein goldener Baumstumpf; oben in Gold ein dem Baumstumpf entsprießendes rotes Reis (Ministerielle Genehmigung vom 04.01.1949).

Der heutige Landkreis Nordhausen wird zum größten Teil aus Gebieten der ehemaligen Grafschaft Honstein gebildet; dafür steht das rot-silberne Schach. Der Baumstumpf symbolisiert die Zerstörungen in der Stadt und im Landkreis Nordhausen, besonders während des 2. Weltkrieges. Das junge Reis, das aus dem alten Baumstumpf entsprießt, strebt auf dem Goldgrund in leuchtendem Rot dem Licht einer netzen Zukunft entgegen. Dieses Wappen wurde ab 1949 bis zur Auflösung der Länder 1952 geführt und am 13.09.1990 wieder eingeführt.

(Aus der Geschichte des Wappens und des Dienstsiegels (Landkreis Nordhausen), Kreisverwaltung Nordhausen, 1993, Zeichnung: Erhard Heckel, Nordhausen)

 
Wissenswertes zum Landkreis Nordhausen


Karte:

Satellitenbildkarte
(PDF-Datei)


Karte:

Übersichtskarte
(JPG-Datei)

Das Gebiet des heutigen Landkreises Nordhausen befindet sich in einem schon früh besiedelten Raum. Funde auf dem Gebiet der Stadt Nordhausen weisen auf jungstein- und bronzezeitliche Siedlungen um 2500 v. Chr. hin. Aus der spätrömischen Kaiserzeit stammt ein reich ausgestattetes Adelsgrab, das in der Sundhäuser Straße entdeckt wurde. Im Mittelalter bestanden auf dem heutigen Kreisgebiet die Grafschaften Lohra, Klettenberg und Honstein.

Die Ursprünge der Stadt Nordhausen reichen bis auf das Jahr 780 zurück, als Franken am Frauenberg einen Reichshof errichteten. Zwischen 910 und 915 erbaute Herzog Heinrich von Sachsen die Burg Nordhausen. 1220 bekam Nordhausen die Reichsunmittelbarkeit verliehen und konnte sich Reichsstadt nennen. 1430 gehörte Nordhausen kurzzeitig der Hanse an. Zwischen 1715 und 1802 war Nordhausen freie Reichsstadt, ehe sie in preußischen Besitz überging. Die über 1000-jährige Geschichte der Stadt ist mit zahlreichen Katastrophen, wie Pest und Stadtbrände verbunden. Im April 1945 wurden 70 % der Stadt durch Bomben zerstört. Heute hat sich Nordhausen zu einem industriellen Zentrum in Nordthüringen entwickelt.

Die wechselvolle Geschichte Thüringens hat im Landkreis Nordhausen zahlreiche kulturhistorische Zeugnisse und Denkmäler hinterlassen.

Trotz mehrerer Stadtbrände und der Bombenzerstörung im Jahr 1945 haben sich in der Kreisstadt Nordhausen mehrere historische Sehenswürdigkeiten erhalten. Das Wahrzeichen der Stadt ist seit dem 15. Jahrhundert der Roland, der sich heute am Rathaus befindet. Das Rathaus wurde zu Beginn des 17. Jahrhunderts im Renaissancestil erbaut und bildet das markante Zentrum der Stadt.

Sehenswert ist weiterhin das Meyenburg-Museum, in dessen Bau architektonische Stilelemente aus verschiedenen Epochen vereinigt sind. Es beherbergt auch ein Heimat- und Stilmöbelmuseum. Weitere Sehenswürdigkeiten sind die Stadtmauer mit Judenturm, die Kirche St. Blasii sowie der "Dom Zum heiligen Kreuz". In Nordhausen startet auch die Harzquerbahn, eine Schmalspurbahn, die den gesamten Harz bis Wernigerode durchquert.

In unmittelbarer Nähe der Stadt befand sich von 1943 bis 1945 das Konzentrationslager Mittelbau, ein Außenlager des Lagers Buchenwald. Heute steht dort die KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora.

Die bedeutendsten Sehenswürdigkeiten im Landkreis sind das Schloss in Heringen, die Frauenbergkirche in Ellrich als eine der ältesten Wehrkirchen in Thüringen, das größte Hügelgräberfeld Nordthüringens in Aueleben, die Burg Lohra auf dem Höhenrücken der Hainleite sowie die Burgruinen Hohnstein und Ebersburg.

