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Landkreis Greiz - Allgemeine Informationen

 
Kreisverwaltung

Landrätin: Martina Schweinsburg
Verwaltungssitz: Greiz
Dienststelle: Landratsamt Greiz

Dr.-Rathenau-Platz 11
07973 Greiz

Tel.: 03661 / 8760
Fax: 03661 / 87 62 22
Letzte Gebietsreform: 01.07.1994
Kfz-Kennzeichen: GRZ

 
Wappen

Über einem schwarz-gold geteilten und mit einem gebogenen, schrägrechten grünen Rauten-kranz belegten Schildfuß von Schwarz und Silber geteilt.; vorn ein aufrechter goldener, rotgekrönter und -bewehrter Löwe; hinten ein goldener Kranich.

(Genehmigung des Thüringer Landesverwaltungsamtes vom 19.07.1997).

Der goldene Löwe in Schwarz und der goldene Kranich in Silber würden dem Wappen der Herren Reuß entlehnt. Sie waren die Landesherren des größten Teils des vom heutigen Landkreis Greiz gehörenden Territoriums. Eine Zustimmung zur Verwendung der Wappensymbole durch das Büro Prinz Reuss vom 21.03.1997 liegt vor. Ein kleinerer Teil des heutigen Territoriums des Landkreises Greiz wurde durch die Wettiner regiert. Diese führten seit 1423 u. a. das Wappen des Herzogtums Sachsen in ihren Wappen. Da es das ranghöchste Wappen war, wurde es bald zum Symbol für die sächsischen Herzogtümer in Thüringen und das Königreich Sachsen. Im vorliegenden Wappen wurde es reduziert auf eine schwarz-goldene Teilung und den schrägrechten Rautenkranz.

(Wappenbeschreibung Landkreis Greiz, Landratsamt Greiz, 1997)

 
Wissenswertes zum Landkreis Greiz


Karte:

Satellitenbildkarte
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Karte:

Übersichtskarte
(JPG-Datei)

Die Besiedlung des heutigen Gebietes des Landkreises Greiz erfolgte relativ spät. Die ältesten Siedlungen, auch die heutige Kreisstadt Greiz, wurden von Slawen gegründet, die dieses Gebiet schon vor allem im 9. und 10. Jahrhundert besiedelten. Ortsnamen, die auf "-itz" enden, deuten auf slawische Gründungen hin. Die urkundlichen Ersterwähnungen der meisten Orte fällt in die Zeit des 13. und 14. Jahrhunderts, wobei sich damals bereits im wesentlichen die heutige Siedlungsstruktur herausbildete. In feudalen Auseinandersetzungen und Erbfolgen unterlag das Gebiet häufigen politischen Veränderungen, aus denen sich die Fürstentümer Reuß ältere Linie (Greiz) im Südosten des Landkreises und Reuß jüngere Linie (Gera) im Norden sowie Südwesten bildeten. Der zentrale Bereich des heutigen Landkreises um die Stadt Weida gehörte im 19. Jahrhundert zum Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach. Mit dem Gemeinschaftsvertrag vom Januar 1920 endete die Kleinstaaterei und der Freistaat Thüringen wurde gegründet.

Die heutige Kreisstadt Greiz wurde erstmals im Jahr 1209 urkundlich erwähnt. Im Mittelalter wurde Greiz von den Reichsvögten von Weida verwaltet. Mit dem Ausbau des Vogtsitzes entstand eine Siedlung unterhalb des Schlossberges, aus der sich allmählich frühstädtische Strukturen herausbildeten. 1359 wurde Greiz erstmals Stadt genannt.

Zwischen 1306 und 1918 war die Stadt ständige Residenz des reußischen Herrscherhauses. Zeitweilig war Greiz durch Erbteilung in zwei Herrschaften geteilt (bis 1768), deren noch heute sichtbares Zeichen die zwei Schlösser sind. im Jahr 1802 zerstörte ein Brand große Teile der Stadt, so dass ein Großteil der heutigen Bauten jüngeren Datums ist.

Die wechselvolle Geschichte Thüringens hat im Landkreis Greiz zahlreiche Burgen, Schlösser, Kirchen, reizvolle Parkanlagen sowie architektonisch interessante Brücken und Ortskerne hinterlassen. So verläuft auch die Reußische Fürstenstraße durch den Landkreis.

Zu den touristischen Sehenswürdigkeiten der Stadt Weida gehören die Osterburg (achthundertjährige Stammburg der Vögte von Weida), die Ruine der Widenkirche (im Dreißigjährigen Krieg zerstört) und das älteste Thüringer Hammerwerk. Nordöstlich von Weida liegt die Gemeinde Wünschendorf/Elster mit einer zweihundertjährigen überdachten Holzbrücke über die Weiße Elster, der tausendjährigen Veitskirche (älteste Kirche im Vogtland) und den Resten zweier großer Klosteranlagen (Cronschwitz und Mildenfurth).

