Von den insgesamt 84.349 ha Bodenfläche des Landkreises Greiz war laut Flächenerhebung 2007 der mit 61,7 % größte Teil landwirtschaftlich genutzt. Mit Wald waren 25,3 % bedeckt. Eine Fläche von 9,4 % wurde als Siedlungs- und Verkehrsfläche (ohne Abbauland) beansprucht. Gegenüber der Flächenerhebung 1992 nahm die Siedlungs- und Verkehrsfläche um 1.663 ha (26,4 %) zu. Die Landwirtschaftsfläche war um 2,1 % rückläufig, während die Waldfläche nahezu unverändert blieb.
| Nutzungsart [ %] |
Landkreis Greiz |
Thüringen |
| 1992 |
2007 |
2007 |
| Siedlung und Verkehr | 7,4 | 9,4 | 9,1 |
| Landwirtschaft | 62,7 | 61,7 | 54,4 |
| Wald | 25,2 | 25,3 | 31,9 |
| Wasser | 1,6 | 1,6 | 1,2 |
| Sonstige | 3,1 | 1,9 | 3,4 |
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Karte: Flächennutzung |
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Die Flächennutzung nach Gemeinden ist im Landkreis Greiz deutlich differenziert.
Landwirtschaftliche Nutzung auf mehr als 90 % der Gemeindefläche ist im Altenburger Lössgebiet nördlich Ronneburg sowie im nördlichen Teil des Ronneburger Acker- und Bergbaugebietes (Lindenkreuz, Bethenhausen, Schwaara, Hirschfeld) verbreitet. Ein Flächenanteil von 50 % wird nur in wenigen Städten und Gemeinden unterschritten.
Der Anteil der Waldfläche ist östlich der Elster zwischen Pölzig und Seelingstädt äußerst gering. Erst mit der Aufforstung umfangreicher Betriebsflächen des ehemaligen Uranbergbaues werden dort größere Waldflächen entstehen. Westlich der Elster, auf der Saale-Sandsteinplatte (historische Landschaftsbezeichnung: Holzland), und im Schiefergebirge sind dagegen 20 bis 50 % der Gemeindeflächen bewaldet. Die höchsten Waldflächenanteile (über 50 %) gibt es im Bereich des Weidaer Forstes, des Pöllwitzer Forstes und im Greiz-Werdauer Wald. Die Gemeinde Neumühle hat mit 72,7 % den höchsten Waldanteil im Landkreis.
Der Anteil der Siedlungs- und Verkehrsflächen befindet sich in der Regel in Korrelation zur Bevölkerungsdichte der Städte und Gemeinden. Sie ist in Ronneburg (40,8 %), Weida (24,2 %) und Greiz (16,3 %) am höchsten. Besonders große Verkehrsflächenanteile werden zur Zeit noch im Einzugsbereich der ehemaligen Wismut-Anschlussbahn (Ronneburg, Braunichswalde, Seelingstädt) ausgewiesen. Mit dem Fortschreiten der bergbaulichen Sanierung werden diese Flächen in andere Nutzungen überführt.
Wasserflächen konzentrieren sich, da größere natürliche Gewässer im Landkreis Greiz nicht vorhanden sind, auf die Talsperren Zeulenroda, Hohenleuben, die Weidatalsperre und die Aumatalsperre. Östlich der Elster (Teichwolframsdorf) sind noch größere Anteile von Wasserflächen durch industriellen Absetzanlagen (Tailings der Uranerz-Aufbereitung) vorhanden, die aber im laufe der Sanierung trockengelegt werden.
Die sonstigen Flächen sind im Landkreis Greiz überwiegend vom Bergbau beanspruchte Flächen. Mit Fortschreiten der Sanierung der Flächen des ehemaligen Uranerzbergbaues werden Sie zunehmend in andere Nutzungen überführt (z.B. die neue Landschaft Ronneburg die im Rahmen der Bundesgartenschau 2007 entsteht). In Caaschwitz (Abbau von Dolomit) und Cossengrün (Abbau von Hartgestein: Diabas) werden diese Flächenanteile noch längere Zeit bestehen bleiben.
In der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie ist die Minderung der Flächeninanspruchnahme für Siedlungen und Verkehr ein wichtiges Handlungsfeld. Vom gesamtdeutschen Ziel, die Flächeninanspruchnahme bis 2020 auf 30 Hektar pro Tag zu reduzieren, sind wir zum heutigen Zeitpunkt weit entfernt. Von ökologischer Brisanz ist vor allem die Tatsache, dass etwa 50 % der Siedlungs- und Verkehrsfläche versiegelt sind. Damit verbunden sind alle negativen Wirkungen auf die Geofaktoren Boden, Wasser, Klima sowie Flora und Fauna.
In Thüringen kommt verschärfend hinzu, dass der Flächenverbrauch bei sinkender Bevölkerung vonstatten geht. Thüringen verlor seit 1990 fast 12 % seiner Bevölkerung, was etwa 310.000 Einwohnern entspricht.
In einer geostatistischen Analyse von 2008 wurde erstmals aus hochauflösenden Satellitenbildern eine breite landesweite georäumliche Datenbasis zur Flächeninanspruchnahme als Grundlage für weitere fachliche Analysen geschaffen.
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Karte: versiegelte Flächen |
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Karte: Flächenversiegelung nach Gemeinden |
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Eine für ein langfristig angelegtes Versiegelungsmonitoring geeignete Darstellungsweise ist die Verwendung eines normierten Rasters. Der Vorteil liegt in einer Vergleichbarkeit, die unabhängig von Gemeindegrößen und etwaigen Gebietsveränderungen ist. Eine Übersichtskarte für Thüringen zeigt den Versiegelungsgrad bezogen auf ein flächendeckendes 2 x 2 km-Raster mit dem Datenstand 2006.
Weitere Beiträge zur Flächenversiegelung sind im Internetangebot der TLUG hier zu finden.
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