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Kyffhäuserkreis - Allgemeine Informationen

 
Kreisverwaltung

Landrätin: Antje Hochwind
Verwaltungssitz: Sondershausen
Dienststelle: Landratsamt Sondershausen

Markt 8
99706 Sondershausen

Tel.: 03632 / 74 10
Fax: 03632 / 74 11 35
Letzte Gebietsreform: 01.07.1994
Kfz-Kennzeichen: KYF

 
Wappen

In Blau ein aufgerichteter goldener, rot bewehrter und gezungter Löwe, der sich auf einen Schild stützt, auf einem grünen, oben silbern eingefassten Dreiberg. Der Schild ist geviert; I und 4 sind fünfmal von Rot und Silber geteilt; 2 und 3 zeigen in Silber sechs rote Wecken in zwei Reihen. Der Dreiberg ist mit einer silbernen Wellenleiste und einem silbernen Wellenfaden belegt (Genehmigung des Thüringer Landesverwaltungsamtes vom 26.10.1994).

Der goldene Löwe im blauen Feld, der sogenannte Käfernburger Löwe, ist das Stammwappen des Grafen-, später Fürstenhauses Schwarzburg, zu dessen Territorien der überwiegende Teil des Landkreises gehörte. Der gevierte Schild zeigt das Wappen der Grafen von Mansfeld, zu deren Gebiet Artern noch im 18. Jahrhundert. gehörte, bis es zunächst an Kursachsen und dann 1815 an Preußen (Provinz Sachsen) kam. Der grüne Dreiberg versinnbildlicht die bergige, waldreiche Landschaft, insbesondere die drei Höhenzüge Hainleite, Windleite und das dem Landkreis den Namen gebende Kyffhäusergebirge. Die silberne Wellenleiste ist Symbol der den ostwärtigen Kreisteil durchströmenden Unstrut, der silberne Wellenfaden Sinnbild der das westliche Kreisgebiet durchfließenden Wipper.

(Wappenbeschreibung Kyffhäuserkreis, Landratsamt Kyffhäuserkreis, 1996)

 
Wissenswertes zum Kyffhäuserkreis


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Übersichtskarte
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Die heutige Kreisstadt Sondershausen entstand vermutlich um 800 als fränkische Siedlung. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1125. Sondershausen erhielt 1300 das Stadtrecht. 1356 fiel die Stadt an die Grafen von Schwarzburg, deren Geschlecht bis 1918 in Sondershausen regierte. Das eindrucksvollste Zeugnis aus dieser Zeit ist das Residenzschloss im Stadtzentrum. Es wurde 1534 erbaut und zwischen 1680 und 1690 umgebaut. Nachhaltig geprägt wurde die Entwicklung der Stadt durch den 1892 einsetzenden Kaliabbau, der bis 1990 betrieben wurde.

Die ehemalige Kreisstadt Artern wurde 786 erstmals urkundlich erwähnt. Ihre Bedeutung verdankte die Stadt in erster Linie der seit dem 15. Jahrhundert betriebenen Salzgewinnung. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts nahm die industrielle Entwicklung einen relativ großen Aufschwung. Dieser wurde durch den Eisenbahnanschluss im Jahr 1880 unterstützt.

Die wechselvolle Geschichte Thüringens hat auch im Kyffhäuserkreis zahlreiche kulturhistorische Zeugnisse und Denkmäler hinterlassen.

Das markanteste Denkmal ist das 1896 vollendete Kaiser-Wilhelm-Denkmal auf dem Kyffhäuserberg. Zu den interessanten Burgen des Landkreises gehören die Rothenburg, die Arensburg, die Straußenberger Burg, die Kaltenburg bei Bad Frankenhausen sowie die Wasserburg in Heldrungen. Das bemerkenswerteste der Schlösser im Kyffhäuserkreis ist das Residenzschloss in Sondershausen mit seinem Schlosspark und einem Museum. Es vereint Stilelemente der verschiedenen Epochen, wie Renaissance, Barock, Rokoko und Klassizismus und gilt daher als das bedeutendste Schloss in Nordthüringen. Weitere Schlossanlagen befinden sich in Bad Frankenhausen und Wiehe.

Die 1250 erbaute und derzeit in der Restauration befindliche Veitskirche in Artern ist eine der wenigen Kreuzkirchen Mitteldeutschlands.

Sehenswerte Museen im Landkreis sind unter anderem das Kreisheimatmuseum in Bad Frankenhausen, das Agrarmuseum in Greußen oder die Freilichtmuseen der alten Königspfalz Tilleda und der germanischen Wehrsiedlung Funkenburg. Die Barbarossahöhle bei Rottleben ist eine der bedeutendsten Schauhöhlen Europas.