 
Die Kreisstadt - Nordhausen

Die einstige Freie Reichs- und Hansestadt Nordhausen und heutige Kreisstadt liegt im Nordwesten der fruchtbaren "Goldenen Aue", zwischen Unterharz und Hainleite, ca. 180 bis 250 m ü. NN, und blickt auf eine über 1000jährige Geschichte zurück. Die Stadt wird auch treffend als "südliches Eingangstor zum Harz" bezeichnet.

Funde in den Kiesschichten am Stadtrand weisen auf eine jungstein- und bronzezeitliche Besiedlung um 2500 v. Chr. hin. Ein reich ausgestattetes Adelsgrab der spätrömischen Kaiserzeit entdeckte man an der Sundhäuser Straße.

Um 780 errichteten die Franken am Frauenberg einen Reichshof. Herzog Heinrich von Sachsen, der die Burg Nordhausen zwischen 910 und 915 erbaute, schenkte Nordhausen 927 seiner Gemahlin Mathilde. Königin Mathilde gründete 961 ein adliges Damenstift, das spätere Stift "Zum Heiligen Kreuz", das 962 Markt-, Zoll- und Münzrecht erhielt. Allein darin drückt sich schon die Bedeutung aus, die der Ort unter Heinrich I. besaß. Wie umstritten der Ort zugleich war, zeigt die Tatsache, dass Heinrich der Löwe ihn 1180 niederbrennen ließ. Im Jahre 1220 wurde das Damenstift in ein Domherrenstift umgewandelt und Nordhausen bekam die Reichsunmittelbarkeit verliehen. Mehrfach weilten im 12. Jh. die Staufer-Kaiser in der Stadt. Getreidehandel und Handwerk führten im Mittelalter zum wirtschaftlichen Aufschwung der Südharzmetropole. Von 1430/32 war Norhausen Mitglied der Hanse. Einen Gipfelpunkt der Macht erreichte die Reichsstadt, als sie 1715 das Reichsschultheißen- und das Reichsvogteiamt kaufte.

Im Jahre 1802 ging sie in preußischen Besitz über, verlor damit ihre Reichsfreiheit und gehörte bis 1945 zu Preußen.

Nordhausen ist bedeutende Industriestadt und Verkehrsknotenpunkt und als "Tor zum Südharz" ebenso bekannt wie der "Nordhäuser Doppelkorn" und der "Nordhäuser Kautabak". Seit 1507 hat die Kunst des Kornbrennens in Nordhausen Tradition. Die Branntweinbrennerei hat mit ihrer jüngeren Schwester, der Kautabakindustrie, wesentlich zu einer gedeihlichen Entwicklung der Stadt beigetragen. Heute ist der "Echte Nordhäuser" eine führende gesamtdeutsche Doppelkorn-Marke. Die Tabakindustrie geht in den Anfängen bis in das 1. Viertel des 18. Jh. zurück und gegenwärtig werden Nordhäuser Tabakwaren wieder in 12 Länder der Welt verschickt. Aber auch der Maschinen- und Fahrzeugbau, die Bau- und Baumaterialienindustrie, die Metallverarbeitung, Umwelttechnologie/Hydrogeologie und Leicht- und Lebensmittelindustrie sind für Nordhausen bestimmend. Die Privatisierung sicherte den wichtigsten Industriebetrieben ein weiteres Fortbestehen unter marktwirtschaftlichen Bedingungen. Neben den traditionellen Maschinenbau-, Kornbrennerei-, Tabak- und Textilbereichen ist der Fremdenverkehr ein bedeutender Wirtschaftfaktor.

Im 2. Weltkrieg war Nordhausen Rüstungszentrum und 1943 verlegte man die V-Waffenproduktion von Peenemünde nach "Mittelbau-Dora", einem Außenlager des KZ Buchenwald. Die "Vernichtung durch Arbeit" in den unterirdischen Produktionsstätten des Kohnstein bei Nordhausen forderte 20 000 Menschenleben.

Die Gedenkstätte Dora-Mittelbau erinnert an die Opfer des Konzentrationslagers. Das Gelände des KZ und einige Produktionsbereiche im Kohnstein sind erhalten geblieben und stehen für ein besonders abschreckendes Beispiel von "Vernichtung durch Arbeit" durch die SS.

