Geographie

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Der Landkreis Greiz gehört zur Planungsregion Ostthüringen. Im Norden umschließt er die kreisfreie Stadt Gera und grenzt an Sachsen-Anhalt. Nordöstlich liegt der Kreis Altenburger Land. Im Südosten grenzt an den Landkreis Greiz Sachsen. Im Westen bilden der Saale-Orla-Kreis sowie der Saale-Holzland-Kreis die Grenze.


Geomorphologie

Physische Übersicht Thüringen (PDF-Datei)

Die Geländehöhen im Landkreis Greiz betragen zwischen 173 m im Elstertal bei Caaschwitz und ca. 530 m auf der Hochfläche des Vogtländischen Oberlandes südlich Bernsgrün. Ausgewählte markante Geländeerhebungen sind:

Schöne Höhe bei Langenwolschendorf 481 m
Katzenberg bei Kahmer 475 m
Hirschstein bei Greiz 447 m
Hohe Reuth bei Bocka 390 m
Reuster Berg 370 m
Tömmelsberg südlich Rüdersdorf 362 m
Käseberg bei Kaltenborn 360 m


Karte:
Hangneigung und Exposition
(JPG-Datei)

Übersichtskarte Thüringen (JPG-Datei)


Naturräume

Mittelgebirge Ostthüringer Schiefergebirge - Vogtland
gesamter südlicher Teil
Plothener Teichplatte
nur ein kleines Gebiet bei Auma OT Untendorf
Ronneburger Acker- und Bergbaugebiet
östlicher Teil um Ronneburg und Seelingstädt
Buntsandstein-Hügelländer Saale-Sandsteinplatte
nordwestlicher Teil (Holzland), sowie Sandsteingebiet um Gera-Falka und Wolfersdorf
Ackerhügelländer Altenburger Lössgebiet
nordöstlicher Teil, Gemeinden der VG Brahmetal


Karte:
Naturräumliche Gliederung
(PDF-Datei)

Übersichtskarte Thüringen (PDF-Datei)

Der Landkreis Greiz liegt an einer Schnittstelle naturräumlich unterschiedlicher Landschaftstypen und hat im wesentlichen Anteil an vier Naturräumen. Im Nordwesten reicht die meist mit Kiefern bewaldete Saale-Sandsteinplatte, eine Randplatte des Thüringer Beckens, in den Landkreis hinein. Nordöstlich der Stadt Gera beginnt das Altenburger Lössgebiet, ein überwiegend landwirtschaftlich genutztes Lösshügelland, dem sich südlich das flachwellige, weitgehend waldfreie Ronneburger Acker- und Bergbaugebiet anschließt. Hier finden sich zahlreiche Tagebaurestlöcher und Halden des ehemaligen Uranbergbaus um Ronneburg.

Das zentrale und südliche Kreisgebiet wird durch das Ostthüringer Schiefergebirge-Vogtland mit kuppigen Höhen zwischen 360 und 550 m und eingeschnittenen Flusstälern geprägt. Das Landschaftsbild des Landkreises wird auch durch die Weiße Elster bestimmt, die den Kreis von Süden nach Norden durchquert.

Flächennutzung

Von den insgesamt 84.349 ha Bodenfläche des Landkreises Greiz war laut Flächenerhebung 2007 der mit 61,7 % größte Teil landwirtschaftlich genutzt. Mit Wald waren 25,3 % bedeckt. Eine Fläche von 9,4 % wurde als Siedlungs- und Verkehrsfläche (ohne Abbauland) beansprucht. Gegenüber der Flächenerhebung 1992 nahm die Siedlungs- und Verkehrsfläche um 1.663 ha (26,4 %) zu. Die Landwirtschaftsfläche war um 2,1 % rückläufig, während die Waldfläche nahezu unverändert blieb.

Nutzungsart [ %] Landkreis Greiz Thüringen
1992 2007 2007
Siedlung und Verkehr7,49,49,1
Landwirtschaft62,761,754,4
Wald25,225,331,9
Wasser1,61,61,2
Sonstige3,11,93,4



Karte:
Flächennutzung
(PDF-Datei)


Die Flächennutzung nach Gemeinden ist im Landkreis Greiz deutlich differenziert.

Landwirtschaftliche Nutzung auf mehr als 90 % der Gemeindefläche ist im Altenburger Lössgebiet nördlich Ronneburg sowie im nördlichen Teil des Ronneburger Acker- und Bergbaugebietes (Lindenkreuz, Bethenhausen, Schwaara, Hirschfeld) verbreitet. Ein Flächenanteil von 50 % wird nur in wenigen Städten und Gemeinden unterschritten.

