Naturschutz

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Naturschutzgebiete (Stand: 9/2009)

Der Ilm-Kreis hat Anteil an 18 Naturschutzgebieten (NSG, einschließlich von Kern- und Pflegezonen des Biosphärenreservates "Vessertal - Thüringer Wald"). Davon liegen 17 vollständig im Kreisgebiet und das NSG 337 teilweise im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt.


NummerName Größe (ha)
54 Wachsenburg 80,1
55 Gottesholz 58,1
56 Hain 101,9
57 Große Luppe 30,4
58 Hohes Kreuz 10,5
59 Willinger Berg 83,8
77 Ziegenried 151,9
78 Tännreisig 35,8
105 Beerbergmoor 33,7
106 Schneekopfmoor am Teufelskreis 47,4
107 Seiffartsburg 53,6
110 Rainwegswiese 4,5
111 Veronikaberg 116,1
113 Erbskopf 23,8
114 Reifberg 14,9
115 Marktal und Morast 426,8
337 Pennewitzer Teiche - Unteres Wohlrosetal 1) 419,2
339 Ilmenauer Teiche 59,3
1) liegt in zwei oder mehr Landkreisen

Im Naturraum 5.1 (Innerthüringer Ackerhügelland) liegt das NSG 54 "Wachsenburg", das durch vegetationsfreie Keuper-Badlands als geologische Besonderheit, kontinental getönte Trockenrasen und naturnahen Laubwälder mit ihrem reichen Arteninventar gekennzeichnet ist. Zum NSG gehören neben dem Bergkegel der Wachsenburg (ehemals Hausberg, mit gleichnamiger Veste, die jedoch selbst nicht Bestandteil des NSG ist) auch dessen nordwestliche Umgebung mit dem Roten Berg und dem Blumenberg. Der Burgberg ist nahezu vollständig bewaldet. Das NSG ist sowohl floristisch als auch faunistisch betrachtet eines der artenreichsten Magerrasen-Gebiete im Thüringer Becken.

Die NSG Nr. 55 bis 59, 77 und 78 sowie 111 befinden sich im Naturraum 3.6 (Ilm-Saale-Ohrdrufer Platte).

Zwischen Geratal (Plauescher Grund), Jonastal und Tieftal liegt das NSG 55 "Gottesholz" auf einem etwa 10 º nach Nordnordost geneigten Hang. Das NSG ist insbesondere charakterisiert durch lichte Eichentrockenwälder mit herausragender Artenvielfalt, vor allem bezüglich der Fauna von lichten, totholzreichen Wäldern. Die Farn- und Blütenpflanzenflora enthält zahlreiche bemerkenswerte Arten. Die ehemalige bäuerliche Bewirtschaftung als Nieder- und Mittelwald wird in Teilbereichen wieder eingeführt bzw. simuliert, um thermophile Arten zu erhalten. Das NSG beherbergt aber auch ein Totalreservat zur Gewährleistung einer möglichst naturnahen Entwicklung ohne direkte menschliche Einflussnahme.

Der "Hain" (NSG 56) ist eine schildförmige Erhebung im Keuper, die nach Süden und Osten sanft, nach Norden und Westen relativ steil einfällt und hier von zwei Talfurchen gegliedert wird, die zum Geratal entwässern. Als fast isolierter Waldkomplex ist das NSG etwa je zur Hälfte von Ackerflächen bzw. Ortslage und Straßen umgeben. Das NSG dient dem Schutz von Hainsimsen-Buchen- und Labkraut-Eichen-Hainbuchen-Wäldern mit anerkannten Saatgutbeständen genetisch wertvoller Stiel- und Trauben-Eichen, aber auch der Dokumentation der paläogeographischen Verhältnisse im mittleren Geragebiet zur Zeit des Altpleistozäns. Außerdem soll das Hügelgräberfeld im Nordosten als Bodendenkmal erhalten werden. In der Mitte der Südhälfte des NSG befindet sich ein kleines Totalreservat.

