Geographie

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Der Ilm-Kreis gehört zur Planungsregion Mittelthüringen. Im Norden grenzt an ihn die Landeshauptstadt Erfurt. Im Osten bilden die Landkreise Weimarer Land und Saalfeld-Rudolstadt die Grenze. Im Süden und Westen grenzen an den Ilm-Kreis die Landkreise Hildburghausen, Schmalkalden-Meiningen und Gotha sowie die kreisfreie Stadt Suhl.


Geomorphologie

Physische Übersicht Thüringen (PDF-Datei)

Die Geländehöhen im Ilm-Kreis betragen zwischen 225 m an der Gera unterhalb Ichtershausen und 983 m auf dem Großen Beerberg (zugleich höchster Punkt des Freistaates Thüringen). Ausgewählte markante Geländeerhebungen sind:

Schneekopf978 m
Schmücke967 m
Großer Finsterberg944 m
Kickelhahn861 m
Fürstenberg bei Neustadt am Rennsteig818 m
Hintere Haube bei Altenfeld811 m
Langer Berg bei Gehren809 m
Rumpelsberg bei Manebach799 m
Hohe Warte776 m
Hinterer Brandkopf bei Gehren727 m
Reinsberge bei Plaue604 m
Singener Berg583 m
Großer Kalmberg bei Ehrenstein548 m
Großer Hund bei Großliebringen526 m
Riechheimer Berg512 m
Willinger Berg502 m
Reinhardtsberg bei Kranichfeld460 m
Wachsenburg421 m
Kirchheimer Höhe322 m


Karte:
Hangneigung und Exposition
(JPG-Datei)

Übersichtskarte Thüringen (JPG-Datei)


Naturräume

Mittelgebirge Mittlerer Thüringer Wald
alle höheren Lagen zwischen Frankenhain und Neustadt am Rennsteig
Hohes Thüringer Schiefergebirge - Frankenwald
Großbreitenbach, Altenfeld
Schwarza-Sormitz-Gebiet
Herschdorf, Gillersdorf, Friedersdorf, Wildenspring, Böhlen
Buntsandstein-Hügelländer Paulinzellaer Buntsandstein-Waldland
Wolfsberg, Gehren-Nord, Ilmenau-Nord, Martinroda
Tannrodaer Waldland
östlicher Teil von Elleben
Muschelkalk-Platten und -Bergländer Ilm-Saale-Ohrdrufer Platte
mittlerer Teil des Ilm-Kreises nördlich einer Linie Frankenhain-Geraberg-Wipfra-Singen
Ackerhügelländer Innerthüringer Ackerhügelland
Arnstadt-Nord, Wachsenburggemeinde, Ichtershausen, Rudisleben, Dornheim, Rockhausen, Kirchheim


Karte:
Naturräumliche Gliederung
(JPG-Datei)

Übersichtskarte Thüringen (JPG-Datei)

Der Ilm-Kreis liegt im Übergangsbereich verschiedenartiger Naturräume. Die wichtigsten Naturräume, an denen der Landkreis Anteil hat, sind der Mittlere Thüringer Wald im Südwesten und die Ilm-Saale-Ohrdrufer Platte in der nördlichen Hälfte des Kreises. Beim Mittleren Thüringer Wald handelt es sich um den höchsten Teil des Thüringer Waldes, der, unterbrochen von Rodungsinseln, hochgradig bewaldet und stark zertalt ist. Die Höhen reichen bis fast 1.000 m. Hier befindet sich auch die höchste Erhebung des Kreises und des gesamten Landes Thüringen, der 982 m hohe Große Beerberg. Die Ilm-Saale-Ohrdrufer Platte ist ein abwechslungsreiches Muschelkalk-Platten- und Bergland mit einem häufigen Wechsel der Bodennutzung.

Nördlich daran grenzt der südliche Teil des Innerthüringer Ackerhügellandes oder Thüringer Beckens, eine flachwellige, überwiegend intensiv ackerbaulich genutzte Hügellandschaft mit Höhen zwischen 200 und 300 m. Die gute ackerbauliche Eignung des Thüringer Beckens resultiert vor allem aus den verbreiteten Lössdecken.

Zwischen Thüringer Wald und Ilm-Saale-Ohrdrufer Platte befindet sich im Gebiet um Ilmenau das Paulinzellaer Buntsandstein-Waldland, eine stark zerschnittene waldreiche Sandsteinplatte, die überwiegend auf Höhen um 400 m liegt.

Neben diesen vier Naturräumen, die den größten Teil des Ilm-Kreises einnehmen, befinden sich vier weitere naturräumliche Einheiten im Landkreis, wobei sich jeweils deren größter Teil in anderen Kreisen befindet. Im Südosten handelt es sich um das Schwarza-Sormitz-Gebiet und das Hohe Thüringer Schiefergebirge-Frankenwald. Im Nordosten streifen die äußersten Ausläufer des Tannrodaer Waldlandes und der Saale-Sandsteinplatte den Ilm-Kreis.