Der Anteil der Waldfläche ist östlich der Elster zwischen Pölzig und Seelingstädt äußerst gering. Erst mit der Aufforstung umfangreicher Betriebsflächen des ehemaligen Uranbergbaues werden dort größere Waldflächen entstehen. Westlich der Elster, auf der Saale-Sandsteinplatte (historische Landschaftsbezeichnung: Holzland), und im Schiefergebirge sind dagegen 20 bis 50 % der Gemeindeflächen bewaldet. Die höchsten Waldflächenanteile (über 50 %) gibt es im Bereich des Weidaer Forstes, des Pöllwitzer Forstes und im Greiz-Werdauer Wald. Die Gemeinde Neumühle hat mit 72,7 % den höchsten Waldanteil im Landkreis.

Der Anteil der Siedlungs- und Verkehrsflächen befindet sich in der Regel in Korrelation zur Bevölkerungsdichte der Städte und Gemeinden. Sie ist in Ronneburg (40,8 %), Weida (24,2 %) und Greiz (16,3 %) am höchsten. Besonders große Verkehrsflächenanteile werden zur Zeit noch im Einzugsbereich der ehemaligen Wismut-Anschlussbahn (Ronneburg, Braunichswalde, Seelingstädt) ausgewiesen. Mit dem Fortschreiten der bergbaulichen Sanierung werden diese Flächen in andere Nutzungen überführt.

Wasserflächen konzentrieren sich, da größere natürliche Gewässer im Landkreis Greiz nicht vorhanden sind, auf die Talsperren Zeulenroda, Hohenleuben, die Weidatalsperre und die Aumatalsperre. Östlich der Elster (Teichwolframsdorf) sind noch größere Anteile von Wasserflächen durch industriellen Absetzanlagen (Tailings der Uranerz-Aufbereitung) vorhanden, die aber im laufe der Sanierung trockengelegt werden.

Die sonstigen Flächen sind im Landkreis Greiz überwiegend vom Bergbau beanspruchte Flächen. Mit Fortschreiten der Sanierung der Flächen des ehemaligen Uranerzbergbaues werden Sie zunehmend in andere Nutzungen überführt (z.B. die neue Landschaft Ronneburg die im Rahmen der Bundesgartenschau 2007 entsteht). In Caaschwitz (Abbau von Dolomit) und Cossengrün (Abbau von Hartgestein: Diabas) werden diese Flächenanteile noch längere Zeit bestehen bleiben.



Karte:
Landnutzung
(JPG-Datei)

Übersichtskarte Thüringen (JPG-Datei)


Flächenversiegelung

In der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie ist die Minderung der Flächeninanspruchnahme für Siedlungen und Verkehr ein wichtiges Handlungsfeld. Vom gesamtdeutschen Ziel, die Flächeninanspruchnahme bis 2020 auf 30 Hektar pro Tag zu reduzieren, sind wir zum heutigen Zeitpunkt weit entfernt. Von ökologischer Brisanz ist vor allem die Tatsache, dass etwa 50 % der Siedlungs- und Verkehrsfläche versiegelt sind. Damit verbunden sind alle negativen Wirkungen auf die Geofaktoren Boden, Wasser, Klima sowie Flora und Fauna.

In Thüringen kommt verschärfend hinzu, dass der Flächenverbrauch bei sinkender Bevölkerung vonstatten geht. Thüringen verlor seit 1990 fast 12 % seiner Bevölkerung, was etwa 310.000 Einwohnern entspricht.

In einer geostatistischen Analyse von 2008 wurde erstmals aus hochauflösenden Satellitenbildern eine breite landesweite georäumliche Datenbasis zur Flächeninanspruchnahme als Grundlage für weitere fachliche Analysen geschaffen.


Karte:
versiegelte Flächen
(JPG-Datei)

Karte:
Flächenversiegelung nach Gemeinden
(JPG-Datei)

Karte:
Flächenversiegelung je Einwohner
(JPG-Datei)

methodische Hinweise

Eine für ein langfristig angelegtes Versiegelungsmonitoring geeignete Darstellungsweise ist die Verwendung eines normierten Rasters. Der Vorteil liegt in einer Vergleichbarkeit, die unabhängig von Gemeindegrößen und etwaigen Gebietsveränderungen ist. Eine Übersichtskarte für Thüringen zeigt den Versiegelungsgrad bezogen auf ein flächendeckendes 2 x 2 km-Raster mit dem Datenstand 2006.

Weitere Beiträge zur Flächenversiegelung sind im Internetangebot der TLUG hier zu finden.