Die Altstadt von Greiz steht unter Denkmalschutz. Zu sehen sind dort sehr schöne Gebäude im Stil des Klassizismus und im Jugendstil, zwei Schlösser (oberes und unteres Schloss) und ein fürstlicher Lustgarten im Renaissancestil. Zeulenroda besitzt ein klassizistisches Rathaus, und bei Hohenleuben befindet sich die Burgruine Reichenfels.

 
Die Kreisstadt - Greiz

Die im nördlichen Vogtland liegende Kreisstadt Greiz ist berühmt wegen ihrer romantischen Lage, in einem langgestreckten Becken des schmalen Waldtales der Weißen Elster und umrahmt von waldreichen Höhenzügen und Berghängen, ca. 250 bis 426 m ü. NN. Dieser landschaftlich reizvollen Lage verdankt Greiz auch den schmückenden Beinamen "Perle des Vogtlandes".

Die erste dichtere Besiedlung des Landes an der Elster lässt sich für das 6.bis 9. Jh. nachweisen. Nachdem die in vorchristlicher Zeit ansässigen germanischen Stämme nach der Zerstörung des Thüringer Königreiches 531 n. Chr. von dem slawischen Volksstamm der Sorben hinter die Saale verdrängt wurden, entstand vermutlich die erste Stammes- oder Fluchtburg auf dem Burgberg über dem Elstertal.

Der Ortsname Greiz lässt sich mit dem altslawischen Begriff "grad" in Verbindung bringen und bedeutet soviel wie "fester Platz", "Zufluchtsort" und ist mit "Burg" gleichzusetzen. Die Bevölkerung war slawisch; eine gegenläufige Entwicklung setzte mit der christlichen Kolonialisierung ein, als Siedler aus den oberfränkischen und thüringischen Gebieten zuwanderten und jene Mischbevölkerung bildeten, die die Vorfahren der Vogtländer sind. Die erste urkundliche Erwähnung von Greiz ist aus dem Jahre 1209 überliefert, wenige Jahre später werden auch Burg und Kirche erwähnt. Terra Advokatorum - Land der Vögte - nannte man Greiz im Mittelalter, da es als reichsunmittelbares Gebiet von den Reichsvögten von Weida verwaltet wurde.

Mit dem Ausbau des Voigtsitzes entstand eine erste Burgmannensiedlung unterhalb des Schlossberges, aus der sich allmählich frühstädtische Strukturen entwickelten und 1359 wird der Ort erstmalig als Stadt genannt. Ab 1306 wird der Ort ständige Residenz der Vögte und Herren, späteren Grafen und Fürsten Reuß. Die Stadt blieb bis zum Erlöschen der reußischen Fürstentümer im Jahre 1918 Sitz dieser Dynastie, die in der Folgezeit verschiedene Erbteilungen hatte, so dass die Stadt Greiz über mehrere Jahrhunderte in zwei Herrschaften geteilt ist. Heute noch sind Zeugen dieser geschichtlichen Entwicklung in Greiz erhalten - Oberes und Unteres Schloss sind die jeweils entsprechenden Residenzschlösser. Erst 1768 werden die Herrschaften Ober- und Untergreiz zu einer Grafschaft vereinigt und zehn Jahre später zum Fürstentum Reuß älterer Linie erhoben. Dieses kleine Duodezländchen mit seinen 316,3 km² war bis 1918 Bundesstaat des Deutschen Reiches und wurde 1920 Teil des neugebildeten Landes Thüringen.

In der zweiten Hälfte des 16. und besonders im 17. Jh. wurde das Wirtschaftsleben in Greiz von den Leine- und Wollwebern bestimmt. Zuwanderer aus den Niederlanden/Niederlausitz brachten die Zeugweberei in die Stadt. Mit der Einführung der ersten mechanischen Webstühle durch die Firma J. D. Löffler im Jahre 1862 und dem Eisenbahnanschluss 1865, begann die industrielle Warenproduktion und 1868 gab es bereits 200 mechanische Webstühle. Greiz wandelte sich zu einer leistungsstarken Textilindustriestadt., die den von Gottfried Doehler geschaffenen Slogan rechtfertigte: "WAS GREIZ GEWEBT UND GREIZ GEFÄRBT; DAS HÄLT BIS DIE ENKLIN ERBT".

Mit der Umstellung auf die Marktproduktion 1990 wurden rentable traditionelle mittelständische Betriebe reprivatisiert und nehmen Handwerk, Dienstleistungen, Handel und Fremdenverkehr einen größeren Raum ein.

