Stadtverwaltung

Oberbürgermeister: Dr. Albrecht Schröter
Verwaltungssitz: Jena
Dienststelle: Stadtverwaltung Jena

Am Anger 15
07743 Jena

Tel.: 03641 / 49 0
Fax: 03641 / 44 30 94
Letzte Gebietsreform: 01.07.1994
Kfz-Kennzeichen: J
 
Wappen

In Silber ein blau-silbern gekleideter Engel mit Nimbus, Harnisch, Helm und Flügeln in Gold. Mit der Rechten stößt er einem grünen Drachen eine braune Lanze in den Rachen, in der Linken hält er einen goldenen Schild mit aufgerichtetem schwarzem, rotbezungtem und bewehrtem Löwen, der linke Fuß steht auf dem Drachen. Unter dem Drachen befindet sich ein kleiner Silberschild mit blauer Weintraube ( Wappen vom 16.09.1992).

Das historische Wappen war, wie auf den Jenaer Brakteaten aus dem 14. und 15. .Jh. sowie an alten Grenzsteinen in der Jenaer Flur ersichtlich ist, die Weintraube. Das älteste Siegel der Stadt Jena stammt aus dem Jahre 1382 und zeigt bereits den Erzengel Michael, den Patron der Hauptkirche, der einem Drachen die Lanze in den Rachen stößt. Als die Landgrafen von Thüringen die Stadtherrschaft von allen Lobdeburgern übernahmen, wurde zusätzlich der meißnische Löwenschild ins Siegel aufgenommen.

Stadt-/Ortsteile: Ammerbach, Burgau, Göschwitz, Jena, Lichtenhain, Lobeda, Löbstedt, Wenigenjena, Winzerla, Wöllnitz, Ziegenhain, Zwätzen.

(Wappenbeschreibung Jena, Stadtverwaltung Jena, 1994)
 
Wissenswertes zur Stadt Jena


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Übersichtskarte
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Im 9. .Jh. wurde "Jani" im Zehntregister des Klosters Hersfeld genannt. Um 1230 planmäßige Gründung der Stadt auf dem westlichen Saaleufer durch die Herren von Lobdeburg, annähernd rechteckiger Grundriss, Straßennetz in Gitterform, Markt mit Rathaus als Kreuzungspunkt der teilweise gekrümmten Hauptstraßen. 1263 und 1287 als Stadt (civitas und oppidum) urkundlich genannt.

Zu Beginn des 14. .Jh. erhielt Jena bedeutende Klöster wie das Dominikanerkloster und das Zisterzienser-Nonnenkloster zu St. Michael. Zahlreiche Kaufleute und Handwerker siedelten sich in Jena an und trugen zum Aufblühen der noch jungen Stadt im 14. und 15. .Jh. bei. Die wichtigsten Gewerbe waren der Weinbau, die Brauerei, die Böttcherei, die Tuchmacherei sowie die Gerberei. 1523/24 wird Jena zu einem Zentrum der Revolution; Martin Luther predigt mehrfach in der Stadt. Im Jahre 1548 wurde die Hohe Schule (akademisches Gymnasium) zu Jena eröffnet. Mit der Umwandlung der Hohen Schule in eine Universität, 1558, durch Kurfürst Johann Friedrich wurde Jena einer der berühmtesten Studienorte in Deutschland. An der Alma mater Jenensis lehrten und wirkten so bedeutende Persönlichkeiten wie Schiller, Hegel, Fichte, Hufeland, Döbereiner, Loder, Weigel, Rolfink und andere, die den Ruf der heutigen Friedrich-Schiller-Universität begründeten.