 
Die Kreisstadt - Sondershausen

In Nordthüringen eingebettet zwischen Hainleite und Windleite, im Tal des Wipperflusses, liegt die Kreisstadt Sondershausen, ca. 200 m ü. NN. Im Verlauf ihrer Geschichte wurde die Residenzstadt aufgrund ihrer sich durch die Jahrhunderte ziehenden Tradition auch als Musikstadt bezeichnet.

Im 8. Jh. fränkisch kolonisiert, weist der Raum um Sondershausen erst seit dem 12. Jh. mittelalterlich frühstädtisches Gemeinwesen auf. Die oberhalb der Stadt gelegene Spatenburg geht auf die Burgengründungen Heinrich IV. zurück, der mit diesen wehrhaften Stützpunkten im 11. Jh. das kolonisatorisch-strategisch so entscheidende Südharzgebiet zu sichern trachtete.

Aus dem Jahre 1125 stammt die älteste, noch erhaltene Urkunde, woraus ersichtlich ist, dass die Ansiedlung von zwei Ministerialen des Mainzer Erzbischofs namens Wydego und Rumarus verwaltet wurde. Entscheidend für die Entwicklung der Ortschaft zur Stadt waren die Jahrzehnte um 1300. Die Grafen Hohnstein werden 1295 erstmals als Besitzer der Stadt Sondershausen genannt. Das älteste überlieferte Stadtsiegel (1341) zeigt die heraldischen Symbole der Hohnsteiner; ein sicheres Zeichen dafür, dass Sondershausen unter ihrer Herrschaft (zwischen 1263 und 1341) das Stadtrecht verliehen bekommen haben muss.

Von 1356 bis 1918 waren die Grafen und späteren Fürsten von Schwarzburg Herrscher in Sondershausen. Deren 562 Jahre währende Herrschaft hat die Stadt baulich, wirtschaftlich und sozial geprägt und ihr die typischen Akzente einer kleinen deutschen Residenz verliehen. Die Hofhaltung im umfangreichen Schlosskomplex war jahrhundertelang dominierend, dem sich das Städtchen als Domizil der zur Unterhaltung der Residenz erforderlichen Beamten, Dienstleute, Handwerker und Militärs bescheiden zuordnete. Der hohe - sich aus dem Residenzstatus abzuleitende Kulturanspruch - ist für die Stadt Sondershausen charakteristisch, jedoch für so eine kleine Stadt erstaunlich. Ab 1534 ließ der regierende Graf Günther XI. ein Renaissanceschloss errichten (unter teilweiser Verwendung der Substanz der Burg). Im späten 17. und 18. Jh. entfaltete sich die Stadt als Barockresidenz. Der regierende Fürst Christian Wilhelm begann in den Jahren 1680 bis 1690 das Residenzschloss umzubauen, aufzustocken und mit barocken Stukkaturen und Malereien prächtig auszustatten.

Fürst Christian Günther erweiterte 1764 bis 1771, mit dem Bau des Westflügels und des Neuen Nordflügels, fast um die Hälfte das Schloss. Die ganze Prachtentfaltung der nördlichsten thüringischen Residenz versinnbildlicht sich in der goldenen Kutsche des Fürsten Heinrich I. ("Diamantenfürst") aus den 40er und 50er Jahren des 18. Jh. Sie gehört zum Bestand des Schlossmuseums und ist ein Gefährt, das mit den Prunkwagen großer europäischer Königshäuser wetteiferte.

Bis in das 19. Jh. hinein bestimmte vor allem das Fürstenhaus die Entwicklung der Stadt. Die letzten Sondershäuser Fürsten waren darauf bedacht, dass Industrie und technische Anlagen nicht den Charakter der in sich geschlossenen Residenzstadt zerstören. So wurde die Streckenführung der 1869 fertiggestellten Bahnlinie Erfurt - Nordhausen so gelegt, dass sie an der Stadt vorbeiführte und der Bahnhof inmitten der Felder und Gärten der Bebraer Flut gebaut wurden.

In den 90er Jahren des 19. Jh. begann die industrielle Entfaltung des Kali-Bergbaus im Südharzrevier. 1892 entdeckte man die Kali-Lager im Wipper-Tal und 1893 etablierte sich der Kalibergbau in Sondershausen. Hauptprodukt waren Kalidüngemittel und verschiedene Nebenprodukte wie Brom und Magnesiumchlorid.

