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Ilm-Kreis - Allgemeine Informationen

 
Kreisverwaltung

Landrätin: Petra Enders
Verwaltungssitz: Arnstadt
Dienststelle: Landratsamt Arnstadt

Ritterstr. 14
99310 Arnstadt

Tel.: 03628 / 73 80
Fax: 03628 / 48 18 1
Letzte Gebietsreform: 01.07.1994
Kfz-Kennzeichen: IK

 
Wappen

Geviert von Gold und Blau; 1 ein schwarzer, rotbewehrter Adler; 2 und 3 ein goldener, rotbewehrter Löwe; 4 auf schwarzem Berg eine schwarze Henne mit roter Bewehrung, rotem Kamm und Lappen (Genehmigung des Thüringer Landesverwaltungsamtes Nr. 200-1348-14/95-ARN vom 01.02.1995).

Zum heutigen Ilm-Kreis gehören Territorien, die bis zur Auflösung des Deutschen Kaiserreiches im Jahre 1918 von sechs feudalen Kleinstaaten verwaltet wurden. Der Hauptanteil des heutigen Gebietes des Ilm-Kreises befand sich ehemals im Besitz der Fürsten von Schwarzburg. Deshalb wurde das Symbol des Stammwappens, der goldene Löwe auf blauem Grund, zweimal in das Wappen aufgenommen. Für die später in hennebergischen Besitz übergegangenen Gebiete, vor allem Ilmenau und Umgebung, wurde das Symbol der Grafen von Henneberg, die schwarze Henne aufgenommen. Für das Arnstädter Gebiet wurde das redende Wappen der Stadt in das Kreiswappen aufgenommen. Gleichzeitig kann der schwarze Adler in Gold auch die Schwarzburger Fürstentümer symbolisieren, da Arnstadt unter Schwarzburger Herrschaft stand.

(Wappenbeschreibung Ilm-Kreis, Landratsamt des Ilm-Kreises, 1995; Zeichnung: Frank Diemar, Studio F, Erfurt)

 
Wissenswertes zum Ilm-Kreis


Karte:

Satellitenbildkarte
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Karte:

Übersichtskarte
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Der heutige Ilm-Kreis liegt in einem alten Siedlungsraum. Funde belegen, dass hier bereits in urgeschichtlicher Zeit vor rund 4.000 Jahren Menschen siedelten.

Arnstadt wurde im Jahr 704 als "Arnestati" erstmals urkundlich erwähnt und ist damit der älteste verbriefte Ort in Thüringen, zugleich einer der ältesten Orte Deutschlands. Im Mittelalter war Arnstadt Kreuzungspunkt wichtiger Handelsstraßen, die in Nord-Süd- bzw. Ost-West-Richtung verliefen. 1266 erhielt Arnstadt das Stadtrecht. Vom 14. bis 19. Jahrhundert unterstand die Stadt der Herrschaft der Grafen (später Fürsten) von Schwarzburg-Sondershausen. 1521 zerstörte ein Großbrand große Teile der Stadt, unter anderem das Rathaus und die Bonifatiuskirche. Mitte des 19. Jahrhunderts erfolgte der Übergang von einer Handels- und Handwerkerstadt zu einer Industriestadt. Unterstützt wurde die Entwicklung durch den Eisenbahnanschluss im Jahr 1867. Zu den Sehenswürdigkeiten Arnstadts gehören die Reste der einstigen Stadtmauer mit dazugehörigen Toren und Türmen, die Liebfrauenkirche ist das bedeutendste kirchliche Bauwerk aus der romanisch-gotischen Übergangsperiode in Thüringen, das im Renaissancestil erbaute Rathaus, Turm und Ruine von Schloss Neideck sowie zahlreiche Bürgerhäuser aus dem 16. und 17. Jahrhundert um Marktplatz und Riedl. Die wichtigsten Museen in Arnstadt sind das Schlossmuseum im 1729 erbauten Neuen Palais (weltberühmte Puppensammlung), das Stadtmuseum mit Bachgedenkstätte im Haus zum Palmbaum sowie das Technische Museum mit verschiedenen Dampf- und Diesellokomotiven.