Greiz - die vogtländische Kulturstadt an der Elster - verfügt über sehr wertvolle kulturelle Einrichtungen und hat auf dem Gebiet der Musik, Literatur und bildenden Künste beste Traditionen. Das klassizistische Sommerpalais, das zwischen 1779 und 1784 angelegt wurde, enthält eine weltberühmte Bücher- und Kupferstichsammlung mit hochwertigen Stichen und Lithografien des 16. bis 19. Jh. und ist seit 1975 Austragungsort des Satiricums, einer Biennale mit einer Karikaturensammlung aus dem Gebiet der ehemaligen DDR.

Die Musikschule "Bernhard Stavenhagen" (gebürtiger Greizer und um die Jahrhundertwende weltweit bekannt als Pianist und Komponist, sowie als letzter Schüler von Franz Liszt) hat bekannte Musikerpersönlichkeiten hervorgebracht. Seit 1947 werden in Zusammenarbeit von Musikschule und Greizer Sinfonieorchester die Musikwochen mit dem Stavenhagen-Wettbewerb zur Förderung junger Nachwuchsmusikanten durchgeführt.

1897 entstand das "Philharmonische Orchester Greiz", (seit 1992 als fusionierter Klangkörper unter dem Titel "Vogtlandphilharmonie Greiz/Reichenbach") ist bis heute Träger des öffentlichen Konzertlebens von Greiz und wirkt über die Stadt hinaus in vielen Orten mit erfolgreichen Gastkonzerten. Neben Sinfonieorchester, Musikschule, Degenhardt-Quartett und vielen Chören hat die Stadt auch eine eigene Jazz-Kapelle. Sie nennt sich "media nox" und formierte sich in den 60-er Jahren.

Das Theater der Stadt Greiz bietet Theaterveranstaltungen, Konzerte, Ausstellungen usw. Bildende Künstler, wie die Holzbildhauerin Elly-Viola Nahmmacher oder der Bauhauskünstler Johannes Berthold sorgen über die Ländergrenzen hinweg für einen guten Ruf.

Auf literarischem Gebiet wurde Greiz bekannt durch den Heimatdichter Gotthold Roth, den Sagendichter Rudolf Schramm, Hans-Georg Stengel, Reiner Kunze, Uwe Grüning, Klaus Rohleder und andere. Insgesamt gesehen hat Greiz eine gute Kultur hervorgebracht, die es jetzt zu bewahren gilt.

 
Sehenswürdigkeiten

Zeugen der geschichtlichen Entwicklung sind heute noch in Greiz erhalten. Als Wahrzeichen der Stadt gilt das Obere Schloss, dessen Turm als eines der ältesten Bauwerke von Greiz angesehen werden kann. Besonders sehenswert sind weiterhin das Untere Schloss, das zusammen mit der Stadtkirche St. Marien, der Hauptwache (auch alte Wache genannt), dem Röhrenbrunnen und dem ehemaligen Lyzeum ein klassizistisches Ensemble bildet.

Sehenswert sind auch viele Bürgerhäuser (überwiegend im Jugendstil), das neogotische Rathaus und das Mosaik "Der Goldschmied".

Den Ruf als Park- und Schlossstadt verdankt Greiz auch seinem weithin bekannten Park (mit seinen dendrologischen Kostbarkeiten und seiner artenreichen Vogelwelt), welcher bereits um 1650 als herrschaftlicher Lustgarten im Renaissancestil angelegt wurde und ab 1827 als Landschaftsgarten nach englischem Vorbild gestaltet wurde. Inmitten des Parks steht das als Sommerresidenz der Greizer Fürsten errichtete Sommerpalais im frühklassizistischen Stil.

Gefeiert wird in Greiz alljährlich das Park- und Schlossfest (Juni) und der Theaterherbst (September).

 
Ausflugs- und Wanderziele

  • Pulverturm auf dem "Roth"
  • ausgeprägtes und interessantes Wanderwegenetz von rund 450 km Streckenlänge vorbei an sagenumwobenen Plätzen und geleitet zu touristischen Anziehungspunkten
  • Burgruine in Elsterberg (größte Burganlage des Vogtlands)
  • Naherholungsgebiet Waldhaus mit Tiergehege
  • Göltzschtalbrücke bei Mylau (eines der bedeutendsten technischen Bauwerke, größte Ziegelbrücke der Welt 574 m lang, 78 m hoch)
  • Elstertal mit Elstertalbrücke
  • Nitschareuth, ein unter Denkmalschutz stehendes Angerdorf im fränkischen Baustil, ein klassisches Beispiel bäuerlicher Architektur und Lebensweise (als Dorfmuseum zu besichtigen ist das Haus Nr. 13, ein Gehöft mit Ausstellung, Bauernstube, Backofen, Stallungen, Kräutergarten)
  • Töpferhof in Moschwitz
  • Talsperre Pöhl