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Der Kyffhäuserkreis gehört zur Planungsregion Nordthüringen. An ihn grenzen im Nordwesten und Südwesten die drei übrigen nordthüringischen Landkreise Nordhausen, Eichsfeld sowie den Unstrut-Hainich-Kreis. Im Süden bildet der zu Mittelthüringen gehörende Landkreis Sömmerda, im Osten und Nordosten das Bundesland Sachsen-Anhalt die Grenze.
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Die Geländehöhen im Kyffhäuserkreis betragen zwischen 114 m an der Unstrut bei Roßleben (tiefster Geländepunkt im Freistaat Thüringen) und 522 m auf dem Silberfelsen am Höhenzug Dün bei Vollenborn. Ausgewählte markante Geländeerhebungen sind:
| Silberfelsen |
522 m |
| Kulpenberg auf dem
Kyffhäuser |
474 m |
| Feldberg bei
Holzthaleben |
437 m |
| Possen auf der Hainleite |
431 m |
| Kuhberg bei Seega |
406 m |
| Heidelberg bei
Hachelbich |
403 m |
| Zimmerberg auf der
Windleite |
374 m |
| Kranichberg bei Oberbösa |
370 m |
| Lehdenberg bei
Allmenhausen |
368 m |
| Paßberg auf der
Windleite |
353 m |
| Schulzenberg auf der Hohen
Schrecke |
320 m |
| Großer Weinberg bei
Ebeleben |
308 m |
| Gänseberg bei
Gundersleben |
301 m |
| Schorfberg bei
Abtsbessingen |
299 m |
| Weinberg bei Artern |
182 m |
| Mittelgebirge |
Kyffhäuser |
| nördlich von Steinthaleben und Bad Frankenhausen |
| Buntsandstein-Hügelländer |
Nordthüringer Buntsandsteinland |
| Sondershausen-Nord, Bendeleben, Göllingen, Seega |
| Hohe Schrecke-Finne |
| östlich der Linie Borxleben-Heldrungen, außer Helme-Unstrut-Niederung |
| Muschelkalk-Platten und -Bergländer |
Hainich-Dün-Hainleite |
| Helbedündorf, Schernberg, Sondershausen-Süd, Hachelbich, Oberbösa, Günserode |
| Ackerhügelländer |
Innerthüringer Ackerhügelland |
| südlich einer Linie Kleinbrüchter-Schernberg-Oberspier-Trebra |
| Auen und Niederungen |
Goldene Aue |
| nördlich Bachra, am Stausee Kelbra |
| Helme-Unstrut-Niederung |
| Artern, Wiehe, Roßleben, Oldisleben-Nord, Bad Frankenhausen |
| Zechsteingürtel an Gebirgsrändern |
Zechsteingürtel Kyffhäuser |
| Steinthaleben, nördlich Bad Frankenhausen, Esperstedt |
Der Kyffhäuserkreis hat Anteil an mehreren unterschiedlichen Naturräumen. Die westliche Hälfte des Landkreises wird durch die drei Naturräume Innerthüringer Ackerhügelland, Hainich-Dün-Hainleite und Nordthüringer Buntsandsteinland bestimmt. Die Naturräume Nordthüringer Buntsandsteinland und Innerthüringer Ackerhügelland (Thüringer Becken) sind hochgradig ackerbaulich genutzte, flachwellige Hügelländer. Das Thüringer Becken verdankt seine fruchtbaren Böden den Lössdecken, die während der Eiszeit angeweht. Ein Ausläufer der Gera-Unstrut-Niederung ragt mit der breiten Talaue der Helbe in das Thüringer Becken hinein. Dün und Hainleite sind überwiegend bewaldete Muschelkalkhochflächen, die nach Süden und Osten steil zum Thüringer Becken abfallen.
Im Osten des Landkreises bestimmt die Helme-Unstrut-Niederung das Landschaftsbild. Die ackerbaulich genutzten breiten Talauen der unteren Helme und der Unstrut überdecken Teile der Hohen Schrecke-Finne, eines stark bewaldeten Sandstein-Höhenrückens am Nordostrand des Thüringer Beckens mit Höhen bis 380 m. Das Kyffhäuser-Gebirge ist das kleinste deutsche Mittelgebirge und bildet die Namensgrundlage für den Landkreis. Das kleine bewaldete Pultschollengebirge erstreckt sich östlich von Sondershausen und südlich der Goldenen Aue. Hier befindet sich auch die höchste Erhebung des Landkreises, der 473 m hohe Kulpenberg. Den Südrand des Kyffhäusers umgibt der 1 bis 4 km breite Zechsteingürtel am Kyffhäuser, ein zum größten Teil bewaldetes, lebhaft bewegtes, verkarstetes Gips- und Kalkbergland. Es finden sich aber auch Trockenrasenflächen und eine reichhaltige Flora.