Das NSG 57 "Große Luppe" dient der Erhaltung eines naturnahen Vorkommens der Weiß-Tanne - die hier ihre nördliche Verbreitungsgrenze erreicht - und endemischer Kleinarten der Breitblättrigen Mehlbeere (Schwachgelappte Mehlbeere, Arnstädter Mehlbeere) sowie eines Refugiums für gefährdete und anspruchsvolle Holzkäferarten. Die Vegetation besteht vor allem aus der thermophilen Untergesellschaft des Labkraut-Eichen-Hainbuchenwaldes.

Das auf drei Seiten von landwirtschaftlicher Nutzung umgebene NSG 58 "Hohes Kreuz" fällt nach Ostsüdosten zu einem Trockental ab. Die Vegetation besteht aus grundwasserfernem Labkraut-Eichen-Hainbuchenwald verschiedener Ausbildungsformen in einem kleinen Restwaldkomplex. Besonders hervorzuheben sind einige starke und mächtige, besonders erhaltungswürdige Exemplare der Vogel-Kirsche. Pflanzengeographisch bemerkenswert ist das häufige Auftreten der Winter-Linde, das bereits auf einen deutlichen subkontinentalen Einfluss hinweist.

Das NSG 59 "Willinger Berg" umfasst den größten Teil einer isolierten Erhebung, die durch ihre Lage innerhalb der Eichenberg-Saalfelder Störungszone geologisch und morphologisch außerordentlich vielgestaltig ist. Das gesamte Innere des Willinger Berges ist verkarstet. Das Gebiet ist gekennzeichnet durch einen stark reliefierten, bewaldeten Muschelkalk-Bergkomplex mit reichem Arteninventar. Vorherrschender Waldtyp ist der Labkraut-Eichen-Hainbuchenwald in verschiedenen Ausbildungen. Lokal geht er auf flachgründigen Hangrippen in Steinsamen-Elsbeeren-Eichenwald über. An steileren Hängen ist Waldgersten-Buchenwald entwickelt, dem sich an Unterhängen eine Ausbildung mit Wald-Bingelkraut anschließt. Am südwestlich exponierten Steilhang kommt auch Orchideen-Buchenwald vor. Die Gefäßpflanzenflora zeichnet sich durch ihren Orchideenreichtum (14 Arten), u. a. mit Grüner Hohlzunge und Blassem Knabenkraut, aus. Das NSG beherbergt in der Nordwesthälfte ein Totalreservat zur Gewährleistung einer möglichst naturnahen Entwicklung ohne direkte menschliche Einflussnahme.

Das "Ziegenried" (NSG 77) umfasst die Talmulde eines östlichen Nebentals der Gera (Plauescher Grund) sowie einen großen Bergsturzkessel im Wellenkalk der Reinsberge mit vielfältigem Biotopmosaik sowie seltenen Tier- und Pflanzenarten. Die auf dem stauenden Rötsockel diffus oder als Quellen austretenden kalkhaltigen Sickerwässer führten zur Bildung eines Kalktufflagers und speisen ein großes Kalkquellmoor, das zu den bedeutendsten in Thüringen zählt. Der Talkessel öffnet sich nach Nordwesten zum Plaueschen Grund, wo auch die Teiche und das ehemalige Abbaugelände der Ziegelei Dosdorf liegen. Bemerkenswert ist das Vorkommen von etwa 30 Exemplaren einer Hybride von Flaum- und Trauben-Eiche in einem Eichenniederwald.

Etwa 80 % des auf einem Sporn gelegenen NSG 78 "Tännreisig" sind von Wäldern bedeckt, die noch stark durch die ehemalige Niederwaldwirtschaft geprägt sind. Sie setzen sich aus Steinsamen-Elsbeeren-Eichenwald, trockenen Ausbildungen des Labkraut-Eichen-Hainbuchenwaldes sowie kleineren Wald- und Schwarzkieferforsten zusammen. Daran grenzen Halbtrockenrasen mit herausragenden Orchideen- und Insektenvorkommen an. Obwohl relativ isoliert gelegen, zählt das NSG u. a. zu den wertvollsten Tagfalterhabitaten des Arnstädter Raums.

