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Landkreis Gotha - Allgemeine Informationen

 
Kreisverwaltung

Landrat: Onno Eckert
Verwaltungssitz: Gotha
Dienststelle: Landratsamt Gotha

18.-März-Str. 50
99851 Gotha

Tel.: 03621 / 21 40
Fax: 03621 / 21 42 83
Letzte Gebietsreform: 01.07.1994
Kfz-Kennzeichen: GTH

 
Wappen

Geteilt von Silber und Rot; oben das Schloss Friedenstein in Silber und mit schwarzen Dächern, unten über einem von Silber und Schwarz geschliffenen sechsstrahligen Stern ein silberner Wellenbalken (ministerielle Genehmigung vom 28.06.1991 ).

Der Landkreis Gotha wird durch den Großen Inselsberg (916 m h. NN), aber auch durch die Residenzstadt Gotha markiert. Das Schloss Friedenstein in Gotha, dessen 350jährige Grundsteinlegung man 1993 feierte, gilt als Symbol des Gothaer Landes. Die Wellenlinie kennzeichnet den 1366 erbauten Leinakanal, der als Wasserader für die damalige Zeit als einmalig gilt und die Verbindung zwischen Stadt und Land darstellen soll. Der Stern symbolisiert eines der sieben ehemaligen Thüringer Herzogtümer, das des Hauses Sachsen-Gotha-Altenburg bzw. Sachsen-Coburg-Gotha.

(Wappenbeschreibung des Landkreiswappens Gotha, Landratsamt Gotha, Gotha, 1993; Zeichnung: Knieffka, Gotha)

 
Wissenswertes zum Landkreis Gotha


Karte:

Satellitenbildkarte
(PDF-Datei)


Karte:

Übersichtskarte
(JPG-Datei)

Das Gebiet des heutigen Landkreises Gotha befindet sich in einem schon früh besiedelten Raum. Erste Siedlungshinweise stammen aus dem 5. Jahrhundert. Die Orte Ohrdruf, Mühlberg und Wechmar wurden erstmals im 8. und 9. Jahrhundert erwähnt.

Die nachweislich erste urkundliche Erwähnung Gothas erfolgte im Jahr 775 durch Kaiser Karl den Großen. Gotha erhielt im 12. Jahrhundert das Stadtrecht. Die Stadtentwicklung setzte in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts ein. Im Laufe der Zeit entwickelte sich die Stadt zum Zentrum dieser Region und wurde eine der bedeutendsten Städte in Thüringen. Ab 1640 war sie Residenzstadt des Herzogtums Sachsen-Gotha, wovon heute noch zahlreiche repräsentative Bauten (z. B. Schloss Friedenstein) zeugen.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kam es durch die Industrialisierung zu einer Bevölkerungsexplosion. 1852 lebten in der Stadt rund 15.000 Einwohner, 1892 waren es bereits 29.100. Im Verlauf ihrer Entwicklung dehnte sich die Stadt mit Industrieflächen und Arbeitervierteln nach Osten sowie mit bürgerlichen Villenvierteln und Gartenanlagen nach Westen aus. Seit der Absetzung des Herzogs von Sachsen-Coburg im Jahr 1918 ist Gotha keine Residenzstadt mehr.

Ohrdruf war im 16. Jahrhundert zeitweilige Residenz der Grafen von Gleichen (Schloss Ehrenstein).

Die Stadt Gotha ist in die Klassikerstraße Thüringen eingebunden. Sie verfügt über zahlreiche Schlösser, wie Schloss Friedenstein in Gotha, die größte frühbarocke Schlossanlage Deutschlands und ehemalige Residenz des Herzogtums Sachsen-Gotha. Schloss Friedenstein beherbergt das Ekhof-Theater, das älteste Schlosstheater Thüringens. In ihm finden noch heute Aufführungen statt. Als weitere Sehenswürdigkeiten in Gotha gelten Schloss Friedrichstal, die Margareten- und die Augustinerkirche, die Orangerie, der Tiergarten und die älteste Pferderennanlage Deutschlands auf dem Boxberg.

Weitere sehenswerte Schlösser sind die Schlösser Ehrenstein in Ohrdruf sowie Tenneberg in Waltershausen.

 
Die Kreisstadt - Gotha

Im nördlichen Vorland des Thüringer Waldes, zwischen der Landeshauptstadt Erfurt und der Wartburgstadt Eisenach, liegt die ehemalige Residenzstadt und heutige Kreisstadt Gotha, ca. 310 m ü. NN.

