Naturschutz

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Naturschutzgebiete (Stand: 9/2009)

Der Kyffhäuserkreis hat Anteil an 22 Naturschutzgebieten (NSG), wovon 17 NSG vollständig im Kreisgebiet liegen. Die NSG 4 sowie 10 befinden sich teilweise auch im Landkreis Nordhausen, das NSG 19 liegt zum Teil auch im Unstrut-Hainich-Kreis und die NSG 85 und 375 befinden sich teilweise im Landkreis Sömmerda.


NummerName Größe (ha)
4 Schloßberg - Solwiesen 1) 546,8
9 Keulaer Wald 297,3
10 Feuerkopf 1) 61,1
11 Mehlisch Hölzchen 4,0
12 Himmelsberg 86,9
13 Hotzenberg 85,1
14 Stadtforst Sondershausen 40,3
19 Großer Horn 1) 158,8
80 Rothenburg 413,1
84 Arterner Solgraben 1,1
85 Wipperdurchbruch 1) 671,9
86 Wartenberg 82,8
87 Spatenberge 4,0
88 Bottendorfer Hügel 133,9
316 Badraer Lehde - Großer Eller 83,6
317 Gatterberge 44,0
318 Filsberg - Großes Loh 94,6
319 Kahler Berg - Kuhberg 210,1
320 Süd- West-Kyffhäuser 847,3
375 Hohe Schrecke 1) 3.459,3
384 Ichstedter Lehde 360,0
448 Süd-Ost-Kyffhäuser 449,0
1) liegt in zwei oder mehr Landkreisen

In den Naturräumen 7.2 (Zechsteingürtel am Südharz) und 6.1 (Goldene Aue) liegt das NSG 4 "Schlossberg-Solwiesen". Es umfasst Ausschnitte aus dem Zechsteingürtel des Kyffhäusers und der Goldenen Aue und repräsentiert charakteristische Oberflächen- und Gewässerformen dieser Naturräume. Das NSG dient der Erhaltung der Gipskarstlandschaft mit Trockenbiotopen, der Binnensalzstellen, von Auenwiesen, Röhrichten und Teilen des Stausees als Lebensraum insbesondere für Blütenpflanzen, Vögel und Insekten. Das große und sehr vielfältige Gebiet besitzt eine ausgesprochen breite Palette schutzwürdiger Biotope. Die Wälder sind vor allem dem Waldlabkraut-Eichen-Hainbuchenwald und dem Eschen-Ahorn-Schlucht- und -Schatthangwald zuzurechnen. Besonders wertvoll sind die Salzboden-Gesellschaften der Solwiesen wie Strandsoden-Queller-Flur, Schuppenmieren-Salzschwaden-Rasen und Salzbinsen-Rasen. Bundesweite Bedeutung hat das Vorkommen der Heideschnecke Helicopsis striata am Südosthang des Mittelbergs. Die Salzstelle an der Numburg ist aus botanischer und zoologischer Sicht immer noch eine der bedeutendsten naturnahen Binnensalzstellen Thüringens, die unbedingt erhalten werden muss.

Die NSG 9 bis 12, 85, 318 und 319 befinden sich im Naturraum 3.2 (Hainich - Dün - Hainleite).

Am Rande des Landschaftsschutzgebietes "Dün-Helbetal" liegt das NSG 9 "Keulaer Wald". Es befindet sich auf der sanft nach Südosten geneigten Muschelkalk-Hochfläche des Dün. Das NSG umfasst charakteristische Standorts- und Vegetationsformen sowie Buchen-Plenterwald (fast ausschließlich Waldmeister- und Waldgersten-Buchenwald u. a. auch in einer für den Keulaer Wald typischen Bärlauch-Ausbildung) als forstwirtschaftliches Forschungs- und Demonstrationsobjekt sowie als kultur- und forstgeschichtliches Lehrobjekt. Für die Rotbuche stellt das Gebiet ein sehr bedeutsames Genreservoir dar. Die gesamte Nordwestgrenze und ein Teil der Nordgrenze des NSG sind mit der ehemaligen Grenze zwischen dem Königreich Preußen (Provinz Sachsen, Regierungsbezirk Erfurt) und dem Fürstentum Schwarzburg-Sondershausen identisch. Dabei sind an der Nordgrenze noch zahlreiche, z. T. gut erhaltene Grenzsteine vorhanden. Das NSG beherbergt ein Totalreservat.

