Von den insgesamt 93.560 ha Bodenfläche des Landkreises Gotha war laut Flächenerhebung 2007 der mit 55,8 % größte Teil landwirtschaftlich genutzt. Mit Wald waren 27,0 % bedeckt. Eine Fläche von 9,8 % wurde als Siedlungs- und Verkehrsfläche (ohne Abbauland) beansprucht. Gegenüber der Flächenerhebung 1992 nahm die Siedlungs- und Verkehrsfläche um 1.371 ha (17,6 %) zu. Die Landwirtschaftsfläche war um 1,5 % rückläufig, während die Waldfläche nahezu unverändert blieb.
| Nutzungsart [ %] |
Landkreis Gotha |
Thüringen |
| 1992 |
2007 |
2007 |
| Siedlung und Verkehr | 8,3 | 9,8 | 9,1 |
| Landwirtschaft | 56,6 | 55,8 | 54,4 |
| Wald | 27,0 | 27,0 | 31,9 |
| Wasser | 1,3 | 1,4 | 1,2 |
| Sonstige | 6,7 | 6,1 | 3,4 |
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Karte: Flächennutzung |
| (PDF-Datei) |
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Die Flächennutzung nach Gemeinden ist im Landkreis Gotha deutlich differenziert.
Landwirtschaftliche Nutzung auf mehr als 80 % der Gemeindefläche ist im Landkreis in einem ca. 8-10 km breiten Streifen besonders hoher landwirtschaftlicher Bodenqualität flächenhaft verbreitet, der im West-Ost-Richtung von Ebenheim bis Gamstädt (außer Gotha, Goldbach, Trügleben) reicht. Im Gegensatz dazu haben die im Thüringer Wald liegenden Städte und Gemeinden Gräfenthal, Luisenthal und Tambach-Dietharz einen landwirtschaftlichen Flächenanteil von unter 10 %.
Der Anteil der Waldfläche ist im zentralen und nördlichen Teil des Kreises (außerhalb der Fahnerschen Höhe und der Seeberge) äußerst gering (unter 10 %). Dagegen sind infolge der Lage im Thüringer Wald in Luisenthal 88,5 %, Tambach-Dietharz 83,0 % und Gräfenhain 82,1 % der Gemeindefläche bewaldet.
Der Anteil der Siedlungs- und Verkehrsflächen befindet sich in der Regel in Korrelation zur Bevölkerungsdichte der Städte und Gemeinden und ist in Neudietendorf (28,7 %), Gotha (25,7 %) und Waltershausen (17,9 %) am höchsten. Ein Anteil von 4 % wird in Luisenthal und Wölfis unterschritten.
Wasserflächen konzentrieren sich, da größere natürliche Gewässer im Landkreis Gotha nicht vorhanden sind, auf die Talsperre Schmalwasser bei Tambach-Dietharz, die Ohratalsperre bei Luisenthal und die landwirtschaftlichen Wasserspeicher bei Dachwig, Friemar, Wangenheim (Talsperre Tüngeda) und Wechmar.
Die sonstigen Flächen werden im Landkreis Gotha an erster Stelle durch den ehemaligen Truppenübungsplatz Ohrdruf (größte militärische Konversionsfläche in Thüringen) repräsentiert, es folgen Bergbauflächen für Kiessande im zentralen Thüringer Becken um Gotha sowie für Hartgesteine im Thüringer Wald.
In der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie ist die Minderung der Flächeninanspruchnahme für Siedlungen und Verkehr ein wichtiges Handlungsfeld. Vom gesamtdeutschen Ziel, die Flächeninanspruchnahme bis 2020 auf 30 Hektar pro Tag zu reduzieren, sind wir zum heutigen Zeitpunkt weit entfernt. Von ökologischer Brisanz ist vor allem die Tatsache, dass etwa 50 % der Siedlungs- und Verkehrsfläche versiegelt sind. Damit verbunden sind alle negativen Wirkungen auf die Geofaktoren Boden, Wasser, Klima sowie Flora und Fauna.
In Thüringen kommt verschärfend hinzu, dass der Flächenverbrauch bei sinkender Bevölkerung vonstatten geht. Thüringen verlor seit 1990 fast 12 % seiner Bevölkerung, was etwa 310.000 Einwohnern entspricht.
In einer geostatistischen Analyse von 2008 wurde erstmals aus hochauflösenden Satellitenbildern eine breite landesweite georäumliche Datenbasis zur Flächeninanspruchnahme als Grundlage für weitere fachliche Analysen geschaffen.
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Karte: versiegelte Flächen |
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Karte: Flächenversiegelung nach Gemeinden |
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Eine für ein langfristig angelegtes Versiegelungsmonitoring geeignete Darstellungsweise ist die Verwendung eines normierten Rasters. Der Vorteil liegt in einer Vergleichbarkeit, die unabhängig von Gemeindegrößen und etwaigen Gebietsveränderungen ist. Eine Übersichtskarte für Thüringen zeigt den Versiegelungsgrad bezogen auf ein flächendeckendes 2 x 2 km-Raster mit dem Datenstand 2006.
Weitere Beiträge zur Flächenversiegelung sind im Internetangebot der TLUG hier zu finden.
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