Geographische Lage

Der Landkreis Hildburghausen ist der südlichste Landkreis Thüringens. Begrenzt wird er im Norden vom Ilm-Kreis und der kreisfreien Stadt Suhl, im Osten vom Landkreis Sonneberg, im Westen vom Landkreis Schmalkalden-Meiningen und im Süden von Bayern.

 
Geomorphologie



Die Geländehöhen im Landkreis Hildburghausen betragen zwischen 276 m an der Rodach unterhalb Ummerstadt und 863 m auf dem Bleßberg bei Stelzen. Ausgewählte markante Geländeerhebungen sind:

Neuhäuser Hügel 891 m Gottfriedsberg bei Schleusingen 526 m
Adlersberg bei Vesser 850 m Mittlerer Berg bei Herbartswind 518 m
Eselsberg bei Masserberg 842 m Laubberg bei Ebenhards 515 m
Großer Erleshügel bei Suhl 839 m Walleskuppe bei Bockstadt 514 m
Pechleite bei Saargrund 839 m Hohe Wart bei Heßberg 505 m
Fehrenberg bei Fehrenbach 835 m Galgenhöh bei St. Bernhard 502 m
Grendel bei Waffenrod 787 m Steinerner Berg bei Themar 499 m
Simmersberg bei Schnett 781 m Holzkopf bei Oberstadt 477 m
Schwefelkopf bei Gießübel 774 m Zeilberg bei Zeilfeld 469 m
Großer Gleichberg 679 m Straufhain 449 m
Kleiner Gleichberg 641 m Hangleite bei Eishausen 444 m
Priemäusel bei Brattendorf 625 m Körnberg bei Linden 420 m
Solaberg bei Poppenwind 577 m Hexenhügel bei Haubinda 417 m
Feldstein bei Lengfeld 552 m Großer Pfadelsberg bei Hellingen 411 m
Hildburghäuser Stadtwald 546 m Veste Heldburg 405 m


Karte:

Hangneigung und Exposition
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Naturräume

MittelgebirgeMittlerer Thüringer Wald
alle höheren Lagen zwischen St. Kilian und Schleusegrund
Hohes Thüringer Schiefergebirge - Frankenwald
alle höheren Lagen zwischen Schleusegrund und Sachsenbrunn
Buntsandstein-HügelländerSüdthüringer Buntsandstein-Waldland
Vorgebirge nordöstlich einer Linie Schmeheim-Eichenberg-Themar-Hildburghausen-Bockstadt
Muschelkalk-Platten und -BergländerMeininger Kalkplatten
Gebiete um Marisfeld, Themar, Hildburghausen-Süd, Straufhain, Veilsdorf
Schalkauer Thüringer-Wald-Vorland
Brünn, Eisfeld, Sachsenbrunn-Süd
AckerhügelländerGrabfeld
südwestlich einer Linie Westenfeld-Gleichamberg-Straufhain


Karte:

Naturräumliche Gliederung
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Das Grabfeld, das den südlichen Teil des Landkreises prägt, ist ein überwiegend ackerbaulich genutztes, mit einzelnen Basaltkuppen durchsetztes Hügelland. Es liegt meist auf Höhen zwischen 300 und 400 m, der Große Gleichberg bei Römhild ragt mit seinen 678 m deutlich heraus. Nördlich des Grabfeldes schließen sich die Meininger Kalkplatten an. Dabei handelt es sich um ein abwechslungsreiches Muschelkalk-Plattenland mit kleinräumigen Nutzungswechseln (rund 70 % sind landwirtschaftlich genutzt). Das Südthüringer Buntsandstein Waldland ist ein stark reliefiertes, überwiegend waldbedecktes Bergland, das parallel zum Südwest-Rand des Thüringer Waldes verläuft.

Der Mittlere Thüringer Wald im Norden des Landkreises ist der stark zertalte, höchste Teil des Thüringer Waldes, dessen Bewaldung nur durch Rodungsinseln unterbrochen ist. Die höchste Erhebung im Landkreis ist der 891 m hohe Neuhäuser Hügel.
 
Flächennutzung

Bei einer Gesamtbodenfläche von 93.737 ha verteilten sich die Nutzungsarten im Landkreis wie im Folgenden dargestellt.