Schon seit vorgeschichtlicher Zeit (4000 Jahre v. u. Z.) war das Gebiet besiedelt. Gotha ist erstmalig im Jahre 775 in einer Urkunde Karls des Großen als "villa Gothaha" erwähnt: Karl der Große verpflichtete darin die Bewohner, den zehnten Teil der Ernte an das Kloster Hersfeld zu liefern. Bis heute ist nicht eindeutig geklärt, ob Abt "Gotthard" von Hersfeld den Stadtnamen begründete oder ob nicht vielmehr der Ursprung in "goth-aha" (gutes Wasser) zu suchen ist. Als frühmittelalterlicher Handelsplatz - die Bürger trieben einen ausgedehenten Handel mit Getreide, Walderzeugnissen und vor allem mit dem Färberwaid - lag Gotha am Wiegwasser und der "via regia" (Königstraße), beides waren Voraussetzungen für das Aufblühen und die Verleihung des Stadtrechts im 12. Jh. unter Landgraf Ludwig dem Eisernen. Eine technische Meisterleistung damaliger Zeit war der Bau des Leinakanals, der 1369 zur besseren Wasserversorgung der Stadt gebaut wurde.

Ab 1572 gehörte Gotha zum Herzogtum Sachsen-Coburg und ab 1640 (bis 1918) war es die Residenzstadt des Herzogtums. Unter Herzog Ernst I. "dem Frommen" wurde Gotha Residenzstadt und zahlreiche repräsentative Bauten, darunter das Wahrzeichen der Stadt, Schloss Friedenstein, sind Erbe jener Epoche. Unter den Nachfahren Ernst dem I. kam es zum weiteren Ausbau der barocken Residenzstadt - am besten ersichtlich an der Orangerie und Schloss Friedrichstal (1711/12). Auch die Anlage des weiträumigen Gothaer Parks (37 ha) im englischen Stil fällt in diese Zeit (1768). Herzog Ernst II. von Sachsen-Gotha-Altenburg förderte besonders Wissenschaft und Kunst (Seeberg Sternwarte, Gothaer Hoftheater unter C. Ekhof). Unter seiner Regentschaft erhielt das Herzogtum eine der fortschrittlichsten Verfassungen jener Zeit in Deutschland!

Bedeutende Persönlichkeiten prägten die Geschichte der Stadt. In der Zeit der Reformation kam 1524 der Franziskanermönch Friedrich Myconius nach Gotha, um eine Pfarrstelle als Reformator und lutherischer Prediger anzutreten. Im Sinne Luthers verfasste er auch eine "Geschichte der Reformation". Nach der schrecklichen Brandkatastrophe von 1545, bei der die halbe Stadt eingeäschert wurde und jeder zehnte Einwohner ums Leben kam, kümmerte er sich tatkräftig um die Bewohner der Stadt.

Der Pädagoge Andreas Reyher stellte 1642 das gesamte Schulwesen auf eine neue Grundlage und verfasste den Gothaer "Schulmethodus", der als vorbildliches Unterrichtsmittel in die deutsche Schulgeschichte eingegangen ist (Gründungsurkunde der deutschen Volksschule).

Als ein liebenswerter "Kauz" gilt der Professor am Gothaer Gymnasium, Johann Georg August Galletti, der nicht nur ein ernsthafter Geschichtsforscher und Verfasser zahlreicher Geschichtswerke, sondern auch ein Synonym eines zerstreuten Professors war. Seine seltsamen in Zerstreuung entstandenen Aussprüche wurden von seinen Schülern in der "Gallettiana" herausgegeben und so der Nachwelt überliefert.

Gotha, die Stadt der Naturwissenschaften und Künste ist ein Beiname, den die Residenzstadt zu Recht verdient. Neben dem Geologen und Forschungsreisenden Karl Ernst Adolf von Hoff wirkten in Gotha die Astronomen Baron Franz Xaver von Zach, Johann Franz Encke und Peter Andreas Hansen. Der Vater der deutschen Schauspielkunst Conrad Ekhof begründete 1775 im Gothaer Schloss das erste deutsche Hoftheater mit festem Sitz. Noch heute ist das Ekhoftheater, als ältestes Barocktheater in Europa, ein Kleinod von faszinierender Schönheit.

Im 17. und 18. Jh. entwickelte sich das Gothaer Verlagswesen. Hier erschien die erste Gesamtausgabe der Werke Voltaires mit 71 Bänden. Die "Gothaer Generalogie" - das Adelsverzeichnis in deutscher Sprache - bekannt auch als "der Gotha" - wurde zu einem Markenzeichen der Stadt. Den geographischen Verlag gründete Justus Perthes 1785 in Gotha, an dem bedeutende Wissenschaftler wie Berghaus, Sydow, Petermann und Haack mitwirkten. Karten, Atlanten und Globen dieses Verlages waren weltbekannt und hervorragende Leistungen ihrer Zeit. Der Kaufmann Ernst Wilhelm Arnoldi, eine herausragende Unternehmerpersönlichkeit, begründete in Gotha 1820 die erste Feuerversicherungsbank und 1827 die erste deutsche Lebensversicherungsbank.

Josef Meyer gründete 1826 in Gotha das heute noch bestehende Bibliographische Institut, einen der größten deutschen Lexikonverlage, Herausgeber von "Meyers-Universal-Lexikon".