Das NSG 10 "Feuerkopf" liegt auf der zertalten Hochebene der Hainleite am Übergang zum Dün. Das Kerbtälchen Feuergrund teilt das Gebiet. Das NSG ist durch ein naturraumtypisches Standorts- und Vegetationsmosaik mit Buchenwäldern in verschiedener Ausprägung gekennzeichnet. Dazu zählen Orchideen-, Blaugras-, Waldgersten- und Waldmeister-Buchenwald. Weiterhin ist Eschen-Ahorn-Schlucht- und Schatthangwald vertreten. Die Flora besitzt trotz der Nähe des Thüringer Beckens noch deutlich subozeanischen Charakter, der u. a. durch die Dominanz und Vitalität der Rotbuche, sowie das Vorkommen von beispielsweise Mandel-Wolfsmilch und Zwiebel-Zahnwurz zum Ausdruck kommt. Am Fuß des Feuerkopfes befindet sich eine Karstquelle die für wasserwirtschaftliche Zwecke gefasst worden ist und in der Regel nur im Frühjahr Wasser schüttet. An der westlichen Grenze des NSG sind Grenzsteine zwischen der ehemaligen Grafschaft Hohnstein (GH) und dem Fürstentum Schwarzburg-Sondershausen (zweizinkige Gabel) vorhanden.

Auf dem flachen Rücken des Almenhäuser Bergs auf der Hochflächenabdachung des Düns zum inneren Thüringer Becken liegt das ringsum von Ackerflächen umgebene isolierte Feldgehölz NSG 11 "Mehlisch Hölzchen". Die Vegetation repräsentiert eine an Geophyten reiche Ausbildung des in den Restwäldern des Thüringer Beckens verbreiteten grundwasserfernen Waldlabkraut-Eichen-Hainbuchenwaldes. Floristisch bemerkenswert ist das individuenreiche Vorkommen des Märzenbechers und anderer Frühjahrsblüher.

Das im Thüringer Altsiedlungsraum liegende NSG 12 "Himmelsberg" befindet sich überwiegend am linken Talhang der Helbe und repräsentiert charakteristische Oberflächen- und Gewässerformen des Naturraums. Das Vegetationsinventar umfasst überwiegend naturnahe Laubmischwaldgesellschaften, wobei Waldlabkraut-Eichen-Hainbuchenwald am häufigsten ist. Pflanzengeographisch liegt das NSG am äußersten Nordwest-Rand des subkontinental getönten Thüringer Beckens und dokumentiert den Übergang zu den subozeanischen Buchenwäldern der Randhöhen. An der Nordseite grenzt das NSG unmittelbar an landwirtschaftliche Nutzflächen an. Im Rittelsgraben sind Grenzsteine zwischen dem Königreich Preußen und dem Fürstentum Schwarzburg-Sondershausen vorhanden.

Das NSG 85 "Wipperdurchbruch" umfasst das Tal der Wipper zwischen Seega und Günseroda, dessen beidseitige Hänge und Teile der angrenzenden Hochflächen und des steilen Nordabfalls der östlichen Hainleite. Die Wipper durchbricht hier die Muschelkalkplatte der Hainleite von Nord nach Süd, ein sehr seltenes Ergebnis der Flusserosion in dieser Dimension. Das Gebiet stellt einen geomorphologisch reich strukturierten Landschaftskomplex mit repräsentativen naturnahen Laubwäldern (z. B. Waldlabkraut-Eichen-Hainbuchenwald und Waldmeister-, Waldgersten-, Orchideen-Buchenwald), Trockenbiotopen sowie seltenen Tieren (z. B. Wildkatze) und Pflanzen, insbesondere Orchideen dar. Das NSG erweist sich als ein artenreicher Lebensraum mit einem bemerkenswerten Spektrum an vor allem Licht und Wärme liebenden Arten. Auf dem Schlossberg und Kohnstein befinden sich vorgeschichtliche Bodendenkmale.