Flächennutzung

Bei einer Gesamtbodenfläche von 84.314 ha verteilten sich die Nutzungsarten im Landkreis wie im Folgenden dargestellt.

Flächen der tatsächlichen Nutzung 1992 und 2010
Siedlungs- und Verkehrsfläche (SVF) ohne Abbauland


Nutzungsart [ %] Ilm-Kreis Thüringen
1992 2010 2010
Siedlung und Verkehr 7,9 9,3 9,3
Landwirtschaft 44,7 45,2 54,4
Wald 42,9 43,0 31,9
Wasser 1,0 1,0 1,2
Sonstige 3,5 1,5 3,2



Karte:
Flächennutzung
(JPG-Datei)

Übersichtskarten Thüringen:

Anteil der Siedlungs- und Verkehrsfläche (JPG-Datei)
Anteil der Landwirtschaftsfläche (JPG-Datei)
Anteil der Waldfläche (JPG-Datei)



Landwirtschaftliche Nutzung auf mehr als 80 % der Gemeindefläche ist im Ilm-Kreis in mehreren Gemeinden des nördlichen Teils bei besonders hoher landwirtschaftlicher Bodenqualität (Elxleben, Rockhausen, Dornheim, Alkersleben und Bösleben-Wüllersleben) verbreitet. Im Gegensatz dazu haben im Thüringer Wald liegenden Städte und Gemeinden verbreitet einen landwirtschaftlichen Flächenanteil von unter 30 %.

Der Anteil der Waldfläche ist in den Agrargebieten im nördlichen Teil des Ilm-Kreises äußerst gering (unter 10 %; Rockhausen 0,5 %). Dagegen sind infolge der Lage im Thüringer Wald in Gehlberg 88,5 %, Altenfeld 82,4 %, Elgersburg 80,6 % und Neustadt a. Rennsteig 80,0 % der Gemeindefläche bewaldet.

Der Anteil der Siedlungs- und Verkehrsflächen befindet sich in der Regel in Korrelation zur Bevölkerungsdichte der Städte und Gemeinden und ist in Geschwenda (kleines Gemeindeterritorium, 24,1 %), Ichtershausen (21,4 %), Arnstadt (18,4 %) und Ilmenau (15,5 %) am höchsten. Ein Anteil von 5 % wird in fünf Gemeinden (Liebenstein 3,2 %) unterschritten.

Wasserflächen konzentrieren sich, da größere natürliche Gewässer im Ilm-Kreis nicht vorhanden sind, auf die Talsperre Heyda und zahlreiche kleinere Teiche im Vorland des Thüringer Waldes. Die sonstigen Flächen werden im Ilm-Kreis durch den ehemaligen Truppenübungsplatz Bechstedt-Wagd und durch kleinere Bergbauflächen für Kiessande (bei Arnstadt), Kalkstein (in der Vorgebirgszone) und Hartgestein (im Thüringer Wald) repräsentiert.



Karte:
Landnutzung
(JPG-Datei)

Übersichtskarte Thüringen (JPG-Datei)


Flächenversiegelung

In der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie ist die Minderung der Flächeninanspruchnahme für Siedlungen und Verkehr ein wichtiges Handlungsfeld. Vom gesamtdeutschen Ziel, die Flächeninanspruchnahme bis 2020 auf 30 Hektar pro Tag zu reduzieren, sind wir zum heutigen Zeitpunkt weit entfernt. Von ökologischer Brisanz ist vor allem die Tatsache, dass etwa 50 % der Siedlungs- und Verkehrsfläche versiegelt sind. Damit verbunden sind alle negativen Wirkungen auf die Geofaktoren Boden, Wasser, Klima sowie Flora und Fauna.

In Thüringen kommt verschärfend hinzu, dass der Flächenverbrauch bei sinkender Bevölkerung vonstatten geht. Thüringen verlor seit 1990 fast 12 % seiner Bevölkerung, was etwa 310.000 Einwohnern entspricht.

In einer geostatistischen Analyse von 2008 wurde erstmals aus hochauflösenden Satellitenbildern eine breite landesweite georäumliche Datenbasis zur Flächeninanspruchnahme als Grundlage für weitere fachliche Analysen geschaffen.


Karte:
versiegelte Flächen
(JPG-Datei)

Karte:
Flächenversiegelung nach Gemeinden
(JPG-Datei)

Karte:
Flächenversiegelung je Einwohner
(JPG-Datei)

methodische Hinweise

Eine für ein langfristig angelegtes Versiegelungsmonitoring geeignete Darstellungsweise ist die Verwendung eines normierten Rasters. Der Vorteil liegt in einer Vergleichbarkeit, die unabhängig von Gemeindegrößen und etwaigen Gebietsveränderungen ist. Eine Übersichtskarte für Thüringen zeigt den Versiegelungsgrad bezogen auf ein flächendeckendes 2 x 2 km-Raster mit dem Datenstand 2006.

Weitere Beiträge zur Flächenversiegelung sind im Internetangebot der TLUG hier zu finden.


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