Bedeutsame Kongresse tagten in Gotha. Der Deutsche Schützenbund wurde 1861 in der Stadthalle Gotha gegründet und 1875 einigten sich in der Residenzstadt die beiden Arbeiterparteien von Ferdinand Lasalle und August Bebel. Dieser Vereinigungsparteitag machte Gotha zum Geburtsort der deutschen Sozialdemokratie.

Um das Jahr 1860 wurde die Bahnlinie Leipzig-Gotha-Frankfurt mit einem Abzweig nach Norden gebaut. Mit der damit verbundenen Industrialisierung entstanden große Produktionsstätten des Maschinenbaus, der Lebensmittelindustrie und des Fahrzeugbaues. Ende des 19. Jh. hatten sich die ersten Waggonfertigungswerkstätten zu einem führenden Unternehmen entwickelt. Zu Beginn des 20. Jh. besaß Gotha eine leistungsfähige Industrie und hier wurden auch Flugzeuge (Gothaer Taube) gebaut.

Die politische Wende der Jahre 1989/90 brachte tiefgreifende Veränderungen. Gotha erlebte eine Ansiedlungs- und Gründungswelle im Dienstleistungssektor (Handel, Banken und Versicherungen). Das reichhaltige kulturelle Angebot fördert zunehmend auch den Städtetourismus. Die Stadt Gotha gilt als traditioneller Industrie- und Handelsstandort. Die zentrale Lage in Deutschland als auch die unmittelbare Nähe zu einer der Haupt-Ost-West-Entwicklungsachsen, der Bundesautobahn A4, ergeben wesentliche Entwicklungschancen für die Stadt. Die Lage in einem wirtschaftlich relativ starken Bundesland sowie die regionale Lage im Thüringer Becken wirken sich ebenfalls positiv für Gotha aus. Die Stadt weist eine vielschichtige Infrastruktur auf. Traditionelle Branchen, wie der Maschinenbau, die Nahrungs- und Genussmittelindustrie, holzverarbeitende bzw. chemische und pharmazeutische Industrie sind auch weiterhin in Gotha präsent. Neben vielen Einzelstandorten im Stadtgebiet bietet Gotha mit Gewerbegebieten am Stadtrand Investoren günstige Standortbedingungen.

 
Sehenswürdigkeiten

Beherrschendes Bauwerk Gothas ist der imposante Bau von Schloss Friedenstein, die größte frühbarocke Schlossanlage Deutschlands aus dem 17. Jh. Der Landschaftspark mit Orangerie um das Schloss entstand in seiner ersten Fassung 1770. Im Westturm des Schlosses befindet sich das 1683 eingerichtete Ekhoftheater, die erste ständige Einrichtung dieser Art an einem deutschen Fürstenhof. Neben dem Museum für Regionalgeschichte und Volkskunde sind auch das Kartographische Museum, einzigstes seiner Art in Europa, sowie die Schlosskapelle sehenswert. Im Schlossmuseum befinden sich Werke des Mittelalters und der Renaissance, darunter das berühmte Gothaer Liebespaar. Im Stadtzentrum ein denkmalgeschütztes Ensemble: das Rathaus von 1572 beherrscht das Bild des Hauptmarktes, die Häuserzeilen entlang der Marktseiten, Geschäftshäuser meist aus dem 17. Jh., sind mit attraktiven Hausmarken gekennzeichnet. Weitere Sehenswürdigkeiten sind auch der Klosterplatz mit der Augustinerkirche und anschließendem Kreuzgang, der Mykonius-Platz, der Neumarkt mit der Margaretenkirche, das Lucas-Cranach-Haus und Wasserkunst sowie das Waidhaus von 1576.

Gefeiert wird in Gotha alljährlich der St. Gotthardstag (5. Mai), das Museumsfest (Mitte Juni) und das Altstadtfest (Mitte September). In andere Epochen versetzt fühlt man sich bei den eindrucks-vollen Ritterspielen. Die historische Schlossanlage bildet den stimmungsvollen Rahmen für vielerlei Aktivitäten und Aktionen. Traditionsreich geht es auch bei vielen Vereinen zu, beispielsweise dem Schützenverein.

 
Ausflugs- und Wanderziele

  • Spaziergänge durch das Erholungsgebiet Klinge und Berggarten
  • Gothaer Tiergarten am Fuße des Kleinen Seebergs
  • älteste Pferderennanlage Deutschlands auf dem Boxberg
  • Fahrt mit der Thüringer Waldbahn (von den Gothaern liebevoll "Urwaldrumpel" genannt) in die Erholungsorte Friedrichroda und Tabarz, vorbei am Boxberg, dem Schloss Reinhardbrunn, dem Tobiashammer in Ohrdurf und der Marienglashöhle (Mitteleuropas größte und schönste Gipskristallhöhle)
  • an der Südgrenze des Landkreises Gotha erstreckt sich eine berühmte Wanderroute, der legendäre Rennsteig