Auf dem Plateau des Walpersberges, zwei Kilometer von Arnstadt entfernt, befindet sich mit dem einstigen Walpurgiskloster eine der bedeutendsten Ausgrabungsstätten Thüringens.

Die erste Erwähnung der heutigen Universitätsstadt Ilmenau stammt aus der Zeit um 1300. Im Jahr 1341 wird Ilmenau erstmals als Stadt erwähnt. Bereits im 12. Jahrhundert wurde Bergbau betrieben. Gefördert wurde vor allem Silber und Kupfer. In seiner Blütezeit (um 1600) war Ilmenau eine bedeutende Bergbaustadt mit rund 800 Bergbauknappen. Mitte des 16. Jahrhunderts erhielt die Stadt eine Wallbefestigung mit vier Toren, die jedoch bei einem Stadtbrand 1752 weitgehend zerstört wurde, so dass heute nur noch wenige Reste erhalten sind. Von 1952 bis 1994 war Ilmenau Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises. Goethe weilte zwischen 1776 und 1831 meist in seiner Funktion als herzoglicher Minister insgesamt 28 mal in Ilmenau. An den Dichter erinnern heute vor allem ein Museum mit Originaleinrichtungsgegenständen aus seinem Arbeitszimmer, das sich im Amtshaus befindet sowie ein Goethewanderweg, der von dort nach Stützerbach führt. Weitere Sehenswürdigkeiten sind die Alte Försterei (1740 erbaut) und das Wahrzeichen der Stadt, der Kickelhahn (861 m) mit seinem 24 m hohen Turm.

Arnstadt und Ilmenau liegen beide an der Thüringer Klassikerstraße.

Die wechselvolle Geschichte Thüringens hat auch im Ilm-Kreis zahlreiche kulturhistorische Zeugnisse hinterlassen. Dazu zählen unter anderem mehrere Burgen und Burgruinen. Die bekanntesten sind die Drei Gleichen (Burg Gleichen, 11. Jahrhundert, Mühlburg um 700, und Wachsenburg 10. Jahrhundert). Burg Gleichen und Mühlburg sind heute nur noch als Ruinen erhalten, während die Veste Wachsenburg ein Hotel mit Gaststätte beherbergt. Weitere Burgruinen sind die Ehrenburg in Plauen, die Burg Liebenstein sowie die Burg Ehrenstein. In Stadtilm befindet sich eine der schönsten Stadtkirchen Thüringens, deren Ursprünge bis auf das 12. Jahrhundert zurückgehen.

 
Die Kreisstadt - Arnstadt

An den Eingängen zum Plaueschen Grund (Tal der Gera) und dem schönen Jonastal (Tal der Weiße) liegt Arnstadt, auch als das "Tor zum Thüringer Wald" bezeichnet, ca. 280 m ü. NN. Die mittelthüringische Kreisstadt gilt als ältester verbriefter Ort Thüringens (zugleich eine der ältesten Städte Deutschlands) und kann somit auf eine interessante Geschichte verweisen.

Im Jahre 704 wurde Arnstadt erstmals urkundlich als Arnestati erwähnt. Diese Urkunde steht aber nicht am Anfang der historischen Entwicklung an diesem Standort. Bodenfunde, die in und um Arnstadt gemacht worden sind, erzählen von weit früherer Besiedlung. Älteste gefundene Spuren beweisen, dass bereits in der Jungsteinzeit vor 4000 Jahren Menschen hier siedelten. Im Mittelalter war Arnstadt ein Kreuzungspunkt wichtiger Handelsstraßen, die von Norden nach Süden und von Osten nach Westen führten.

