Naturschutzgebiete (Stand: 03/2018)

Der Landkreis Greiz hat Anteil an fünf Naturschutzgebieten (NSG). Davon liegt ein NSG mit einem kleinen Teil im Saale-Orla-Kreis.

NummerNameGröße (ha)
161 Buchenberg 8
162 Gütterlitz 8
277 Steinicht 16
345 Frießnitzer See - Struth 1) 355
382 Aumatal 135
1) liegt in zwei oder mehr Landkreisen


Die NSG 161, 162, 277 und 382 liegen im Naturraum 1.3.6 (Ostthüringer Schiefergebirge-Vogtland).

An einem nordexponierten Steilhang der Auma unterhalb des Forstortes Hoher Herd, etwa 1 km südwestlich von Weida, befindet sich das NSG 161 "Buchenberg". Kennzeichnend für dieses Gebiet sind die naturnahen Laubwaldgesellschaften in Steilhanglage mit hohem Alt- und Totholzanteil, wobei der überwiegende Teil des NSG von Hainsimsen-Buchenwald, meist in einer farnreichen Ausbildung, eingenommen wird. Neben der artenreichen Singvogelwelt mit typischen Vertretern wie beispielsweise Kleiber oder Singdrossel ist das stetige Vorkommen des Feuersalamanders im Röhrengraben sowie der Nachweis des Kleinen Schillerfalters bemerkenswert.

Das NSG 162 "Gütterlitz" befindet sich in flachhängiger Lage am Nordrand des Forstortes Kesselberg bei Auma. Es repräsentiert die für den Naturraum charakteristischen Oberflächen- und Gewässerformen auf Pseudogley. Das Biotopinventar setzt sich aus naturnahen Laubmischwäldern, Fichtenforsten und Grünlandflächen sowie einem verlandenden Teich, der jedoch intensiv zur Karpfenzucht genutzt wird, zusammen.

Das NSG 277 "Steinicht" umfasst einen kleinen Ausschnitt aus der welligen Hochfläche des thüringischen Vogtlands, den Steilhang der Weißen Elster, einen Ausschnitt der Talsohle dieses Flusses sowie den unteren Abschnitt eines Kerbtälchens, welches in die Elster mündet. Das Gebiet ist durch eine bemerkenswerte Waldgrenzvegetation, Flora und Vogelfauna gekennzeichnet. Für das Vegetationsinventar sind die an den steilen Hängen ausgebildeten Blockhalden und Felspartien von besonderer Bedeutung. Der dominierende Waldanteil setzt sich, abgesehen von Nadelholzforsten, aus relativ naturnahen Laubmischwäldern zusammen.

Als repräsentativer Ausschnitt des Flusstals der Auma stellt sich das NSG 382 "Aumatal" dar. In engen Talmäandern hat sich die Auma, ein Nebenfluss der Weida, in das Plateau des Schiefergebirges eingeschnitten. Die Auenbereiche bestehen weitgehend aus artenarmen Intensivweiden und -wiesen mit Nährstoffzeigern und Weideunkräutern. Während die Talhänge fast ausschließlich mit Nadelbaumforsten bestockt sind, kommen auf dem Plateau auch Kiefern-Altbestände vor. Der bemerkenswerteste Vertreter der Flora ist die sehr seltene Wasserfeder in den Altarmen der Auma. Dieses NSG dient v. a. als Rückzugsgebiet für eine störungsempfindliche Fauna.

Am Südostrand der Saale-Sandsteinplatte (Naturraum 2.6) im Auslaugungsbereich des Zechsteins und am Nordrand des Schiefergebirges liegt das NSG 345 "Frießnitzer See - Struth". Im Gegensatz zur ansonsten sehr waldreichen Saale-Sandsteinplatte stellen flachmuldige Senken wie die Struthniederung fast unbewaldete Offenlandschaften dar. Die ehemals stark versumpfte Aue wurde weitgehend trocken gelegt, sodass großflächige zusammenhängende Grünlandbereiche (meist Glatthaferwiesen) entstanden sind. Aufgrund der reichhaltigen Biotopausstattung, einem Komplex aus Feucht-, Wald- und Grünlandbiotopen mit einer artenreichen Flora, sowie der artenreichen Vogel-, Herpeto- und Insektenfauna besitzt das NSG eine hohe Bedeutung für den zoologischen Artenschutz und stellt insgesamt ein überregional bedeutsames Refugium für zahlreiche Arten in der ansonsten intensiv genutzten Umgebung dar.
 
