Geographische Lage

Die kreisfreie Stadt Gera gehört zur Planungsregion Ostthüringen. Im Norden grenzt an sie Sachsen-Anhalt und in einem kleinen Abschnitt im Nordwesten der Saale-Holzland-Kreis. In allen anderen Himmelsrichtungen bildet der Landkreis Greiz die Grenze.

 
Geomorphologie



Die Geländehöhen im Stadtgebiet von Gera betragen zwischen 185 m im Elstertal unterhalb Langenberg und 355 m auf der Hochfläche südlich Großfalka. Ausgewählte markante Geländeerhebungen sind:

Galgenberg bei Wacholderbaum 333 m
Hainberg 310 m
Wipsenberg 304 m
Kienberg bei Langenberg 294 m
Lasur 290 m
Steinertsberg 289 m
Stublacher Berg 284 m


Karte:

Hangneigung und Exposition
(JPG-Datei)

 
Naturräume

MittelgebirgeRonneburger Acker- und Bergbaugebiet
Südöstlicher Teil mit Naulitz, Thränitz, Kaimberg und Liebschwitz
Buntsandstein-HügelländerSaale-Sandsteinplatte
Elstertal mit Zentrum, Langenberg, westlicher Teil des Stadtgebietes, Falka und Niebra im Südosten
AckerhügelländerAltenburger Lössgebiet
Nordöstlicher Teil mit Aga, Hermsdorf, Cretzschwitz, Söllmnitz und Trebnitz


Karte:

Naturräumliche Gliederung
(JPG-Datei)

Das natürliche Relief ist von dem ca. 100 m tief eingeschnittenen Tal der Weißen Elster geprägt. Nur am Südrand des Stadtgebietes, zwischen Röppisch und Liebschwitz, verengt sich an der Pohlen-Heeresberger Störung das Elstertal auf ca. 500 m, sonst ist es 2-3 km breit.

Die Nebentäler sind im Buntsandstein und Zechstein (Erlbach, Saarbach, Brahme, unteres Gessental) als breite Sohlentäler, im Schiefergebirge (oberes Gessental, Wipse) als enge Kerbsohlentäler ausgebildet.
 
Flächennutzung

Bei einer Gesamtbodenfläche von 15.192 ha verteilten sich die Nutzungsarten in Gera wie im Folgenden dargestellt.

Flächen der tatsächlichen Nutzung 1992 und 2010
Siedlungs- und Verkehrsfläche (SVF) ohne Abbauland
Diagramm für Thüringen anzeigen/ ausblenden

Nutzungsart [%] Kreisfreie Stadt Gera Thüringen
1992 2010 2010
Siedlung und Verkehr 17,9 22,5 9,3
Landwirtschaft 61,1 57,8 54,4
Wald 17,5 17,5 31,9
Wasser 0,8 0,8 1,2
Sonstige 2,7 1,3 3,2


Karte:

Flächennutzung
(JPG-Datei)

Übersichtskarten Thüringen:


Der für eine kreisfreie Stadt hohe Anteil landwirtschaftlicher Nutzung konzentriert sich stark auf die Territorien der 1994 eingemeindeten Orte, vor allem im nördlichen und nordöstlichen Teil, die zum Ackerhügelland des Altenburger Lössgebietes gehören.

Die Waldfläche wird vorrangig durch den Geraer Stadtwald im westlichen Teil des Stadtgebietes gebildet. Der östliche Elstertalhang ist nahezu ausschließlich im Bereich von Seitentälern bewaldet (Wipsetal mit Zoitzberg, Gessental mit Lasur, Stockgraben bei Langenberg). Im Nordwesten gehört ein kleiner Teil des Zeitzer Forstes (ehem. Truppenübungsplatz) zu Gera.

Siedlungs- und Verkehrsflächen konzentrieren sich auf die Kernstadt, wobei die größte zusammenhängende Verkehrsfläche durch die Bahnanlagen des Hauptbahnhofes und des nördlich anschließenden Güterbahnhofes gebildet wird.

Der Anteil der Wasserflächen ist geringer als im Landesdurchschnitt, da es neben den Fließgewässern nur wenige, kleinflächige Standgewässer (ehemalige Kies- und Tongruben um Aga, heute zum Teil mit Erholungsnutzung, landwirtschaftlicher Wasserspeicher Kleinfalke) gibt.

Die sonstigen Flächen sind in Gera überwiegend vom Bergbau beanspruchte Flächen (kleinere Wismut-Betriebsflächen bei Naulitz und Poris-Lengefeld, Abbau von Dolomit in Leumnitz, von Ton und Kiessanden in Aga). Infolge Sanierung und Wiedernutzbarmachung ist dieser Anteil stark rückläufig.


Karte:

Landnutzung
(JPG-Datei)

 
Flächenversiegelung

In der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie ist die Minderung der Flächeninanspruchnahme für Siedlungen und Verkehr ein wichtiges Handlungsfeld. Vom gesamtdeutschen Ziel, die Flächeninanspruchnahme bis 2020 auf 30 Hektar pro Tag zu reduzieren, sind wir zum heutigen Zeitpunkt weit entfernt. Von ökologischer Brisanz ist vor allem die Tatsache, dass etwa 50 % der Siedlungs- und Verkehrsfläche versiegelt sind. Damit verbunden sind alle negativen Wirkungen auf die Geofaktoren Boden, Wasser, Klima sowie Flora und Fauna.

In Thüringen kommt verschärfend hinzu, dass der Flächenverbrauch bei sinkender Bevölkerung vonstatten geht. Thüringen verlor seit 1990 fast 12 % seiner Bevölkerung, was etwa 310.000 Einwohnern entspricht.

In einer geostatistischen Analyse von 2008 wurde erstmals aus hochauflösenden Satellitenbildern eine breite landesweite georäumliche Datenbasis zur Flächeninanspruchnahme als Grundlage für weitere fachliche Analysen geschaffen.


Karte:

versiegelte Flächen
(JPG-Datei)

Karte:

Flächenversiegelung nach Gemeinden
(JPG-Datei)

Karte:

Flächenversiegelung je Einwohner
(JPG-Datei)

Eine für ein langfristig angelegtes Versiegelungsmonitoring geeignete Darstellungsweise ist die Verwendung eines normierten Rasters. Der Vorteil liegt in einer Vergleichbarkeit, die unabhängig von Gemeindegrößen und etwaigen Gebietsveränderungen ist. Eine Übersichtskarte für Thüringen zeigt den Versiegelungsgrad bezogen auf ein flächendeckendes 2 x 2 km-Raster mit dem Datenstand 2006.

Weitere Beiträge zur Flächenversiegelung sind im Internetangebot der TLUG hier zu finden.