Ein zweiter wesentlicher Erwerbszweig für Sondershausen wurde 1902 von dem Unternehmer Karl Lindner mit dem Bau einer Firma für elektrotechnische Artikel gegründet. Trotz der vorhandenen Industrie hatte die Stadt in den 20er und 30er Jahren den Charakter eines Luftkurortes.

Das Kaliwerk "Glück auf" und die Elektroindustrie prägten bis 1991 ganz erheblich das Profil und die Umwelt der Stadt. Von den Arbeitsplätzen in den zwei Großbetrieben sind nur noch wenige erhalten geblieben. Das vorhandene Forschungspotential der Kali-, Elektro- und Maschinenbauindustrie wurde für die Umstrukturierung genutzt. Die Landkreise Sondershausen und Nordhausen beschlossen, ein Innovations- und Gründerzentrum BIC zu schaffen. Es entstanden Gewerbegebiete und auch auf dem "Kali-Altstandort" und dem "Alt-ELSO" siedelten sich Unternehmen an, die die Elektrobranche in Sondershausen fortführen. Es entstand eine gemischte mittelständisch geprägte Wirtschaftsstruktur, vorherrschende Gewerbebranchen sind Elektro, Maschinenbau, Metallverarbeitung, Ernährung, Holz/Papier sowie Stein/Glas.

Sondershausen ist durch seine musikalische Traditionspflege bekannt, deren Anfänge sich bis in das 16. Jh. zurück verfolgen lassen. Schon 1637 wird eine fürstliche Musikkapelle erwähnt, und sie wird bald in ganz Thüringen und darüber hinaus bekannt. Das Loh-Orchester, das aus der fürstlichen Gardekapelle hervorging, erwarb unter der Leitung von Johann Simon Hermsstedt großes Ansehen. Unter seiner Leitung konnten schon im frühen 19. Jh. große Orchesterwerke aufgeführt werden. Der Ruf der Stadt zog bedeutende Musikerpersönlichkeiten an. Von 1867 bis 1870 kam Max Bruch als Hofkapellmeister nach Sondershausen, und hier entstand die endgültige Fassung seines Violinkonzertes Nr. 1. opus 26 g-moll, das nach seinen eigenen Worten "seinen Siegeszug um die Welt von hier aus" antrat. Unter der Leitung von Eduard Stein, Max Bruch und Max Erdmannsdörfer erreichte das Orchester eine so hohe musikalische Leistungsfähigkeit, dass Franz Liszt schreiben konnte: "Die Kapelle zählt zu den renommiertesten Deutschlands, und das mit Recht, denn die Orchesterwerke sind nirgends mit soviel Klugheit und Kraft aufgeführt worden. Das ist ein großes Wunder, eingesperrt in einer kleinen Stadt". Zwölfmal kam Franz Liszt von Weimar nach Sondershausen. Seine Dante-Symphonie und seine sinfonische Dichtung "Hamlet" wurden hier uraufgeführt und er stellte fest, dass er "manche Nummer des Programms noch nicht in dieser Vollendung" gehört habe.

1833 wurde ein Fürstliches Konservatorium gegründet, führende Musiktheoretiker und Solisten wurden berufen. Während seines Studiums 1890 an dieser Ausbildungsstätte erfuhr hier der junge Max Reger seinen Durchbruch zu freiem, eigenständigem Komponieren. Alle Glanzpunkte - musikalisches Leistungsvermögen, Musizierfreude und die Aufgeschlossenheit gegenüber neuen Tendenzen in der Musik - vereinten sich 1866 in der 23. Tonkünstlerversammlung des Allgemeinen Deutschen Musikvereins unter der Ehrenpräsidentschaft Franz Liszts. Berühmte Solisten kamen, unter ihnen Schüler des großen Meisters, Werke von Berlioz, Tschaikowski und Brahms wurden vorgestellt, und ganz Sondershausen bot eine festliche Kulisse zu diesem bedeutenden Ereignis. Als 1894 die deutschen akademischen Gesangsvereine nach ihrem Zusammenschluss den Ort für ihr 1. Kartellfest suchten, fanden sie ihn in Sondershausen, weil diese Stadt mit ihrem vielseitigen Musikleben und ihrer landschaftlichen Schönheit ihren Vorstellungen in besonderem Maße entsprach. Nach dem 2. Kartellfest gab sich die Vereinigung den Namen "Sondershäuser Verband".