Beim "Veronikaberg" (NSG 111) oder Fro(h)n(s)berg (wie er früher in verschiedenen Schreibweisen genannt wurde) handelt es sich um einen markanten Muschelkalkberg mit sehr steilem Südhang und einem mäßig geneigten Nordwesthang. Das NSG dient der Erhaltung eines Mosaiks naturnaher Waldgesellschaften (v. a. Waldmeister- und Waldgersten-Buchenwald sowie an etwas steileren Lagen am Nordwesthang Orchideen-Buchenwald, stellenweise mit Übergängen zum buchenreichen Labkraut-Eichen-Hainbuchenwald) und Säume mit Eiben- und Weiß-Tannen-Vorkommen sowie seltenen Tier- und Pflanzenarten. Pflanzengeographisch liegt der Veronikaberg nicht nur nahe der nördlichen Arealgrenze der Weiß-Tanne, sondern weist aufgrund seiner Höhenlage und Gebirgsnähe auch bereits einige montane bzw. demontane Elemente auf, z. B. Echte Mehlbeere oder Kalk-Blaugras. Im Buchenwald kommt - relativ häufig - die Eibe in der unteren Baumschicht vor (bedeutendstes Vorkommen in Mittelthüringen). Floristisch bemerkenswert ist das größte Thüringer Vorkommen des Elsässer Sommerwurz im Gebiet. Das NSG beherbergt zwei Totalreservats-Flächen.

Im Naturraum 1.3.2 (Mittlerer Thüringer Wald) liegen die NSG bzw. Kern- und Pflegezonen des Biosphärenreservates "Vessertal - Thüringer Wald" Nr. 105 bis 107, 110 und 113 bis 115.

Die Kernzone "Beerbergmoor" (Nr. 105) und die Kern- und Pflegezone "Schneekopfmoor am Teufelskreis" (Nr. 106) des Biosphärenreservates "Vessertal - Thüringer Wald" gehören zum höchsten, kühlsten und niederschlagsreichsten Teil des Thüringer Waldes. Der Große Beerberg, auf dessen flacher, schildförmiger Kuppe das "Beerbergmoor" liegt, überragt als Härtling seine Umgebung und stellt mit 983 m ü. NN die höchste Erhebung des Thüringer Waldes dar. Die beiden Gebiete dienen der Sicherung von repräsentativen Gipfel-Hochmooren in Thüringen mit typischer Moorvegetation, -flora und -fauna. Charakteristisch sind arktisch-alpine und boreo-montane Arten. Unter den Farn- und Blütenpflanzen sind das reichste Vorkommen der Rosmarinheide in Thüringen (im "Schneekopfmoor am Teufelskreis"), die Rasige Haarsimse und der Rundblättrige Sonnentau bemerkenswert. Neben typischen Torfmoosen beherbergen beide Gebiete eine Reihe typischer und seltener Hochmoorpilze. Davon haben einige Arten wie der Seifen-Fälbling (Nr. 105) oder der Phytoparasit Exobasidium karstenii (Nr. 106) ihre einzigen thüringischen Fundorte in den jeweiligen Gebieten. Unter den Tierarten sind u. a. die Alpen-Smaragdlibelle und mehrere Käferarten bemerkenswert.

Die Pflegezone "Seiffartsburg" (Nr. 107) des Biosphärenreservates "Vessertal - Thüringer Wald" umfasst einen Riedel im Kammbereich des Thüringer Waldes unterhalb der Schmücke sowie einen Teil des steil eingeschnittenen Quellgebiets der Zahmen Gera. Ihre Kerbtäler beginnen in tiefen, sehr steilen, nach Norden und Osten geöffneten Quellmulden, getrennt durch einen Porphyr/Rhyolithhärtling mit Felsbildungen, der eigentlichen "Seiffartsburg". Das Gebiet ist durch charakteristische Waldlebensräume der montanen Stufe des Thüringer Waldes gekennzeichnet, überwiegend durch einen Wollreitgras-Fichten-Bergwald. An den steilen Nordhängen kommt es - über lockeren Grobschuttdecken - zum Übergang zum Fichten-Blockwald. Bei geringerer Hangneigung in Ost- bzw. Nordost-Exposition und bei etwas reicherem Substrat stellt sich die Rotbuche ein, sodass eine buchenreiche Variante des Hochstauden-Bergahorn-Fichtenwaldes zu finden ist.