Die beiden asymmetrischen, schildförmigen Kalkberge "Filsberg" und "Großes Loh" des gleichnamigen NSG 318 ("Filsberg-Großes Loh") sind der Schichtstufe der östlichen Hainleite vorgelagert und stellen als typische "Auslieger" ehemalige Vorsprünge dieser Schichtstufe dar. Beide Berge überragen deutlich das Wippertal, ohne jedoch die Höhe der Hainleite zu erreichen. Kennzeichnend für das NSG sind Waldlabkraut-Eichen-Hainbuchenwälder und Halbtrockenrasen (u. a. Enzian-Schillergras-Rasen, Adonisröschen-Fiederzwenken-Halbtrockenrasen) mit zahlreichen seltenen Arten, insbesondere der Blütenpflanzen (350 Gefäßpflanzensippen, darunter 28 bestandsbedrohte Arten).

Das NSG 319 "Kahler Berg - Kuhberg" umfasst einen Ausschnitt aus der markanten Schichtstufe, mit der die flachwellige Muschelkalk-Hochfläche nach Norden, zum Wippertal hin, abstürzt. Aufgrund der Verkarstung gibt es keine permanenten Fließgewässer im Gebiet. Das NSG beherbergt ein Mosaik naturnaher Laubwälder (u. a. Waldgersten-, Orchideen-, Blaugras-Steilhang-Buchenwald, Ahorn-Linden-Hangschuttwald), Magerrasen und Felsstrukturen mit großem Orchideenreichtum. Faunistisch von Bedeutung sind die Vorkommen von Wildkatze, Igel, Maulwurf, Baummarder und Feldhase.

Im Naturraum 5.1 (Innerthüringer Ackerhügelland) befinden sich die NSG 13, 19 und 87.

Auf der Muschelkalk-Hochfläche um Schernberg gelegen, nimmt das NSG 13 "Hotzenberg" einen schmalen Riedel zwischen zwei kleinen linken Nebentälchen der Helbe sowie die nord- und westexponierten Hänge ein. Das Gebiet umfasst ein artenreiches Restgehölze mit Eichen-Hainbuchenwald sowie Erdfälle und wassergefüllte Auslaugungssenken als typische Karsterscheinungen. Das fast vollständig von landwirtschaftlicher Nutzfläche umgebene NSG stellt ein bedeutendes Genreservoir für die Schwarz-Erle dar und beherbergt ein Totalreservat.

Das großenteils von Ackerflächen umgebene NSG 19 "Großer Horn" liegt auf der Südabdachung der Sömmerschen Höhen zum Schlotheimer Graben. Es umfasst einen isolierten Waldkomplex mit subkontinentalem Eichen-Hainbuchenwald und bemerkenswertem Arteninventar. Für die Flora des NSG ist eine gewisse Häufung kontinentaler Florenelemente charakteristisch. Dem östlichen Waldrand ist eine kleine Quellstelle vorgelagert. Im NSG befinden sich mehrere Gruppen von Hügelgräbern und zahlreiche Grenzsteine (Grenze zwischen ehem. Königreich Preußen, Provinz Sachsen und Fürstentum Schwarzburg-Sondershausen), sowie eine als Naturdenkmal gesicherte Alteiche im äußersten Südwesten. Das NSG beherbergt zudem ein Totalreservat.

Das NSG 87 "Spatenberge" liegt inmitten einer intensiv genutzten Agrarlandschaft und umfasst einen Ausschnitt des sich von Nordwest nach Südost erstreckenden Hügelzugs der Roten Berge. Es ist gekennzeichnet durch einen Gipskeuperrücken mit wertvollem Xerothermrasen und Arteninventar einschließlich einer reichen Ackerwildkrautflora (u. a. mit Gelbem Günsel, Ackerkohl und Rundblättrigem Hasenohr). Für die Farn- und Blütenpflanzenflora sind Arten mit kontinentaler Verbreitung wie beispielsweise Frühlings-Adonisröschen, Steppen-Spitzkiel und Ohrlöffel-Leimkraut charakteristisch. Im NSG wurde eine jungsteinzeitliche Feuerstelle mit stein- und bronzezeitlichen Einzelfunden nachgewiesen.

Die NSG 14, 86 und 317 liegen im Naturraum 2.1 (Nordthüringer Buntsandsteinland).