Flächen der tatsächlichen Nutzung 1992 und 2010
Siedlungs- und Verkehrsfläche (SVF) ohne Abbauland
Diagramm für Thüringen anzeigen/ ausblenden

Nutzungsart [%] Landkreis Hildburghausen Thüringen
1992 2010 2010
Siedlung und Verkehr 7,3 8,0 9,3
Landwirtschaft 42,0 43,3 54,4
Wald 44,8 44,9 31,9
Wasser 0,8 0,9 1,2
Sonstige 5,1 3,0 3,2


Karte:

Flächennutzung
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Übersichtskarten Thüringen:


Landwirtschaftliche Nutzung auf mehr als 50 % der Gemeindefläche ist im gesamten Grabfeld (außer Römhild, Bad Colberg-Heldburg, Ummerstadt, Schweickershausen) zusammenhängend verbreitet. Im Gegensatz dazu haben die im Thüringer Wald liegenden Gemeinden St. Kilian, Schleusegrund und Masserberg einen landwirtschaftlichen Flächenanteil von unter 20 %.

Der Anteil der Waldfläche liegt nur selten, und zwar vorwiegend im nordwestlichen Grabfeld, unter 25 %. Kennzeichnend sind sehr hohe und hohe Waldanteile: Schleusegrund 73,5 %, Masserberg 73,3 %, Kloster Veßra 73,1 % und St. Kilian 72,5 %.

Der Anteil der Siedlungs- und Verkehrsflächen befindet sich in der Regel in Korrelation zur Bevölkerungsdichte der Städte und Gemeinden und ist in Themar (13,8 %), Schleusingen (13,3 %) und Hildburghausen (10,9 %) und am höchsten. Ein Anteil von 5 % wird in Sachsenbrunn, Schweickershausen, Kloster Veßra und Oberstadt unterschritten.

Wasserflächen konzentrieren sich, da größere Standgewässer im Landkreis Hildburghausen nicht vorhanden sind, auf die Talsperre Schönbrunn im Thüringer Wald und kleinere landwirtschaftliche Wasserspeicher bei Marisfeld, Römhild und Gleichamberg.

Die sonstigen Flächen sind im Landkreis Hildburghausen vom Bergbau beanspruchte Flächen (übertägiger Abbau von Hartgesteinen im Thüringer Wald sowie von Kalkstein südlich von Themar und Hildburghausen) und noch nicht in andere Nutzungen überführte Flächen an der ehemaligen innerdeutschen Grenze.


Karte:

Landnutzung
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Flächenversiegelung

In der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie ist die Minderung der Flächeninanspruchnahme für Siedlungen und Verkehr ein wichtiges Handlungsfeld. Vom gesamtdeutschen Ziel, die Flächeninanspruchnahme bis 2020 auf 30 Hektar pro Tag zu reduzieren, sind wir zum heutigen Zeitpunkt weit entfernt. Von ökologischer Brisanz ist vor allem die Tatsache, dass etwa 50 % der Siedlungs- und Verkehrsfläche versiegelt sind. Damit verbunden sind alle negativen Wirkungen auf die Geofaktoren Boden, Wasser, Klima sowie Flora und Fauna.

In Thüringen kommt verschärfend hinzu, dass der Flächenverbrauch bei sinkender Bevölkerung vonstatten geht. Thüringen verlor seit 1990 fast 12 % seiner Bevölkerung, was etwa 310.000 Einwohnern entspricht.

In einer geostatistischen Analyse von 2008 wurde erstmals aus hochauflösenden Satellitenbildern eine breite landesweite georäumliche Datenbasis zur Flächeninanspruchnahme als Grundlage für weitere fachliche Analysen geschaffen.


Karte:

versiegelte Flächen
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Karte:

Flächenversiegelung nach Gemeinden
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Karte:

Flächenversiegelung je Einwohner
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Eine für ein langfristig angelegtes Versiegelungsmonitoring geeignete Darstellungsweise ist die Verwendung eines normierten Rasters. Der Vorteil liegt in einer Vergleichbarkeit, die unabhängig von Gemeindegrößen und etwaigen Gebietsveränderungen ist. Eine Übersichtskarte für Thüringen zeigt den Versiegelungsgrad bezogen auf ein flächendeckendes 2 x 2 km-Raster mit dem Datenstand 2006.

Weitere Beiträge zur Flächenversiegelung sind im Internetangebot der TLUG hier zu finden.