Auf dem Höhenzug zwischen den Tälern der Zahmen und Wilden Gera gelegen, ist das NSG 110 "Rainwegswiese" morphologisch gesehen die Quellmulde des Unteren Schwarzbachs. Die Vegetation umfasst Grünlandgesellschaften verschiedener Feuchteabstufungen des nährstoffarmen Flügels der thüringischen Mittelgebirgswiesen vom bodentrockenen Borstgrasrasen bis zum Kleinseggenried mit einem bemerkenswerten Arteninventar. Für die Flora sind Pflanzen mit subozeanisch-montanem Verbreitungsschwerpunkt wie beispielsweise Wald-Storchschnabel oder Sparrige Binse charakteristisch.

Die zum Biosphärenreservat "Vessertal - Thüringer Wald" gehörende Pflegezone "Erbskopf" (Nr. 113) ist der nach Osten bzw. Südosten steil geneigte Hang des Nördlichen Erbskopfes und v. a. gekennzeichnet durch den für reichere Standorte des Thüringer Waldes charakteristischen Zwiebelzahnwurz-Buchenwald, die montane Ausprägung des Waldmeister-Buchenwaldes, mit einer artenreichen Bodenvegetation. Am Mittelhang sind stellenweise bis zu etwa 1 m hohe Rhyolith-Felsdurchragungen ausgebildet. In den unteren Hangbereichen ist stellenweise Eschen-Ahorn-Schlucht- und -Schatthangwald entwickelt.

Die Pflegezone "Reifberg" (Nr. 114) des Biosphärenreservates "Vessertal - Thüringer Wald" liegt nördlich des Gebirgskammes an der Wurzel eines schmalen, kurzen Riedels. Die Vegetation besteht überwiegend aus hochmontanem Buchenmischwald, ehemals mit einem relativ hohen Anteil an Weiß-Tanne. Solche Bestände wurden pflanzensoziologisch dem Beerstrauch-Fichten-Tannenwald zugeordnet. Nach dem weitgehenden Ausfall der Weiß-Tanne herrscht jedoch gegenwärtig Wollreitgras-Fichten-Buchenwald vor. Die Weiß-Tanne wird jedoch auf einer Teilfläche mit Sturmwurf wieder eingebracht. Pflanzengeographisch bedeutsam für die Lage im Kammbereich sind einige Arten des boreo-montanen Florenelements, wie zum Beispiel Europäischer Siebenstern, Bergfarn oder Hasenlattich.

Die Kern- und Pflegezone "Marktal und Morast" (Nr. 115) des Biosphärenreservates "Vessertal - Thüringer Wald" repräsentiert charakteristische Formenelemente des Mittleren Thüringer Waldes an seiner Nordabdachung: Oberläufe von sehr tief eingeschnittenen Kerbtälern sowie einen Teil des ebeneren Kammbereiches mit Vernässungen und Moorbildungen. Die vereinigten Täler, das zentrale Marktal und die in dieses einmündenden Nebentäler, gehen in das Schortetal über. Beim "Morast" handelt es sich um eines der am besten erhaltenen Hangversumpfungsmoore Thüringens. Weiterhin befinden sich Bergwiesen und auch einige ehemalige Holzflößteiche im Gebiet wie Seifiger Teich, Knöpfelsteich und der Teich im oberen Breiten Grund. Im Vegetationsinventar herrschen, nach den Wasserhaushaltstufen differenzierte, Hainsimsen-Buchenwälder auf nährstoffärmeren und Zahnwurz-Buchenwälder auf basenreichen Standorten vor. Mit 270 nachgewiesenen Moosarten und 40 Moosgesellschaften zählt das Gebiet zu den bryologisch wertvollsten Thüringens. Kernzone mit einer weitgehend natürlichen Entwicklung ohne direkte Einflussnahme sind das Moor sowie die sich nördlich anschließenden bewaldeten Hänge des oberen Marktals.