Die glanzvollen Jahrzehnte im ausgehenden 18. Jh. wurden durch Prof. Carl Corbach weitergeführt. Er begründete mit seinen jährlich stattfindenden Musikfesten die "Sondershäuser Musiktage". Die Musiktradition konnte sich auch weiterhin fortsetzen. Sondershausen hat heute noch sein eigenes Orchester mit einer 350jährigen Geschichte und auch die Tradition der "Sondershäuser Musiktage" und der sommerlichen Lohkonzerte werden bis in die Gegenwart fortgeführt. Loh-Orchester und Musikschule pflegen das musikalische Erbe und sind fester Bestandteil des kulturellen Lebens der Stadt. Die über die Grenzen des Landes hinausreichende Ausstrahlung des ehemaligen Konservatoriums findet ihre Fortsetzung mit der Durchführung von Internationalen Meisterkursen. Viele bedeutende Persönlickkeiten der Stadt Sondershausen, die auf den Gebieten der Musik, der Literatur, des Bauwesens, der Heimatgeschichte, des Erziehungswesens u. a. Bereichen wirkten, haben in der Stadt ihre Spuren hinterlassen.

Ein echter Sondershäuser und "Original" war Karl Krieghoff (1905 - 1984), der die Menschen und das Leben in der Stadt und Umgebung kannte. Viele Begebenheiten und Anlässe fasste er in seinen zahlreichen mundartlichen Gedichten mit treffender Art und Weise in Verse. Sie regen zum Schmunzeln und Erheitern an und vermitteln einen nachhaltigen Eindruck über die Lebensweise vorangegangener Generationen, ihr Denken und Handeln, Alltagsgeschehen in Sondershausen und die Lebensgewohnheiten der Bürger. Unter dem Pseudonym "Der Schwarzvertler" erschienen viele seiner Gedichte in der Lokalpresse und nach wie vor sind seine Verse bei den Sondershäusern beliebt.

 
Sehenswürdigkeiten

In den historischen Bauten sind noch Spuren der alten Residenzstadt zu finden. Das Schloss spiegelt eindrucksvoll die verschiedenen Zeitepochen wieder. Schlosskapelle, Liebhabertheater, Blauer Saal und Riesensaal sowie wertvolle Raumfassungen verschiedener Stilrichtungen erbringen den repräsentativen Beweis als Kunst- und Kulturzentrum der Stadt. Das barocke Achteckhaus dient als Sommerspielstätte des renommierten Loh-Orchesters. Der das Schloss umgebende Park wurde in einen Landschaftspark umgestaltet, der aus dem Lustgarten, dem Prinzessinnengarten sowie dem Lohpark besteht.

Wertvolle Bauensemble im Stadtzentrum, besonders am Markt, prägen das Stadtbild. Sehenswert sind das Rathaus mit Ratskeller, das Hartmannsche Haus sog. alte Posthalterei, die Alte Wache, das Prinzenpalais, das "Haus zum Weißen Schwan", das ehemalige Kanzlerhaus (später Blödauisches Haus), die Stadtkirche St. Trinitatis mit Fürstengruft (das sogenannte Mausoleum), das Gottschalksche Haus, Reste der alten Stadtmauer, das Eupelsche Haus, die Ruine der St. Cruciuskirche, das Fürstliche Rentamt, das Gebäude der Hauptpost, das traditionsreiche Café Pille sowie die Gebäude der Fürstlichen Domäne und die Vorwerksmühle.

 
Ausflugs- und Wanderziele

  • "Bebraer-Teiche"
  • Plateau des Frauenberges (bronzezeitliche Wallanlagen und Fundamente einer steinernen romanischen Marienkapelle aus dem 12. Jh.)
  • am Fuße des Frauenberges als Technisches Denkmal der Förderturm Schaft 2 sowie die älteste industriell betriebene Dampffördermaschine Europas
  • Wanderweg auf die Höhe des Göldners mit dem Rondell (Panoramablick zu den Höhen der Windleite und in blauer Ferne der Harz mit dem Brocken, dem Wurmberg und dem Auersberg) zum fürstlichen Jagdschloss "Zum Possen" mit Aussichtsturm
  • Burg Lohra mit einer der wenigen erhaltenen romanischen Doppelkapellen in Deutschland
  • romanische Kirche des Zisterzienser Nonnenklosters
  • Turm und Krypta eines Klosters im Wippertal bei Göllingen
  • Kyffhäuser Gebirge
  • Ruine einer der größten Reichsburgen Deutschlands, der Burg zu Kyffhausen (12. Jh.) und ein monumentales Denkmal von 1896 vom Gang deutscher Geschichte
  • Barbarossa-Höhle, eine der schönsten touristisch zugänglichen Gipshöhlen Europas