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Landkreis Hildburghausen - Allgemeine Informationen

 
Kreisverwaltung

Landrat: Thomas Müller
Verwaltungssitz: Hildburghausen
Dienststelle: Landratsamt Hildburghausen

Wiesenstr. 18
98646 Hildburghausen

Tel.: 03685 / 44 50
Fax: 03685 / 44 55 01
Letzte Gebietsreform: 01.07.1994
Kfz-Kennzeichen: HBN

 
Wappen

Golden; geteilt durch eine eingebogene erniedrigte rote Spitze, die im Schildfuß mit drei silbernen Spitzen belegt ist; vorn ein schwarzer, rot bewehrter und bezungter linkssehender Löwe; hinten auf einem grünen Dreiberg eine schwarze, rotbewehrte Henne mit rotem Kamm und Lappen (Genehmigung des Thüringer Landesverwaltungsamtes Nr: 200.4-1348-63/95HBN vom 08.05.1996).

Der Landkreis Hildburghausen entstand per Gesetz vom 15.04.1869 und wählte für sein Wappen Symbole ehemaliger Territorialherrschaften auf dem heutigen Kreisgebiet. An erster Stelle steht der Löwe der Markgrafen von Meißen. Dieses Symbol verweist darauf, dass erhebliche Teile des heutigen Kreisgebietes im Besitz der Wettiner, nach 1485 im Besitz wechselnder Linien der Ernestiner, waren. Aus deren zusammengesetzten Wappen wurde der schwarze, rotbewehrte Löwe in Gold entlehnt. Das redende Wappen der Grafen von Henneberg steht für die Zugehörigkeit weiter Teile des Kreisgebietes zur ehemaligen Grafschaft Henneberg. In geistlicher Hinsicht gehörte das heutige Gebiet des Landkreises Hildburghausen zum Bistum Würzburg. Die Zugehörigkeit zu diesem fränkischen Bistum wird durch den sogenannten "Fränkischen Rechen" - drei silberne Spitzen in Rot dargestellt.

(Wappenbeschreibung Landkreis Hildburghausen, Landratsamt Hildburghausen, 1997; Zeichnung: Frank Diemar, Studio F, Erfurt)

 
Wissenswertes zum Landkreis Hildburghausen


Karte:

Satellitenbildkarte
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Karte:

Übersichtskarte
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Die Besiedlung auf dem Gebiet des heutigen Landkreises Hildburghausen begann im 7./8. Jahrhundert durch fränkische Bauern. Im 10. Jahrhundert wurde auch der Thüringer Wald durch Rodungen in das Siedlungsgebiet einbezogen. Vom 12. bis 14. Jahrhundert herrschten hier die Grafen von Henneberg, bevor 1374 große Teile des heutigen Landkreises in den Machtbereich des Markgrafen von Meißen gelangten. 1680 entstand das Herzogtum Sachsen-Hildburghausen mit der Residenzstadt Hildburghausen, das 1826 im Herzogtum Sachsen-Meiningen aufging. Aus dieser Zeit findet man auch heute in Hildburghausen, vor allem am Rand des Stadtkerns, noch zahlreiche Bauten (z. B. das Rathaus). Der Landkreis Hildburghausen besteht mit territorialen Änderungen bereits seit 1868. Seitdem ist Hildburghausen auch Kreisstadt.

Die heutige Kreisstadt wurde erstmals 1234 erwähnt. Im 14. Jahrhundert wurde der Ort planmäßig angelegt und er erhielt im Jahr 1324 die Stadtrechte. Im Dreißigjährigen Krieg ging die Einwohnerzahl von 2.600 auf 600 zurück. Auch im Zweiten Weltkrieg wurden Teile der Stadt, so auch das ehemalige Residenzschloss, zerstört.

Die wechselvolle Geschichte Thüringens hat auch im Landkreis Hildburghausen zahlreiche kulturhistorische Zeugnisse und Denkmäler hinterlassen. In Hildburghausen ist besonders der historische Stadtkern mit sehenswerten Fassaden an zahlreichen Bürgerhäusern aus der Zeit des 16. bis 19. Jahrhundert sowie das Rathaus interessant. Das Rathaus war ursprünglich eine Wasserburg des Grafen von Henneberg. 1395 wurde das Gebäude zum Rathaus umgebaut und 1572 erfolgte der Umbau im Renaissancestil. Heute beherbergt es ein Heimatmuseum.

Im Landkreis findet man weitere sehenswerte historische Gebäude, wie z. B. die Veste Heldburg, auch Fränkische Leuchte genannt. Die im 11./12. Jahrhundert entstandene Burg liegt markant auf einem hohen Bergkegel. Weitere Schlösser im Kreis sind das mittelalterliche Schloss in Eisfeld - mit Otto-Ludwig-Heimatmuseum, das Schloss Bertholdsburg in Schleusingen (mit naturhistorischem Museum) oder das Schloss in Bedheim, das aus einer ehemaligen Wasserburg entstand und heute Elemente aus verschiedenen Stilepochen aufweist. Von Interesse in Bedheim ist ebenfalls die Kilianskirche mit einer Schwalbennestorgel aus dem Jahr 1721.