Im Naturraum 2.5 (Paulinzellaer Buntsandstein-Waldland) liegen die NSG 337 und 339.

Das NSG 337 "Pennewitzer Teiche - Unteres Wohlrosetal" repräsentiert einen Ausschnitt aus der sanft gewellten Hügellandschaft nördlich des Thüringer Waldes mit flach eingesenkten Bachtälern. Kennzeichnend sind ein Mosaik aus wertvollen Feuchtbiotopen wie Moorwälder (u. a. Rauschbeeren-Waldkiefer-Moorwald) und extensiv genutzte Teiche mit einer Vielzahl seltener Tier- und Pflanzenarten. Zu der größeren Anzahl an Teichen im Gebiet zählen die Sorger Teiche oder Pennewitzer Teiche, die Zweizapfenteiche, der Galgenteich, die Teufelsteichkette und der Esbach- oder auch Seerosenteich als größter Teich des NSG. Eine Besonderheit sind die zahlreichen Sprenglöcher, insbesondere im Waldgebiet Esbach, die teilweise mit Wasser gefüllt sind sowie die alten Sandgruben im Ostteil des NSG, die heute Anmoore beherbergen. Mit seinen etwa 100 Brutvogelarten, darunter Baumfalke, Bekassine und Ziegenmelker, ist das NSG eines der ornithologisch bedeutsamsten Gebiete in Thüringen.

Im Norden von Ilmenau findet sich eine große Konzentration von Fischteichen in Kombination mit natürlichen Standgewässern. Das NSG 339 "Ilmenauer Teiche" dient der Erhaltung dieses Teichgebiets mit seinen Feuchtlebensräumen für zahlreiche gefährdete Pflanzen und Tiere sowie der geologischen Besonderheiten. Die größten Teiche im NSG sind der "Große Teich" und der "Brandenburger Teich". Außerdem gibt es 4 weitere Teiche. Alle Teiche besitzen unterschiedlich breite Verlandungsgürtel. Die Gesamtwasserfläche beträgt etwa 25 ha. Ein besonders markanter natürlicher Einbruch liegt im Prinzessinnenloch nördlich des "Großen Teiches" vor, ein ehemals tiefer Erdfall, dessen Ufer inzwischen etwas abgeflacht sind. Eine Besonderheit ist eine von Gehölzen und Schilf bestandene schwimmende Insel.


 
Biosphärenreservate

Der Ilm-Kreis hat Anteil am Biosphärenreservat (BR) "Vessertal - Thüringer Wald", dessen erstmalige Anerkennung durch die UNESCO schon im November 1979 erfolgte. Das BR "Vessertal - Thüringer Wald" hat eine Gesamtfläche von über 17.081 ha und gliedert sich in

  • Zone I (Kernzone, wie Totalreservat geschützt): 6 Flächen mit gesamt 562,2 ha
  • Zone II (Pflegezone, wie NSG geschützt): 8 Flächen mit gesamt 1.949,3 ha
  • Zone III (Entwicklungszone, wie LSG geschützt): 14.569,5 ha.

Das Biotoppotential des BR "Vessertal - Thüringer Wald" umfasst

  • überwiegend extensiv genutzte Wiesengesellschaften von den reichen Trollblumen-Knöterichwiesen der Bachauen über Goldhaferwiesen bis hin zu armen Borstgrasrasen einschließlich zahlreicher Quellstellen, z. T. mit Zwischenmoorbildungen,
  • naturnahe Fließgewässer,
  • Felsbildungen,
  • in den Kammlagen Hochmoore,
  • Reste naturnaher Bergmischwälder mit Tanne nahe ihrer nördlichen Arealgrenze,
  • Fichtenbergwälder,
  • verschiedene Entwicklungsstadien ehemaliger Ackerterrassen.

Entwicklungsschwerpunkte sind:

  • Erhaltung und Entwicklung des abwechslungsreichen Landschaftsmosaiks mit z. T. sehr gut vernetzten, artenreichen Bergwiesengesellschaften, naturnahen Fließgewässern und Laubmischwäldern;
  • Erhöhung der Naturnähe der Wälder und Fließgewässer;
  • Renaturierung der Moore.