Im Hammatal sowie in zwei rechten Seitentälchen liegt das NSG 14 "Stadtforst Sondershausen" etwa 2,5 km nördlich von Sondershausen inmitten eines großen Waldkomplexes der Windleite. Das vollständig bewaldete Gebiet dient der Erhaltung einer standörtlichen Abfolge unterschiedlicher Buchenwaldgesellschaften (u. a. Hainsimsen-, Flattergras-, und Waldmeister-Buchenwald) und ihrer natürlichen Dynamik im Buntsandstein-Hügelland. Die Moosvegetation des NSG repräsentiert in charakteristischer Weise die relativ artenarmen Verhältnisse der Windleite. Im Gebiet befinden sich die Grenzsteine der ehemaligen Grenze zwischen dem Königreich Preußen (Provinz Sachsen) und dem Fürstentum Schwarzburg-Sondershausen. Das NSG beherbergt ein Totalreservat.

Das NSG 86 "Wartenberg" liegt am nördlichen Abhang der Hainleite und bildet einen von Nordwesten nach Südosten verlaufenden Riedel, der nach Norden und Süden steiler, nach Osten jedoch flacher abfällt. Es ist charakterisiert durch naturnahe Laubmischwälder (u. a. Hainsimsen-Buchenwald, Waldlabkraut-Eichen-Hainbuchenwald) als typische Waldvegetation über Buntsandstein am Nordrand der Windleite. Aus der Sicht des botanischen Artenschutzes sind die aktuellen Vorkommen der beiden Orchideen Bleiches Waldvöglein und Nestwurz von besonderem Wert.

Innerhalb des hochgradig agrarisch genutzten Hügellandes umfasst das NSG 317 "Gatterberge" einen bewaldeten Prallhang sowie im Westen die südliche Flanke eines kleinen Nebentälchens (Kleines Roßtal) der Wipper. Das Gebiet dient der Erhaltung eines Buntsandstein-Steilhanges mit Laubwäldern (z. B. Hainsimsen-Traubeneichen-Mischwald, Fingerkraut-Eichenwald), Gebüschen, Halbtrockenrasen (u. a. Adonisröschen-Fiederzwenken-Halbtrockenrasen) und vielen bestandsbedrohten Arten. Im NSG zeugen heute noch zerfallene Weinbergsmauern, auch innerhalb des geschlossenen Waldes, von der Nutzung der südexponierten Hänge zum Weinbau im Mittelalter.

Im Naturraum 1.2 (Kyffhäuser) liegt das NSG 80 "Rothenburg" und nimmt einen 5 km langen und 0,6 bis 1,4 km breiten Streifen am stark reliefierten Nordrand des Kyffhäusers ein. Im NSG liegt die höchste der einzelnen, der Hochfläche des Kyffhäusers aufgesetzten, Kuppeln im Kirchenholz. Die beiden im Gebiet gelegenen Quellen schütten auch im Frühjahr weniger als 0,5 l/s Wasser, während die übrigen - in der Regel trockenen - Bäche nur gelegentlich nach Starkniederschlägen und bei Schneeschmelze Wasser führen. Das NSG ist gekennzeichnet durch ein Mosaik naturnaher Laubwaldgesellschaften (u. a. Waldmeister-Buchenwald, Hainsimsen-Traubeneichen-Mischwald und Eschen-Ahorn-Schlucht- und Schatthangwald) mit eingestreuten Trockenrasen (v. a. Steppenschwingel-Pfriemengras-Trockenrasen und Trespen-Halbtrockenrasen) und artenreicher Flora und Fauna. Das Gebiet ist seit dem 19. Jahrhundert wegen seines floristischen Reichtums (400 nachgewiesenen Blütenpflanzenarten, darunter z. B. Diptam und Kleiner Goldstern) bekannt. Das viel besuchte Kyffhäuserdenkmal, die Burg Kyffhausen sowie Burgruine und Erholungsheim Rothenburg befinden sich auf Kuppen zwischen steilen Tälern und sind vom Naturschutzgebiet vollkommen umschlossen.