Das nach 704 bedeutendste Ereignis war der Reichstag, den Kaiser Otto I. 954 zur Aussöhnung mit seinem Sohn Luidolf und zur Bestätigung seines Sohnes Wilhelm als Erzbischof von Mainz in Arnstadt abhielt. Die Wahl Arnstadts zur Stätte eines solchen Ereignisses bestätigt die Bedeutung der Stadt im damaligen Reich. In der Folgezeit war Arnstadt im Mittelalter des öfteren Versammlungsort gekrönter Häupter.

Im 11. und 12. Jh. ging Arnstadt in den Besitz des Klosters Hersfeld über. 1266 wurde Arnstadt durch die Reichsabtei Hersfeld das Stadtrecht zugesprochen. 1273 zwangen die Grafen von Käfernburg (deren Stammsitz auf einer Burg in der Nähe lag) die Abtei, ihnen die Burg in der Stadt zum Lehen zu übertragen und verlegten ihren Sitz in die Stadt. Seit dem 14. bis 19. Jh. unterstand die Stadt der Herrschaft der Grafen und späteren Fürsten von Schwarzburg Sondershausen (bis 1918). Die Versuche der Erfurter 1342 und 1345 die Stadt zu besetzen scheiterte, da Arnstadt mit einer starken Stadtmauer umgeben war.

Mitte des 13. Jh. hatte Arnstadt ca. 3 000 Einwohner, welche von der Landwirtschaft, vom Handwerk und vom Handel lebten. Die Stadt war ein großer Umschlagplatz für Holz, Holzwaren und Holzkohle aus dem Thüringer Wald und für Getreide und Gemüse aus dem Flachland. Aber auch Wein und Waid wurden gehandelt, da das Gebiet um Erfurt und Arnstadt vom 13. bis zum 16. Jahrhundert ein bedeutendes Wein- und Waidbaugebiet war. Durch die günstige Lage an der Gera und an der Weiße hatte das Mühlengewerbe in Arnstadt große Bedeutung.

Prächtige Bürgerhäuser zeugen von Wohlstand, den Handel und Handwerk der Stadt gebracht hatten.

1506 weilte Martin Luther kurz im Arnstädter Franziskanerkloster. Die Reformation wurde hier aber erst 1533 durchgeführt, wobei die bestehenden Klöster aufgelöst wurden. 1581 wurde die Stadt von einem Großbrand stark zerstört, wobei unter anderem das Rathaus und die Bonifatiuskirche abbrannten. Ab 1848 erfolgte der Übergang von der Handels- und Handwerkerstadt zur Industriestadt (Eisenbahnanschluss 1867) und infolgedesssen stieg die Einwohnerzahl rasch an.

Im 17. Jh. wirkten in Arnstadt mehrere Generationen der Familie Bach. Johann Sebastian Bach hatte 1703 bis 1707 das Amt als Organist der damaligen Bonifatiuskirche (heute Bachkirche) inne. Doch nicht nur die Musikerfamilie zog es in die reizvoll gelegene Stadt, namhafte Künstler, Schriftsteller und Wissenschaftler fanden hier ihre Wirkungsstätte.

Der Märchendichter Bechstein verbrachte von 1818 bis 1824 seine Lehrjahre hier und widmete Arnstadt eine Reihe schöner Gedichte. Die Schriftstellerin Eugenie Marlitt ist in dieser Stadt geboren und gestorben (1825-1887). In ihren Romanen bildet Arnstadt den Hintergrund für die Handlungen und Erzählungen. Von 1851 bis 1900 war Arnstadt Solbad und deshalb wählte Willibald Alexis die Stadt zu seiner dritten und letzten Heimstätte.

1920 kam Arnstadt an das Land Thüringen.

