Umwelt regional
 
Landkreis Gotha - Landwirtschaft

 
Landwirtschaftliche Standortbedingungen

Die Standortbedingungen für die landwirtschaftliche Produktion sind in Thüringen sehr unterschiedlich. Zur Charakterisierung der Standorte dienen u. a. die Ackerzahl, Grünlandzahl, Landwirtschaftliche Vergleichszahl und der Anteil des Grünlandes an der landwirtschaftlich genutzten Fläche (LF). Die Ackerzahl ist eine Reinertragsverhältniszahl, die unter Berücksichtigung der natürlichen Ertragsbedingungen (Boden, Geländegestaltung, Klima) einen maximalen Wert von 100 erreichen kann. Analog ist mit Hilfe eines Grünlandschätzungsrahmens für jeden Standort die Grünlandzahl ermittelt worden. Einschließlich weiterer Zu- und Abschläge ergibt sich aus dem gewogenen Mittel von Ackerzahl und Grünlandzahl schließlich die Landwirtschaftliche Vergleichszahl (LVZ). Die folgende Übersicht zeigt, welche unterschiedlichen Bedingungen im Durchschnitt der Stadt- bzw. Landkreise vorherrschen.

Die Tabelle der Standortbedingungen gibt die durchschnittlichen Acker-, Grünland- und landwirtschaftlichen Vergleichszahlen je Kreis und den Grünlandanteil an der Landwirtschaftsfläche wieder.

Mit abnehmender Standortgüte steigt in Thüringen in der Regel der Grünlandanteil. Während auf bevorzugten Ackerbaustandorten meist nur in den Talauen Grünland zu finden ist, nimmt der Anteil der Wiesen und Weiden mit der Höhenlage und der Hängigkeit zu.

Innerhalb der einzelnen Kreise gibt es große standörtliche Unterschiede zwischen den Gemarkungen und Flurstücken. Im Landkreis Gotha herrschen überwiegend gute bis sehr gute Bedingungen für die landwirtschaftliche Produktion.





 
Agrarstruktur

In der Land- und Forstwirtschaft des Kreises Gotha sind 1.205 Personen (Stand 30.6.2011) sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Das war im Vergleich zu 1993 ein Rückgang von 36,0 % (Thüringen 51,0 %). Der Anteil der in der Land- und Forstwirtschaft sozialversicherungspflichtig Beschäftigten an den Beschäftigten insgesamt beträgt 2,7 % (Thüringen 2,2 %).

Die Landwirtschaftsbetriebe des Landkreises Gotha bewirtschafteten 2011 nach Angaben des Statistischen Landesamtes insgesamt 52.248 ha LF. Damit entfallen 5,9 % der LF Thüringens auf den Landkreis Gotha.

 
Ökolandbau

Landkreis Gotha2003200520072010
Betriebe mit ökologischem Landbau810 12 14
für ökologischen Landbau genutzte Fläche [ha]1.4752.4434.9895.198
Anteil an der landwirtschaftlich genutzten Fläche [%]3,14,79,610,9
Thüringen2003200520072010
Betriebe mit ökologischem Landbau162187 198 217
für ökologischen Landbau genutzte Fläche [ha]23.58924.42140.40339.023
Anteil an der landwirtschaftlich genutzten Fläche [%]3,03,14,65,0

 
Bodennutzung

Der Grünlandanteil von 16,0 % an der LF ist - gemessen am Durchschnitt von 20,7 % in Thüringen - deutlich niedriger.

In der Ackerflächennutzung dominiert der Getreideanbau. Der größte Teil der Ölsaaten ist Winterraps. Rund 20 % der gesamten Thüringer Anbaufläche für Kartoffeln liegen im Landkreis Gotha.

 
Anbauumfang von ausgewählten Kulturen (in Hektar)

 Landkreis GothaThüringen
1995201019952010
Ackerland gesamt38.26336.868625.943612.929
Getreide22.43623.296361.070377.787
Kartoffeln7454245.4172.091
Zuckerrüben93191213.4518.027
Winterraps4.9076.81180.390120.209
Silomais3.0102.69246.83449.093
Futterpflanzen5624.10119.15682.191

 
Tierbestände

Die Entwicklung der Bestände der wichtigsten landwirtschaftlichen Nutztierarten ist regional sehr unterschiedlich verlaufen. Im Durchschnitt Thüringens entwickelte sich der Viehbestand von 1992 bis 2010 wie folgt:
  • Rinder - 29,3 %,
  • Schweine + 0,03 %
  • Schafe - 12,3 %.
  • Pferde - 18,8 %.
Gleichzeitig stiegen die Leistungen je Tier deutlich an.

 Landkreis GothaThüringen
1992201019922010
Betriebe mit    
- Rinderhaltung7912256.8411.875
- Schweinehaltung837989.956910
- Schafhaltung1.488788.234824
- Pferdehaltung218843.169839
Rinder gesamt39.41329.902475.857336.373
- davon Milchkühe16.73812.108171.898111.478
Schweine gesamt55.27459.439755.459755.712
Schafe gesamt8.1282.588221.562194.265
Pferde gesamt66088410.5958.606