Das NSG 84 "Arterner Solgraben" befindet sich im Naturraum 6.2 (Helme-Unstrut-Niederung) und wird durch den Austritt von Salzwasser in Form einer starken Salzquelle sowie durch den Aufstieg salzhaltigen Grundwassers aus dem Zechsteinsalinar geprägt. Die Vegetation zeigt auf kleinsten Raum eine deutliche Zonierung in Abhängigkeit vom Salzgehalt des Standorts. Gepflanzte Gehölze und Schilf-Röhricht ergänzen das Vegetationsinventar. Durch die sehr hohe Anzahl bestandsbedrohter Salz ertragender und liebender Arten zählt die Salzstelle zu den bedeutendsten Thüringens. Ihre mehrfach beschriebene Flora ist besonders durch das einzige mitteleuropäische Reliktvorkommen des Felsen-Beifuß´ bekannt.

Im Naturraum 2.2 (Hohe Schrecke - Schmücke - Finne) liegen die beiden NSG 88 und 375.

Der "Bottendorfer Hügel" (NSG 88) erhebt sich als lang gestreckter, nordwest-südöstlich (herzynisch) streichender, schildförmiger markanter Höhenzug über die umgebende flachwellige Landschaft unmittelbar nördlich der breiten Unstrutaue bei Bottendorf. Innerhalb des Buntsandstein-Hügellandes nimmt das NSG wegen der Untergrundverhältnisse und der daraus resultierenden Biotopausstattung eine Sonderstellung ein. Das Gebiet umfasst einen einmaligen Komplex von Schwermetallfluren und großflächigen Trocken- und Halbtrockenrasen mit herausragendem Arteninventar. Gebüsche trockenwarmer Standorte, Streuobstwiesen und eine Schwarzkiefern-Anpflanzung vervollständigen das Vegetationsinventar. Fast die Hälfte der Fläche wird von Äckern eingenommen, die den Höhenzug in beträchtlichem Maße zergliedern. Neben seiner bryologischen Bedeutung zählt das Gebiet auch hinsichtlich der Tagfalterfauna, insbesondere wegen des Vorkommens stark rückläufiger Arten wie beispielsweise der Berghexe, zu den sehr wertvollen NSG in Thüringen. Im NSG sind heute noch Relikte des Kupferschiefer-Bergbaus (Einsturztrichter, Halden) und der militärischen Nutzung (Schützenlöcher, Stellungen) sichtbar. Das Gebiet ist ein sehr beliebtes Exkursionsziel von Universitäten und wird auch für Freizeitaktivitäten genutzt. Es beinhaltet ein Grabhügel als geschütztes Bodendenkmal.

Die "Hohe Schrecke" (NSG 375) ist ein nordwest-südöstlich streichender Höhenzug, der sich aus seiner Umgebung markant erhebt. Im Bereich des ehemaligen Truppenübungsplatzes existiert eine Reihe von Geländevertiefungen, die ständig oder vorübergehend Wasser enthalten. Das NSG umfasst einen großflächigen komplex sehr strukturreicher, großflächiger und unzerschnittener Buchenmischwälder (u. a. Waldmeister-Buchenwälder, Hainsimsen-Traubeneichen-Mischwälder, Winkelseggen-Erlen-Eschenwälder) mit bemerkenswertem Artenspektrum. Es stellt zudem ein besonders wertvolles Reproduktionsgebiet für die Wildkatze dar.

Die NSG 316 und 320 befinden sich im Naturraum 7.2 (Zechsteingürtel am Kyffhäuser).

Das aus zwei Teilflächen bestehende NSG 316 "Badraer Lehde - Großer Eller" liegt im westlichen Bereich des Zechsteingürtels am Kyffhäuser. Badraer Lehde im Norden und Großer Eller im Süden sind abwechslungsreiche Hügelländer - getrennt durch das Tal des Badraer Baches - mit Hanglagen und zahlreichen Kleinformen einer Gipskarstlandschaft wie Dolinen, Erdfällen, Hohlräumen, Gipsfelsen, Trockentälchen, Mulden und Runsen. Das Gebiet dient der Bewahrung eines Ausschnitts der Gipskarstlandschaft mit kontinental getönten Xerothermrasen (u. a. Gamander-Blaugras-Trockenrasen, Adonisröschen-Fiederzwenken-Halbtrockenrasen) und vielen seltenen Tier- und Pflanzenarten. Diese Rasen sind mit kleineren Trockenwäldern (Waldlabkraut-Eichen-Hainbuchenwald, Steinsamen-Elsbeeren-Eichenwald), Gebüschen, Obstgehölzen, Ruderal- und Ackerwildkrautfluren verzahnt. Lesesteinhaufen und Terrassen zeugen davon, dass früher fast alle Flächen ackerbaulich genutzt worden sind. Zudem wurde lokal Gips gebrochen ("Badraer Marmor"). Das NSG ist Kerngebiet des Naturschutzgroßprojekts "Kyffhäuser".