 
Naturparke

Der Naturpark Thüringer Wald umfasst mit einer Fläche von 2.069 km² den Thüringer Wald, das westliche Thüringer Schiefergebirge und Teile des Gebirgsvorlandes. Der südwestliche Teil des Ilm-Kreises liegt im Naturpark Thüringer Wald.


 
Landschaftsschutzgebiete

Im Ilm-Kreis sind zur Zeit fünf Landschaftsschutzgebiete (LSG) ausgewiesen. Das LSG "Thüringer Wald" hat den Charakter eines großräumigen Fremdenverkehrsgebietes.

Das LSG "Ilmtal von Oettern bis Kranichfeld" stimmt räumlich mit dem Fremdenverkehrsgebiet Mittleres Ilmtal annähernd überein (gehört überwiegend zum Landkreis Weimarer Land).

Das Burgenland "Drei Gleichen" ist ein besonders verkehrsgünstig liegendes potentielles Fremdenverkehrsgebiet. Hier soll sich die naturnahe und zu entwickelnde kurz- und längerfristige touristische Nutzung sowohl an dem Erhalt als auch an der kulturhistorischen Vielfalt dieses ältesten Siedlungsraumes Thüringens orientieren.


Landschaftsschutzgebiete (Stand: 9/2009)


NummerName Größe (ha)
23 Ilmtal von Oettern bis Kranichfeld 1) 19.213
26 Drei Gleichen 1) 1.734
40 Rinne - Rottenbachtal 1) 6.717
62 Thüringer Wald 1) 143.071
64 Esbachteich 12
84 Bettelmannsholz 12
1) liegt in zwei oder mehr Landkreisen



Karte:
Schutzgebiete
(JPG-Datei)



 
Geschützte Landschaftsbestandteile, Flächennaturdenkmale und Naturdenkmale *

Im Ilm-Kreis gab es zum 15.12.2004 insgesamt 163 geschützte Landschaftsbestandteile, Flächennaturdenkmale und Naturdenkmale.

* Von den Naturdenkmalen wurden erfasst: flächige Naturdenkmale sowie Naturdenkmale geologischer und hydrologischer Art.


 
Natura-2000-Gebiete

Das europäische ökologische Schutzgebietsnetz Natura 2000 umfasst Fauna-Flora-Habitat-Gebiete (FFH-Gebiete einschließlich FFH-Objekte) und Europäische Vogelschutzgebiete.

Die FFH-Gebiete bilden ein europaweites Netz besonderer Schutzgebiete, das der Erhaltung schutzwürdiger Lebensräume sowie ausgewählter Tier- und Pflanzenarten dient. Die Europäischen Vogelschutzgebiete werden für bestimmte Brutvogelarten und für Rast- und Überwinterungsplätze von Zugvögeln ausgewiesen.

Rechtliche Grundlage

Thüringen hat seine Meldung von FFH-Gebieten an die EU-Kommission abgeschlossen. Neben den 212 FFH-Gebieten wurden auch 47 punktförmige FFH-Objekte für den Fledermausschutz gemeldet. Hierbei handelt es sich insbesondere um Fledermausquartiere in Gebäuden und Stollen. Diese sind im Sinne der FFH-Richtlinie FFH-Gebiete und wurden z. T. zu Objektgruppen zusammengefasst. Außerdem gibt es in Thüringen 44 Vogelschutzgebiete.

Der Ilm-Kreis hat Anteil an folgenden FFH-Gebieten:


FFH-Gebiete (Stand: 05/2004)


Nummer Name Größe (ha)
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Thüringen-Tabelle öffnen (PDF-Datei)
Tabelle der FFH-Objekte für den Fledermausschutz für Thüringen öffnen (PDF-Datei)


Europäische Vogelschutzgebiete (Stand: 04/2007)


Nummer Name Größe (ha) Landkreis bzw. kreisfreie Stadt
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Karte:
Gebiete des Natura-2000-Netzes
(PDF-Datei)

Übersichtskarte Thüringen A3 (PDF-Datei)
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