Bei einer Gesamtbodenfläche von 103.516 ha verteilten sich die Nutzungsarten im Landkreis wie im Folgenden dargestellt.
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Flächen der tatsächlichen Nutzung 1992 und 2010 Siedlungs- und Verkehrsfläche (SVF) ohne Abbauland |
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| Nutzungsart [ %] |
Kyffhäuserkreis |
Thüringen |
| 1992 |
2010 |
2010 |
| Siedlung und Verkehr | 7,2 | 7,8 | 9,3 |
| Landwirtschaft | 65,6 | 65,3 | 54,4 |
| Wald | 22,9 | 23,0 | 31,9 |
| Wasser | 1,2 | 1,2 | 1,2 |
| Sonstige | 3,1 | 2,7 | 3,2 |
Landwirtschaftliche Nutzung auf mehr als 80 % der Gemeindefläche ist im Kyffhäuserkreis zusammenhängend jeweils um Großenehrich und Greußen im zentralen Thüringer Becken sowie westlich und östlich von Artern in der Helme-Unstrut-Niederung verbreitet. Nur die Gemeinden Hachelbich und Steinthaleben haben weniger als 30 % Landwirtschaftsfläche.
Der Anteil der Waldfläche liegt im Thüringer Becken um Ebeleben, Großenehrich und Greußen sowie in der Unstrut-Helme-Niederung zwischen Ringleben und Roßleben generell unter 10 %, in vielen dieser Gemeinden sogar unter 1 %. Mehr als 50 % Waldanteil treten im Bereich der Windleite und Hainleite auf (Steinthalleben 75,1 %, Hachelbich 66,5 %).
Der Anteil der Siedlungs- und Verkehrsflächen befindet sich in der Regel in Korrelation zur Bevölkerungsdichte der Städte und Gemeinden und ist in Artern (17,4 %), Roßleben (15,2 %) und Greußen 12,4 %) am höchsten. Ein Anteil von 5 % wird in sechs Gemeinden (Steinthaleben 3,0 %) unterschritten.
Wasserflächen konzentrieren sich, da größere Standgewässer im Kyffhäuserkreis nicht vorhanden sind, auf den südlichen Randstreifen der Talsperre Kelbra (übrige Wasserfläche: Landkreise Sangerhausen und Nordhausen), Altwässer der Unstrut zwischen Roßleben und Oldisleben sowie Teichsysteme bei Ebeleben.
Die sonstigen Flächen sind im Kyffhäuserkreis militärisch genutzte Flächen (Standortübungsplatz Sondershausen) sowie vom Bergbau beanspruchte Flächen. Bei Sondershausen liegen Sanierungsflächen des ehemaligen Kalibergbaues mit ausgedehnten Haldenflächen. In großer Flächenausdehnung wird noch Bergbau auf Kiessande in der Helme-Unstrut-Niederung betrieben.
In der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie ist die Minderung der Flächeninanspruchnahme für Siedlungen und Verkehr ein wichtiges Handlungsfeld. Vom gesamtdeutschen Ziel, die Flächeninanspruchnahme bis 2020 auf 30 Hektar pro Tag zu reduzieren, sind wir zum heutigen Zeitpunkt weit entfernt. Von ökologischer Brisanz ist vor allem die Tatsache, dass etwa 50 % der Siedlungs- und Verkehrsfläche versiegelt sind. Damit verbunden sind alle negativen Wirkungen auf die Geofaktoren Boden, Wasser, Klima sowie Flora und Fauna.
In Thüringen kommt verschärfend hinzu, dass der Flächenverbrauch bei sinkender Bevölkerung vonstatten geht. Thüringen verlor seit 1990 fast 12 % seiner Bevölkerung, was etwa 310.000 Einwohnern entspricht.
In einer geostatistischen Analyse von 2008 wurde erstmals aus hochauflösenden Satellitenbildern eine breite landesweite georäumliche Datenbasis zur Flächeninanspruchnahme als Grundlage für weitere fachliche Analysen geschaffen.
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Karte: versiegelte Flächen |
| (JPG-Datei) |
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Karte: Flächenversiegelung nach Gemeinden |
| (JPG-Datei) |
Eine für ein langfristig angelegtes Versiegelungsmonitoring geeignete Darstellungsweise ist die Verwendung eines normierten Rasters. Der Vorteil liegt in einer Vergleichbarkeit, die unabhängig von Gemeindegrößen und etwaigen Gebietsveränderungen ist. Eine Übersichtskarte für Thüringen zeigt den Versiegelungsgrad bezogen auf ein flächendeckendes 2 x 2 km-Raster mit dem Datenstand 2006.
Weitere Beiträge zur Flächenversiegelung sind im Internetangebot der TLUG hier zu finden.
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