Das NSG 320 "Süd-West-Kyffhäuser" erstreckt sich in einem 4 km breiten Streifen vom Kyffhäusergebirge mit allgemeinem Abfall nach Südwesten bis zum Gebirgsrand, um hier in einer deutlichen Stufe zur Diamantenen Aue und zum Nordthüringer Buntsandsteinland abzustürzen. Eine Besonderheit ist die Barbarossahöhle mit mehreren Höhlenseen, jedoch ohne natürlichen Eingang. Aufgrund der starken Verkarstung gibt es im Inneren des NSG keine oberirdischen Gewässer. Das Gebiet umfasst den wertvollsten Teils der Gipskarstlandschaft am Kyffhäuser mit herausragender Vegetationsausstattung und einmaligem Arteninventar. Es beinhaltet ein ausgesprochen wertvolles Mosaik von naturnahen Wäldern (u. a. Orchideen-Buchenwald, Steinsamen-Elsbeeren-Eichenwald, Birken-Pionierwald) und Grasfluren (z. B. Steppenschwingel-Pfriemengras-Trockenrasen, Trespen-Halbtrockenrasen). Die Flora (685 Farn- und Blütenpflanzen) beinhaltet einen hohen Anteil bestandsbedrohter Pflanzen. Das NSG ist hinsichtlich seiner Flechtenflora einzigartig in Mitteleuropa und hat für den Schutz dieser Artengruppe internationale Bedeutung. Zudem gehört es mit seiner Licht und Wärme liebenden Moosvegetation zu den bryologisch bedeutendsten NSG in Thüringen. Es ist Kerngebiet des Naturschutzgroßprojekts "Kyffhäuser" und beherbergt ein Totalreservat.

In den Naturräumen 1.2 (Kyffhäuser) und 7.2 (Zechsteingürtel am Kyffhäuser) liegen die NSG 384 und 448.

Im NSG 384 "Ichstedter Lehde" gibt es mehrere im Kyffhäuser beginnende Tälchen (z. B. Langetal, Kalte Tal). Dazwischen liegen lang gestreckte Rücken, die durch zahlreiche Kleinformen (Hangrisse, Hohlwege, Terrassen, ehemalige Steinbrüche) gegliedert sind. Im Süden und Osten treten vereinzelt Erdfälle auf. Das NSG weist ein landschaftstypisches Lebensraummosaik mit ausgesprochen wertvollem Arteninventar auf. Das Biotopspektrum umfasst Labkraut-Eichen-Hainbuchenwald verschiedener Ausprägung, Pionierwälder sowie Forsten von Kiefer, Fichte, seltener auch Lärche, Roteiche und Robinie, denen sich südlich ein Mosaik von Streuobstwiesen mit beispielsweise Möhren-Glatthafer-Wiese oder Holunder-Schlehen-Gebüsch und weiteren Gehölzen anschließt. Das NSG ist Kerngebiet des Naturschutzgroßprojekts "Kyffhäuser".

Die ehemalige Hochfläche des Zechsteingürtels wurde schräg gestellt, fällt im NSG 448 "Süd-Ost-Kyffhäuser" von Nord nach Süd und Südost ab und ist tief zertalt. In das markante Kalktal am Westrande des NSG münden 6 kurze, steile, teilweise von Gipsfelsen flankierte Seitentälchen ein. Das NSG dient der Erhaltung eines Ausschnitts der Gipskarstlandschaft mit abwechslungsreichem Vegetationsmosaik, aus Wäldern (z. B. Steinsamen-Elsbeeren-Eichenwald, Eschen-Ahorn-Schlucht- u. -Schatthangwald) und Grasfluren (u. a. Gamander-Blaugras- u. Steppenschwingel-Pfriemengras-Trockenrasen), sowie einem herausragendem Arteninventar. So ist das Vorkommen der Heideschnecke Helicopsis striata, die ihr individuenreichste Vorkommen in Thüringen am Schlachtberg hat, von bundesweiter Bedeutung. Das NSG ist Kerngebiet des Naturschutzgroßprojekts "Kyffhäuser" und beherbergt ein Feldflorareservat.