Als eines der wertvollsten Baudenkmäler Thüringens gilt die Stiftskirche in Römhild. Das Steinsburgmuseum in Römhild beherbergt eine Sammlung aus der Ur- und Frühgeschichte. Es zeigt jungsteinzeitliche und bronzezeitliche Grabungsfunde vom Kleinen Gleichberg sowie frühgeschichtliche Exponate aus der Steinsburg, einer 70 ha großen Keltenfestung.

 
Die Kreisstadt - Hildburghausen

Die Kreisstadt Hildburghausen am rechten Ufer der oberen Werra, im Süden des Thüringer Waldes gelegen, ist seit 1868 Kreisstadt und von reizvoller Landschaft umgeben. Die Stadt war ehemals hennebergischer Besitz, der im Mittelalter zu Würzburg, dann zu Coburg, danach an die Burggrafen von Altenburg und Gotha gelangte und 1860 sogar Residenz des selbständigen Herzogtums Sachsen-Hildburghausen wurde.

Der Ort wird 1234 als Hilteburghusin erstmals genannt. Damals schenkte der Graf von Henneberg den Ort dem Bistum Würzburg. Im 14. Jh. wurde Hildburghausen planmäßig angelegt und 1324 erhielt es die Stadtrechte. Der Dreißigjährige Krieg suchte die Stadt schwer heim. Immer wieder mussten die Bewohner hohe Kriegssteuern aufbringen. Handel und Gewerbe (Tuchmacher, Töpferei, Seilerei, Böttcherei) kamen fast völlig zum Erliegen, Hunger und Seuchen breiteten sich aus und am Ende des Krieges waren von 2600 Einwohnern nur noch 600 am Leben.

Eingebettet in die sanften Erhebungen der südlichen Vorgebirgslandschaft des Thüringer Waldes ist Hildburghausen von je her ein Lieblingsaufenthalt für die südthüringischen Fürstengeschlechter gewesen. Im Jahre 1680 nahmen hier die Herzöge der Sachsen-Hildburghauser Linie ihre Residenz, und dieser Status blieb bis ins Jahr 1826 erhalten. Noch heute wird das Äußere des Stadtkerns von den Bauten der Hofzeit geprägt, auch wenn das herzogliche Schloss noch in den letzten Kriegstagen 1945 durch einen Luftangriff zerstört und die Ruinen beseitigt wurden. Eine Vielzahl stattlicher Bürgerhäuser, die zahlreichen Schulgebäude, die Kirchen, das Hugenottenviertel (eine der letzten noch erhaltenen Siedlungen dieser Art) und viele andere kulturhistorisch wertvolle Bauten sind erhalten geblieben. Sie verleihen der lebendigen, wirtschaftlich und kulturell wieder aufblühenden Stadt an der Werra ihr unverwechselbares Flair.

Große Namen des deutsch-europäischen Kultur- und Kunstlebens sind mit der Geschichte der Stadt verknüpft. Die in der geschichtlichen Erinnerung hochverehrte Herzogin Charlotte, als eine geborene Mecklenburg-Strelitz - Schwester der Preußenkönigin Louise - war den praktischen Lebensdingen ebenso aufgeschlossen wie den schönen Künsten zugetan. Zu ihren Lebzeiten genoss Hildburghausen den Ruf einer kulturell und künstlerisch anregenden Stadt, die in der Reminizenz auch gern als "Klein-Weimar" bezeichnet wurde. Besonders der Dichter Jean Paul suchte die Nähe der Herzogin und widmete eines seiner Hauptwerke, den Roman "Titan" unter anderem der Herzogin Charlotte von Hildburghausen.

Carl Maria von Weber ist bei den Hildburghausenern Bürgern ebenso Gast gewesen wie der Dichter Friedrich Rückert, den verwandtschaftliche, vor allem aber freundschaftliche Beziehungen, besonders zum berühmten Kupferstecher Carl Barth, an die Werrastadt banden. Carl Barth, der im Bibliographischen Institut arbeitete, soll einmal ein verabredetes Treffen mit Rückert versäumt haben, worauf dieser ihm einen energischen Brief geschrieben habe, der mit der sinnigen Anrede begann: "Mein lieber Freund und Kupferstecher!" Von hier aus soll diese Redensart Eingang in den deutschen Sprachgebrauch gefunden haben.