 
Sehenswürdigkeiten

Bedeutende Teile der Stadtmauer, der Dom "Zum Heiligen Kreuz" und die St. Blasii-Kirche, ein paar erhaltene Bürgerhäuser, die gotische "Finkenburg" und die "Flohburg", sowie das wieder aufgebaute Rathaus lassen die Schönheit der einstigen Hansestadt erfahren. Am Alten Rathaus zieht eine bunt gefasste Rolandsfigur - das Wahrzeichen der Stadt Nordhausen - die Blicke der Passanten auf sich. Weitere Sehenswürdigkeiten sind das Stadttheater, das Waisenhaus, die Alte Post, die Kutteltreppe, der Walkenrieder Hof, der Primariusgraben mit Resten der Stadtbefestigung, das Torhäuschen am Spendenkirchhof, der Judenturm am Rähmen, die Frauenbergkirche "St. Jacobi", die Altendorfer Kirche, der Petriturm (höchster Turm der Stadt), der Neptunbrunnen, der Zwinger sowie das Meyenburg Museum (Heimatmuseum und Stilmöbelmuseum).

Brunnen und Treppen prägen das Stadtbild genauso wie der Stadtpark mit seinem Tiergehege, der Park Hohenrode, das Gehege, die Promenade, der Rosengarten und die unzähligen Grünflächen.

Eine Attraktion ist die dampfbetriebene Harzer Schmalspurbahn (1897-99), die quer durch das nördlichste Mittelgebirge Deutschlands ihre kurvenreiche Fahrt in Norhausen beginnt und über Ilfeld, Sorge, Drei Annen Hohne in Wernigerode oder auf dem Brocken beendet. Auch durch das Selketal über Stiege und Alexisbad bringt sie mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 25 km/h die Touristen und Eisenbahnfreunde zum Ziel nach Gernrode. Eine Fahrt mit diesem technischen Denkmal ist zu jeder Jahreszeit für groß und klein ein bleibendes Erlebnis.

Die Nordhäuser feiern gern und zu den beliebtesten und größten Festen gehört das alljährliche Rolandsfest, meist an einem Wochenende im Juni begangen; wo der Bürgermeister symbolisch die Schlüsselgewalt über die Stadt dem "Nordhäuser Roland" und seinem Gefolge mit der "Brockenhexe", dem "Professor Zwanziger" und dem "Alten Ebersberg" übergibt.

Das Martinsfest - oder Martini, wie es die Nordhäuser nennen - wird in der Stadt seit mindestens 450 Jahren gefeiert. Selbst zu DDR-Zeiten konnten diese Traditionen nicht vollends unterbunden werden, wenn auch größere Umzüge mit Laternen und Lampions zum Kirchenbesuch und das Abbrennen von Feuerwerkskörpern nach dem Gottesdienst nur vereinzelt stattfanden; dagegen wurde Martini als Familienfeier begangen. Das Martinifest in Nordhausen weicht von den eigentlichen Martinsfesten in europäischen Ländern ab. Es wird nicht am 11. November, sondern einen Tag früher am 10. November und nicht zu Ehren des Heiligen Martin gefeiert, sondern wie auch in einigen anderen thüringischen Städten, in denen Luther wirkte, begeht man das Fest zu Ehren seines Geburtstages in den letzten Jahren als ökumenisches Fest beider Konfessionen.

 
Ausflugs- und Wanderziele

  • Vor den Toren der Stadt erstreckt sich der Südharz mit seinen reizvollen Tälern und herrlichen Bergwäldern, aber auch das Kyffhäusergebirge und die Hainleite sind nicht weit entfernt.
  • Kyffhäuser Denkmal (Wahrzeichen der Goldenen Aue, Reiterstandbild Kaiser Wilhelm I.)
  • Barbarossahöhle bei Bad Frankenhausen, Heimkehle bei Uftrungen (größte deutsche Gipshöhle), Einhornhöhle bei Schwarzfeld
  • Südharzer Karstlandschaft - Bauerngraben und Periodischer See bei Roßla, Kelle und Himmelreich Ellrich, Tanzgraben bei Niedersachswerfen
  • Schlösser in Herzberg, Stollberg und Sondershausen
  • Burgruinen Scharzfeld, Hohnstein bei Neustadt, Questenburg
  • Burg Lohra auf der Hainleite mit romanischer Doppelkapelle
  • Klosterruine Walkenried
  • Stolberg im Südharz mit Schloss, vielen reizvollen Fachwerkhäusern, Heimatmuseum mit alter Münze, Thomas-Müntzer-Denkmal
  • Bad Frankenhausen - Wasserburg mit Museum, schöne Fachwerkbauten, Bauernkriegspanorama auf dem Schlachtberg
  • Stausee bei Kelbra (Schilfgebiet in der Umgebung, wichtiger Brut- und Rastplatz für Zugvögel)