 
Naturparke

Der Naturpark Kyffhäuser mit einer Fläche von 30.555 ha liegt weitestgehend im Kyffhäuserkreis, umfasst aber auch Teile der Landkreise Nordhausen und Sömmerda.


 
Landschaftsschutzgebiete

Im Kyffhäuserkreis sind zur Zeit fünf LSG ausgewiesen. Die Hainleite ist ein Fremdenverkehrsgebiet, das für Wander-, Erholungs-, Camping- und Kulturtourismus sowie für die Naherholung entwickelt werden soll (Vervollkommnung tourismusrelevanter Potentiale wie Possen bei Sondershausen, Ferienpark "Feuerkuppe" in Straußberg, Gut Straußberg).

Der Kyffhäuser bildet gemeinsam mit dem Kelbraer Feuchtgebiet ein Fremdenverkehrsgebiet, das auf Grund seiner landschaftlichen und kulturhistorischen Besonderheiten für den naturnahen Tourismus sowie die Naherholung zu entwickeln ist (Erhaltung der historischen Bausubstanz um das Kyffhäuserdenkmal, touristische Aufwertung der Barbarossahöhle).


Landschaftsschutzgebiete (Stand: 9/2009)


NummerName Größe (ha)
3 Helmestausee 1) 1.794
4 Hainleite 1) 8.468
5 Dün - Helbetal 1) 5.593
59 Kyffhäuser 1) 5.475 2)
83 Unstrut - Triasland 631
1) liegt in zwei oder mehr Landkreisen    2) Thüringer Anteil



Karte:
Schutzgebiete
(JPG-Datei)



 
Geschützte Landschaftsbestandteile, Flächennaturdenkmale und Naturdenkmale *

Im Kyffhäuserkreis gab es zum 15.12.2004 insgesamt 70 geschützte Landschaftsbestandteile, Flächennaturdenkmale und Naturdenkmale.

* Von den Naturdenkmalen wurden erfasst: flächige Naturdenkmale sowie Naturdenkmale geologischer und hydrologischer Art.


 
Natura-2000-Gebiete

Das europäische ökologische Schutzgebietsnetz Natura 2000 umfasst Fauna-Flora-Habitat-Gebiete (FFH-Gebiete einschließlich FFH-Objekte) und Europäische Vogelschutzgebiete.

Die FFH-Gebiete bilden ein europaweites Netz besonderer Schutzgebiete, das der Erhaltung schutzwürdiger Lebensräume sowie ausgewählter Tier- und Pflanzenarten dient. Die Europäischen Vogelschutzgebiete werden für bestimmte Brutvogelarten und für Rast- und Überwinterungsplätze von Zugvögeln ausgewiesen.

Rechtliche Grundlage

Thüringen hat seine Meldung von FFH-Gebieten an die EU-Kommission abgeschlossen. Neben den 212 FFH-Gebieten wurden auch 47 punktförmige FFH-Objekte für den Fledermausschutz gemeldet. Hierbei handelt es sich insbesondere um Fledermausquartiere in Gebäuden und Stollen. Diese sind im Sinne der FFH-Richtlinie FFH-Gebiete und wurden z. T. zu Objektgruppen zusammengefasst. Außerdem gibt es in Thüringen 44 Vogelschutzgebiete.

Der Kyffhäuserkreis hat Anteil an folgenden FFH-Gebieten:


FFH-Gebiete (Stand: 05/2004)


Nummer Name Größe (ha)
... ... ...
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Thüringen-Tabelle öffnen (PDF-Datei)
Tabelle der FFH-Objekte für den Fledermausschutz für Thüringen öffnen (PDF-Datei)


Europäische Vogelschutzgebiete (Stand: 04/2007)


Nummer Name Größe (ha) Landkreis bzw. kreisfreie Stadt
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Karte:
Gebiete des Natura-2000-Netzes
(PDF-Datei)

Übersichtskarte Thüringen A3 (PDF-Datei)
Hinweis: Kartenebenen nutzen