Um 1700 genoss das Hildburghäuser Schulwesen unter dem Rektor Reinhard einiges Ansehen und seit 1795 bestand in der Stadt ein Lehrerseminar. Die Blütezeit der Hildburghäuser Schulen beginnt jedoch mit dem Wirken des jungen Schulrates Dr. Ludwig Nonne, ein Schüler Pestalozzis, zum Ende des ersten Jahrzehnts des 19. Jh. Gemeinsam mit anderen gab er 1818 die "Hildburghäuser Dorfzeitung" heraus, die eine vielgelesene Zeitung unter der Landbevölkerung war und aufklärerisch und volksbildnerisch wirkte. Unter seiner Führung wurde das damalige Herzogtum zum beispielgebenden Schulland und in der Folgezeit Vorbild für die bürgerlich-demokratischen Wandlungsprozesse im deutschen Schulwesen. Auf Nonnes Betreiben gründete man 1812 das Gymnasium, als dessen erster Direktor der in ganz Deutschland bekannte Altertumsforscher Friedrich Sicker berufen wurde. Später folgte eine Industrieschule, eine Taubstummenanstalt, in der zweiten Hälfte des 19. Jh. eine Blindenschule und eine Landwirtschaftsschule. Dem Technikum gehörten u. a. eine Baugewerkschule, eine Bahnmeisterschule, eine Tiefbau- und eine Elektrotechnikerschule an, die über die Grenzen des Herzogtums hinaus bekannt war und 1943 geschlossen werden musste. Nonnes Wirken ist auch der Ruf Hildburghausens als "Stadt der Schulen" zu danken. Die damals bekannte Frage: "Wovon leben die Hildburghäuser?" und die Antwort: "sie halten sich eine Ziege und einen Techniker", die Ziege als typisches Haustier kleiner Leute und den Technikumschüler in Pension zur Aufbesserung des Familienbudgets, spiegelt diese Zeit und die Einfachheit des Alltagslebens in der Kleinstadt wieder.

In der Geschichte des deutschen Presse- und Verlagswesens hat Hildburghausen einen guten Klang. 1828 siedelte Joseph Meyer das "Bibliographische Institut", das er zwei Jahre zuvor in Gotha gegründet hatte, in Hildburghausen an. Hier erschienen die ersten Exemplare von "Meyers Konversationslexikon". Neben diesem Mammutwerk brachte Meyer aber noch eine Anzahl bedeutender Veröffentlichungen heraus. Im Stadtmuseum sind u. a. in einer Sammlung alle in Hildburghausen erschienenen Werke des Verlages ausgestellt. Das Verlagshaus zog 1874 nach Leipzig.

Die Kreisstadt wird infrastrukturell als Mittelzentrum entwickelt. Nach der "Wende" brachen auch in Hildburghausen viele Arbeitsplätze im Zuge des marktwirtschaftlichen Neubeginns weg. Umfangreiche wirtschaftliche Strukturveränderungen sind im Gange. An die besten Traditionen anknüpfend geht die Kreisstadt an der Werra wirtschaftlich und kulturell neue Wege. Eine leistungstarke Kleinindustrie beherrscht das unternehmerische Profil der Stadt. Das Handwerk umfasst im Territorium viele Beschäftigte in einem breit gefächerten Spektrum handwerklicher Dienstleistungen. Die günstige Verkehrsanbindung und Lage bieten Investoren auf vorhandenem Gewerbegebiet einen interessanten Standort.

Auch der Tourismus und Fremdenverkehr spielt in Hildburghausen wirtschaftlich eine größere Rolle.

 
Sehenswürdigkeiten

Der unter Denkmalschutz stehende Stadtkern wird von dem lückenlosen historischen Marktbild beherrscht: Renaissance-Rathaus (Treppenturm mit Haube, Uhrtürmchen, Innungszeichen und Wappen), fast einheitliche Bürgerhäuser aus dem 18./19. Jh., ehemaliges Regierungsgebäude (um 1760). Das barocke Stadttheater entstand 1750 aus einem Ball- und Fechthaus. Sehenswert sind auch das Stadtmuseum mit Exponaten zur Stadtgeschichte (u. a. Sammlung von Erstausgaben des Bibliographischen Instituts), die spätbarocke Stadtkirche. das ehemals Brunnquell'sche Haus (als Ministerpalais erbaut, Sitz des Bibliographischen Instituts, danach Technikum jetzt Gymnasium), der Friedenspark (in Landschaftspark umgewandelt) mit Resten eines Schlosses und Stadtmauerreste.

 
Ausflugs- und Wanderziele

  • Naherholungsgebiet "Gemauerte Teiche" mit Wildpark und Naturlehrpfad
  • zahlreiche Wanderwege in den ausgedehnten und ruhigen Wäldern
  • Gleichberge bei Römhild (keltische Siedlung auf dem Kl. Gleichberg gilt als eine der bedeutendsten in Europa) und das zugehörige Steinsburg-Museum
  • Kloster Veßra ist das bedeutendste romanische Baudenkmal Südthüringens (Freilicht- und Agrarmuseum, Klosterkirchen-Ruine)
  • Rennsteiggebiet sogenannter "Kleiner Thüringer Wald", das Werratal, das Heldburger Unterland und das Gleichberggebiet mit dem Grabfeld
  • Bergsee "Ratscher"
  • Schloss in Eisfeld, Bertholdsburg in Schleusingen, Veste Heldburg, Glücksburg in Römhild, Ruinen der Burg Straufhain bei Streufdorf und der Osterburg bei Henfstädt
  • Masserberg - Kurklinik mit touristischen Einrichtungen
  • Kureinrichtung in Bad Colberg