Historische Entwicklung der Verwaltungsstrukturen

Die kreisfreie Stadt Gera entstand in ihren heutigen Grenzen mit der Verwaltungsreform des Freistaates Thüringen am 01.07.1994 aus dem Stadtkreis Gera und den Gemeinden Aga, Cretzschwitz, Falka, Hermsdorf, Roben, Söllmnitz (bereits zum 01.04.1994), Röpsen, Thränitz, Trebnitz und Weißig sowie dem Ortsteil Naulitz der Stadt Ronneburg (bis dahin zum Landkreis Gera gehörend).

Gera (Ersterwähnung 995, als Stadt 1237) gehörte seit 1306 zur Herrschaft Greiz, dem Kernland der späteren Fürstentümer Reuß. 1562 teilten die Reußen ihr Herrschaftsgebiet in die Linien Obergreiz (mittlere Linie Reuß), Untergreiz (ältere Linie Reuß) und Gera (jüngere Linie Reuß). Die Herren Reuß jüngere Linie ließen seit 1563 das Geraer Schloss Osterstein zum Residenzschloss ausbauen. 1616 starb die mittlere Linie Reuß aus, ihr Gebiet wurde auf die ältere Linie (Greiz und Burgk) und die jüngere Linie (Gera, Schleiz und Bad Lobenstein, ab 1824 Ebersdorf) aufgeteilt. Mit der Abdankung des Fürsten von Schleiz entstand 1848 das Fürstentum Reuß jüngerer Linie mit Sitz in Gera. Im November 1918 wurden beide reußischen Fürstentümer aufgelöst und die Freistaaten Reuß älterer und jüngerer Linie gebildet, die sich am 17.04.1919 zum Volksstaat Reuß mit der Landeshauptstadt Gera vereinigten, der bis zum 01.05.1920 (Zusammenschluss aller thüringischen Kleinstaaten zum Land Thüringen) bestand.

Das heutige Territorium der Stadt Gera gehörte nicht ausschließlich zum Fürstentum Reuß j. L. Die Ortsteile Roschütz, Röpsen und Hain waren dem Herzogtum Sachsen-Altenburg, Thränitz dem Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach zuzuordnen. Kaimberg, Liebschwitz, Taubenpreskeln und Niebra bildeten Exklaven des Königreiches Sachsen.

Von 1922 an gab es im Land Thüringen einen Landkreis und einen Stadtkreis Gera. Von 1952 bis 1990 war Gera Bezirksstadt in der DDR und Stadtkreis. Nach dem 03.10.1990, mit der Wiederherstellung der deutschen Einheit und der Übernahme in das Land Thüringen, blieb der Stadtkreis bestehen.
 
Zentrale Orte

KlassifizierungZentraler Ort
OberzentrumGera

Die Stadt Gera ist ein Oberzentrum. Der Nahbereich von Gera umfasst außerdem das Territorium des ehemaligen Kreises Gera-Land, der heute den nördlichen Teil des Landkreises Greiz bildet.


Karte:

Verwaltungsgliederung
(JPG-Datei)

Karte:

Eingemeindungen in die Stadt Gera
(PDF-Datei)

 
Verdichtungsraum

VerdichtungsraumEinzugsbereich
Gera Städte:
Bad Köstritz, Ronneburg und Weida

Gemeinden:
Caaschwitz, Hartmannsdorf (b. Gera), Kauern, Korbußen, Wünschendorf/Elster, Crossen/Elster, Hartmannsdorf (b. Crossen) und Silbitz