1672 Bildung des kleinen (515 km²) und kurzlebigen (bis 1690) Herzogtums Sachsen-Jena. 1775 Erster Aufenthalt Goethes in der Stadt. Goethe, der in Jena Abstand vom Weimarer Hof suchte und innere Ruhe und die äußeren Bedingungen für sein dichterisches Schaffen fand (unter anderem schrieb er in Jena "Faust" und "Wilhelm Meister"), ließ sich die Entwicklung der Stadt (Saaleregulierung, Straßenbau) und der Universität angelegen sein. Wissenschaftliche Einrichtungen wie der Botanische Garten, die Mineralogische Sammlung, die Universitätsbibliothek und verschiedenen andere wissenschaftliche Institute sind auf seine Anregung und unter seiner Anleitung entstanden. Neben vielen Balladen entstanden hier die Dramen "Wallenstein" und "Maria Stuart". In den Jenaer Jahren begann seine dichterisch fruchtbarste Schaffensperiode.

Auf seine Empfehlungen hin wurden zahlreiche bedeutende Persönlichkeiten nach Jena berufen. Einer der berühmtesten Professoren war Friedrich Schiller, der von 1789 bis 1799 in Jena lebte und Geschichte lehrte. Schiller hielt 1789 seine berühmte Antrittsvorlesung "Was heißt und zu welchem Ende studiert man Universalgeschichte?" 1794 schließen Goethe und Schiller in Jena ihren Dichterfreundschaftsbund.

1794 wird Johann Gottlieb Fichte als Professor für Philosophie berufen und veröffentlichte in Jena grundlegende Werke (u. a. "Grundlage der gesamten Wissenschaftslehre").

In dieser klassischen Periode entfaltete sich die Stadt Jena zum bedeutendsten geistigen Zentrum Deutschlands. Sie bildete mit Weimar zusammen eine geistige Einheit. Man sprach von einer Doppelstadt. Jena wurde zur Hauptstadt der deutschen Philosophie und der deutschen Frühromantik. Persönlichkeiten wie Fichte, Schelling, Hegel und Feuerbach, die Brüder Schlegel mit ihren berühmten Frauen lebten vorübergehend oder für längere Zeit in den Mauern der Stadt und machten sie zu einem Zentrum europäischer Geistesgeschichte.

1798 eröffnet Carl Friedrich Fromann seinen Verlag in Jena. Zu Beginn des 18. .Jh. gehörte Jena neben Leipzig zum bekanntesten Zentrum des Verlagswesens, des Buchhandels und der Druckerei. Um 1800 nahm der in Jena angesiedelte Frühromantikerkreis mit Tieck, Novalis, Schelling, den Brüdern Schlegel und ihren Frauen ebenfalls Einfluss auf das kulturelle Geschehen.

  • 1806 Schlacht bei Jena und Auerstedt.
  • 1813 Errichtung der Universitätssternwarte.
  • 1815 Jenaer Studenten gründen in der "Grünen Tanne" die Urburschenschaft mit den Symbolfarben Schwarz-Rot-Gold.
1846 eröffnete Carl Zeiss seine erste optische Werkstatt. Um den gestiegenen Ansprüchen der Naturwissenschaftler an ihr Forschungsinstrumentarium gerecht zu werden, mussten die Grenzen der empirischen Handwerkelei mit Hilfe der Wissenschaft überwunden werden. Auf Drängen von Carl Zeiss wurde 1866 Ernst Abbe sein Mitarbeiter. Ergebnis dieser Verbindung von Wissenschaft und Produktion waren Instrumente, die bald hohes Ansehen auf der ganzen Welt erreichten. Besonders förderliche Bedingungen für die Entwicklung der Firma schuf die Carl-Zeiss-Stiftung, die 1889 von Ernst Abbe ins Leben gerufen wurde. Später war sie Alleineigentümerin des Zeiss-Werkes und des Glaswerkes und erfüllte den Zweck der "dauerhaften Fürsorge für deren wirtschaftliche Sicherung" und "größerer sozialer Pflichten" gegenüber den Mitarbeitern. Einrichtungen der Zeiss-Stiftung waren u. a. das Volkshaus, das Zeiss-Planetarium, die Fachschule für Augenoptik, das Optische Museum, die Kinderklinik und die Ernst-Abbe-Siedlung. Darüber hinaus waren die Zeiss-Angehörigen über das Pensionsstatut der Stiftung auch im Alter abgesichert.

