Geographische Lage

Der Landkreis Gotha gehört zur Planungsregion Mittelthüringen. Im Norden grenzt der Unstrut-Hainich-Kreis, im Westen der Wartburgkreis, im Südwesten der Landkreis Schmalkalden-Meiningen, im Südosten der Ilm-Kreis und im Osten die Kreisfreie Stadt Erfurt und der Landkreis Sömmerda an den Kreis Gotha.

 
Geomorphologie



Die Geländehöhen im Landkreis Gotha betragen zwischen 164 m an der Unstrut nördlich Gräfentonna und 916 m auf dem Großen Inselsberg. Ausgewählte markante Geländeerhebungen sind:

Großer Buchenberg bei Tambach-Dietharz 813 m
Krämerod bei Tambach-Dietharz 765 m
Kienberg bei Luisenthal 720 m
Abtsberg bei Friedrichroda 697 m
Steiniger Berg bei Luisenthal 594 m
Ziegelberg bei Catterfeld 519 m
Reitzenberg bei Schmerbach 482 m
Musketierberg bei Ohrdruf 460 m
Krahnberg bei Gotha 433 m
Abtsberg auf der Fahnerschen Höhe 413 m
Großer Seeberg 409 m
Kaffberg bei Mühlberg 399 m
Hainberg bei Teutleben 391 m
Lohberg bei Brüheim 333 m
Vargulaer Hügel bei Döllstädt 252 m


Karte:

Hangneigung und Exposition
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Naturräume

MittelgebirgeMittlerer Thüringer Wald
alle höheren Lagen zwischen Emsetal und Crawinkel
Buntsandstein-HügelländerWaltershäuser Vorberge
Schmerbach, Schwarzhausen, Fischbach, Waltershausen-Langenhain, Tabarz, Friedrichroda
Muschelkalk-Platten und -BergländerIlm-Saale-Ohrdrufer Platte
Ohrdruf, Wölfis, Crawinkel-Nord, Mühlberg-Süd
Fahnersche Höhe
Eschenbergen, Gierstädt, Bienstädt
AckerhügelländerInnerthüringer Ackerhügelland
gesamter nördlicher und mittlerer Teil des Landkreises außer Fahnersche Höhe


Karte:

Naturräumliche Gliederung
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Der Landkreis Gotha liegt zum größten Teil am südwestlichen Rand des Thüringer Beckens (Innerthüringer Ackerhügelland), einer flachwelligen, überwiegend intensiv ackerbaulich genutzten Hügellandschaft mit Höhen zwischen 200 und 300 m. Die gute ackerbauliche Eignung des Thüringer Beckens resultiert vor allem aus den verbreiteten Lössdecken.

Im Bereich des Landkreises gibt es mehrere kleine Restwälder, die in die Landwirtschaftsfläche eingelagert sind. Im Norden des Kreises liegt inmitten des Thüringer Beckens die Fahnersche Höhe, ein bewaldeter Höhenrücken mit einer Höhenlage zwischen 260 und 413 m.

Den Südwesten des Kreises nimmt ein Teil des Thüringer Waldes ein. Dieses Mittelgebirge wird charakterisiert durch eine starke Zertalung sowie durch eine hochgradige Bewaldung (überwiegend Fichte). Der höchste Punkt im Landkreis Gotha ist der Große Inselsberg mit einer Höhe von 916 m, gleichzeitig der bekannteste und markanteste Gipfel des Thüringer Waldes.

Weitere Naturräume im Landkreis sind die Waltershäuser Vorberge, ein Hügelland mit bewaldeten Sandstein-Rücken und landwirtschaftlich genutzten Tälern, sowie die Ilm-Saale-Ohrdrufer Platte. Dabei handelt es sich um ein abwechslungsreiches Muschelkalk-Plattenland mit einem häufigen Wechsel der Bodennutzung.
 
Flächennutzung

Bei einer Gesamtbodenfläche von 93.561 ha verteilten sich die Nutzungsarten im Landkreis wie im Folgenden dargestellt.