Landschaftsschutzgebiete (Stand: 03/2018)

Im Landkreis Greiz sind zur Zeit fünf LSG ausgewiesen. Im Thüringer Vogtland mit den historisch bedeutsamen Städten Weida und Greiz ist ein potentielles Fremdenverkehrsgebiet, in dem die landschaftliche, naturräumliche und kulturräumliche Vielfalt für differenzierte Entwicklungen von Fremdenverkehr und Erholung genutzt werden soll.

Die LSG 45, 47, 52 und 55 sind Teilräume des geplanten LSG 90. Im reizvollen Landschaftsbereich des Teilraumes Mittleres Elstertal, Unteres Göltzschtal und Greiz-Werdauer Wald sollen die Möglichkeiten für den Wander-, Rad- und Bootstourismus ausgebaut sowie vorhandene Tourismustraditionen wieder aufgenommen bzw. weiterentwickelt werden. Im Teilraum um das Weida- und Aumatal (mit LSG 45, 52) sollen die Erholungsmöglichkeiten in reizvoller und abwechslungsreicher Landschaft besonders qualitativ weiter ausgebaut werden.

NummerNameGröße (ha)
34Geraer Stadtwald1.530
45Weidatalsperre1.674
47Steinicht15
52Burgruine Reichenfels49
55Wälder um Greiz und Werdau3.164



Karte:

Schutzgebiete
(JPG-Datei)

 
Geschützte Landschaftsbestandteile,
Flächennaturdenkmale und Naturdenkmale *

Im Landkreises Greiz gab es zum 15.12.2004 insgesamt 97 geschützte Landschaftsbestandteile, Flächennaturdenkmale und Naturdenkmale.

* Von den Naturdenkmalen wurden erfasst: flächige Naturdenkmale sowie Naturdenkmale geologischer und hydrologischer Art.
 
Natura-2000-Gebiete

Das europäische ökologische Schutzgebietsnetz Natura 2000 umfasst Fauna-Flora-Habitat-Gebiete (FFH-Gebiete einschließlich FFH-Objekte) und Europäische Vogelschutzgebiete.

Die FFH-Gebiete bilden ein europaweites Netz besonderer Schutzgebiete, das der Erhaltung schutzwürdiger Lebensräume sowie ausgewählter Tier- und Pflanzenarten dient. Die Europäischen Vogelschutzgebiete werden für bestimmte Brutvogelarten und für Rast- und Überwinterungsplätze von Zugvögeln ausgewiesen.

Rechtliche Grundlage

Thüringen hat seine Meldung von FFH-Gebieten an die EU-Kommission abgeschlossen. Neben den 212 FFH-Gebieten wurden auch 47 punktförmige FFH-Objekte für den Fledermausschutz gemeldet. Hierbei handelt es sich insbesondere um Fledermausquartiere in Gebäuden und Stollen. Diese sind im Sinne der FFH-Richtlinie FFH-Gebiete und wurden z. T. zu Objektgruppen zusammengefasst. Außerdem gibt es in Thüringen 44 Vogelschutzgebiete.

Der Landkreis Greiz hat Anteil an folgenden FFH-Gebieten:
 
FFH-Gebiete (Stand: 05/2004)

Nummer Name Größe (ha)
... ... ...

 
Europäische Vogelschutzgebiete (Stand: 04/2007)

Nummer Name Größe Landkreis/
kreisfreie Stadt
Kurzcharakteristik
40Auma-Aue mit Wolcheteiche und Struthbach-Niederung877 haSaale-Orla-Kreis, GreizZahlreiche verlandende Kleingewässer und der "Frießnitzer See" mit angrenzenden Feuchtbiotopen und Grünlandbereichen bilden mit dem naturnahen Fließgewässer der Auma und Waldsäumen wertvolle Refugien für bedrohte Brut- und Rastvogelarten.
41Pöllwitzer Wald2.030 haGreizZwergstrauchheiden auf nährstoffarmen, wechselfeuchten Standorten inmitten ausgedehnter, störungsarmer Nadelmischwälder mit vermoorenden Partien, Waldteichen und Feuchtwiesen sind wertvolle Refugien insbesondere für Heidelerche und Schwarzstorch.
42Elstertal zwischen Greiz und Wünschendorf1.602 haGreizrepräsentiert Fluss- und Bachauen, Silikatgesteinsbiotope, zum Teil naturnahe Laubwälder, Flachland-Mähwiesen sowie Waldbach mit bemerkenswertem Artenreichtum, Refugien insbesondere für bemerkenswerte Fledermaus-, Vogel-, Libellen-, und Schmetterlingsarten


Karte:

Gebiete des Natura-2000-Netzes
(PDF-Datei)