1884 gründeten Ernst Abbe und Otto Schott ein Glastechnisches Laboratorium, das spätere Jenaer Glaswerk, und schufen weitere wichtige Voraussetzungen für den Übergang der Carl Zeiss Werkstätten zu feinmechanisch-optischen Fabrik. Aus ihr gingen zahlreiche "Erfindungen" hervor und machten den Namen Zeiss weltberühmt. Mit dem Bau neuer Fabrikgebäude erhielt die Stadt auch allmählich die Kontur einer Industriestadt. Aber nicht nur die Wirtschaft entwickelte sich in dieser und der darauffolgenden Zeit im besonderen Maße, sondern auch die Jenaer Universität. Anlässlich Schillers 175. Geburtstages erhielt die Landesuniversität 1934 den Namen Friedrich-Schiller-Universität Jena. 1938 wurde im Jenaer Glaswerk ein bakteriologisches Laboratorium errichtet. Dieses stand unter Leitung des Mediziners Hans Knöll. 1950 entstand hieraus ein weiterer Großbetrieb, das Unternehmen Jenapharm.

1945 wurde Jena bei Luftangriffen stark zerstört. Im Zusammenhang mit dem Wiederaufbau wurden 1969/70 große Teile der Innenstadt abgerissen und der bis heute stadtbildprägende Universitätsturm errichtet. 1990 begann die Sanierung der Innenstadt unter denkmalpflegerischen Gesichtspunkten.

Ebenfalls durch direkte Kriegseinwirkungen erlitten die Großbetriebe der Stadt hohe Verluste an Mitarbeitern, einen drastischen Produktionsrückgang und zum Teil beträchtliche Zerstörungen. Nach Beendigung des Krieges erfolgten umfangreiche Demontagen durch die Besatzungsmächte. Doch nichtsdestotrotz wurden die Produktionen wieder aufgebaut. Es entstand das Vorzeigekombinat Carl-Zeiss-Jena. Im Ergebnis der nach 1990 einsetzenden Auflösung der bestehenden industriellen Monostruktur Jenas (das Kombinat Carl Zeiss Jena hatte allein am Standort Jena 23.000 Beschäftigte) und des allgemeinen Strukturwandels der Wirtschaft bildeten sich eine mittelständige Industriestruktur, eine moderne Bauindustrie und ein starker Dienstleistungsbereich heraus.

Die Voraussetzungen alte Industriearbeitsplätze gegen Industriearbeitsplätze mit hoher Wertschöpfung auszutauschen waren in Jena in besonderem Maße gegeben. Vorhandene Traditionen und gewachsene Kompetenzen ermöglichen den Ausbau zu einem zukunftsorientierten High-Tech-Standort. Hervorragende Entwicklungsmöglichkeiten bieten sich durch die bereits ansässigen Firmen wie die Carl Zeiss Jena GmbH und die Jenoptik GmbH (beide Nachfolgeunternehmen des ehemaligen Kombinates Carl Zeiss), die Schott Jenaer Glas GmbH (Jenaer Glaswerke), die Jenapharm GmbH sowie einer Vielzahl neu- bzw. ausgegründeter Technologiefirmen. Auch die breitgefächerte Wissenschafts- und Forschungslandschaft mit der Friedrich-Schiller-Universität, der Fachhochschule und einer Reihe namhafter Institute darf nicht unerwähnt bleiben. Wachstumsprojekte ergeben sich aus den Bereichen Mikrosystemtechnik, Medizintechnik, Lasertechnik, Biotechnologie, Feinwerktechnik, Kommunikationstechnik, Recycling, Umwelttechnik.
 
Sehenswürdigkeiten

Jena ist durch seine sieben Wunder geprägt: Ara (Altar der Stadtkirche), Caput (das Haupt des Schnapphanses), Draco (Gebilde eines Drachens), Mons (der Berg Jenzig), Pons (Camsdorfer Brücke), Vulpecula turris (Fuchsturm) und Weigeliana domus (Weigelsches Haus).