Flächen der tatsächlichen Nutzung 1992 und 2010
Siedlungs- und Verkehrsfläche (SVF) ohne Abbauland
Diagramm für Thüringen anzeigen/ ausblenden

Nutzungsart [%] Landkreis Gotha Thüringen
1992 2010 2010
Siedlung und Verkehr 8,3 9,9 9,3
Landwirtschaft 56,6 55,7 54,4
Wald 27,0 27,0 31,9
Wasser 1,3 1,4 1,2
Sonstige 6,7 6,0 3,2


Karte:

Flächennutzung
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Übersichtskarten Thüringen:


Landwirtschaftliche Nutzung auf mehr als 80 % der Gemeindefläche ist im Landkreis in einem ca. 8-10 km breiten Streifen besonders hoher landwirtschaftlicher Bodenqualität flächenhaft verbreitet, der im West-Ost-Richtung von Ebenheim bis Nesse-Apfelstädt (außer Gotha, Goldbach, Trügleben) reicht. Im Gegensatz dazu haben die im Thüringer Wald liegenden Städte und Gemeinden Gräfenthal, Luisenthal und Tambach-Dietharz einen landwirtschaftlichen Flächenanteil von unter 10 %.

Der Anteil der Waldfläche ist im zentralen und nördlichen Teil des Kreises (außerhalb der Fahnerschen Höhe und der Seeberge) äußerst gering (unter 10 %). Dagegen sind infolge der Lage im Thüringer Wald in Luisenthal 88,5 %, Tambach-Dietharz 83,0 % und Gräfenhain 82,1 % der Gemeindefläche bewaldet.

Der Anteil der Siedlungs- und Verkehrsflächen befindet sich in der Regel in Korrelation zur Bevölkerungsdichte der Städte und Gemeinden und ist in Gotha (26,3 %) und Waltershausen (18,1 %) am höchsten. Ein Anteil von 4 % wird in Luisenthal und Wölfis unterschritten.

Wasserflächen konzentrieren sich, da größere natürliche Gewässer im Landkreis Gotha nicht vorhanden sind, auf die Talsperre Schmalwasser bei Tambach-Dietharz, die Ohratalsperre bei Luisenthal und die landwirtschaftlichen Wasserspeicher bei Dachwig, Friemar, Wangenheim (Talsperre Tüngeda) und Wechmar.

Die sonstigen Flächen werden im Landkreis Gotha an erster Stelle durch den ehemaligen Truppenübungsplatz Ohrdruf (größte militärische Konversionsfläche in Thüringen) repräsentiert, es folgen Bergbauflächen für Kiessande im zentralen Thüringer Becken um Gotha sowie für Hartgesteine im Thüringer Wald.


Karte:

Landnutzung
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Flächenversiegelung

In der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie ist die Minderung der Flächeninanspruchnahme für Siedlungen und Verkehr ein wichtiges Handlungsfeld. Vom gesamtdeutschen Ziel, die Flächeninanspruchnahme bis 2020 auf 30 Hektar pro Tag zu reduzieren, sind wir zum heutigen Zeitpunkt weit entfernt. Von ökologischer Brisanz ist vor allem die Tatsache, dass etwa 50 % der Siedlungs- und Verkehrsfläche versiegelt sind. Damit verbunden sind alle negativen Wirkungen auf die Geofaktoren Boden, Wasser, Klima sowie Flora und Fauna.

In Thüringen kommt verschärfend hinzu, dass der Flächenverbrauch bei sinkender Bevölkerung vonstatten geht. Thüringen verlor seit 1990 fast 12 % seiner Bevölkerung, was etwa 310.000 Einwohnern entspricht.

In einer geostatistischen Analyse von 2008 wurde erstmals aus hochauflösenden Satellitenbildern eine breite landesweite georäumliche Datenbasis zur Flächeninanspruchnahme als Grundlage für weitere fachliche Analysen geschaffen.


Karte:

versiegelte Flächen
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Karte:

Flächenversiegelung nach Gemeinden
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Karte:

Flächenversiegelung je Einwohner
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Eine für ein langfristig angelegtes Versiegelungsmonitoring geeignete Darstellungsweise ist die Verwendung eines normierten Rasters. Der Vorteil liegt in einer Vergleichbarkeit, die unabhängig von Gemeindegrößen und etwaigen Gebietsveränderungen ist. Eine Übersichtskarte für Thüringen zeigt den Versiegelungsgrad bezogen auf ein flächendeckendes 2 x 2 km-Raster mit dem Datenstand 2006.

Weitere Beiträge zur Flächenversiegelung sind im Internetangebot der TLUG hier zu finden.