Der wirtschaftliche Neubeginn nach der "Wende" brachte 1990 auch in Arnstadt einen beträchtlichen Arbeitsplatzabbau in den Großbetrieben und die Schließung veralteter Betriebe. In der Altstadt haben nur wenige größere Produktionsbetriebe ihren Sitz. Das eigentliche Industriegebiet befindet sich im Norden, Arnstadt hat sehr gute verkehrstechnische Anbindungen. Direkt an der Ost-West-Achse der Europäischen Gemeinschaften gelegen, hält die Kreisstadt auch alle Wege nach Norden und Süden offen, Autobahnen, ICE-Schnellwege und Flugverbindungen. Die metallverarbeitende Industrie, insbesondere Chemieanlagenbau, chemisch-technische Verfahrenstechnik, elektrotechnische Industrie, Funk- und Fernmeldetechnik, Leuchtenbau, Glasverarbeitung, textil- und lederverarbeitende Industrie prägen die Wirtschaft Arnstadts.
Der Ausbau des Fremdenverkehrs ist ein wichtiger Aspekt für die wirtschaftliche Gesundung und hier hat Arnstadt Einmaliges mit seinen Museen zu bieten!

 
Sehenswürdigkeiten

Aus der reichen geschichtlichen Vergangenheit sind eine Reihe von sehr wertvollen historischen Baudenkmälern erhalten. Sehenswert sind die im 16./17. Jh. errichteten Brau- und Bürgerhäuser am Markt und auf dem Ried, der Renaissancebau des Rathauses, die als Tuchgaden (Verkaufsstände) geschaffenen Galerien und das Haus "Zum Palmbaum". Die Liebfrauenkirche ist nach dem Naumburger Dom aus der romanisch-gotischen Übergangsepoche (1180-1330) das bedeutendste kirchliche Bauwerk Thüringens.

Andere Sehenswürdigkeiten sind die Bachkirche, der Schwarzburger Hof (heute Güldener Greif), der Prinzenhof, die Papiermühle (eines der schönsten Fachwerkhäuser), der Neutorturm (14. Jh.), die Hohe Mauer, der Riedturm ( 15. Jh.), der Jakobsturm, das Haus zur goldenen Krone sowie Reste des Renaissanceschlosses Neideck.

Das Neue Palais (von den Arnstädtern "Schloss" genannt) birgt bedeutende Kunstsammlungen. Ein Anziehungspunkt besonderer Art ist die Puppenstadt "Mon Plaisir". In der ersten Hälfte des 18. Jh. durch Handwerkskunst geschaffenen, vermittelt sie einen anschaulichen Einblick vom Leben einer kleinen Residenz in der Barockzeit.

Eine Attraktion ist der Bestand von Dampf- und Diesellokomotiven auf dem Gelände des Arnstädter Bahnhofes. Hier kann man Dampflokomotiven anfassen und den "Stallgeruch" der alten "Dampfrösser" hautnah erleben.

 
Ausflugs- und Wanderziele

  • "Drei Gleichen Gebiet" mit Veste Wachsenburg, Mühlburg, Burg Gleichen, Waidmuseum
  • Rundwanderwege zur Alteburg, Schneckchen und Kreuzchen
  • Geologisch-historische Wanderung (Ausgrabungsstätte Haarhausen)
  • Tal der Wilden Gera mit Gundermanns Forsthaus (Dörrberg), Raubschloss (Gehlberg), Geburtsort der Gartenzwerge und Glasbläser (Gräfenroda) und Ehrenburg (Plaue)
  • Porzellanstudio "Von Schierholz'sche Manufactur" in Plaue
  • Sagenumwobenes Jonastal
  • Ilmtal und Deubegebiet mit Burgruine Ehrenstein, doppeltürmige Stadtkirche "St. Martin" (Stadtilm), Wandergebiet Singener Berg und Museumsbrauerei Obstfelder in Singen
  • interessante Ausflugsziele von Arnstadt aus sind außerdem Erfurt, Weimar, Gotha, Eisenach, Ilmenau sowie Oberhof