Der Marktplatz, die gute Stube, ist das Zentrum. Hier befinden sich das Standbild des Gründers der Universität, des Kurfürsten Johann Friedrich des Großmütigen, genannt Hanfried", das Rathaus mit "Schnapphans" und das Stadtmuseum "Göhre" (Überblick über die Entwicklung Jenas, die "Sieben Wunder", die Universitätsgeschichte und die Gründung der Urburschenschaft). Die Stadtkirche St. Michael ist eine der größten Hallenkirchen Thüringens mit dem Altardurchgang. Das Hauptgebäude der Friedrich-Schiller-Universität zählt zu den bedeutendsten Hochschulbauten zu Beginn des 20. .Jh.. Sehenswert sind weiterhin Frommansches Haus (Verlagshaus des Buchhändlers Fromman und Treffpunkt bedeutender Persönlichkeiten zur Goethezeit) Pulverturm und Stadtmauerreste mit dem "Haus auf der Mauer" bis zum Johannistor (dem einzig erhaltenen Torturm), die Johanniskirche, die Schillerkirche, der Anatomieturm (anatomische Studien Goethes), das Collegium Jenense (Gründungsstätte der Universität), die Schiller-Gedenkstätte (Schillers Gartenhaus), die Goethe-Gedenkstätte (ehemaliges Inspektorenhaus des Botanischen Gartens), das Prinzessinnenschlösschen (in klassischer Zeit einer der geistigen Mittelpunkte Jenas), das Griesbachsche Auditorium (Antrittsvorlesung Friedrich Schillers), das Romantikerhaus (Wohnhaus Fichtes), das Ernst-Haeckel-Haus (ehemals Wohnhaus des bedeutenden Naturwissenschaftlers "Villa Medusa"), das von Bauhauskünstlern errichtete Ernst-Abbe-Denkmal, das Volkshaus, das Optische Museum mit historischer Zeiss-Werkstatt von 1866, das Phyletische Museum (vermittelt Erkenntnisse der Abstammungslehre), das Gasthaus "Grüne Tanne" (Gründung der Jenaer Urburschenschaft) und viele schöne Bürgerhäuser aus den verschiedenen Bauepochen, z. B. das Haus "Zur Rosen" (ehem. Rosenschenke der Universität).

Unbedingt lohnend ist ein Besuch im Zeiss-Planetarium, dem weltältesten Großplanetarium, das mit modernster Technik ausgestattet ist und im Botanischen Garten (öffentlich zugängliche Lehr- und Forschungsstätte der Universität).

Kulturelle Höhepunkte sind das Zeiss-Meeting (internationaler Leichtathletikwettkampf im Mai), die Jenaer Kulturarena (Festival der Weltmusik im Juli/August) und das Jenaer Altstadtfest.
 
Ausflugs- und Wanderziele

  • ausgedehntes Wanderwegenetz (empfehlenswert Wandern auf der 100 km langen Kernberg-horizontale "Rund um Jena") und Radwegenetz
  • Fuchsturm, Bergfried der einstigen Burg Kirchberg auf dem Hausberg (heute Aussichtsturm)
  • Fürstenbrunnen
  • Jenaer Forst mit Bismarkturm, Sternwarte und Haeckel-Gedenkstein
  • Jenzig, "Rigi des Saaletales" (markantester Berg über der Stadt)
  • Landgrafen, "Balkon von Jena"
  • Kunitzburg (Ruine der Gleisbergburg, einst kaiserlicher Stützpunkt an der Saale)
  • Leutratal, ältestes botanisches Schutzgebiet Thüringens mit zahlreichen heimischen Orchideenarten
  • Rautal (Winterlinge)
  • Lobdeburg (romanische Burgruine)
  • Dornburger Schlösser
  • Leuchtenburg bei Kahla
  • Gedenkstätte Cospeda mit Kriegshistorischem Museum
  • Rudolstadt mit Heidecksburg und Freilichtmuseum Thüringer Bauernhäuser
  • Saalfelder "Feengrotten"
  • Thüringer Städte wie Erfurt, Weimar, Apolda, Eisenach mit Wartburg